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1918
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Ein durchaus interessanter Bordeaux-Jahrgang. Anfang Oktober konnte gesundes Lesegut eingebracht werden. Die 18er Bordeaux brauchten einige Zeit für die Reife, waren sehr kräftig, fast etwas stahlig und wenn ihnen etwas fehlte, dann Charme und Schmelz. Dafür entpuppten sie sich als recht langlebig. Da lassen sich heute sicher noch Entdeckungen machen. Wichtiger als ein großer Name ist dabei perfekte Lagerung. Sehr überzeugend 1994 ein Lanessan, sicher auf 92+/100 Niveau und mit noch viel Zukunft. Eine zweite Flasche 2008 mit nur ‚ms’ hatte immer noch eine dichte und kräftige die Farbe, ein sehr kerniger, nachhaltiger Wein mit immer noch deutlichem Tanningerüst und einer durchaus charmanten, rustikalen Art – 93/100. Auf Willi Krählings großer Latour-Probe 1995 eine schöne Magnum, dichte Farbe, schön am Gaumen, etwas austrocknend im Abgang – 90/100.. Deutlich besser zumindest als 1999 auf einer Mouton Probe der 18er Mouton Rothschild, ein nicht übler, in Ehren gereifter alter Wein – 85/100. Erstaunlich jung und frisch wirkte im Sommer 2005 ein Siran, immer noch intakte Farbe, feine Frucht, Himbeere, Kirsche, am Gaumen nur leicht gezehrt, geht locker auch als 60er durch – 88/100. Zuletzt hatte ich 2007 als große Überraschung einen Chateau Brown aus Leognan im Glas. Superfarbe, Minze wie ein großer Lynch Bages aus den 60ern, kräuterige Aromen, am Gaumen vielschichtig mit großer Fülle, reif, rund und lang – 95/100. Überraschend gut aus einem mittelmäßigen Sauternes-Jahrgang 2002 ein d´Yquem in Vandermeulen-Abfüllung, klare, güldene Farbe, entwickelt sich wunderbar im Glas, feine Süße, überhaupt nicht gezehrt. Noch eine ganze Ecke besser eine weitere Flasche davon 2007. Wunderbare Nase mit Bienenwachs und Honigtönen, am Gaumen die klassische Orangen-Bitternote, Crême Brulée, dabei unglaublich balanciert, überhaupt nicht alt oder gar überaltert wirkend, sondern immer noch sehr lebendig, harmonisch und schlank im positiven Sinne, ein zeitloses Monument – 97/100.
In Burgund ein eher mittelmäßiger Jahrgang. Sein Alter konnte 2008 ein Nuits von Flouche&Fils trotz sehr dichter Farbe nicht verbergen. Sehr reif wirkte dieser Wein mit deutlicher Säure und leichten Lacktönen. Trotzdem war er nicht nur voll trinkbar, die Lacktöne verschwanden mit Luft, der Wein gewann an Aromatik und zeigte sogar noch Frucht und wurde immer besser. Entwickelte sich zu einem zwar in Ehren gereiften, aber doch erstaunlich balancierten, schönen Burgunder – 91/100.
Als sehr gut gilt 1918 an der Rhone.
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1917 | 1919
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