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1907
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In Bordeaux große Ernte leichter Weine, am ehesten wohl vergleichbar mit 1987 oder 1997. Da versteht sich wohl von selbst, dass da eigentlich nichts trinkbares mehr bei sein kann. Um so überraschter waren wir 2007 bei Rostaing in Paris von einem Latour. Eine Flasche aus dem Privatkeller von Vater Rostaing, der sie wohl wiederum von seinem Vater hatte. Original verkorkt, immer perfekt bei kühlen Temperaturen gelagert und 1989 aus dem alten Privatkeller in den Restaurantkeller überführt. Die letzte Flasche des Hauses mit für einen 100jährigen Wein guter Füllhöhe(zwischen mid und upper shoulder). Eine echte, schwere, alte Flasche aus der damaligen Zeit, alte, ebenfalls authentische Kapsel und ein alter Korken, der beim Öffnen in tausend Teile zerbröselte. Und doch konnte ich kaum glauben, was wir da ins Glas bekamen. Tiefdunkel, kaum Altersspuren zeigend, immer noch mit unglaublicher Fruchtigkeit und einer fast konfitürigen Süße. Wirkte insgesamt so jung, so dicht und so kraftvoll. Klar waren da neben dem kräftigen Säuregerüst ganz dezente Alterstöne in der Nase und auch ein Hauch flüchtiger Säure. Diesen Wein kann ich bis heute kaum glauben.
Wer 2007 seinen 100sten gebührend feiern wollte, konnte das mit einer Flasche Champagner tun. Immer wieder tauchen auf Auktionen des 1907 Heidsieck auf, der vor ein paar Jahren aus einem 1916 vor Finnland versenkten Schiff geborgen wurde.
Gut war der Jahrgang auch für Madeira. Mit einem Madeira Malvazia d´Oliveros wurde es 2006 allerdings etwas medizinal. Der hatte eine sehr dichte Farbe, wie Coca Cola, und erinnerte mich in der Aromatik an einen Optipect Hustensaft mit Codein.
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1906 | 1908
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