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1965
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Unterirdisches Weinjahr in Bordeaux und eins der schlimmsten des letzten Jahrhunderts. Die Trauben wurden einfach nicht richtig reif. Ich erinnere mich nur an einen Pavie Decesse in 1992: grausam, eignet sich nur ungeöffnet als Tischdekoration für Geburtstage.
Genauso schlecht auch in Burgund. Dort wurden zu allem Überfluß noch am 8. September von einem Jahrhundertunwetter nicht nur die letzten Hoffnungen der Winzer weggeschwemmt, sondern auch etliche Weinberge.
Auch Sauternes und Barsac gaben nichts Brauchbares her.
Für Deutschland gilt 1965 ebenfalls als eins der schlimmsten Jahre überhaupt. Ich habe trotzdem 2001 eine angenehme Überraschung erlebt mit einem Hattenheimer Nußbrunnen Eiswein Auslese Cabinet von Langwerth von Simmern. Der Korken war irgendwann in den letzten Monaten davor in die Flasche gerutscht, aber die Kapsel hielt einigermaßen dicht, der Wein präsentierte sich mit einer leicht oxidativen Nase, am Gaumen reif mit leichter, nicht unangenehmer Bitternote und feiner Süße.
Trotz ebenfalls nicht gerade optimaler Witterungsbedingungen in Spanien erzeugte Vega Sicilia einen sehr schönen Unico.
Tolle Weine gab´s 1965 in Australien. Ein Lindemans Shiraz Bin 3110, ein Lindemans Classic Museum Release, war für mich 1995 auf einer Drawert-Probe mit sehr junger, dichter Farbe, am Gaumen Kraft, Süße, Mandeln, Marzipan der Topwein der Probe. Von Penfolds ist nicht nur der Grange gut gelungen, er war einer der Stars der Grange-Probe 1999. 1994 überzeugte auch ein Bin 707und 2002 war ein Shiraz Bin 28 Kalimna Vineyard reif, weich, weit und portig-lecker.
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1964 | 1966
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