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Juni 2009

F R O H E   P F I N G S T E N   I I I 

Auch für den Pfingstmontag war gesorgt. Hier trafen wir uns in Liedberg im Gasthaus Stappen zu einem vorzüglichen, ausgiebigen Mittagsmahl. Ich bin in diesem freundlichen Hause seit langem Stammgast. Meine Freunde, die ich an diesem Montag dabei hatte, werden es wohl auch werden. Allgemein herrschte großes Erstaunen darüber, was hier in hervorragender Qualität mit sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis auf den Teller kam. Erstaunen auch bei mir über den ersten Wein, mit dem ich die Wartezeit auf meine Gäste überbrückte. Der 2006 Riesling Kabinett Porphyr von Dönnhoff war sehr extraktreich mit deutlicher Mineralität und frischer Fruchtigkeit – 88/100. Sehr mineralisch mit guter Säure danach auch eine 2007 Bernkasteler Badstube Spätlese feinherb von JJ Prüm. Ein perfekter, schwereloser Sommerwein, der aber für feinherb erstaunlich süß war und eher als klassische Spätlese durchging – 89/100.
Wir hatten vorher nachgefragt und durften zusätzlich jeder eine Rarität aus eigenem Keller mitbringen. Drei Weine, die völlig unterschiedlich waren und doch eines gemeinsam hatten. Sie waren alle drei großartige Vertreter ihrer jeweiligen Kategorie und lagen von der Qualität her sehr dicht beisammen. Den Anfang machte ein 2001 Clos Mogador. Dieser große, immer noch sehr jugendlich wirkende Wein aus dem Ausnahmejahrgang 2001 stellte alles in den Schatten, was René Barbier vor 2 Wochen zur Präsentation seiner Weine bei Mövenpick mitgebracht hatte. Klar hatte der von allem reichlich, süße Frucht, Mineralität, unbändige Kraft, rauchige Röstaromatik, was aber an diesem Riesen so faszinierte war, wie traumhaft balanciert er wirkte, mit welcher Finesse, ja fast sogar Leichtigkeit das alles rüberkam – 97/100. Und damit hatten dann diese drei Weine noch etwas gemeinsam, die unendliche Eleganz. So auch der 1991 Mondavi Reserve, der jetzt endlich zeigt, was in ihm steckt. Eine traumhafte, sehr elegante und trotzdem nachhaltige Melange aus einem Kalifornier klassischer Machart und einem großen, reifen Bordeaux mit wunderbarer Minzfrische – 96/100. Hatte ich noch nie ansatzweise so gut im Glas. Diese Minzfrische war es auch, die die perfekte Überleitung zu 1970 Mayacamas bildete, der sehr ätherisch wirkte und ebenfalls eine sehr intensive Minzfrische zeigte, einfach puristisch schön mit totaler Harmonie und Eleganz, dabei noch so unglaublich frisch – 97/100. Eine Kalifornien-Legende, die sich wahrscheinlich immer noch schön trinkt, wenn der größte Teil der modernen, hochgezüchteten Kali-Boliden sich bereits verabschiedet hat.



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W A S   F Ü R   E I N   D U F T ! 

Er sollte eigentlich die Überraschung des Abends bilden, dieser 1947 Clos de Gamot von Jouffreau aus dem Cahors. Stattdessen wurde er die Pleite des Abends. So dämlich hatte ich die Tasche mit den Weinen unter unserem Tisch platziert, dass zwangsläufig eine meiner Damen diese mit dem Fuß touchieren musste. So geschah es dann auch. Die Tasche fiel um. Normal ist selbst das kein Problem. Eine gute Weinflasche kann das ab. Der Flasche mit dem 47er stand aber wohl so unter Spannung – Lampenfieber? – dass sie sofort in 1000 Teile zerbarst. Statt in unsere Gläser ergoss sich das rare Elixier über den Boden des Restaurant Fehrenbach. So konnten wir wenigstens die vielversprechende Nase genießen, denn zu retten gab es bei diesem Trümmerhaufen ansonsten nichts mehr.
Wir trösteten uns aus dem umfassenden Weinkarte erst mal mit einer 2007 Chardonnay Spätlese trocken von Bercher. Eigentlich kenne ich die Bercher-Weine nur ziemlich wuchtig, doch dieser 2007er war erstaunlich fein mit frischer Frucht, Melone, und gut eingebundenem, unaufdringlichem Holz – 89/100. Weiter ging es mit einem 1975 Penfolds Cabernet Shiraz Bin 389. Der war noch erstaunlich lebendig und hocharomatisch, mit sehr würziger Frucht, leicht animalisch, Tabak, Teer, Kaffee, viel Lakritz, eine gute Mischung aus reifem, älteren Bordeaux und einem Côte Rotie – 93/100. Aus der Karte, die reichlich mit älteren Jahrgängen bestückt ist, wählten wir einen 1988 Figeac. Der war kräftig, rustikal mit immer noch präsenten, etwas ruppigen Tanninen. Die große Freude war er nicht. Ich würde diesen Wein trotzdem nicht abschreiben, da kommt noch was – 87+/100. Sehr seltsam präsentierte sich danach ein mitgebrachter 1934 Domaine de Chevalier. Sehr süße, pikante Frucht, kein schlechter Wein, sogar ein sehr feiner, fruchtiger, nur mit Pessac hatte er halt gar nichts zu tun, so süß und dazu mit deutlicher Säure am Gaumen war das eher eine Art rote Mosel-Auslese. Ganz brav, aber auch etwas eindimensional und langweilig danach ein 1970 Beychevelle – 85/100. Versöhnlicher Abschluss eines Höhen und Tiefen Weinabends dann eine 1990 Scharzhofberger Auslese von Kesselstatt. Die entwickelte sich sehr gut im Glas mit immer noch frischer Frucht, dezenter Süße und guter Säure – 92/100.



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D A S   E L S A S S - Q U A R T E T T 

Ein beachtliches Standvermögen können trockene, Elsässer Weine zeigen. Wir probierten das mit einem Quartett 76er aus, geöffnet zu Ehren eines lieben Gastes, der just aus diesem Jahr stammte. Alle vier Weine dieses sonnenreichen, sehr guten Elsass-Jahrgangs stammten als Händlerabfüllungen von der Domaine Bott-Geyl. Den Anfang machte ein schon fast güldener 1976 Tokay d´Alsace. Der wirkte im ersten Moment sehr reif und ernst, bitter im Abgang – zu alt? Nein, nur zuwenig Luft. Unglaublich, wie dieser Wein im Glas Gas gab und zulegte. Ein perfekter erdig-mineralischer Essensbegleiter mit sehr guter Struktur, für uns der beste Wein dieses Quartetts – 90/100. Heller in der Farbe der 1976 Gewürztraminer Sonnenglanz, der einzige Wein mit Lagenbezeichnung in dieser Runde aus einer heutigen Grand Cru Lage. Sehr würzige Honignase, am Gaumen trocken, fein und mit dezentem Schmelz – 87/100. Sehr erstaunlich und spannend der 1976 Muscat d´Alsace. Eigentlich sollte dieser Wein aus der Muskateller-Traube jung getrunken werden und gilt z.B. als guter Begleiter von Spargelgerichten. Unser Wein war aber nun mal 33 Jahre alt, hatte eine recht helle Farbe und eine für diese Rebsorte erstaunlich prägnante Säure. Wirkte im ersten Moment etwas anstrengend, doch auch das gab sich. Mit zunehmender Luft wurde er immer fruchtiger und pikanter, keine Spur von Alter. Stattdessen reichlich delikate Frucht, mit Stachelbeere und Holunder wurde die Nase einem Sauvignon Blanc ähnlicher, am Gaumen hatte der furztrockene Wein etwas von einem guten Vinho Verde und erweckte einen erstaunlichen Eindruck von Frische – 88/100. Nur der vierte im Bunde, ein 1976 Riesling ohne Lagenbezeichnung, fiel deutlich ab. Da half auch Luftzufuhr nicht mehr. Sehr reife Farbe, reife, petrolige Nase, am Gaumen etwas gezehrt und austrocknend mit genug Petrol für eine ganze Tankfüllung – 82/100.



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U M   D I E   H Ä U S E R 

Ein lauer Sommerabend verleitete zu einem kleinen, spontanen Zug durch die Gemeinde. Erste Station war die kleine Weinhandlung La Passion du Vin in Alt-Niederkassel, gleich neben Meuser. Hier gibt es seit kurzem die Möglichkeit, im lauschigen Innenhof zu einem kleinen kulinarischen Angebot die Weine des Sortimentes zu verkosten. Das ist wahrscheinlich nur der Anfang. La Passion u Vin wäre nicht die erste Weinhandlung, die sich schrittweise in ein komplettes Restaurant verwandelt. Hier führten wir uns zwei 2001er Bordeaux zu Gemüte. Sehr positiv überrascht hat uns 2001 Rauzan-Gassies. Den erwischten wir in einer traumhaften Trinkphase, in der dieser Wein schier über sich hinauswuchs. Ein Parade-Margaux, wie man sich die Weine aus dieser Appellation vorstellt und wünscht. Sehr elegant und feinduftig die süchtig machende Nase mit zartgliedriger, rotbeeriger Frucht und Waldboden, auch am Gaumen Eleganz pur, seidenweiche, samtige Tannine und eine beachtliche Länge – 91/100. Kerniger, etwas raubeiniger und zupackender im anderen Glas 2001 Pontet Canet, der einen gut gelungenen Pauillac mit noch viel Reifepotential abgab – 90/100. Viele 2001er Bordeaux sind jetzt in einer herrlichen Trinkphase. Da lohnt es sicher, die ein oder andere Kiste mal aufzumachen.
Mit dem Jahrgang 2001 ging es dann auch im nächsten Lokal weiter, in der Osteria Saitta. 2001 Guado al Tasso orderten wir hier aus der gut bestückten Karte. Der war so reif, so weich, so dekadent lecker und schokoladig, erinnerte an ein Valrhona-Soufflé mit flüssigem Schokokern, dazu reife, süße Brombeere, easy drinking auf hohem Niveau – 93/100.
Auf dem Rückweg landeten wir dann noch – als letzte Gäste – im Saittavini. Hier führten wir uns noch eine Flasche des großartigen 2004 Ornellaia zu Gemüte. Der konnte in punkto Hedonismus mit dem Guado als Tasso voll mit, hatte aber die mit Abstand bessere Struktur und Präzision, ein großer Wein – 96/100.



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K N A L L E R   A M   H I M M E L   U N D   I M   G L A S 

Japanisches Feuerwerk war angesagt, das größte seiner Art weltweit außerhalb Japans und nicht nur für eingefleischte Feuerwerk-Freaks ein Erlebnis, das man sich einmal gönnen sollte. Völlig überfüllt allerdings alle guten Logenplätze beidseitig des Rheins. Hunderttausende schleppten schon nachmittags kistenweise Bier, Grillzeugs und was sonst noch immer mit auf die Rheinwiesen. Da suchten wir uns dann doch lieber ein etwas ruhigeres Plätzchen mit bester Sicht und allen sonstigen Zutaten für einen grandiosen Abend. Schließlich war uns ja massiv daran gelegen, dass es nicht nur am Himmel, sondern auch auf dem Teller und im Glas knallte.
Kulinarisches Feuerwerk also auch im Berens am Kai, dazu gleich der erste Kracher im Glas, ein 1996 Dom Ruinart. Eigentlich war der noch viel zu jung und hätte dringend dekantiert gehört. Ein sehr präzise strukturierter, puristischer, furztrockener Blanc de Blacs mit noch etwas stahlig wirkender, zitroniger Frucht und gewaltiger Mineralität, für Ruinart sehr kraftvoll – 91+/100. Es war die letzte Flasche des Hauses. Ich werde auf die Suche gehen, denn in 5 Jahren geht bei diesem Champagner richtig die Post ab. Und dann besuchte uns Arnold Schwarzenegger in Form eines 2006 Grüner Veltliner Ried Lamm von Bründlmayer. Das war ein echter Bodybuilder mit charmantem Lächeln, den wir da vor uns im Glas hatten. Bei aller Kraft und verdammt hohem Alkohol mit sehr würziger, pfeffriger und dabei geradezu cremiger Frucht, Tabak und sehr hoher Mineralität, dazu viel Biss und großartige Länge. Trank sich bereits verdammt gut, dürfte aber sehr gutes Entwicklungspotential haben und in ein paar Jahren noch mehr zeigen – 94+/100.
Und dann kam das erste von den dicken Dingern, 1985 Darmagi von Angelo Gaja aus der Magnum, vielleicht der beste Darmagi, den Gaja je gemacht hat. Frappierend die erste Nase, reife Himbeere aus Burgund und die Erdbeere eines Grenache aus Chateauneuf. Immer noch dicht und jung aus dieser perfekten Magnum die Farbe. Ein sehr delikater, fruchtiger, lebhafter Wein mit lebendiger Säure, ungemein vielschichtig und voll da, erinnerte an eine vor Lebensfreude berstende, italienische Piazza am frühen Abend. Das waren noch Zeiten, als die Winzer wussten, wie man solche kraftvollen, extraktreichen, langlebigen Rotweine mit nur 12,5% Alkohol hinbekommt – 95/100. Und dann kam das große Zedernholz-Feuerwerk, eine 1982 Pichon Comtesse de Lalande, ebenfalls aus der Magnum. Aus diesem einst so geilen Schmusewein ist ein erwachsener, sehr nachhaltiger, großartiger Pauillac geworden. Präsentierte sich aus der Magnum deutlich jünger und dichter als vor Tagen bei meinem Freund Bernd aus einer reiferen 1tel. Ein faszinierender Wein, der aber derzeit an die 100/100 aus besten Zeiten nicht drankommt. Aber angesichts der gewaltigen Struktur dieses Weines und der immer noch recht jungen Farbe gehe ich davon aus, dass die glorreichen Tage in der entgültigen Reife in einigen Jahren noch mal wiederkommen, deshalb 97+/100. Am Himmel knallte es inzwischen mächtig, doch auch in unseren Gläsern. Eindrucksvoll demonstrierte ein 1990 Beringer Cabernet Sauvignon Private Reserve aus der Magnum, was für sensationelle, sehr langlebige Weine auf diesem Gut bis 1992 erzeugt wurden. Eine hochelegante, sehr druckvolle und am Gaumen lange, großartige Minze/Eukalytusmischung, immer noch so jung wirkend mit Potential für noch mindestens ein Jahrzehnt – 96/100.



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W E I N B L Ü T E N F E S T 

Jedes Jahr findet am zweiten Juni-Wochenende im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth das Weinblütenfest statt. Initiiert wurde es von Jean Claude Bourgeuil, dessen Sternetempel Schiffchen in einem alten Haus am Kaiserswerther Markt liegt. 16 Köche mit insgesamt 14 Michelin-Sternen waren es diesmal, die zum Weinblütenfest ihre Zelte aufschlugen. Dieter Müller aus Lehrbach war ebenso mit dabei wie die 2-Sterne-Restaurants Schiffchen, Hummerstübchen und die Residence aus Essen. Auch Johann Lafer durfte natürlich nicht fehlen. Jeder Winzer hatte zusätzlich ein Champagnerhaus und/oder einen Winzer mit dabei. So konnte halt, wer wollte, zwischen 12 und 20 Uhr unter gut 60 verschiedenen Gerichten wählen und natürlich zwischen ein paar interessanten Tropfen. Letztere waren nie das Highlight des Weinblütenfestes, aber mit den Jahren steigert sich auch das Weinangebot. So trafen wir gleich bei unserem ersten Halt beim Stand der Residence auf das Weingut Knipser, vertreten durch den Winzer selbst und durch Alfred Voigt, den Grandseigneur der deutschen Sommeliers. Die Stärke der Knipsers sind ihre Rotweine, doch auch die Weißen können sich inzwischen sehen lassen. Zur formidablen Küche der Residence genehmigten wir uns eine Flasche des 2007 Riesling Steinbuckel GG. Ein erdiger, sehr mineralischer Riesling mit Muschelkalk ohne Ende mit sympathisch-akzeptablen 12,5% Alkohol – 91/100. Dazu gesellte sich dann noch ein Glas des sehr weichen, reifen, samtigen 2003 Spätburgunder Kalkmergel – 87/100.Gerne hätte ich auch die rote 2005 Cuvée X probiert, aber die gab es ebenso wie fast alle der wenigen, hochwertigen Weine des Weinblütenfestes nur Flaschenweise. Ansonsten gab es zu zwar preiswerter, aber hochklassiger Küche eher glasweise das, was man Bankett- oder Zechwein nennt, meist jung, weiß und einfach. Da gehörte dann ein 2007 Riesling Estate des Weingutes Breuer, ausgeschenkt von Thersa Breuer, schon zu den Highlights. Ein ungemein rassiger, sehr mineralischer(Schiefer), absolut trockener Klasse-Riesling mit reifer, aber fordernder Säure – 89/100. Zumindest deutlich spannender und fordernder als ein 2008 Rüdesheimer Berg Rottland Spätlese trocken vom Weingut Carl Erhard. Der war gefällig, fruchtig, unkompliziert, easy drinking – 84/100. Baff waren wir, als wir an einem Stand eine 2006 Wehlener Sonnenuhr Auslese trocken von Dr. Thanisch Erben Müller-Burggraef probierten. Ich bin eigentlich kein allzu großer Fan trockener Moselweine, aber das war grandioser Stoff, sehr dicht und kräftig, mineralisch und komplex mit toller Länge am Gaumen – 90/100. Da fiel die Entscheidung zum zweiten Glas sehr leicht. Nur mit Mosel und dem was man unter Mosel-Typizität versteht hatte dieser Wein nichts zu tun. Einfach eine geile Wuchtbrumme und sicher ein sehr guter Essensbegleiter, von der sich aber Puristen schaudernd abwenden werden. Wie schön, dass die Welt des Geschmacks so vielfältig ist. Und dann waren da noch die Weine des umtriebigen Martin Pasler, der selbst anwesend war. Besonders gefiel mir hier die kraftvolle 2006 Beerenauslese, sehr kraftvoll mit feiner Frucht und schönem Süße-/Säurespiel – 91/100.



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N U R   N O C H   E T W A S   K Ä S E 

Hungrig waren wir noch nach der Clos Mogador Probe bei Mövenpick und leider auch leichtsinnig. So orderten wir im Saittavini nicht nur eine Käseplatte nach der nächsten, sondern auch noch zwei große Weine. Deutlich mehr versprochen hatten wir uns von 2005 Solaia. Der wirkte offen, sehr süß, fruchtig, aber auch etwas diffus, ließ die klassische Struktur und Größe guter Solaias vermissen, aber wohl derzeit nicht in der besten Phase – 86?/100. Wird sicher in den nächsten Jahren noch etwas zulegen, aber nie ein großer Solaia werden. Ganz anders 2004 Masseto. Den musste man sich nicht schön trinken, der war es einfach. Jugendliches, sehr dichtes Schwarzpurpur, ein unglaubliches, sehr mineralisches Konzentrat, druckvoll und fordernd am Gaumen mit geradezu explosiver Aromatik, und doch trotz bestechender Struktur und massiver, aber sehr reifer Tannine mit einer faszinierenden Frische, ist jetzt einfach in dem Stadium, in dem Massetos einfach den meisen Spaß machen - 97/100 Wer den weglegt, weil er ja soviel Potential hat, wird in etlichen Jahren einen völlig anderen, aber nicht unbedingt besseren Wein erleben. Der Schock kam dann erst mit der Rechnung. Es war halt schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben.



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V O N   9 4 E R N   U N D   9 6 E R N 

Derzeit wühle ich mich noch durch den Jahrgang 1994, den ich noch vor den Sommerferien auf den Wineterminator stellen möchte. Mit doch teilweise etwas gemischten Gefühlen, insbesondere bei Bordeaux, probiere ich da noch mal diverse Weine nach. Nicht alle sind so gut wie 1994 Angelus, der nach langer Zeit des Wartens jetzt langsam zur Hochform aufläuft, mächtig viel Trinkgenuss ins Glas bringt und sicher seine 93/100 wert ist. Aber das sind halt eher Ausnahmen.
Spannender finde ich da im Moment 1995 und vor allem 1996. Gerade die 96er waren ja lange verschlossen und haben jetzt plötzlich aufgemacht. So der bestechende 1996 Leoville Poyferré, den ich vor ein paar Tagen im Glas hatte. Dichte, junge Farbe, die große Zedernholzoper mit Cassis und reifer, dunkler Frucht, mineralisch, immer noch kräftige, aber reife und feine Tannine, ein Klasse St.Julien aus einem Guss, jetzt am Anfang einer sicher 20jährigen Trinkphase - 93/100.



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M I T T S O M M E R N A C H T 

Eigentlich ist Mittsommernacht ja ein komisches Fest. Was wird denn da gefeiert? Dass die Tage endlich wieder kürzer werden? So sieht es doch aus. Unmerklich zu Anfang aber doch unerbittlich kriecht trotz hochsommerlicher Temperaturen die Dunkelheit wieder auf uns zu. Plötzlich ist „bis Weihnachten“ kürzer als „seit Weihnachten“. Schon ein merkwürdiges Gefühl. Na gut, dann feiern wir eben einfach die kürzeste Nacht des Jahres und denken einfach nicht daran, dass wir uns ab jetzt wieder auf den kürzesten Tag zubewegen.
Uns hatte es zu Mittsommernacht nach Sylt gezogen. Da gibt es bei mir dann tief in der Nacht ein ganz bestimmtes Ritual. Ich hocke mich vor den Waltershof mit diesem perfekten Blick über beide Meere und beobachte fasziniert den Himmel. Zunächst ist links über der Nordsee Abenddämmerung, während es rechts über dem Wattenmeer rabenschwarze Nacht ist. Die Dämmerung wird kaum weniger, wandert aber immer mehr Richtung Norden und geht dann schließlich gegen halb drei Uhr nachts nahtlos in die Morgendämmerung über. Geht nur an diesen Tagen und in Deutschland nur hier oben.
Und eine (für mich) Premiere hatte ich auch zu später Stunde im Glas, eine 2006 Riesling Beerenauslese von Dr. Loosen, ohne Lagenbezeichnung und in der putzigen 0,187 Liter Flasche, die sonst nur von Airlines benutzt wird. Sehr süß und traubig mit knackiger, balancierender apfeliger Säure, eigentlich ein Dessert für sich und irgendwo an einen schönen Apfelstrudel mit Vanillesoße erinnernd – 90/100. Die Idee der kleinen Flasche ist gar nicht schlecht. Wer säuft so ein Zeugs schon Literweise.



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M I T T S O M M E R N A C H T S M I T T A G S V E S P E R 

Bei perfekten Wind- und Wetterbedingungen tobten sich am Brandenburger Strand die Kitesurfer anlässlich ihres World Cups aus und die Strandpromenade bebte entsprechend. Nur ein paar Hundert Meter weiter wurde das Publikum schlagartig um Jahrzehnte älter. In der Musikmuschel war das Treffen der Shanty-Chöre. Auch hier hatten Publikum und Teilnehmer ihren Spaß. Wir entschieden uns nach langer Strandwanderung zu einer dritten Variante, einer mittäglichen Einkehr mit glasweiser Weinbegleitung im Weinhaus Schachner. Drei Weine vom Weingut Wagner-Stempel machten den Anfang. Fasziniert war ich von einem 2007 Silvaner S, einem tollen Charakterstoff, den ich blind mit seiner pfeffrig-würzigen Frucht in die Wachau geschoben hätte, ein bedingungslos empfehlenswerter Wein, sicher in der 90/100 Kategorie. Nicht klar kam ich dagegen mit dem 2008 Riesling Porphyr, der die erwartete Mineralität vermissen ließ, vielleicht nicht die beste Flasche. Und dann war da noch ein sehr offen und zugänglich wirkender 2007 Höllberg Riesling Großes Gewächs. Beileibe kein schlechter, sondern sicher ein guter Wein, bei dem mich allerdings die etwas aufgesetzt wirkende Süße störte. So landete ich bei 88/10. Das sind jetzt alles nur Momentaufnahmen offen ausgeschenkter und zum Teil schon am Vortag aufgemachter Weine. Ich werde die Weine dieses aufstrebenden Gutes, die für mich bisher weitgehend Neuland sind, noch mal irgendwann in aller Ruhe verkosten.
Sehr angetan war ich dann noch von einem Glas 2006 Ried Kellerberg Riesling vom Weingut Tegernseerhof. Kann sich in diesem insgesamt für die Region sehr guten Jahr ohne weiteres mit den besseren Smaragden der Wachau messen und ist vom Preis-/Leistungsverhältnis her jede Suche wert. Gefiel mir um Längen besser als der fette, holzlastige und vanillige 2005 Mer & Soleil von Caymus, für den sich meine liebe Gattin erwärmte. Aber Geschmäcker sind nun mal verschieden, und das ist auch gut so.
Absolutes Highlight und für mich eine völlig neue Erfahrung war dann aber ein 2003 Dornfelder *** von Knipser. Blind bekam ich das erste Glas der Flasche serviert und konnte so völlig ohne Vorurteile gegenüber dieser Rebsorte eine sehr innige Beziehung zu diesem faszinierenden Wein aufbauen. Sehr junge, dichte Farbe mit Purpurreflexen, rauchige Aromatik, da spürt man den langen Barrique-Ausbau, intensive Cranberry-Frucht, mit der Zeit kommt immer mehr Schwarzkirsche, fordernd am Gaumen mit guter Säure, entwickelt sich sehr gut im Glas und wird schokoladiger, etwas alkoholisch im Abgang – 90/100. Also ein sehr gut gelungener Wein aus einer Rebsorte, die ich nun wirklich nicht auf der Uhr habe. Nur zur Erinnerung: der Dornfelder wurde erst 1955 neu gezüchtet als Kreuzung der Rebsorten Helfensteiner und Heroldrebe. Früh reifend mit sehr dichter Farbe diente er anfangs vorwiegend als Deckwein. Einfach spannend, was die Knipsers im sortenreinen Ausbau aus dem Dornfelder gemacht haben.
Inzwischen war unsere Runde größer geworden und es kam auch noch ein edelsüßer Wein auf den Tisch, eine 2006 Brauneberger Juffer Sonnenuhr Auslese Goldkapsel #2 von Kesselstatt. So, wie uns der Dornfelder positiv überrascht hatte, folgte hier eher allgemeine Enttäuschung. Kein schlechter Wein, verhaltene, kräuterige Honignase, am Gaumen fein mit dezenter Süße, weich mit erstaunlich wenig Säure, wirkte irgendwo kastriert und total unter den Möglichkeiten dieser großartigen Lage – 87/100. Kann auch nicht entfernt an das ran, was die Haags in dieser Lage erzeugen.



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Ü B E R R A S C H U N G E N   B E I   H A R D Y 

Eigenständig in jeder Beziehung sind die von André und Suzanne Speisser sehr persönlich geführten Hardy´s Weinstuben in Westerland. Schicki und Micki würden sich hier ebenso wenig wohlfühlen wie Etikettentrinker mit prall gefüllter Brieftasche. Hardy´s Weinstuben sind nicht nur ihren Preis wert, sondern eben auch für das Gebotene erstaunlich preiswert. Sehr wohltuend auf einer Insel, auf der vielerorts doch deutlich überzogen wird. So ist André Speisser auch beim Wein immer auf der Suche nach preiswerten Neuentdeckungen und zieht im Zweifelsfall auch einen guten Genossenschaftswein einem großen Namen vor. Seine Kundschaft dankt es ihm, und der Laden brummt auch in diesem Jahr so, als ob es die Wirtschaftskrise nur im Fernsehen gäbe.
Großartig ein 2007 Riesling Hengst Grand Cru der Domaine Barmès Buecher aus dem Elsass. Feinduftige, kräuterige und florale Nase, am Gaumen weißer Pfirsich, Honigmelone und wiederum feine Kräuter, reife, aber pikante Säure. Ein sehr komplexer, eigenständiger Wein, geht mit feinem Schmelz und Extraktsüße am Gaumen runter wie Öl – 92/100. Rein biodynamisch arbeitet dieses Gut mit sehr sorgfältiger Weinbergsarbeit und minimalen Eingriffen im Keller. Vor zwei Jahren konnte ich mit dem 2005 Sancerre Cuvée Lucien von der Domaine Raimbault-Pineau überhaut nichts anfangen. Inzwischen hat er sich gut entwickelt. Florale Nase mit feinem Muskatton, für einen Sancerre erstaunlich vielschichtig und komplex, auch am Gaumen – 88/100. Danach genehmigten wir uns noch einen 2005 Chambolle Musigny Vielles Vignes von Fréderic Magnien. Reife, dunkle Früchte, Schwarzkirsche, viel Tabak, kräftige Säure und viel Tannin, schafft den Spagat zwischen vordergründiger Reife und Struktur für längere Lagerung, baut sehr gut und schnell im Glas aus und wird weicher und zugänglicher – 90/100. Zwischendurch ließ uns André noch einen seiner begehrtesten Sommerweine probieren, einen 2008 Rosé de Syrah von der Domaine Astruc aus dem Languedoc. Satte Erdbeernase und viel Süße am Gaumen, wie Erdbeeren Romanoff in flüssiger Form, auch reife Himbeeren und etwas Kirsche. Gehört jung und gut gekühlt getrunken, gefährlicher, animierender Suchtstoff für kleines Geld mit Katergarantie. Wer da hemmungslos zulangt, sollte das Aspirin für den nächsten Morgen schon mal bereit legen – 85/100. Da nahmen wir dann doch lieber noch einen 2006 Gewürztraminer Vorbourg von Joseph Gruss&Fils, der Käse und Dessert perfekt ergänzte. Ein dichter, sehr würziger, mineralisch-erdiger und kräftiger Wein, intensive, aber nicht aufdringliche Süße, die wohl nur zum Teil aus dem Extrakt stammt, ein echter Charakterstoff – 92/100. Blieb als Abschluss noch ein 2002 La Gaffelière. Der hatte noch eine dichte junge Farbe, gute Frucht, aber auch harte, bittere Tannine, nicht sehr komplex und sicher derzeit nicht in der besten Phase – 86/100.
Sylt war an diesen Tagen übrigens ein einziges Blütenmeer, denn die Heckenrosen standen überall in volle Blüte. Aus deren hocharomatisch und intensiv nach Rosen duftenden Blättern zauberte die Hardy-Crew wieder nach geheim gehaltenen Rezept ein absolut göttliches Sorbet, das jeder Sterneküche würdig wäre.



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S T E R N E   A U F   D E M   T E L L E R 

Natürlich haben wir auch unseren Lieblingsköchen unsere Referenz erwiesen. Im Munkmarscher Fährhaus genossen wir wieder ein sensationelles Menü von Alessandro Pape. Dazu tranken wir zunächst einen 2007 Grüner Veltliner Honivogl von Hirtzberger. Vielleicht habe ich nach dem außerweltlichen 2006er zuviel erwartet. Der hier war ein wunderschöner, pfeffrig-würziger, mineralischer Honivogl mit süßem Extrakt und spürbarer Boytritis, aber er wirkte auf hohem Niveau im Vergleich etwas alkoholischer und klobiger – 93/100. Danach machte ich mich an einen 2005 Echezeaux von Lucien le Moine ran. Da war ich wohl noch ein paar Jahre zu früh dran, denn der blüht erst richtig auf, wenn er hier nicht mehr auf der Karte steht. Kräftiges Kirschrot, feine Himbeer- und Sauerkirschfrucht, später auch etwas Veilchen, hohe Säure und immer noch bissige Tannine, tolle, vielversprechende Struktur, wurde im Glas mit der Zeit etwas zugänglicher – 92+/100. Etwas irritierend die zu Anfang erstaunlich reife, petrolige Nase der zum Abschluss getrunkenen 2003 Oberhäuser Brücke Spätlese von Dönnhoff. Doch der Petrolton verflog rasch und Frische stellte sich ein, auch am Gaumen mit für 2003 erstaunlich knackiger Säure und hoher Mineralität – 92/100.
Früher habe ich in Restaurants selbst bei tieferen Temperaturen auf der Terrasse gesessen, um den Rauchschwaden zu entgehen. Heute ist es umgekehrt. Da sitzen dann auf der bei schönem Wetter prächtigen Terrasse des Fährhauses selbst bei grausiger Witterung dick eingemummelte Gestalten, die sich auf gut Deutsch lieber den Arsch abfrieren, als zum Essen auf den geliebten Glimmstengel zu verzichten. Wir nutzten die Fährhaus-Terrasse am nächsten Tag noch einmal zu einem kurzen Mittagsmenü. Dazu genehmigten wir uns eine halbe Flasche 2001 Fieuzal Blanc. Der hatte die typische, frisch-fruchtige Nase mit viel Hollunder und Stachelbeere. Am Gaumen war er noch sehr jung mit fordernder Säure und einer nicht unangenehmen, an Pampelmuse erinnernden Bitternote. Sicher einer der besten weißen Fieuzals der letzten Jahre mit einem gewaltigen Alterungspotential – 91+/100.

Zu Jörg Müllers großartiger Küche starteten wir mit einer halben Flasche 1990 Billecart- Salmon Cuvée Nicolas Feuillatte. Erstaunlich reif, auch in der Farbe, mit der Aromatik einer dicken Brotkuste, locker als 10-20 Jahre älter durchgehend, aber auch recht komplex und mineralisch – 90/100. Sehr jung dagegen 2005 Clos des Mouches Blanc von Drouhin, nicht so offen und sexy wie der mehrfach an gleicher Stelle im Vorjahr getrunkene, begesiternde 2002er, aber durchaus mit ähnlicher Aromatik und etwas mehr Struktur. Besser in 1-2 Jahren – 92+/100. Zu jung leider auch 1995 l´Eglise Clinet. Sehr offen und vielversprechend der erste Schluck, doch der l´Eglise Clinet ging nach dem Dekantieren in der Karaffe zu. Sehr dichte Farbe, Kraft ohne Ende, massig Holz, viel Tannin, baute im Glas aus und zeigte uns die Bitterschokolade schon mal, nur reinbeißen durften wir noch nicht. Ein Wein mit gewaltigem , spürbarem Potential, der in 10 Jahren mal zu den größten 95ern gehören wird – 92++/100. Soviel zum Thema Dekantieren jüngerer Boliden. Einen solchen Wein trinkt man, wenn es denn überhaupt sein muss, besser undekantiert aus der Flasche. Wer stattdessen versucht, durch überlanges Dekantieren den Wein zu vergewaltigen, beseitigt nur noch alle Reste von Frucht. Danach hatte ich erst mal die Nase voll von jungem Zeugs. Wie schön, dass die Müller-Karte mit ihren 1200 Positionen genügend gereifte Alternativen bietet. Erstaunlich schön und perfekt gereift 1959 Beychevelle. Ich kenne den nur aus einer grottig schlechten Doppelmagnum 1995 in der Wachau. Doch diese Flasche hier zeigte in der faszinierenden Nase eine feine, generöse Süße und wunderbaren Schmelz. Das setzte sich am Gaumenfort, wozu allerdings noch die jahrgangstypische, kräftige, aber tragende Säure kam. Reifer Bordeaux mit hohem Genussfaktor – 93/100. Aus gleichem Jahr und auf ähnlichem Niveau danach ein 1959 Charmes Chambertin von Joseph Drouhin. Sehr weit schon und dabei weich, reif, mit malziger und auch leicht rosiniger Süße. Gefiel im großen Bordeaux-Glas eine Klasse besser als im Burgunderglas, in dem er etwas absoff – 92/100. Letzteres ist nicht ungewöhnlich. Alte Burgunder trinke ich durchweg lieber aus Bordeaux-Gläsern, in denen sie besser zur Geltung kommen.
Deutlich höhere Bewertungen als alle Weine erhielt an diesem Abend aber mal wieder eines dieser genialen Desserts von Günter Schwarz, eine unwiderstehliche Variation von der Erdbeere. Ich kenne, zumindest in Deutschland, derzeit keine bessere Patisserie.



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Juli 2009 | Mai 2009