Juli 2012

Im Doctorhaus

Muss ein Schweizer regelmäßig zum Arzt? Nicht unbedingt, aber regelmäßig ins Doctorhaus bei Zürich, das wäre schon eine gesundheitsfördernde Maßnahme. Reichlich reife, sehr bekömmliche Bordeaux zu Preisen für Kassenpatienten gibt es noch auf der Karte. Da mussten wir unbedingt eine schnelle Kurzbehandlung machen. Deutlich reifer inzwischen der immer noch rustikale, kräftige 1988 Cos d' Estournel mit leicht animalischer Note, trüffelig, Waldboden und reichlich Zedernholz - 92/100. Grosses Kino die letzte Flasche 1990 Mouton Rothschild des Hauses mit der klassischen Mouton Nase, Bleistift, Leder, Minze. Am Gaumen leicht exotisch, süß, dekadent lecker, aber auch elegant, einfach reifer Mouton pur - 95/100. Gut ist uns diese Kur bekommen. Eine regelmäßige Kur im Doctorhaus ist sicher eine gute Idee. Werde meine Kasse mal fragen, ob sie auch die Anreise aus Deutschland übernimmt.

Frühstück à la Innerschweiz

Und wie sieht so ein klassisches Innerschweizer Z'Morge aus? Nix Espresso oder Café Creme mit Gipfeli. Samstags gibts da Spiegeleier und einen prächtigen 1980 Heitz Bella Oaks. Einfach traumhaft gereift, leicht animalisch, alter Ledersattel, Minze, wunderbar warm-würzig am langen Gaumen - 94/100. Noch nie schmeckten die Spiegeleier so gut wie hier im Rössli in Stanstad. Die wissen schon zu leben, die Innerschweizer. Und Heitz Bella Oaks ist ein Martha´s Vineyard für Schlaue, kaum schlechter, aber drastisch günstiger.

Älplermagronen

Natürlich hat so ein Innerschweizer auch mittags Hunger. Da fährt er dann mit dem Boot nach Obermart und gönnt sich die Weltklasse-Älplermagronen, zu denen der prächtige 2008 St. Pierre aus St. Julien wie Pott auf Deckel passt. Tiefdunkle Farbe, animierende, jugendliche Röstaromatik, reife, schwarzbeerige Frucht, rauchig, mineralisch, voll und lang am Gaumen – 94/100. Angeblich lebt ja der liebe Gott in Frankreich. Das ist nur ein Gerücht, der lebt hier.

So könnte es bleiben

Gibt es etwas Schöneres, als mit dem Boot bei wolkenlosem Himmel über den Vierwaldstättersee zu gleiten, immer mal wieder ins Wasser zu springen und sich zwischendurch von Gregor mit einer Trouvaille aus seinem unerschöpflichen Bootskeller verwöhnen zu lassen? Nichts für kleine Mädchen war dieser großartige 2011 Birmensdorfer Pinot Noir, mit 106 Öchsle am Ende eines perfekten Jahrgangs geerntet. Süße, vollreife, dekadent leckere Himbeere in der Nase und am Gaumen, Kraft ohne Ende und bei aller Fülle eine tolle Struktur. Nur das feine, filigrane eines großen Burgunders geht diesem Hammerteil ab. Aber er hat einfach etwas, dieser spannende Wein, und davon eine ganze Menge - 92/100.

Das Rosenfest

Tradition hat es inzwischen bei uns, dieses Rosenfest in Weggis. 2005 haben wir zum ersten Mal auf der Terrasse des Parkhotels in Weggis gesessen und begleitet von großartiger Küche in fantastischen Weinen gebadet. Pünktlich zum großen Feuerwerk hatten wir damals einen Harlan im Glas, doppeltes Feuerwerk also. Seitdem sind wir in jedem Jahr dort, und natürlich funkelt immer pünktlich zum Feuerwerk ein Harlan im Glas.

Den Auftakt unserer diesjährigen Sause machten zwei Rieslinge aus der schier unerschöpflichen Karte des Parkhotels. Traumhaft balanciert Riesling das 2009 Dellchen GG von Dönnhoff, sehr mineralisch, nachhaltig, aber auch elegant, nur ist das in 2009 kein filigranes Dellchen mehr, wie in früheren Jahren, das ist ein ausgewachsener Dell! Bleibt ewig am Gaumen und kann noch zulegen – 94+/100. Die 2004 Kallstädter Saumagen Auslese trocken „R“ von Koehler-Rupprecht startete verhalten mit dezenter Petrolnase, explodierte dann aber förmlich. Ein blutjunger Gigant mit Zukunft ohne Ende, burgundisch im besten Sinne, extrem präzise Frucht, weißer Weinbergpfirsich, sehr mineralisch, Muschelkalk, enorm tiefgründig und lang – 95+/100.

Im nächsten Flight ein transatlantisches Chardonnay-Duell. Der 2004 Corton Charlemagne von Tollot-Beaut war ebenfalls noch sehr jung und sehr mineralisch mit lakritziger Kräuternote in der Nase, messerscharfe Konturen am Gaumen, könnte ebenfalls noch zulegen – 94/100. Und beim im Vergleich sehr opulenten 2004 Chardonnay The Quarrey von Aubert schieden sich dann die Geister. Üppige, ausladende Nase, reichlich Schmelz, der sich am Gaumen fortsetzt, heftig, kräftig, aber nicht ohne Charme. Nur wirkte er im direkten Vergleich geradezu korpulent – 93/100.

Umgekehrte Vorzeichen im nächsten Flight mit Pinots. Der 2007 Clos des Lambrays aus Burgund hatte eine helle Farbe, war filigran mit pikanter Erdbeer- und Himbeerfrucht, fein, auch am Gaumen elegant, aber Komplexität und Tiefgang fehlten – 89/100. Blind hatte ich beim kalifornischen 2007 Mount Eden Vineyards Pinot Noir eher auf einen Schweizer Blauburgundergetippt. Ruppig, rustikal, sehr kräftig, alkoholreich wirkend, aber nicht ohne Charme – 90/100. Aber ein guter Birmenstorfer hätte die beide lang gemacht.

Deutlich jünger als die im letzten Jahr an gleicher Stelle getrunkene Doppelmagnum wirkte der 1982 Gruaud Larose aus einer perfekt gelagerten 1tel. Dicht, kräftig, ledrig, zupackend, eigentlich noch viel zu jung – 95+/100. Letzteres galt um so mehr für den 2000 Margaux, der mich an den 1982 Margaux im gleichen Alter erinnerte, ein dichter, konzentrierter Brocken mit Legendenpotential, der sich aber jetzt förmlich gegen das Trinken wehrte – 93+/100. Vier Stunden vorher hatte ihn der sonst so kenntnisreiche, talentierte neue Chefsommelier des Weggis aufgemacht. Das hätte er auch lassen können, denn das brachte überhaupt nichts. In eine große Badewanne hätte dieser Wein vier Stunden vorher dekantiert gehört, so wie wir es ein paar Tage später in Düsseldorf mit dem 2000 Latour machten. Schade, eine verpasste Chance.

Hohes Suchtpotential hatte danach 2001 Lafite Rothschild aus der Magum. Danke lieber Gregor, dass Du die nicht China verkauft, sondern uns gegönnt hast. So jung, so fein, so elegant und fast spielerisch, keiner dieser Hammer-Lafites aus den Jahreen, in denen Lafite versuchte, der bessere Latour zu sein. Nein, dass war Lafite pur, ein Wein zum Niederknien – 95+/100.

Pünktlich zum großen Feuerwerk des Rosenfestes kam dann der 2004 Harlan ins Glas. Ein weiteres Meisterwerk aus der Harlan-Schmiede, erstaunlich schlank und sehr elegant im Vergleich zu den anderen Boliden aus diesem heißen Kalifornien-Jahrgang. Tiefe, undurchdringliche Farbe. Reife Brombeeren, Schwarze Johannisbeeren, Veilchen, Lakritz, Schwarze Trüffel und frisch augebrühter Kaffee in der spannden Nase, am Gaumen ein großer Wein aus einem Guss mit mächtigen, aber weich wirkenden Tanninen. Zeigt deutlich mehr als vor drei Jahren an gleicher Stelle, aber da kommt noch mehr – 96+/100. Wenn das der Latour aus Kalifornien ist, dann hatten wir im anderen Glas die kalifornische Pichon Comtesse. Unglaublich, wie sich dieser 1997 Araujo Cabernet Sauvignon Eisele Vineyard entwickelt hat. Ein betörender, faszinierender Wein mit feiner Fruchtsüße und dem unendlichen Schmelz und der Eleganz einer großen Comtesse, einfach dekadent lecker ohne irgendwie überladen zu wirken – 97/100.

Das Gegenstück zu den so unendlich feinen Kaliforniern kam dann mit dem 2009 Rivers-Marie Corona Vineyard ins Glas. Kräftig, fruchtig, opulent, süß, dicht, reichlich viel Holz, eigentlich von allem genau das Quäntchen zuviel, das einen guten Wein von einem großen unterscheidet – 93/100. Aber er hatte es nicht nur durch die beiden Vorgänger schwer. Im Nachbarglas war der WOTN, der Wine of the Night, 1988 Mouton in absoluter Bestform, einer der besten, trinkbaren Moutons überhaupt – 98/100.

Traumhaft die laue Sommernacht. Pünktlich holten uns unsere beiden Edel-Chauffeure, Andy & Andy, mit ihrem schneeweißen Boot am Steg des Parkhotels ab und brachten uns quer über den See zu unseren Nachtquartieren. Da mochte ich gar nicht an den Abschied am nächsten Morgen denken. Aber auch der wurde mir leicht gemacht. Als ich am nächsten Tag aufwachte, goss es in Strömen. Die Innerschweizer haben wirklich für alles eine Lösung.

Die doppelte Überraschung

Damit hatte ich nicht gerechnet. Gute Freunde hatten uns ins Landhaus Mönchenwerth eingeladen. Und da sie uns eine besondere Freude machen wollten, hatten sie 1993 Chambertin von Armand Rousseau mitgebracht. What a Treat! Nur die Farbe mit leichten Brauntönen zeigte erste Reife an. Ein großer, nobler, aristokratischer Wein, sehr komplex die Nase mit feinem Spiel roter und dunkler Früchte, mit einem Hauch von Kräutern und Lakritz und einem großen Strauch getrockneter Rosen, am Gaumen die leicht barocke Fülle eines großen Chambertin, aber mit unglaublicher Finesse und Eleganz, und natürlich mit begeisternder Länge. Da machte jeder Schluck Lust auf mehr. Auf dem Weg zum Höhepunkt dürfte dieser Wein sein, wo er aber sicher noch 10+ Jahre bleibt. Und da es ja ein ausgiebiger, längerer Lunch sein sollte, hatten unsere Freunde gleich noch eine zweite Flasche mitgebracht. Auch diese grossartig, vielleicht noch einen Tick frischer und ebenfalls auf mindestens 95/100 Niveau. Und wie konservativ diese 95 waren, zeigte zum Schluss noch ein beeindruckender, wilder, kräftiger 1988 La Mission, der aber nach diesem doppelten Burgundertraum keine Chance hatte. Wieviel an dem Spruch "Die besten Bordeaux kommen aus Burgund" dran ist, haben wir wieder sehr eindrucksvoll erlebt.

2000 Chateau Latour

Eigentlich war es viel zu früh, diesen Giganten zu öffnen. Aber einer von Franz Josef Schorns Hunden, geboren 2000, hieß Latour. Der ist leider gestorben. Franz Josef fragte mich nach einer leeren Flasche, die er als Urne verwenden wollte. Hatte ich leider nicht, nur eine volle Flasche, die eigentlich noch 10 Jahre der Reife entgegen schlummern sollte. Aber da Franz Josef ein guter Freund ist, kam dann doch der Korkenzieher in diese Flasche. Und jetzt tranken wir also 2000 Latour, einen noch unfertigen Giganten aus dem Geburtsjahr dieses liebenswerten Hundes. Selten habe ich bei soviel Tränen bei einem großen Wein vergossen. Aber so ist das Leben. Und 2000 Latour(97+/100) ist ein Kandidat für Perfektion in 10+ Jahren. Wer warten kann, sollte das tun. Wir fanden ihn aber auch heute schon abseits aller Sentimentalitäten genial.
Und natürlich gab es auch ein kleines Rahmenprogramm zu den kulinarischen Ferkeleien, die Franz Josef vorbereitet hatte. Einfach genial der 2010 Schloss Lieser Brauneberger Juffer Sonnenuhr GG mit seiner verspielten, feinen Art, der hohen Mineralität und der animierenden Säure, und das aus diesem Jahrgang, kann und wird noch zulegen – 92+/100. Da muss ich wohl Abbitte leisten. Was Thomas Haag auch mit seinen trockenen Weinen auf die Flasche bringt, hat nichts mehr mit der armseligen, dürren Trockenplörre zu tun, mit der viele Moselwinzer in den 80ern und 90ern ihre Kundschaft ähnlich verschreckten, wie sie das in den 60ern und 70ern mit lieblicher Brühe getan hatten. Großes, Kompliment, da kommen ein paar Flaschen in meinen Keller.
Enttäuschen der 1959 Phelan Segur in einer Händlerabfüllung von Audy. Nicht etwa, dass dieser noch tiefdunkle Wein einen Fehler gehabt hätte, nein, der war schlicht und einfach in der Nase und am Gaumen langweilig und belanglos – 86/100. Untrinkbar mit deutlichen Essigtönen war leider der sonst so zuverlässige 1949 Lanessan. Der moussierte durch den Korken und machte wohl in der Flasche eine weitere Gärung durch. Um so positiver überraschte der kernige 1981 Trotanoy, der noch voll da war und mit seiner kräuterigen Art und ganz dezenter Süße überzeugte – 92/100. Sehr weit entwickelt und schon gut trinkbar der 2000 Marquis de Terme, der aber auch etwas hohl wirkte und sich mit dem Phelan Ségur um den Titel des Langweilers des Abends stritt – 86/100.

Der Mittag, der zum Abend wurde

Eigentlich war nu rein kleiner, schneller Lunch eingeplant auf der Terrasse des D´Vine. Ja, und eine Flasche Champagner wollten wir uns dazu gönnen, denn unser Auge war in der Karte auf den 2002 Bollinger Grande Année gefallen. Der entpuppte sich als sehr weiniger, fülliger, zugänglicher Champagner aus diesem frühreifen Jahrgang – 92/100. Viel zu schnell war die Flasche leer, während völlig ungeplant die Zahl der Mittrinker immer weiter anschwoll. Da musste dann noch die letzte, verbliebene 2000 Pol Roger Blanc de Blancs Magnum her. Ein großer Champagner mit gewaltiger Struktur und hoher, kalkiger Mineralität – 94/100. Der so hoch gelobte, aber danach völlig chancenlose Champagne La Closerie(kein Jahrgang) illustrierte noch mal die ganze Klasse des Pol Roger.
Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, zu gehen. Aber Toni erinnerte mich an einen 1928 Bellevue aus St. Emilion in einer deutschen Abfülling, den ich von einer früheren Probe noch hier liegen hatte. Also musste da unbedingt noch der Korken raus. Voll intakte Farbe, spannende Nase mit viel Tabak und dunklem Toffee, wird medizinal, geht weg wird lakritzig, sogar noch Fruchtreste, am Gaumen erstaunlich stabil mit guter Säure und 28er Tanninen, steht gut im Glas und baut nicht ab – 92/100. Dicht die Farbe des 2003 Pontet Canet, enorme Kraft, viel Tannin, versteckte Frucht, sollte das ein langlebigerer 2003er sein? Macht derzeit wenig Freude – 89/100. Gut gelungen der 1999 Brancaia IGT mit gutter Struktur und Säure – 90/100. Vollbusig und sexy der 1999 Péby Faugères mit pfaumiger Frucht, Fülle und Kraft – 93/100. Groß der 1999 Numanthia, würzig, mineralisch mit hoher Extraktsüße und gewaltiger Länge – 95/100. Eine wunderbare Honignase zeigte die 2004 Riesling BA von August Kesseler mit feiner, schmelziger Süße und guter Säure – 93/100. Noch taufrisch mit toller Säure und großer Zukunft die 2007 Oberhäuser Brücke AGK von Dönnhoff – 92+/100.

Kleine Beaucastel Vertikale

In Düsseldorf krachte es an diesem Abend, auf der Grossen Kirmes war Feuerwerk angesagt. Da wollten wir natürlich mithalten. Wir machten im Berens am Kai ein Beaucastel Feuerwerk. Alte Beaucastel gelten als legendär und sind verdammt schwer zu finden. Bei mir hatten sich über die Jahre ein paar Flaschen angesammelt, aus denen wir jetzt eine Mini-Vertikale bauten.

Den Anfang machte der vermeintlich schwächste Wein, 1973 Beaucastel. Der hatte zwar eine reife Farbe, war aber noch so vital und lebendig. Kräuter pur, Riccola, teerig, lakritzig, immer noch enorm kräftig und lang, aber auch mit burgundischem Charme und malziger (Guiness)Süße, hielt sich über lange Zeit im Glas und baute sogar etwas aus – konservative 93/100. Deutlich reifer, weicher und mit weniger Druck der burgundisch-elegante, sehr feine 1964 Beaucastel aus Holger Berens Geburtsjahr, der im Glas enorm ausbaute – 92/100. Sehr jung noch die Farbe des 1978 Beaucastel, traumhafte Nase mit Erdbeere und reifer Himbeere, am Gaumen so dicht, so packend, immer noch mit deutlichem Tanningerüst und langer Zukunft – 93+/100.
Und dann kamen wir zu einem Wein, auf den ich sehr gespannt war, 1986 Beaucastel aus der Halben. Gekauft hatte ich diese Flasche und eine Magnum 1990. Entsetzt war ich natürlich 1997, als Parker diesen Wein in seinem Rhone Buch mit 78/100 förmlich hinrichtete. Aber er schrieb auch, dass die Perrins völlig anderer Meinung seien als er und meinten, dass aus diesem Wein noch mal richtig was werden könnte. Was tun, verkochen oder im Keller vergessen? Ich entschied mich für Letzteres und wurde heute dafür belohnt. So jung war dieser Wein noch, so eine tolle Frucht, in der Nase eher nördliche Rhone in Vollendung als Chateauneuf, perfekte Struktur am Gaumen, Substanz ohne Ende und gewaltiges Potential – 94+/100. Und was mache ich jetzt mit der Magnum? Nochmal 10 Jahre liegen lassen. Vielleicht wird daraus dann ja einer der All Time Beaucastel Classics auf 99/100 Niveau.
Ein wilder, verrückter Wein war der 1989 Beaucastel, explosiv in der Nase und am Gaumen, so würzig, dicht und jung, reife, süße Frucht, animalische Noten, Eisen, Teer, Leder, Kraft ohne Ende und erst ganz am Anfang – 96/100. Den habe ich schon deutlich reifer und weiter getrunken, aber dann nicht aus Flaschen, die wie diese hier seit 20 Jahren unberührt in meinem Keller liegen. 1990 Beaucastel war im direkten Vergleich opulenter, süßer, fruchtiger, aber auch hier dürften die tolle Struktur und die gute Säure noch für ein längeres Leben sorgen – 95/100.
Und dann kam als letztes mit 1981 Beaucastel noch ein Wein, zu dem der gute Holger eine besondere, emotionale Beziehung hatte. Vor acht Jahren hatte ich diesen Beaucastel zuletzt im Glas. Seitdem scheint für diesen Wein die Zeit stehen geblieben zu sein. Reif zwar, aber ohne jeden Alterston mit animalisch-ledriger Nase, enorm druckvoll und dicht am Gaumen, dabei aber gleichzeit hoch elegant und seidig – 94/100.
Ja, das beeindruckende Feuerwerk der Kirmes konnten wir vom Restaurant aus sehr gut sehen. Besser hat uns aber das Feuerwerk in unseren Gläsern gefallen.