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1938

Ganz selten untergekommen ist mir bisher auch das Jahr 1938. Frankreichs Weine, noch kurz vor oder aber schon während des Krieges abgefüllt, dürften wohl großen Teils von den deutschen Besatzern konfisziert worden sein.

In Bordeaux gab es eine späte Ernte leichter, fruchtiger Weine, die größtenteils während des Krieges augetrunken wurden. Heute würde man von einem nützlichen Jahr sprechen mit früh trinkbaren Weinen, die man trinken kann, während die großen Weine reifen. Ich habe im Dezember 2002 einen Cheval Blanc getrunken. Der war sicher vor 30 Jahren mal lecker. Jetzt war er immer noch trinkbar, aber mehr auch nicht. Auch einen Haut Brion konnte man 2006 ur noch angucken mit seiner ganz erstaunlichen, intakten Farbe, die immer noch etwas Brillianz zeigte. Nur trinkbar war da leider nichts mehr.

Besser sah es in Burgund aus, wo ein sonniger September eine späte, gute Ernte ermöglichte. Da sollte noch der ein oder andere trinkbare Wein zu finden sein.

Eigentlich auch ein schwaches Jahr an der Rhone. Und doch faszinierte 2007 ein namenloser Côtes du Rhone eines deutschen Weinhauses, Herm. A. Becker Inh. Ludwig Steudel. Absoluter Wahnsinn, diese dichte, deutlich jünger wirkende Farbe. Dazu eine Wahnsinnsnase, karamellig mit feiner Süße, aber auch Kaffee ohne Ende und ein leichter Gummiton. Dabei am Gaumen noch so frisch, aber auch kompakt wirkend mit einem Hauch flüchtiger Säure. Kraft ohne Ende – 94/100.

Sicher noch trinkbar ist der Livadia White Muscat aus der Massandra Collection. Ich fand ihn allerdings 1996 auf einer Drawert-Probe zu dick, füllig, sättigend, einfach zuviel des Guten.



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