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1971
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In Bordeaux gab es eine kleine Ernte sehr charmanter eleganter Weine, die alle sehr früh trinkbar waren. Die schönsten Weine, vor allem aus St. Emilion und Pomerol, machen einen unglaublichen Trinkspaß und sind immer noch für relativ kleines Geld zu haben. Vor allem bei gut gelagerten Großflaschen von der Magnum an aufwärts würde ich hier bedenkenlos zuschlagen. Etwas anders sieht es auf dem linken Ufer aus. Viele Weine aus dem Medoc – seinerzeit übrigens hoffnungslos überteuert - haben inzwischen das Zeitliche gesegnet. So z.B. der sonst so langlebige Geheimtip La Lagune, in den 80ern voll da und Anfang der Neunziger schon weitgehend hin. Cos d´Estournel habe ich Anfang der Neunziger mehrfach aus guten Flaschen getrunken, aber schon 1994 zeigte er aus der Imperiale deutliche Reife und war bei heller Farbe, reif, leicht und etwas dünn – 85/100. Zuletzt auf der großen Cos-Probe 2006 ein feiner, eleganter Tropfen, der mit deutlich mehr Genuß zu trinken war als 1970 – 87/100.
Wer in 1971 ganz sicher gehen möchte, setzt auf Latour. Ein toller, langlebiger Wein, in den letzten 10 Jahren über ein Dutzend mal verkostet von der 1tel bis zur Imperiale und konstant mit 92-94/100 bewertet, zuletzt wieder im September 2004 der Wein des Anebs. Wenn man bedenkt, dass so etwas auf Auktionen teilweise deutlich billiger zu bekommen ist, als aktuelle Laour-Jahrgänge in der Subskiption! Eine sehr feine und elegante Nase hatte Lynch Bages 2008 aus einer leider zerbrochenen Flasche, könnte durchaus noch interessant sein. Sehr enttäuschend hingegen Mouton Rothschild. Mehrfach ohne Freude verkostet, zuletzt 2004 auf der großen Mouton-Probe, unsaubere Nase, baute schnell ab 82/100
Ducru Beaucaillou war 1999 in einer Best Bottle aus der Magnum als Absacker nicht schlecht, perfekt gereift, nur im Abgang etwaskurz - 89/100. Zuletzt 2006 auf der großen Ducru-Probe zimtige Nase, Weihnachtsgebäck pur, feine Zedernholztöne, am Gaumen kompakt aber gut und noch längst nicht am Ende – 88/100. Und was im September 2004 im Glas wie ein perfekt gereifter Ducru aus den 70ern wirkte, war aus Canon Fronsac ein d´Aighuilhe - 90/100. Absolut nichtssagend und enttäuschend 1993 Gruaud Larose. Talbot war 2008 eine absolut fruchtfreie, säurelastige Plörre – 71/100
Cantemerle war 1994 auf einer Probe sehr gefällig mit kräftiger Säure, wirkte noch sehr jung und etwas eckig – 87/100. Ein perfekt gereifter, wunderschöner Wein mit viel Rückhalt war 1999 Dauzac in der Jeroboam, in diesem Format sicher noch etliche Jahre haltbar – 93/100. Süßlich, elegant, sehr schön mit heller Farbe 1994 ein Kirwan aus der Imperiale – 92/100. Margaux war 2007 selbst aus der Marie-Jeanne ein Wein aus der Abteilung Pfui Teufel. Jod ohne Ende, als Medizin noch so gerade schluckbar, als Wein mit dieser Säure völlig daneben.
Lange ein guter Kauf war Haut Brion. Gerne erinnere ich mich auch noch an eine exzellente Doppelmagnum diesen Weines 1996 auf einer Krähling-Probe. Gut ein Dutzend mal verkostet, zuletzt 2000. Perfekt gereifter, wunderbarer Haut Brion mit schöner Cigarbox Nase – 91/100. Doch inzwischen nagt auch an diesem Wein der Zahn der Zeit. Aus der Doppelmagnum 2006 immer noch eine dichte Farbe, wirkte weich, gefällig und war recht schön zu trinken, die klassische Cigarbox-Nase wurde aber zunehmend von medizinalen, jodigen Tönen verdrängt – 89/100. Noch eine ganze Klasse besser La Mission Haut Brion. Häufig getrunken und gerade erst wieder auf einer Koppe-Auktion für kleines Geld nachgekauft. 2004 auf einer Best Bottle, dichte, kräftige Farbe mit wenig Alter, tolle Nase mit Tabak, Cigarbox und Maulbeeren, baut am Gaumen sehr gut aus, tolle Länge am Gaumen, perfekter Essensbegleiter - 95/100, bestätigt mehrfach im Dezember 2004. Zuletzt 2007, die rauchige Nase mit viel Tabak und etwas Teer zeigte auch einen Hauch frische Meeeresbrise mit Austern, Algen und hoher Mineralität. Am Gaumen viel stützende Säure, wieder massig Tabak, komplex und lang. Wird sich sicher in der 1tel noch lange Jahre halten, aber sicher langsam abbauen, also bald trinken – 94/100.
L´Evangile hatte 1997 einen leichten Stinker in der Nase, wirkte erst kurz, ungenerös, wurde mit der Zeit gefälliger, aber nicht groß - 87/100. Lafleur kam 2007 sehr schlank, kompakt und jung wirkend ins Glas. Ein sehr eleganter Wein mit der typischen, kräuterigen Aromatik und mit hoher Säure, öffnete sich zunehmend, wurde fülliger und süßer, ein großer Wein mit immensem Potential, der seine Zukunft noch vor sich hat. Heute 94+/100, in etlichen Jahren, vielleicht auch Jahrzehnten, deutlich mehr. Mehrere schöne Trinkerlebnisse mit Latour-à-Pomerol, 2000 eine hedonistische Superflasche, dichter, großer, weicher Stoff, schlägt heute den 70er in die Büsche, toller Abgang, opulente, hedonistische Offenbarung, sicher noch 10 Jahre, suchen - 97/100. Und dann ein paar Monate später ein nicht so überzeugendes, exotisch wirkendes Gegenstück, dem ich in einer Krähling-Probe nur 88/100 geben konnte. Zuletzt 2004 Bonbonhaft-kräuterig, „Ricola“, Schwarztee, gute Süße, baut wunderschön im Glas aus, immer noch mit Zukunft – 93/100. Der (Rot)wein des Jahrgangs dürfte wohl Petrus sein. Leider habe ich den bisher nur 3mal trinken dürfen. 1996 eine süchtig machende Magnum bei Willi Krähling und 2000 eine perfekte 1tel. So lang, so seidig, so delikat und aromatisch, Riesenstoff mit feiner Süße, ohne jedes Alter mit immer noch gutem Tanningerüst. Petrus mag ja hoffnungslos überteuert und in vielen Jahren sein Geld nicht wert sein. Für diesen hier lohnt es aber, ein Sparbuch zu plündern – 98/100. Auf René Gabriels großer Petrus Probe 2005 dichte Farbe, reifer als 1970, aber sensationelle Aromatik, irre am Gaumen und unendlich lang, dabei seidig elegant mit feiner Süße – 100/100. Zuletzt 2007 im Braui wieder der Inbegriff von Eleganz, Pomerol wie es nicht besser geht, voll trinkbar, aber noch lange nicht am Ende, ein Wein, bei dem von der Nase über den Gaumen bis zum Abgang einfach alles stimmte -100/100. Ein großer Erfolg in 71 auch Trotanoy. 2002 druckvoller, reifer Merlot vom Allerfeinsten – 94/100. Ein echter Geheimtip Vieux Chateau Certan, mehrfach verkostet. 1996 sehr dichte Farbe, intensive Kaffee- und Mokkatöne, würzig, malzig – 95/100. 2001 inzwischen voll auf dem Punkt, aber noch nicht alt, weich, reif - 91/100. Der dürfte nicht viel kosten, denn Parker, der ihn zuletzt 1979 verkostet hat, führt ihn in seinem Buch und auf der Website mit lausigen 74 Punkten. Wurde auch 2005 auf der Vieux-Probe seiner Rolle als Geheimtip gerecht, voll auf dem Punkt, reif und dabei so schmelzig und würzig mit feiner, malziger Süße. Der Cabernet Franc gibt ihm wieder eine starke Lakritznote, dazu kommen Kaffee- und Mokkatöne – 95/100.
Sehr elegant und feinduftig war 1994 und 97 l´Arrosée, sicher auf 90/100 Niveau und zumindest in Großflaschen immer noch eine Suche wert. Zuletzt im November 2004 eine perfekt gelagerte 1tel, die noch keinerlei Alter zeigte, kräuterig mit feiner Süße und guter Länge am Gaumen. In 71 sicher besser als Cheval Blanc zu einem Bruchteil des Preises – 92/100. Selbst der mit 50 Punkten schlechteste Wein in Parkers Bordeaux-Bibel, Canon-la-Gaffelière, war 1992 zu Anfang etwas muffig, helle Farbe, entwickelte sich im Glas, fruchtig, leicht, sehr burgunderhaft und mit Genuss zu trinken – 85/100. Könnte ebenfalls in gut gelagerten Großflaschen noch interessant sein. Bei Cheval Blanc muss man Glück haben. Ich habe in den letzten 15 Jahren mehrere grauenhafte Flaschen getrunken, aber auch ein paar sehr schöne, 2001 auf einer Krähling-Probe: reif, kräuterig, schmeichlerisch - 91/100. Wirkte 2006 auf der großen Cheval Blanc Probe aus der Magnum noch sehr frisch mit einer kräuterigen Nase, die an Lafleur erinnerte. Baute sehr gut im Glas aus und entwickelte schöne Schokoladennoten - 92/100
Sehr gutes Sauternes-Jahr. Begeistert war ich 1988 von einem de Fargues, weil er eine oft Sauternes-untypische, schöne Säure besaß. De Malle aus der Magnum war 2006 ein frischer, kleiner, aromatischer Sauternes, reife gelbe Früchte, aber auch etwas Möbelpolitur, wenig Süße, schon fast halbtrocken, insgesamt etwas eindimensional und hohl – 85/100. Perfekt balanciert durch schöne Säure 1998 ein d´Yquem, kräftige Farbe, feine, schöne, malzige Süße – 93/100. Zuletzt 2006 relativ helle, altgoldene Farbe, wirkte in dieser Flasche immer noch verdammt jung. Feine Honigtöne, cremige, exotische Frucht, wenig Säure, gute Länge am Gaumen - 93/100.
1971 gehört zu den ganz großen Burgunderjahren. Hier wurden kräftige, aromatische Weine mit gutem Alterungspotential erzeugt. Einer meiner ersten großen Burgunder überhaupt war 1987 ein Corton Cuvée Docteur Peste vom Hospice de Beaune. Der ist sicher auch jetzt noch groß. Wenig konnte ich 1994 mit einem La Tâche von DRC anfangen. Der wirkte sowohl recht leicht, als auch zugeknöpft. Den muss ich sicher noch mal trinken, denn aus dem gleichen Stall war 2002 Richebourg ein ganz anderes Kaliber, klares, schönes Rot mit nur dezentem Braunton, wunderbare Süße und Finesse, ganz großer Wein - 97/100. Solche Weine muss man eben auf ihrem Höhepunkt erwischen. So notierte ich 1997, als mich ein generöser Weinfreund bei Jörg Müller zu Romanée Conti einlud: sehr druckvoller, kräftiger und enorm langer Burgunder, sicher noch nicht auf dem Höhepunkt, aber die "geschenkten" 2800 Müller Mark nicht wert – 95/100. Das sah dann 5 Jahre später auf einer großen Romanée Conti Probe schon ganz anders aus: finessig, lang, schöne Fruchtsüße, ein am Gaumen kaum endender Traum, Perfektion - 100/100. Füllig, samtig, kräftig 1994 ein Corton Clos des Cortons von Faiveley – 95/100. Süß, kräftig, lang, eine Art von Bordeaux unter den Burgundern 1995 ein Chambertin von Camille Giroud - 95/100. Noch viel zu jung mit kräftiger Säure 1992 ein Clos de la Roche von Leroy. Auf einer Drawert-Probe 1998 ein Chambertin Cuvée Heritiers Latour von Louis Latour mit feiner Süße, der beste des 71er Louis Latour Flights und der einzige, der mir einigermaßen gefiel – 88/100. Der vorher schon dreimal deutlich besser verkostete Corton Grancey wirkte im Vergleich einfach, gefällig, mager, nicht mein Ding, für den großen Namen und das Jahr enttäuschend – 84/100. Etwas schöner auf derselben Probe der Romanée St. Vivant Les Quattres Journaux mit viel Kraft am Gaumen und langem Abgang – 87/100. Große Klasse 2002 eine perfekte Magnum Richebourg von Noellat bei Jörg Müller. Ein Romanée St. Vivant von Noellat hatte 1997 eine sehr alte Farbe, war seidig, elegant, sehr lecker - 88/100. Großer Stoff 1971 ein Clos de la Roche von Jacques Selot, herrliche Süße, Länge und Komplexität -95/100
Bei weißen Burgundern kann man, was die Fähigkeit zu altern angeht, immer wieder Überraschungen erleben. 1971 hat insgesamt sehr gute Weißweine hervorgebracht, von denen einige ziemlich langlebig sind. 1989 hatte ich eine größere Menge Meursault Cuvée Philippe Le Bon vom Hospice de Beaune gekauft. Der machte für relativ wenig Geld erstaunlich viel Spaß. Yquem-ähnliche, tiefe Farbe. Leichte, aber durchaus angenehme Edelfirne. Entwickelte sich zusehens besser. War voll und reich am Gaumen und bot einen sehr langen Abgang – 91/100. Nur war es nach 2 Jahren mit dem Spass vorbei, der Wein wirkte deutlich überaltert. 1997 dann eine vergessene Flasche: und es gibt ein Leben nach dem Tod! Cognacfarben mit schönem Karamell und Crème Brulée Ton, schöne Länge, anfänglicher Alterston verschwand schnell – 90/100. Ähnlich erging es mir mit einem Corton Charlemagne der Domaine de la Juviniere, 1989 beim selben Händler erworben. Ein Wein mit enormer Kraft und Länge, konstant mit 91-93/100 bewertet. Lediglich die letzte Flasche des Dutzend schwächelte 2001 leicht. Überragend 2005 bei Jörg Müller auf Sylt ein Le Montrachet von DRC. Kräftige Farbe, in der Nase erst große Meeresfrüchteplatte, dann intensiv frische Kräuter, wird mit der Zeit leicht minzig, am Gaumen immer noch Kraft und schöne Länge, eine Art weißer Lafleur – 97/100.
Ein gutes Rhone-Jahr. Ein ganz großes Weinerlebnis 2002 im Bostoner Troquette ein La Mouline von Guigal, ein perfekt gereifter, würzig-seidiger Traum-La-Mouline, der am Gaumen gar nicht mehr aufhörte - 100/100. Suchenswert ist auch Hermitage La Chapelle. Mehrfach getrunken, zuletzt 1996 auf einer Drawert-Probe: kräftige, junge Farbe, am Gaumen Süße, Lakritze, zeitlos schön – 95/100. Auch an der südlichen Rhone entstanden interessante Weine, von denen die besten noch viel Spaß machen können. 2004 habe ich einen Chateau de la Nerthe Cuvée les Cadettes getrunken. Die sehr helle, reife Farbe hatte mich erst mißtrauisch gemacht, doch der Wein entpuppte sich als groß. Ein Chateauneuf-Klassiker im alten perfekten Stil. Traubig,, tolle zimtige Süße am Gaumen mit einem Abgang, der gar nicht mehr aufhört, reife Gerbsäure, baut sehr schön im Glas aus und hat sicher noch 20+ Jahre vor sich – 95/100.
Auch im Elsaß war 1971 durch die Bank ein herausragendes Jahr. Das gilt für das gesamte Gebiet und alle Rebsorten. Da müsste es noch reichlich Entdeckungen geben. Aus 2 perfekten halben Flaschen konnte der Clos St. Hune von Trimbach überzeugen. 1994 kräftiges Gelbgold, brauchte Zeit im Glas, kräftig, lang, ohne Alter und in der halben sensationell – 93/100. 1996 mit eigenwilliger Nase von süßen Früchten und Mineralien, ein Riesenwein – 94/100. Schon etwas auf dem Abstieg schien er dann 2001 in einer 1tel zu sein. sein, intensiver Petrolton, kenne ich größer – 88/100. Eine Schlumberger Gewürztraminer Cuvée Christine erwies sich 2005 als perfekter Aperitif, der Lust auf mehr macht. Reife, güldene Farbe, in der Nase feine Würze, am Gaumen dezente Süße, feiner, würziger Bitterton, langer Abgang, sicher in der Liga einer hochwertigen BA und in dieser Form noch gut 10+15 Jahre haltbar - 94/100.
Gilt als hervorragender Jahrgang in Italien. Aus Italien habe ich in 1971 bisher nur 2 Weine getrunken. Ein Barolo Monfortino von Giacomo Conterno hatte 1992 eine derartige Stinkernase, dass er nur mit Überwindung zu trinken war. Gemischt meine Erfahrungen mit Sassicaia. 1993 auf Willi Krählings Sassicaia-Probe kräftiger, dunkler Wein, der allerdings eine zu sehr animalische Nase hatte – 90/100. 1996 auf der Sassicaia-Probe der Ungers erstaunlich dichte, junge Farbe, entwickelt am Gaumen eine wunderschöne Süße, toller Stoff (Zwillingsflasche deutlich schlechter) - 92/100.
Ein ganz großes, herausragendes Jahr für deutsche Weine. Gut gelagert machen eigentlich fast alle Weine ab Auslese-Qualität noch Spaß. Und das Schönste: sie sind oft noch für kleines Geld zu haben. Das mag vor allem daran liegen, dass viele von uns in den ersten Weintrinkerjahren von Eltern und Großeltern mit dem gequält wurden, was wir als süße Pampe empfunden. Daraus hat sich bei vielen Weintrinkern eine Aversion gegen alle nicht komplett trockenen Weine entwickelt. Viele Weintrinker ziehen immer noch den übelsten Pinot Grigio einer schönen Auslese vor. Sollen Sie doch. Nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage gibt es hier so ein weites Feld voller Schnäppchen. Ich habe vor langen Jahren den Keller eines solchen, von den Eltern vermeintlich gequälten Süßweinhassers aufkaufen können. Von den vielen Notizen hier nur ein paar wenige. TBA par Excellence und ein fantastischer Rosinen-Turbo 1993 eine Forster Ungeheuer TBA von Bürklin Wolf – 96/100. Auch eine Ürziger Würzgarten Auslese*** von Joh.Jos Christoffel war 1999 ein Riesenteil, kräftiges Goldgelb, reife, Boytritis-geprägte Nase, am Gaumen Fülle, schöne Süße, fast Opulenz mit immer noch guter Säure – 96/100. Probleme hatte ich 1988 mit einer Scharzhofberger TBA von Egon Müller. Farbe wie ein alter Yquem. Leider war dieser Superwein für mich zu voll, fett und pappig süß. Floß ins Glas wie Öl. Damals nicht mein Ding. Perfekt gereift ohne Firne 1998 eine Eitelsbacher Kronenberg Auslese von Rautenstrauch – 87/100. Gülden, über Höhepunkt schon länger weg, Alterstöne, aber immer noch gut trinkbar mit etwas Restsüße 1997 eine Dhronhofberger Auslese des Friedrich Wilhem Gymnasiums. Begeistert war ich 1996 in der Traube Grevenbroich von einer Brauneberger Juffer Sonnenuhr Auslese Goldkapsel von Fritz Haag. Unglaublich, mit welcher Leichtigkeit und Jugend dieser nachhaltige Wein daherkam - 95/100. Gefiel mir persönlich besser als 2 Jahre vorher aus gleichem Hause die TBA, die mir zuwenig Gewicht und Struktur und auch nicht das intensive Süße- Säurespiel jüngerer Haag-Weine zeigte -93/100. Einfach zeitlos schön 2007 eine Brauneberger Juffer Sonnenuhr Auslese von Willi Haag. Kräftiges Goldgelb, nur ganz dezenter Petrolton, traubig, viel Honig, füllig, rund und einfach lecker. An diesem Wein stimmte einfach alles, auch die reife Säure, die die Süße gut abpufferte – 93/100. Von der Farbe her 1000 Jahre älter 2007 eine Brauneberger Juffer Beerenauslese von Licht-Bergweiler. Tiefgülden mit malzig-rosiniger Süße. Wirkte im Vergleich zum Haag erst etwas müde. Das legte sich, als Franz Josef Schorn ein würziges Käsegericht auftischte. Der Wein schien das förmlich als Herausforderung zu begreifen und legte massiv zu, wirkte plötzlich erstaunlich frisch, karamellig und schien nach einigem Luftkontakt auch noch Alterungspotential zu haben – 91/100. Auf dem Punkt 1995 eine Graacher Himmelreich Auslese Goldkapsel von Paul Gomboli Erben – 89/100. Wirkte die Wehlener Sonnenuhr Auslese von JJ Prüm Anfang der Neunziger noch geradezu jugendlich, so war sie 1998 deutlich gereifter: kräftiges Goldgelb und erste Firne, immer noch gute Säure, gelbe Früchte und dezente Honigtöne – 90/100. 1999 konnte ich dann davon die Goldkapsel trinken, ein Riesenteil mit toller Frische und schönem Schmelz, das auf die paralell getrunkene 59er Feinste Auslese noch mal einen draufsetzte – 95/100. 2006 auf der Prüm-Probe kräftiges Goldgelb, erstaunliche Kaffee- und Mokkatöne in der Nase, Crême Brulée, dabei so jung, so frisch und eine derartige, finessige Leichtigkeit, perfekte, aber nicht aufdringliche Säure, druckvoll am Gaumen - 97/100. Die BA war 2002 erstaunlich weit und reif, güldene Farbe – 94/100. Purer Nektar 1997 die TBA mit unglaublicher Finesse und Eleganz – 100/100. Auch auf der Prüm-Probe 2006 Trotz einer merkwürdigen Cognac-Farbe(ich kenne diesen Wein aus früheren Begegnungen deutlich heller) wirkte diese TBA immer noch sehr frisch und jung, tapezierte den Gaumen mit einem Pfauenrad an Aromen, purer Nektar, in positivem Sinne bissig, Aprikosenkonzentrat, Crême Brulée, wo man bei anderen Weinen ein Maul voll braucht, reicht hier schon ein Tropfen – 99/100. Von der Prüm´schen Verwandschaft habe ich 1994 die Wehlener Sonnenuhr von Peter Prüm getrunken, deutlich weiter und reifer als JoJo´s mit weniger Kraft – 87/100. Erstaunlich frisch und füllig 1999 die damals mit 110° geerntete Wehlener Sonnenuhr Auslese Goldkapsel von S.A. Prüm, eher auf BA-Niveau, sehr schöne Frucht und Länge, keinerlei Eile – 93/100. Von der Art her eher eine reife, bessere Auslese 1996 eine Scharzhofberger BA von Kesselstatt, da hatte ich mehr erwartet – 88/100. Sehr schön 2007 eine Wiltinger Braune Kupp Auslese Goldkapsel von Egon Müllers Zweitgut Le Gallais. Traumhaft balanciert und immer noch erstaunlich frisch mit sehr viel Spiel, eine zeitlose, große Auslese – 95/100. Eine Spitzen BA war mit schöner, harmonischer Säure und großer Fülle 1993 ein Hattenheimer Mannberg BA von Langwerth Simmern.. Ähnlich schön vom gleichen Erzeuger ein Jahr vorher die Nussbrunnen BA.. Reife, güldene Farbe, am Gaumen reich aber etwas gezehrt, noch gute Säure 1995 eine Rauenthaler Gehrn Auslese von Schloß Eltz- 92/100. Eine Rauenthaler Gehrn BA der Staatsweingüter Eltville hatte 2001 eine sehr schöne, güldene Farbe, erstaunlich kräftige Säure, damals wunderbar, schien aber anzufangen Süße abzubauen und dürfte nicht mehr sehr alt werden – 93/100. Für Jahrgang und Erzeuger sehr enttäuschend 1998 eine Hattenheimer Wisselbrunn Auslese von Schloß Reinhartshausen. Reif, aber immer noch mit bezaubernder Frische 2001 eine hellgüldene Bernkasteler Doctor Auslese von Freiherr von Schorlemer, noch viel Potential – 93/100. Wunderschön ausgewogen und ohne Alter 1996 eine Serriger Schloß Saarfeilser Auslese von den Vereinigten Hospitien – 90/100. War das, was da mit sehr dunkler Farbe ins Glas kam, ein Rot- oder ein Weißwein? Massig Kaffee, Oregano, die volle Apotheken-Kräutermischung, dezente Süße. Letztlich verriet die klassische Burgundernase den Rotwein. Am Gaumen zeigte die Marienthaler Klostergarten Spätburgunder Beerenauslese vom Staatsweingut Kloster Marienthal von der Ahr noch ein erstaunliches Tanningerüst und bewies Zukunftspotential. Ein zwar fülliger, aber gut strukturierter, nur dezent süßer, großer Wein, der in seiner Jugend sicher pappig süß und untrinkbar war. Ein großes Weinerlebnis – 94/100.
Portugal? Portugal! Ein echter Probenkiller mit kräftiger Farbe ohne Alter war 1996 auf einer Best Bottle ein Perequita von Fonseca. Nase, Gaumen und Abgang ließen eher auf großen Bordeaux schließen, noch gut 10-20 Jahre Zukunft 95/100!
Aus Spanien habe ich bisher nur, 2007 einen Wein getrunken, den Gran Coronas Black Label von Torres. Der hätte perfekt in einen großen 71er Bordeaux-Flight gepasst, und wäre dort blind wohl als sehr guter St. Emilion durchgegangen, weich lecker, gefällig mit feiner Süße und gutem Abgang – 93/100
Ein gutes Jahr auch in Kalifornien mit einer Reihe von interessanten Überlebenden. Mayacamas Cabernet Sauvignon war 2002 und 2003 in Boston ein überzeugender, reifer Cabernet mit gesunder Farbe und schöner Frucht, feinem Eukalyptus-Duft, Waldboden und Trüffeln - 92/100. Sehr fein auch Ridge Monte Bello. 1998 auf einer Gabriel-Probe in Zürich kräftiges dunkelrotbraun, am Gaumen Pflaume und Minze, immer noch sehr schön, ging als gut gereifter Bordeaux durch – 92/100. 2001 in Boston eine perfekt gelagerte Flasche, da waren sowohl Farbe als auch Gaumen jünger, wieder mit wunderbarem Minzton, wie die besten Flaschen des 66 Lynch Bages – 94/100.
Portig, reif, weit, aber wunderschön und noch lange nicht am Ende 2001 ein Bin 389 von Penfolds – 91/100. Als legendär gilt der Penfolds Grange. Auf der Grange-Probe 1999 war er ein Riesenstoff mit irrer Dichte und Länge, gleichzeitig aber auch ein gewaltiges Tanninmonster. Da ahnt man mehr als man verkostet. Andere Flaschen sollen deutlich weiter und offener sein. Die können dann auch deutlich höher liegen als die 96/100, die ich auf der Grange-Probe im Glas hatte.
Ein fantastisches Champagnerjahr, kleine Ernte mit hervorragenden Weinen. Krug war 2001 aus der 1tel ein traumhaft reifer Top-Champagner mit angenehmen Reifetönen und schönem Mousseux, da werde auch ich wieder zum Champagner-Fan – 97/100. Ein im direkten Vergleich dazu getrunkener Krug Collection war dem 71er Vintage unterlegen, da noch viel zu jung, 10 Jahre warten! 2007 aus der Magnum war das ein unglaublich faszinierendes Elixier, immer noch mit fantastischem Mousseux, goldgelbe Farbe, reif und frisch zugleich, Frucht, frischer Toast, nussige Töne, so irre lang und komplex, so druckvoll, Champagner geht anders, aber nicht besser. Da konnte man bei jedem Schluck nur vor Freude glucksen – 98+/100. Hat noch Potential für Jahrzehnte. Sehr reif war 1996 ein Salon le Mesnil, nicht mehr viel Mousseux, schon mehr Wein als Champagner, etwas Firne, aber immer noch gut zu trinken – 87/100.
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