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1933

Durchschnittliches Bordeaux-Jahr mit kleiner Ernte. Charmante, fruchtige Weine, eher etwas auf der leichteren Seite. Seinerzeit recht begehrt, heute gehört viel Glück dazu. Ein Pichon Baron de Longueville in einer französischen Händlerabfüllung hatte 2007 schon eine ziemlich müde Farbe mit deutlichen Altersspuren, sehr viel flüchtige Säure am Gaumen, eigentlich nur noch mit Schmerzen zu genießen. Ähnlich 2008 ein oxidierter Cheval Blanc, Nagellack, Möbelpolitur und dazu eine spitze Todessäure.
Auch in Burgund eine sehr kleine Ernte allerdings hochklassiger Weine. Gut gelagerte Burgunder aus 1933 würde ich immer noch kaufen. Faszination pur 2008 ein Chames Chambertin in einer auch äußerlich perfekten Schweizer Baur-au-Lac Abfüllung. Erstaunlich dichte Farbe, in der generösen, weichen Nase reife Tomate, rosinig-malzige Süße, am Gaumen erst etwas kompakt mit kräftiger, tragender Säure, entfaltet sich dann aber zügig im Glas und baut unwahrscheinlich aus, wird runder, weicher, gefälliger mit malziger Süße, fast schwereloser Eleganz und traumhafter Länge am Gaumen – 97/100. Ein im Sommer 2001 auf Sylt mit André und Suzanne Speisser getrunkener einfacher Pommard von Violland aus dem Geburtsjahr von Hardy´s Weinstuben bot immer noch viel Trinkgenuss. Auch die Zwillingsflasche, 2007 an gleicher Stelle, konnte voll überzeugen. Erstaunlich intaktes Himbeerrot, feine Nase, immer noch mit Frucht, auch am Gaumen feinfruchtig und sehr aromatisch, fragil aber nicht senil und mit der unnachahmlichen Eleganz großer, alter Burgunder – 94/100.

Als gut und langlebig galt der Jahrgang auch an der Rhone. Burgundisch im besten Sinne, reif, aber keinesfalls zu alt ein faszinierender Chateauneuf-du-Pape von Brotte. Ein göttliches Elixier, das sich wie feinstes Cashmere auf den Gaumen legte, der große Finessenmeister, reif, weich und süß zwar, aber dabei so komplex mit irrer Länge – 96/100.

Nicht mehr trinkbar war 2005 ein Colares aus Portugal. Sehr helle Farbe, extreme Schärfe in der Nase und auch am Gaumen eher die Aromatik von „Rohr frei“ als von großem Wein.



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