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1948
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Beileibe kein schlechtes Jahr in Bordeaux, dafür aber zwischen 47 und 49 ein weitgehend vergessenes. Dabei lassen sich in 48 durchaus attraktive Weine finden. Star des Jahrgangs ist Cheval Blanc, den es in sicher einem guten Dutzend Abfüllungen gibt. Ich habe ihn zwischen 1995 und 1999 fünfmal aus unterschiedlichen belgischen und französischen Händlerabfüllungen getrunken. In den besten Flaschen ist der 48er nicht weit vom 47er Cheval Blanc weg. Nicht ganz so opulent und einen Hauch schlanker, aber auch ungemein dicht und fleischig mit feiner Süße. Gut gelagert können 48er damit ohne weiteres noch ihren 70. Geburtag feiern. Das zeigte sich auch 2006 auf der großen Cheval Blanc Probe. Da hielten wir blind den 48er für den 47er. Der hatte in einer französischen Händlerabfüllung eine superdichte, rabenschwarze Farbe, war portig, dicht, unglaublich dekadent füllig, etwas überreif, reichlich Kaffee, opulent, mehr Kraft als Finesse - 99/100 Auf ähnlich hohem Niveau Vieux Chateau Certan. Der zeigte sich 1998 selbst in einer lausigen `ms`Flasche kräftig und üppig und erinnerte dabei an den 47er. Deutliches Alterungspotential dürfte auch La Mission noch haben. 1993 auf Rodenstocks 14. am Arlberg aus der Marie Jeanne reife Farbe, zunächst störende Säure, die aber verflog, wurde dann sensationell, 2000 auf einer Probe sehr dichte Farbe mit leichtem Orangenrand, deutlich spürbarer Merlot mit Himbeerton, am Gaumen eckig, etwas rustikal, sogar noch verschlossen wirkend, viel Kraft und Dichte, noch lange Zukunft 92/100. Haut Brion hatte 2006 eine sehr schöne Nase mit feiner Süße und faszinierender Aromatik. Die setzt sich am Gaumen nur bedingt fort, da eine hohe, aggressive Säure alles überlagert. Wird mit der Zeit im Glas etwas gefälliger – 84/100. Latour habe ich nur aus einer 1/2 getrunken, 1995. Blühte nach 1/2 Stunden einmal kurz auf, war aber vorher und nachher gut trinkbarer, etwas astringierender Wein, der seinen Zenit deutlich überschritten hat. In größeren Formaten vielleicht noch interessant. Lynch Bages war 2008 total hin und schmeckte eher wie frisch exhumiert, ein fürchterliches, etwas an Brennspiritus erinnerndes Gesöff, mit dem man jede Bewertungsskala nach unten eichen könnteMouton Rothschild zeigte 1999 neben Kaffeetönen viel flüchtige Säure, war aber noch gut trinkbar. Pichon Comtesse war 2001 auf einer großen Comtesse-Probe leicht over the hill, aber immer noch ganz angenehm. Eine ganz große Überraschung war 2006 auf der großen Cos-Probe Cos d´Estournel, der sich für diesen häufig übersehenen Jahrgang ganz erstaunlich schön präsentierte. Lediglich die Nase war etwas verhalten. Am Gaumen präsentierte er sich so fein und schmelzig mit so toller Süße – 94/100.
Den 48er Sauternes fehlte es an Dichte und Konzentration. Yquem hatte 1988 eine schöne Farbe, verabschiedet sich sehr schnell und hatte einen leicht unangenehmen Nachgeschmack.
Sicher lohnt die Suche auch im Burgund, wo nicht nur mit der Hilfe von „Herrn Chaptal“ eine Reihe von durchaus passablen, alterungswürdigen Weinen entstanden.
Guter Jahrgang im Elsass. Leider fehlten 2008 12 cm beim Gewürztraminer Grand Cru von Hugel. Der hatte eine überraschend schöne Nase, doch am Gaumen war das allenfalls ein noch so gerade trinkbarer, furztrockener Sherry.
Aus Spanien habe ich nur den Vega Sicilia Unico getrunken. Der war 1999 weitgehend hin.
Risiko pur war 2005 ein bei Ebay für wenig Geld erworbener 1948 Pfälzer Landwein der Weingroßhandling W. Niehenke aus Hameln. Das, was wohl mal ein Rotwein war, hatte inzwischen eine helle Farbe, dazu eine staubig-muffige Nase, am Gaumen kein Genuß mehr, aber man starb nicht dran und in 1948 Geborene hätten ihn vielleicht auch noch schöngeredet.
Ein sehr guter, aber oft übersehener Port-Jahrgang, in dem sich noch einige Schnäppchen machen lassen. Burmester Vintage Extra Selected, Bottled 1951, war 2008 bei Jörg Müller ein irres, faszinierendes Teil, Kaffee, Schokolade, Schoko, Mokka, dunkles Toffee, immer noch gute Frucht und viel finessiges Spiel mit seiner Aromatik förmlich aus dem Glas und bleibt ewig lange am Gaumen, baut im Glas nicht ab, sondern absolviert so eine Art Verjüngungskur. Immer stärker kommt mit zunehmender Luft Amarenakirsche mit Marzipan, eine echte Port-Legende – 98/100.
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Ein tolles Weinerlebnis war im Februar 2004 ein namenloser Tinto Reservado aus Chile, mit viel Risikofreude kurz vorher bei Ebay ersteigert. Er entpuppte sich als ganz großer, perfekt gereifter Wein, mit der leicht karamelligen Süße von der Nase her wie ein nicht zu alter YGAY, am Gaumen reif, aber noch mit erstaunlicher Kraft, ein tolles Weinerlebnis, da gibt´s keinen 48er Bordeaux, der drüber kann 96/100
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1947 | 1949
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