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1949

Gilt in Bordeaux als sehr gutes Jahr und wird in der Literatur oft noch über 1947 angesiedelt. Für St. Emilion, Pessac und Pomerol kann ich das bedingt nachvollziehen, für Medoc nicht. Hier sind mir zu viele Weine einfach zu säurelastig und – sofern nicht aus allerbester Lagerung – bereits auf dem Abstieg.

Sehr schwer getan habe ich mich immer mit Calon Ségur. 1994 aus der Magnum zu eckig und säurelastig – 86/100. Im selben Jahr auf Rodenstock´s Arlbergprobe aus der Imperiale ältlich, säuerlich, ziemlich schwach – 86/100. 1995 auf Rodenstock´s 16. wieder aus der Magnum Säure ohne Ende, was ´ne Plörre! – 78/100. 1997 eine akzeptable 1tel mit etwas staubiger Nase, nicht so dominanter, kompakterer Säure und schöner Länge am Gaumen – 91/100. Sehr gut 2006 der schon weiter entwickelte Cos d´Estournel. Zedernholz, Kaffee, auch noch gute Frucht, feine Süße, nicht unangenehm medizinaler Touch, sehr nachhaltig am Gaumen – 93/100. Eher einer Tour durchs Gruselkabinett glich ein 49er-Flight 2007 in Linz auf der großen St. Estephe-Probe. Calon Ségur war ein so gerade noch ohne große Schmerzen trinkbarer Alt-Säuerling – 82/100. Montrose machte mit einer sehr schönen Nase neugierig, enttäuschte dann aber durch einen eher astringierenden, anstrengenden Gaumen – 81/100. Cos d´Estournel hatte eine unappetitliche Kloakennase, die sich leider am Gaumen fortsetzte, eklig. Wohl in allen drei Fällen nicht die besten Flaschen, aber das, was einen häufig auf Auktionen erwartet.

Grand Puy Lacoste hatte 1999 eine schöne Nase, wirkte am Gaumen erst kurz, entwickelte sich im Glas und wurde wunderschön – 93/100. Kein gutes Jahr für Lafite-Rothschild. Zweimal 1995. Bei Drawert aus der 1tel helle Farbe mit wenig Braun. Säuerliche Maggi Nase. Bringt am Gaumen wenig, kurz – 86/100. Im Landhaus Bacher aus der Marie-Jeanne Farbe etwas dichter , wenig generös, etwas brandig, kurz - Kraft ohne Finesse – 87/100. Eine bessere 1tel dann 1999 in meiner Raritätenprobe, enttäuschte erst sehr, entwickelte sich dann aber, wurde am Gaumen immer schöner, feine Süße, finessig – 90/100. Latour war 1995 bei Willi Krählings großer Latour-Probe aus der Magnum gefällig, weich, viel Säure - 92/100. 1999 aus einer 1tel hingegen Bordeaux in Perfektion mit immer noch guter Tanninstruktur – 98/100. Gleich dreimal innerhalb weniger Wochen konnte ich den Latour dann 2007 trinken. Die ersten beiden Flaschen auf Chateau Latour. Aus der besseren Flasche bei aller Kraft so seidig mit irrer Länge, mit seiner subtilen Eleganz eine Art Cheval Blanc von Latour, ganz großer Stoff – 97/100. Im anderen Glas der gleiche Wein, aber grün wirkend mit unreifen Tanninen, machte wenig Freude – 88/100. Womit mal wieder bestätigt war, dass es keine großen Weine gibt, sondern nur große Flaschen. Die hatte ich dann noch mal kurz danach aus dem perfekten Keller von Braui-Chef Werner Tobler, Finesse pur und unendlich lang am Gaumen – 97/100. Lynch Bages war 1995 auf der Krähling-Probe mit heller Farbe und deutlich Überhand nehmender Säure schon deutlich über den Höhepunkt weg – 82/100. 49 Mouton Rothschild gilt eigentlich als einer der schönsten Moutons überhaupt. Aber da es hier wie überall gute und schlechte Flaschen gibt, hatte ich wohl Pech. Nur einmal verkostet, 1999 auf einer großen Mouton-Probe, und da trübte die deutliche Säure den Gesamteindruck eines sonst feinen Weines – 91/100.

Über Gruaud Larose gibt es in der Literatur viele widersprüchliche Meinungen. Kein Wunder. Ich habe ihn 1993 aus einer Magnum getrunken, aus der er mit brauner Farbe erst ausgezehrt wirkte, kam dann im Glas aber etwas besser – 87/100. 1997 dann eine perfekte 1tel, für´s Alter wunderschöne Farbe, immer noch schöne Frucht, wirkte 20 Jahre jünger, großes Teil - 95/100. Ducru Beaucaillou gehörte 2006 auf der großen Ducru-Probe zu den schönsten Weinen, brilliantes Kirschrot, so delikat und noch so frisch wirkend, ein traumhaft balancierter Wein, so präzise und klar definiert, mit feiner Säure - 94/100. Die sehr brilliante, helle Farbe war auch alles, was 2005 den Talbot noch auszeichnete. Das war sicher vor langen Jahren mal ein feiner Wein auf nicht allzu hohem Niveau. Heute kommt da nichts mehr, die Frucht ist weg, immer noch trinkbar – 82/100.

Margaux war 1995 sowohl bei Drawert als auch bei mir in einer englischen Block, Gey and Block Abfüllung mit gesunder, mitteldichter Farbe feinfruchtig, finessig, elegant mit feiner Süße und beachtlicher Länge am Gaumen – 95/100. 1999 dann rauchig, finessig, wunderbar, elegant – 95/100. Ende 99 dann noch eine sehr viel reifere Chateau-Abfüllung mit dunklem, reifem Braun und fast malziger Süße – 93/100.

Erstaunlich schön war 1999 trotz nur hs Poujeaux. Das spricht für das Terroir und natürlich auch dafür, dass man für Trinkgenuss in älteren Jahren gute Weine, aber nicht unbedingt große Namen braucht..

L´Arrosée in einer französichen Händlerabfüllung hatte 1998 eine tolle Aromatik und war sehr lang am Gaumen, ein Riesenteil mit Kraft ohne Ende – 96/100. Mit sehr dunkler, junger Farbe, sehr intensiv, süßlich und lang lang 1993 auf einer Drawert-Probe Ausone - 95/100. Alle Welt rennt dem 47er Cheval Blanc hinterher, dabei ist 49 der zuverlässigere, stabilere, langlebigere und in guten Flaschen mindestens gleichwertige Wein. Nach einigen nicht so überzeugenden Großflaschen in den 90ern 1999 bei Willi Krähling eine Traum-Magnum. Konnte der wirklich so gut sein? Die Antwort gab wenige Monate danach bei mir eine englische Händlerabfüllung von Dolamore, so hatte ich mir den legendären 49 Cheval immer vorgestellt, schöne Nase, traumhaft und nicht endend am Gaumen, erstmals 100/100! Dem setzte dann Willi Krähling die Krone auf, als er mir im Sommer 2000 zu einem kleinen, privaten Dinner nur Cheval Blancs in der 1/2 präsentierte. Der Höhepunkt wieder 49, das war Cheval Blanc UND Wein in Perfektion – 100/100. Dabei hat dieser Wein noch unglaubliches Potential. Das zeigte sich 2006 auf der großen Cheval Blanc Probe, wo er noch recht jung und noch längst nicht auf dem Höhepunkt wirkte. In guten Flaschen wie dieser geht es da erst in 5 Jahren richtig los – 97/100.
Clos Fourtet hatte 1997 eine sensationelle Farbe, der Rest war leider nicht entsprechend und deutlich älter – 85/100. Figeac 1994 aus der Magnum leichter, eleganter als 50, in der Nase schöner als am Gaumen – 91/100. Ein Riese 1999 La Gaffelière, nur Nuancen hinter Cheval Blanc, in der Nase sogar besser, wirkte irre jung – 99/100. Als Risikoflasche öffnete ich 2006 einen Grand Mayne mit miserablem Füllstand, aber sehr guter Farbe. Faszinierende Nase mit Kaffee ohne Ende und etwas Schokolade, wie ein guter Cappucino.Sehr fein am Gaumen – 92/100. Diese Flasche war wieder ein guter Beweis dafür, dass der Füllstand nicht alles ist. Absolut überragend auch Pavie, 2001 auf einer Best Bottle dunkle, kräftige Farbe ohne Alter, am Gaumen Opulenz, Süße, irre Länge und auch Jugend, Ausnahmestoff - 100/100

Haut Brion zeigte sich 2000 trotz noch jünger wirkender Farbe bereits sehr reif mit klassischer Nase, leicht malziger Süße, am Gaumen eher Eleganz als Kraft – 93/100. 2006 in der großen Haut Brion Probe erst Steinpilze, leichter Essigtouch, Altweingout, wurde aber im Glas immer besser und entwickelte sich, in der Nase und am Gaumen kam eine feine, malzige Süße, der Wein wurde deutlich länger und komplexer – 94/100. Klassen besser ist da in 49 La Mission Haut Brion. Mit viel Glückerwischten wir 1999 im Valentinos in Santa Monica zum Superpreis die letzte Flasche. In der Nase Cigarbox in Perfektion - und das trotz max. "hs", unglaublich druckvoller, langer, toller Stoff, der es sicher noch 10+ Jahre macht, kaufen+saufen!! - 100/100. Ganz groß in 49 auch La Tour Haut Brion, den ich im Sommer 2006 in einer Schaffermahlzeit-Abfüllung von R&U im Glas hatte. Dichte, dunkelrotbraune Farbe, ein Aromenmonster mit frisch geteerter Straße, Tabak, alter Ledertasche, Bitterschokolade und dickem Steak vom Holzkohlengrill. Kraftvoll und im positiven Sinne rustikal, ein sehr eigenständiger Charaktertropfen, der mit heutigen, polierten Hochkarätern soviel gemein hat wie Gérard Depardieu mit einem Tanzmariechen. Entwickelt feine, leicht malzige Süße und bleibt ewig am Gaumen. Voll da und doch kein bisschen müde, einfach ein ganz großes Weinerlebnis – 99/100.

Deutlich besser als Haut Brion gefiel mir 1999 auf einer Raritätenprobe der weiße Haut Brion Blanc(ist sonst genau umgekehrt), weißer Bordeaux in Perfektion mit klassischer Nase, cremig und lang ohne Zeichen von Alter, leichte Restsüße – 95/100.

Bon Pasteur wirkte etwas animalisch mit massiver Säure, ein Charakterdarsteller, leider auch etwas stumpf und monolithisch – 89/100. Sehr überzeugend 1999 La Fleur Petrus, hielt gut mit Petrus VDM mit – 95/100. Dichte Farbe, irre jung, für eine Händlerabfüllung Spitze und dazu sehr preiswert, im vergangenen Jahr Lagrive - 93/100. Nur eine alte Notiz aus 1989 habe ich von Latour-à-Pomerol, der war damals trotz dichter Farbe in einer Probe sehr enttäuschend. Garnicht Pomerol-typisch, aber riesengroß und noch hoffentlich lange ein Geheimtipp Nenin. Selbst eine "ls" Flasche war Anfang 2003 sensationell und ging mit ihrer tollen Tabak-Nase als großer Graves durch. Ende 2003 in einer Best Bottle dann dichte Farbe, fast ohne Alter, rauchig, Leder, traumhaft schön und druckvoll am Gaumen, ganz lang, wurde für einen großen Wein aus den 80ern gehalten! - 97/100. Petit Village verlor 2001 schnell die anfänglich etwas störende Säure und wurde ein wunderbarer, reifer Merlot, der sicher in guten Flaschen noch ein paar Jahre Spaß macht – 88/100. Petrus habe ich als Chateau-Abfüllung nur einmal 1993 auf der Petrus II Probe in Mautern aus der Magnum getrunken. Damals war aber das Aha-Erlebnis bei mir ausgeblieben.
Deutlich schöner war da schon Petrus in der Vandermeulen-Abfüllung. Mit viel Glück hatte ich Anfang der 90er mehrer halbe Flaschen aus Belgien zu sehr vertretbaren Konditionen erwerben können. In denen war Petrus nie so opulent wie 47, aber immer sehr kräftig und druckvoll und lag immer bei 95/100. Deutlich besser waren meine Vandermeulen 1tel.. Einmal Anfang 99 mit Franz Josef Schorn Trüffel pur mit unglaublich dichter Farbe, habe sicher noch nie etwas besseres getrunken - 100/100, die Zwillingsflasche dann auf meiner Raritätenprobe ein halbes Jahr später schiere Perfektion – 100/100. Alle Flaschen wohlgemerkt aus einem zuverlässigen, sehr guten Keller, wo sie seit dem damaligen Erwerb lagerten und demgemäß in sehr gutem Zustand. Riesengroß auch 2005 auf René Gabriels Petrus Probe, wie eine perfekte Cuvée aus Cheval Blanc und einem großen Burgunder mit feiner, delikater Würze und unendlicher Länge am Gaumen. Klar kann der von der Kraft her mit 47 nicht mit, aber was für eine spielerische Eleganz und Finesse – 100/100.
Vieux Certan war 2005 auf der Vieux-Probe ein sehr aromatischer, feinduftiger, etwas leichterer Wein, feine Frucht und nur dezente Teenote – 94/100. Ein einfacher Pomerol in einer Händlerabfüllungvon Jules Dubois hatte 2007 eine hellere Farbe mit deutlichen Reifetönen, etwas verhaltene, rauchige Nase, am Gaumen ein feiner, kleiner Schmeichler mit deutlicher Säure, aber doch recht schön zu trinken – 86/100.

Großes, sehr zuverlässiges und langlebiges Jahr auch in Sauternes.
Ein Yquem hatte im November 2004 eine schöne, klare Bernsteinfarbe, betörende, saubere Nase, wirkte sehr frisch und jung, erst ganz am Anfang einer noch langen Entwicklung, am Gaumen unglaubliche Fülle und Kraft, dabei eine fast likörhafte Viskosität, feiner Bitterton, irre Süße, sehr langer Abgang. Ich habe eigentlich fast vor, noch sehr alt zu werden, aber der wird mich schaffen – 99/100.

Ich bin eigentlich bekennender Bordeaux-Trinker, aber an den 49er Burgundern habe ich einen Narren gefressen.. Diese Weine aus einem der größten Burgunderjahre des letzten Jahrhunderts sind einfach so ausgewogen, finessig und elegant, da kann auch ein Bordeaux-Junkie nicht nein sagen. Dazu sind sie meist preiswerter und mit weniger Ausfällen behaftet.

Altersfrei und lecker, ohne Ecken und Kanten 1996 ein Chambolle Musigny Les Charmes von Nicolas Arnaud – 91/100. Chambolle Musigny Les Charmes von Desalle et Mainguet hatte 2007 schon eine sehr reife, bräunliche Farbe. Die tat dem Genuss aber keinen Abbruch. In der Nase feine, karamellige Süße, aber auch medizinale Töne, Hustensaft, auch Kaffeelikör. Pracht und Fülle am Gaumen, ein großer, alter Wein mit sehr gutem Abgang, der einfach Freude macht. Das gute Säuregerüst garantiert noch längeres Leben – 95/100. Bei einem Beaune Marconnets von Chanson schoß 2002 der Kaffee nur so aus dem Glas, sehr süß, dekadent-leckerer Traumburgunder – 95/100. Ein Echezeaux von Doudet-Naudin machte 1995 in einer Drawert-Probe im Vergleich Margaux und Lafite platt, sehr gesunde Farbe, wenig Braunrand, feine, leicht parfümierte Nase, wunderschöne Süße, elegant, kräftig, lang – 97/100. Nicht viel schlechter war 1998 bei Drawert ein
Nuits.St. Georges Prulières von Doudet-Naudin. Dichte, volle Farbe mit leichten Brauntönen, noch voll da, sehr finessig und reif, wunderschön, machte viel Spaß – 95/100. Sehr schön im Juni 2004 auch ein Latricières Chambertin in einer Ludwig von Kapf Abfüllung – 91/100. In einer Probe 2005 standen zwei 49er Burgunder gegeneinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Grausam ein Chambertin von Raoul Clerget. Alte Flasche, neues Etikett, neuer Korken ohne Korkbrand. Der Inhalt mit metallischer Nase, Jod, am Gaumen stark astringierend, wird zunehmend säuerlich. Mit 80/100 noch sehr gut bedient. Ganz anders dagegen ein einfacher Aloxe Corton von Albert Brenot. Ganz feiner, delikater, eleganter Top-Burgunder mit irrer Länge am Gaumen. Vielschichtig, feine Süße, einfach ein kompletter, großer Wein – 97/100. Schlichtweg sensationell war 2007 ein Vosne Romanée von Champy. Die üppige, hedonistische Nase eines riesengroßen, reifen Burgunders, Mokka und Kaffee mit 5 Stücken Zucker, sehr dichte Farbe, auch am Gaumen verschwenderisch üppig und süß, würzig und sehr lang, einfach riesengroß, Burgund in Perfektion – konservative(!) 99/100 habe ich für diesen unglaublichen Stoff gegeben. Ein Romanée St. Vivant von A. Gloria hatte 2008 eine sehr helle Farbe, säuerliche Orangennote, eigentlich untrinkbar, doch mit der Zeit wurde er im Glas etwas milder, weicher und süßer, wirkte himbeerig-oxidativ. Immerhin war er jetzt ohne allzu große Schmerzen trinkbar, von Genuss konnte aber keine Rede sein – 79/100. Sehr schwer tat sich 2007 zu Anfang ein Corton von Leon Violland. Der hatte zwar auch eine sehr junge Farbe, wirkte aber in der Nase etwas gemüsig und medizinal, am Gaumen sehr verhalten mit stahliger, metallischer Frucht, entwickelte aber sich mit der Zeit prächtig im Glas, die störenden Nebentöne verschwanden, da kam mehr Frucht, mehr Komplexität, mehr Länge. Klar, das wurde kein üppig-fülliger Schmuse-Burgunder, dafür aber ein begnadeter Darsteller aus dem Charakterfach, der zum Schluss sicher 94/100 wert war. Eine große Überraschung 2007 auf einer Best Bottle in der Braui in Hochdorf ein Moulin-à-Vent von Faiveley. Diese Paradelage des Beaujolais(!) präsentierte sich als großer, reifer Burgunder mit feiner, karamelliger Süße und war immer noch mit viel Genuss zu trinken – 90/100. Eine etwas rustikalere, sehr viel kräftigere Struktur und eine deutlich jüngere Farbe hatte 2007 ein Vosne Romanée von Louis Latour. Bei diesem Wein hatte man im direkten Vergleich das Gefühl, dass er noch nicht richtig reif war und noch über ein großes Alterungspotential verfügte. Er brauchte viel Zeit und Luft, entwickelte sich dann im Glas mit wunderbarer Süße – 93/100.

Ein Corton Charlemagne Reine Pedauque hatte eine kräftige, güldene Farbe, war kompakt, kräftig, mit schöner Nase, entwickelt sich sehr vorteilhaft mit Luft, und gewann durch dekantieren - 88/100, ebenso 2001.

Excellente und sehr lagerfähige Weine auch an der Rhone. Tauchen leider nicht sehr häufig auf.
Ein leckerer, alter, gut gereifter Rhone, der sicher schon bessere Tage gesehen hat, war 2000 ein Hermitage La Sizeranne von Chapoutier – 88/100.
Hervorragend 2003 ein Chateauneuf-du-Pape Selection von Barrière. Mit Finesse und Süße wie ein großer Burgunder – 94/100. Absolut reif und faszinierend war 2006 ein unbekannter Chateauneuf-du-Pape Seleccion de Leopold Rane. Sehr aromatisch mit feiner Süße und verschwenderischer, burgundischer Fülle, druckvoll am Gaumen, kräftige Säure - 92/100. Eine sehr helle, dünne, bräunliche Farbe hatte 2007 ein Chateauneuf-du-Pape aus dem Cave Saint Benoit, stand aber wie eine Eins im Glas mit druckvoller Aromatik, feiner Süße und immer noch Kraft und Länge am Gaumen. Baute sehr schön im Glas aus und entwickelte Noten von Lakritz, Anis und Süßholz – 93/100. Und noch ein großer Chateauneuf-du-Pape 2007 von Chanut Frères. So würzig, so dicht, das berühmte Pfauenrad an Aromen, unglaublich explosive Aromatik, Kaffee, Kräuter, balsamische Noten, sehr lang, einfach kompletter, großer Wein – 97/100.

Auch an der Loire gilt 1949 als Erfolgsjahr.
Ein Vouvray Le Haut Lieu Demi Sec von Huet hatte 1996 auf einer Drawert-Probe eine kräftige reife Farbe, Zahnarztnase, Eukalyptus, auch am Gaumen medizinal, über Höhepunkt weg, entwickelte feine Süße und wurde etwas schöner im Glas – 84/100.

Wenig Erfahrung habe ich mit deutschen Weinen aus dem hoch angesehen Weinjahr 49. Eine
Schloß Johannisberg BA war 1995 meilenweit von der Papierform entfernt und ziemlich ausgezehrt.

Wirklich große Rotweine hat es in Portugal früher nicht gegeben, aber teilweise sehr langlebige, zuverlässige Gewächse mit rustikalem Charme. Als Piraten hatte ich 1999 in eine Probe einen Vino Tinto Garrafeira von Carvalho Ribeiro+Ferreira eingeschmuggelt. Der hielt sich als beachtlich mit erstaunlicher Frische, heller, aber nicht bräunlicher Farbe und dezentem Portton – 87/100.

In der Champagne gab es eine sehr kleine, aber hochwertige Ernte. Was davon noch übrig geblieben ist und aus bester Lagerung stammt, dürfte immer noch immensen Spaß machen. Wer die Faszination älterer Champagner begreifen möchte, der muss einfach mal einen solchen 49er getrunken haben.
Krug war 1993 auf einer Drawert-Probe jung, frisch und sensationell schön – 97/100. Keinen Deut schlechter war 1999 eine in Franreich ersteigerte Pommery Magnum, Traumchampagner mit kräftiger Farbe, noch sehr deutlich spür- und sichtbarem, aber weichem Mousseux, wunderbarer Brotnase, leichter Edelfirne und langem Abgang, so macht Champagner wirklich Spaß. Perfekt 1994 bei Drawert auch ein Veuve Clicquot.



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