2001

Uneinheitlicher Bordeaux-Jahrgang mit Weinen, die zum großen Teil jetzt trinkreif sind. Auf Auktionen lassen sich bei sorgfältiger Auswahl immer noch Schnäppchen machen.

Noch sehr jung wirkte Ende 2012 der animalische, zupackende, mineralische Montrose mit Cassis und rohem Steak, deutliches Tannin- und Säuregerüst, große Zukunft - 93+/100. Ende 2013 mit etwas mehr Trinkreife – Wt93+.

Hohes Suchtpotential hatte 2012 beim Rosenfest Lafite Rothschild aus der Magum. So jung, so fein, so elegant und fast spielerisch, keiner dieser Hammer-Lafites aus den Jahreen, in denen Lafite versuchte, der bessere Latour zu sein. Nein, dass war Lafite pur, ein Wein zum Niederknien – 95+/100. Dicht, konzentriert mit großem Potential 2014 der Latour – WT93+. In Topform 2014 der Les Forts de Latour, der dem Grand Vin die Rücklichter zeigte. Klar, der war reifer, weicher, zugänglicher mit einfach betörender Aromatik, jetzt und in den nächsten 5 Jahren mit größtem Vergnügen zu trinken – WT94. Ganz ok, aber mehr nicht, war 2006 auf Sylt der Lynch Bages mit kompakter Frucht, erdigen Tönen und leicht bitterem Abgang – 86/100. Ein ganz anderes Bild Ende 2006 in Pontresina, mit seiner würzig-üppigen Frucht und seiner wunderbaren Fülle am Gaumen, macht wie viele der modernen Lynch Bages einfach unglaublich viel Spaß – 92/100. Kaum glauben konnte ich, was ich 2013 als Mouton Rothschild ins Glas bekam. Für den konnte ich mich bisher nie begeistern, weder 2004 in den Arrivageproben noch in den Jahren danach. Das war immer ein etwas monolithischer, unnahbarer Klotz. Und jetzt plötzlich 2012 auf Sylt das hier, einfach sexy, herrliche, süße und dekadent leckere Frucht, Leder, Minze und der Mouton-typische Bleistift – 95/100. Kurz darauf in der Mouton Vertikale im Balm 2013 eine deutlich jüngere, bissigere Flasche – WT92+. Pibran war 2006 in Engelberg ein charmanter, offener, fruchtiger, unkomplizierter Pauillac – 87/100. Kernig, etwas raubeinig und zupackend 2009 der Pontet Canet – WT90.

Ducru Beaucaillou wirkte 2009 grasig-grün mit schroffen Tanninen. Möglich, dass sich das in den nächsten Jahren noch etwas gibt, aber ein großer Ducru wird das nie – 86/100. Ein kleiner, freudloser Wein war 2009 der Gloria – WT85. Gruaud Larose präsentierte sich 2009 zugänglich, aber auch kräftig und rustikal – WT86. Hat zugelegt, sich aber auch verschlossen, zeigte sich 2014 als kräftiger Wein mit deutlichem Tanningerüst – WT92+. Leoville Barton, den ich zwei Jahren vorher bei der großen Barton-Probe doch noch arg enttäuschend fand, hatte 2010 zugelegt. Schwarze Johannisbeere, Trüffel, immer noch ein gutes Tanningerüst, aber nicht mehr so bissig, trank sich einfach gut – 91/100. Talbot zeigte 2008 zuwenig Frucht und zu sperrige Tannine - WT84.

Cantemerle zeigte 2008 reife Frucht, Blaubeeren, Pflaume und Schwarze Johannisbeere, sehr elegant und schmeichelnd mit seidiger Textur, aber auch gutem Rückrat - WT90. Eher schwierig verkostete sich 2008 der La Lagune mit viel trockenem Tannin. Ein kräftiger Wein mit ungewisser Zukunft - WT87.

Brane Cantenac wirkte 2006 jung mit dichter Farbe und viel Röstaromen sowie einem Schuß Espresso, am Gaumen samtig weich mit feiner Frucht. Baute im Glas rasch aus und wurde dichter, voller, dabei aber auch internationaler und langweiliger – 88/100. Margaux war 2006 ein feiner, schlanker Wein mit viel Tannin und wenig Substanz - WT91+. Sehr elegant und feinduftig 2009 die süchtig machende Nase des Rauzan-Gassies mit zartgliedriger, rotbeeriger Frucht und Waldboden, auch am Gaumen Eleganz pur, seidenweiche, samtige Tannine und eine beachtliche Länge – 91/100. Palmer zeigte 2016 dunkle Früchte, reife Schwarzkirsche, Zedernholz, Tabak, Minze und Graphit, dazu eine seidige Eleganz – WT94.

Haut Brion hatte 2004 eine wunderbare, klassische Graves-Nase mit Tabak, Leder und guter Frucht. Am Gaumen war er etwas astringierend – WT93+. Wirkte 2006 deutlich verschlossener. 2009 auf der einen Seite leichtfüßig, aromatisch und fein, doch darunter, immer noch bissige Tannine und hohe Säure - WT91+.

Ein Traum 2012 der Ausone, der mit seiner druckvollen Aromatik heute vom 2000er nicht weit entfernt ist – 96/100. Canon-la-Gaffelière war 2004 füllig, kräftig, würzig, sehr lang am Gaumen – 91/100. Wirkte 2008 etwas verschlossener – WT89+. Cheval Blanc hatte 2006 zwar eine wunderbare, erstaunlich offen wirkende Nase, am Gaumen war mir da aber zuviel sperriges Tannin - WT90+. Potential hat der 2011 noch so jugendliche, mit seinen deutlichen Tanninen noch etwas schlank und verhalten wirkende Figeac, sehr elegant mit feiner, pikanter Frucht, etwas Leder und Kaffee – 91+/100. Sehr elegant und nachhaltig der La Gaffelière 2013 in der Vogelkoje – WT92. La Mondotte war 2004 ein dichter, sehr gut strukturierter, kräftiger Merlot mit Bitterschokolade und etwas Lakritz – 93/100. 2006 etwas offener – WT94. Clos de l´Oratoire war 2004 elegant aber auch etwas dürr und konnte mich nicht überzeugen, bitter im Abgang, da stimmte das Verhältnis von Tanninen und Frucht nicht – WT89. Schiere Wollust im Glas 2007 der Pavie. In der faszinierenden Nase Estragon und frischer Oregano, reife Frucht, am Gaumen gewaltige, explosive Aromatik, einfach hedonistisch schön, zum Reinsetzen. Da ist nichts Überladenes, einfach ein komplett ausgereizter Wahnsinnsstoff – 96/100. Auch zuletzt 2014 mehrfach offen und überzeugte mit dekadent süßer Frucht, großartiger Fülle, aber auch guter Struktur – WT96. Péby Faugères war 2014 frisch, fruchtig und sehr nachhaltig – WT94. Quinault l´Enclos war 2012 ein hedonistischer Spaßwein mit herrlicher Frucht, Röstaromatik und guter Struktur – 92/100. Voll da 2008 und 2009 ein betörender Trottevieille mit reichlich schwarzer Johannisbeere, samtig-weich und sehr elegant am Gaumen – 90/100.

L`Eglise Clinet war 2007 zwar durchaus mit Genuss trinkbar, wirkte aber bei aller Struktur sehr schlank und verschlossen. Da sind ebenfalls einige Jahre Warten angesagt, bis aus den heutigen(immerhin!) 91/100 3-4 mehr werden. 2010 auf Sylt dann in bestechender Form. Reife Beerenfrüchte in dicker Schokokruste, feiner Schmelz am Gaumen mit erster Süße, aber auch mit guter Struktur für viele Jahre - 94/100. 2012 auf Sylt im Pius ging er mit seiner puristisch schönen Frucht, der hohen Mineralität und der kräuterigen Strenge blind als grosser Lafleur durch - 94+/100. Zeigte sich 2016 in Bordeaux und auf Sylt zweimal als großer, druckvoller Pomerol, schokoladig, finessig und einfach sexy – WT95. 2017 mehrfach ähnlich, aber noch so jung – WT94+. L´Evangile machte 2010 mit guter Frucht und jugendlicher Röstaromatik viel Spaß – WT92. Hosanna zeigte 2016 aus der Magnum deutliches Potential, wirkte aber etwas verhalten – WT92+. Lafleur war 2012 sehr kraftvoll im Auftritt, reichlich dunkle Frucht, hohe Mineralität, immer noch strammes Tanningerüst – 93+/100. Ein absolut stimmiger Wein war 2011 der Latour-à-Pomerol, mit wunderbarer Frucht und guter Struktur. Da passte einfach alles, Frucht, gute Säure, Länge und vor allem Rasse – 91/100. Schwierig 2005 der Petrus. Süße, fast aufdringliche Frucht, aber auch massive Tannine und wenig Abgang. Le Pin zeigte 2010 in der spektakulären Nase eine derartige, süße, orgastische Fülle mit Schoko und Nougat ohne Ende. Am Gaumen überwog trotz Süße und reifen, weichen Tanninen die Eleganz und ein unvergleichlicher Charme – 96/100. Trotanoy war 2010 in erster Trinkreife, wunderbare Struktur, gelungener Spagat zwischen Kraft und Eleganz – WT92.

d´Aighuilhe hatte 2004 eine kräftige Farbe, Würztöne, pfaumige Frucht, gutes Tanningerüst, ein Wein auf dem man Kauen kann, sicher nicht in der 2000er Qualität, aber durchaus vergleichbar mit 1999 und damit sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis – 91/100. Der Domaine de l´A war 2017 ein feiner, eleganter, stimmiger Wein – WT90.

Der Nectar des Bertrands wirkte 2016 sehr kompakt und kernig mit etwas ruppigen Tanninen – WT89.

Leicht oxidativ wirkte der Couhins-Lurton Blanc aus Pessac, der aber immer noch recht kräftig und nachhaltig war mit viel Trockenfrüchten – 88/100. Noch so jung und frisch 2009 der Fieuzal Blanc – WT91. Der Haut Bergey Blanc war 2007 ein kräftiger Wein mit Zitrusaromen, Honigmelone, sehr mineralisch, würzig, baute gut im Glas aus – 91/100. Haut Brion Blanc war 2006 jugendlich frisch mit viel primärer Frucht, Limone, etwas Cassis, Minze, am Gaumen vielleicht nicht ganz so konzentriert, aber auch komplex mit viel Länge, stand noch ganz am Anfang – WT94+. 2015 sehr reife Farbe, deutlich oxidativ, Frucht Fehlanzeige, nur Kraft hatte er noch reichlich. Kann ein mal gerade 14 Jahre alter Haut Brion Blanc so schlecht sein? Fehler hatte die Flasche, die aus sehr guter Lagerung stammte, keinen. Der Inhalt war nur einfach verdammt alt – WT84.

Guiraud hatte 2007 schon eine erstaunlich reife, gold-güldene Farbe. Feine Orangen-Bitternote, Ledertöne, weich und schmeichelnd am Gaumen mit wenig Säure – 91/100. Suduiraud war 2009 noch hell in der Farbe, in der süßen Nase Birnendicksaft, am Gaumen von guter Säure balancierte, süße Fülle – 94/100. d´Yquem war 2006 mehrfach ohne Zweifel der größte, junge Yquem den ich je trinken durfte und einer der größten Süßweine überhaupt. So ein fantastisches Aromenspektrum, einfach purer Nektar mit einer frischen Säure, die ihm eine unglaubliche Leichtigkeit verlieh und mit einer unendlichen Länge am Gaumen. Extrem hoher Suchtfaktor. Ein echter 100/100 Wein. Zuletzt 2015 aus einer seit einer Woche offenen Magnum erstaunlich zugänglich mit betörendem Schmelz – WT96+.

Der Echezeaux von Clerget war 2013 voll da, erstaunlich kräftig und nachhaltig - WT92. Gut gereift, seidig, balanciert 2014 ein Clos Vougeot von Confuron – WT92. Der Chambertin Clos de Bèze Vieilles Vignes von Pierre Damoy machte 2008 einen leicht müden Eindruck. Extrem konzentriert mit dunklen Früchten, aber auch deutlich reduktiv und dadurch eigentlich älter wirkend – WT88. Nicht überzeugen konnte leider 2013 der elegante und feinduftige Romanée St. Vivant von Camille Giroud. Der sang einfach nicht richtig und wirkte verhalten mit deutlichen Tanninen – WT89. Nichts los war mehr 2010 mit dem Bonnes Mares von Comte de Vogüe. Die Nase voller Brett, am Gaumen eher flach und etwas hohl, kaum noch Frucht – 85/100. Der Richebourg von Anne Gros hatte 2007 eine bonbonhaft süße Nase, wirkte ziemlich simpel gestrickt, die Art von überteuertem Himbeerwasser, die eigentlich nicht zu so großen Namen passt – 86/100. Trotz Händlerabfüllung hätte ich mir von der Lage deutlich mehr versprochen – 88/100. Beim Morey Saint Denis 1er Cu Cuvée des Alouettes von Ponsot war 2013 im Berens am Kai und 2014 auf Sylt feinduftig und groß die Nase, Burgund pur. Am Gaumen harsche Tannine, kalkige Mineralität, aber so richtiger Spaß kam nicht auf- WT88. Ein Richebourg von Nicolas Potel hatte 2015 eine erstaunlich reife Farbe und sang nicht – WT88. Finesse und Eleganz pur 2013 der Griottes-Chambertin von Armand Rousseau mit süßem Schmelz, einem Hauch feinstee, getrüffelter Schokolade und ewiger Länge - WT94.Ein großer, komplexer Burgunder mit feinem Spiel roter und blauer Beeren, sehr elegant, aber auch fleischig und kräftig mit enormem Tiefgang war 2013 der Ruchottes Chambertin von Armand Rousseau - 95/100. Sehr viel Zeit und Luft brauchte 2017 der Romanée St. Vivant von Vallière aus der Magnum und baute dann mit schöner Frucht und Finesse enorm im Glas aus – WT93.

Der Chassagne Montrachet 1er Cru Les Caillerets von Amiot Guy & Fils begann 2007 bei Pierre Gagnaire sehr verhalten, entwickelte sich aber wunderbar im Glas, wurde nussiger, runder, komplexer – 92/100. Ziemlich daneben 2009 ein absolut charmfreier, gezehrter Chablis 1er Cru Les Vaillons von Albert Bichot – WT83. Der Meursault-Perrières von Coche-Dury hatte 2008 eine dermaßen sensationelle, explosiv-mineralische Nase, der sprang förmlich aus dem Glas. Auch am Gaumen extrem druckvoll und mineralisch mit toller Würze und kaum endendem Abgang. Dabei mit einer faszinierenden Präzision. Voll da und immer noch ein Weinbaby mit großartiger Zukunft - WT98. Auch 2009 wieder auf diesem Niveau. Eher verhalten startete da 2008 im Vergleich Corton Charlemagne von Coche-Dury, den wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen wollten. Der brauchte einfach massig Zeit und Luft, deutlich mehr, als wir ihm an diesem Abend geben konnten. Ein Riese im Werden mit gewaltigem Potential, ebenfalls sehr mineralisch, konzentriert und mit fast messerscharfen Konturen. Unglaublich, was da mit der Zeit und auch mit höheren Temperaturen abging, immer ausdrucksstärker, immer komplexer, immer mineralischer mit sehr viel Feuerstein - WT96+. Meursault Charmes von Comte Lafon war 2009 bei Jörg Müller sehr mineralisch, kräftige, aber reife Säure, komplex, sehr präzise strukturiert mit enormem Tiefgang und guter Länge – WT93+. Perfekt gereift ohne Alter mit enormem Tiefgang 2016 der sehr komplexe Bienvenue-Batard-Montrachet der Domaine Leflaive – WT96. Ein Puligny Montrachet Les Combettes von der Domaine Leflaive war 2012 ein eleganter, harmonischer, puristisch schöner Burgunder mit gerösteten Haselnüssen in der Nase, feine Kräuternote, sehr mineralisch, präzise strukturiert, immer noch mit reichlich Zukunft – 94/100. Ein Puligny Montrachet Les Combettes von Matrot war 2013 kräftig, mineralisch mit hoher Säre und stahliger Frucht, brauchte ewig im Glas um etwas fülliger und generöser zu werden. WT90+. Ein Meursault Poruzot von Moret-Blanc hatte 2012 würzige Fülle, Kraft, brauchte viel lUft, um sich zu entfalten – 92/100. Immer noch jugendlich-frisch war 2011 ein Chassagne Montrachet 1er Cru Les Ruchottes von Ramonet. Gegenüber der letzten Begegnung 2006(89/100) hat dieser Wein deutlich an Komplexität und Dichte zugelegt, nussig, füllig, lang, balanciert durch gute Säure und einfach sexy – 93/100. Der Chablis 1er Cru Montée de Tonnère von Ravenneau hatte 2007 eine florale, mineralische Nase, am Gaumen ebenfalls hohe Mineralität und „schlanke Fülle“. Das darf man sich von der Struktur wie den muskulösen, durchtrainierten Körper eines Leistungssportlers vorstellen, ein spannender Wein, der durch die knackige Säure eine schöne Frische erhielt – 92/100. Ein Chevalier Montrachet von Sauzet war 2014 Eleganz pur, so mineralisch, so fein mit großem Spannungsbogen, wurde mit Luft und Temperatur (die er beide brauchte) cremiger und länger – WT95.

Hermitage von Chave war 2008 ein gewaltiges, extrem junges Geschoss mit reichlich würziger, pfeffriger Frucht, rauchig, mineralisch, ziemlich bissige Tannine, da sind wohl ab 2015 mal bis zu 95/100 im Glas, die man an diesem Abend aber nur erahnen konnte. Immer noch jugendlich 2014 auf Sylt der La Landonne von Delas, speckig, rauchig, ledrig, lakritzig mit Graphit und Holzkohle, aber auch mit zarter Himbeerfrucht – WT95. Der Côte Rotie Rose Pourpre von Pierre Gaillard war 2006 ein offener, moderner, fruchtiger und ziemlich süßer, fast etwas konfitürig wirkender Wein, hätte von Haribo sein können, fruchtig mit lakritziger Süße - 92/100.Der Rauchig, speckig und kräftig war 2010 der La Landonne von Gerin mit guter Säure – 93/100. Der Chateau d´Ampuis von Guigal hatte 2005 eine sehr dichte, konzentrierte Farbe, auch am Gaumen sehr konzentriert. Rassig, muskulös mit kräftigen Tanninen, dadurch etwas rustikal wirkend – 92+/100. Scheinbare Zugänglichkeit täuschte 2005 der Hermitage Ex Voto von Guigal vor. Ein sehr harmonisch wirkender Wein, bei dem einfach alles stimmt. Faszinierende Nase, feine Frucht und Fruchtsüße, Rasse, Eleganz, dürfte sich gut entwickeln und machte bereits in der Fruchtphase sehr viel Spaß – 94+/100. Der La Mouline von Guigal war 2008 für einen La Mouline ungewöhnlich kräftig mit deutlichem Tanningerüst. Jetzt am Ende der Jungweinphase zeigte er noch mal richtig, was er drauf hat, ein faszinierender Gang durch einen großen Gewürzladen – 96/100. In bestechender Form zeigte sich 2017 auf der Alpina Auslese der Côte Blonde von Rostaing, sehr würzig, komplex und lang mit Frische, dürfte eine gute Zukunft haben – WT95+. Das galt 2017 auch für den sehr kräftigen, wilden La Landonne von Rostaing , würzig mit geräuchertem Speck, lang am Gaumen – WT94+.

Beaucastel war 2011 kräftig, würzig, rund, zugänglich mit feiner Süße, burgundische Anklänge, einfach in bestechender Form – 94/100. Der Beaucastel Hommage à Jacques Perrin war 2013 aus der Magnum so jung, so dicht, so intensiv und konzentriert, dass er fast am Gaumen schmerzte. Aber man spürte die gewaltige Substanz, das enorme Potential – WT94++. Zeigte sich 2015 aus der 1tel offener, trinkbarer mit irrer Kräuternase und viel Lakritz, würzig und lang, mit Minze und Eukalyptus, große Zukunft – WT96+. Hatte 2017 auf der Meiningers100 noch etwas zugelegt – WT97+. In 10 Jahren spielt der ganz vorne mit. Der Chateauneuf-du-Pape Cuvée Marie Beurrier von Henri Bonneau war 2014 mit gerösteten Maroni, Schlehenfrüchten, dunklem Tabak, guter Mineralität und schöner Süße sehr stimmig. Die immer noch deutlichen Tannine zeigten noch Potential – WT94+. Die Cuvée de la Reine des Bois der Domaine de la Mordorée wirkte 2015 aus 1tel und Magnum sehr konzentriert und dicht mit einem mächtigen, nach ein paar weiteren Jahren Reife schreienden Tanningerüst. Kirsche samt Kirschkern, rauchige Mineralität, Würze, Kraft und Länge – WT95+. Der schon oft getrunkene und bereits in seiner Jugend sehr offene Chateau Rayas wirkte zuletzt 2015 mit Würze, Süße und burgundischem Schmelz, aber auch ätherisch-harzigen Noten einfach sexy und bereitete enormen Trinkspaß – WT96. Der Tardieu Laurent Chateauneuf-du-Pape Cuvée Spéciale war 2006 noch nicht annähernd auf dem Höhepunkt. Aber der nicht gerade bescheidene Alkoholgrad von 16% sorgte als Geschmacksträger für kleinere Explosionen am Gaumen. Erstaunlich vor allem, dass der Wein trotz soviel Alkohol erstaunlich frisch und eben gar nicht alkoholisch wirkte. Einfach nur würzig, üppig und mit großem Vergnügen trinkbar – 94+/100. Dicht, kräftig, zupackend mit guter Säure und immer noch strammen Tanninen 2011 der sehr würzige Domaine Vieille Julienne Chateauneuf du Pape Vieilles Vignes, die pflaumige, gekocht wirkende Frucht, die schon Richtung Rumtopf ging, täuschte etwas. Da ist wohl noch reichlich Musik drin für eine längere Entwicklung – 93+/100.

Schon sehr reif 2011 der Beaucastel Blanc Roussanne Cuvée Vieilles Vignes, karamellig, buttrig, erstaunliche Süße in der Nase, Honig, aber auch Trockenfrüchte und Datteln, am Gaumen sehr komplex und nachhaltig – 93/100.

Der Domaine de la Soumade Rasteau strotze 2006 vor Kraft und Alkohol, dazu konzentrierte Frucht und massig Lakritz. Kam der Clos des Papes eher auf leisen Sohlen dahergeschlichen, so polterte der Rasteau durch den Saal. Ungestüm, aber auch etwas ungehobelt und sicher erst ganz am Anfang seiner Entwicklung – 87+/100.

Hochklassige und immer noch so jung 2016 mehrfach der Clos St. Hune von Trimbach, rassig, mineralisch, furztrocken mit schöner Zitrusfrucht und präziser Struktur – WT96. Die Cuvée Frederic Émile von Trimbach war 2008 ein durchaus gelungener Wein mit Substanz und Fülle, der aber eigentlich noch etwas zu jung war mit leicht aggressiver Säure, Zitrusaromen, Grapefruit - WT88+. Meine bisher mit Abstand beste Zitronenlimonade war das 2015, furztrocken, sehr mineralisch mit knackiger Säure, da ist noch langes Leben garantiert – WT94. Beim Riesling Clos St. Urbain Ragen de Thann von Zind Humbrecht war 2011 kräftig die Farbe, kräftig die Statur, würzig und von exotischer Frucht geprägt die Nase, etwas alkoholisch der Gaumen – 93/100.

Der Château du Cèdre aus Cahors war 2008 ein gewaltiges Aromenkonzentrat, beerig mit viel Schwarzkirsche, Kaffee, kräftigen, aber reifen Tanninen und sehr viel Kraft am Gaumen, aber auch einer gewissen Rustikalität, Cahors ist nun mal nicht Bordeaux – 92/100. Kraftvoll, aber auch etwas rustikal 2009 der Chateau de Crouseilles aus Madiran – WT87.

Der Grange des Pères Blanc hatte 2005 ein sehr blumiges, expressives Bouquet, am Gaumen viel Kraft, Terroir, spürbares, aber gut eingebundenes Holz, Fülle und Länge – 91/100.

Sehr guter Jahrgang für deutsche Weine. Insbesondere der trockene deutsche Riesling startete mit diesem Jahrgang seinen Siegeszug. Die Besten davon sind immer noch mit viel Genuss trinkbar.

Der Spätburgunder SD von Dujn zeigte 2014 und 2015 auf Sylt süße Frucht, Fülle und gute Struktur – WT91. Großes (Spät)Burgunderkino war 2017 der Spätburgunder ‚R’ von Huber aus der Magnum, so seidig elegant mit immer noch feiner Frucht, göttlichem Schmelz und wunderbarer Länge - WT95.

Großartig 2005 die Würzburger Innere Leiste Riesling Spätlese trocken vom Weingut am Stein. In der Nase reifes Steinobst, weißer Pfirsich, sehr gute, reife, knackige Säure, kleidet den Gaumen voll aus und hat tollen, langen Abgang. Dazu die feine Mineralik der Muschelkalkböden – WT94.

Die Trittenheimer Apotheke Spätlese feinherb von Ansgar Clüsserath war 2008 einfach ein herrlicher Saufwein mit deutlicher Restsüße, aber auch sehr guter Säure, die gemeinsam ein tolles Süße-/Säurespiel abgaben. Trank sich wunderbar, legt aber noch an Komplexität zu – WT89+. Die Brauneberger Juffer Sonnenuhr Spätlese trocken von Fritz Haag war 2016 wirklich trocken, sehr mineralisch, Schiefer pur, Bienenwachs, deutliche Säure, noch so jung und vibrierend wirkend mit traubiger Frucht, ja, Haag kann auch trocken – WT93.Einfach einmalig, wie 2007 die traumhaft balancierte Brauneberger Juffer Sonnenuhr Auslese # 10 von Fritz Haag mit ihrer unglaublichen Eleganz und Finesse trotz hohem Extrakt wie ein Engel den Gaumen streichelte und mit dem faszinierenden Süße-/Säurespiel im Nu wieder alle Sinne weckte – 94/100.Taufrisch mit knackige Säure war zuletzt 2013 die schon häufig getrunkene Brauneberger Juffer Sonnenuhr Spätlese #7 von Fritz Haag, herrliche Frucht, Schiefermineralität, hoher Extrakt und dieses perfekte Süße-/Säurespiel bei schlappen 8% Alkohol, das ist die Leichtigkeit des Seins in Reinkultur - WT93. 2016 So elegant, spielerisch, finessig und dabei noch so jung mit feinem Süße-/Säurespiel, einfach die Leichtigkeit des Seins – WT94. Noch so jung 2012 bei Jörg Müller die Brauneberger Juffer Sonnenuhr AGK #9 mit perfekter Struktur und toller Säure – WT94. Ein faszinierender, dickflüssiger Rosinenturbo mit sehr guter Säure war 2013 aus der halben Flasche die Wehlener Sonnenuhr TBA von Heribert Kerpen – WT94. Eine Scharzhofberger Auslese lange Goldkapsel Fuder 19 Reichsgraf von Kesselstatt war 2012 ein nicht zu süßer, sehr balancierter, mineralischer Traum mit langem Abgang – 94/100. Die Graacher Domprobst Auslese* von Molitor war 2005 stoffig, kräftig und dabei doch mit schöner Mineralität und spielerischer Eleganz, ein perfekter, großer Essensbegleiter mit noch viel Zukunft – 92/100. Vor Kraft kaum laufen konnte 2012 die Zeltinger Sonnenuhr Auslese trocken*** von Molitor, bei der man das gut integrierte Holz noch deutlich spürte. Im Barrique ausgebaut war dieser Wein mit 13% Alkohol und 7g Restzucker. 2015 aus der halben Flasche war sie dann auf Sylt schlichtweg außerirdisch, sehr mineralisch und unendlich lang – WT97. Ein cremiger, harmonischer Schiefercocktail mit feinen Honignoten und Trockenfrüchten war 2016 die Zeltinger Sonnenuhr Auslese** feinherb von Molitor mit guter Säure und langem Abgang. Sehr elegant, perfekt balanciert, leicht salzig in der intensiven Mineralität, jetzt auf dem Punkt mit hohem Suchtfaktor - WT97. Die Wehlener Sonnenuhr Auslese von JJ Prüm war 2010 am Attersee ein irrsinniges, sehr junges, extrem mineralisches Konzentrat, ungeheurer, aromatischer Druck am Gaumen und sehr hoher Extrakt bei niedrigem Alkohol, ein Wein auf dem Weg zur Legende – 93+/100. Die Wehlener Sonnenuhr Spätlese von JJ Prüm war 2014 noch so blutjung, moussierte leicht im Glas, wirkte wie frisch abgefüllt, der Champagner von der Mosel – WT95. Die Wehlener Sonnenuhr Spätlese von S.A. Prüm war 2007 ein durchaus feiner, fülliger, schon erstaunlich reif wirkender Wein mit guter Säure, geprägt von Zitrus- und Limettenaromen – 89/100. Ein Scharzhofberger Pergentsknopp von Van Volxem hatte 2010 eine reife, mineralische Petrolnase, gute Säure, Kraft, Fülle, salzige Mineralität, im jetzigen Stadium mehr Kraft als Eleganz, da tanzte Klitschko Ballett, wird sich sicher noch eine Weile weiterentwickeln – 93/100. Ein Wolfer Goldgrube Riesling Kabinett von Vollenweider aus der Magnum war 2012 eher ein Typ abgestufte Auslese, sehr süß, mostig, etwas klebrig, für einen guten Mosel Kabinett hatte er zuwenig Säure und Finesse – 85/100.

Die Hermannshöhle Auslese Goldkapsel von Dönnhoff war 2008 extraktreich, sehr mineralisch mit satter Frucht und knackiger Säure, so perfekt balanciert und harmonisch, aber mit gewaltigem, aromatischem Druck am Gaumen – 95/100. 2010 war das auf Sylt ein taufrisches Meisterwerk, dass am Gaumen richtig knallt und dabei erfrischender und belebender wirkt, als zwei doppelte Espressi – 97/100. Sehr fein mit spielerischer Eleganz, dezenter Süße und guter, balancierender Säure war 2017 die Hermannshöhle Spätlese – WT97. Extrem spannend 2011 aus der Magnum die Hermannshöhle Spätlese trocken von Dönnhoff, noch so jung und fordernd mit purer, glockenklarer Frucht, hoher, aber reifer Säure und gewaltiger Mineralität, man lutscht förmlich an einem Felsen – 97/100. 2013 sehr frisch und immer noch jung wirkend mit deutlicher Säure, hoher Mineralität und cremiger Frucht - WT93. 2015 aus der Doppelmagnum taufrisch, mineralisch und einfach brilliant – WT96. 2017 perfekt gereift ohne Alter, brilliant, elegant, sehr stimmig - WT97. Perfekt gereift und trotzdem noch so frisch 2012 die Schloßböckelheimer Felsenberg Spätlese trocken von Dönnhoff mit reifer, gelber Frucht und knackiger Säure, sehr stimmig mit guter Länge – WT95.

Ein Nonnenberg von Breuer stand 2012 wie eine Eins im Glas, trockener Rheingauer in Perfektion, dezente Petrolnote, Mineralität, reife Zitrusfrüchte mit schöner Fruchtsüße, kräftige, aber reife Säure, gewaltige Statur, bleibt ewig am Gaumen – 96/100. Absolut grandios mit irrem Tiefgang und Komplexität 2017 der immer noch so jugendliche Schlossberg von Breuer mit Frische und großer Zukunft – WT96. Die Hochheimer Hölle Auslese trocken von Künstler war 2014 ein sehr feiner, mineralischer, balancierter Wein. Nicht mit Druck und Länge dessen, was ab 2002 unter diesem Namen vermarktet wurde, aber gut zu trinken – WT90. Absoluter Schrott leider 2014 die Version dieses Weines mit Kunststoffkorken. Voll auf dem Punkt, war 2005 die Hochheimer Kirchenstück Spätlese trocken von Künstler, sehr aromatisch, mineralisch mit knackiger Säure – 92/100. Das Hattenheimer Mannberg 1.G von Langwerth Simmern hatte 2010 in der mineralischen Nase neben viel Zitrus erste Petrolnoten, am Gaumen straff gewirkt, wiederum sehr mineralisch und immer noch mit rassiger Säure – WT89. Sehr süß wirkte 2016 die Kiedricher Gräfenberg Auslese Goldkapsel von Weil doch hatte sich in diesem infantilen Stadium die Süße über die durchaus vorhandene, gute Säure gelegt und diese überdeckt. Hier sind bei aller süßer Fülle auch Eleganz und Rasse. Mich erinnerte dieser Wein an den jungen 2001 d´Yquem. Da sind jetzt 20+ Jahre Warten angesagt, dann wächst da eine WT97+ Legende heran.

Der Hubacker GG von Keller zeigte 2013 kräftiges Goldgelb, wunderbare Nase mit reifen, gelben Früchten, spürbare, aber nicht störende Boytritis, am Gaumen sehr gute Struktur und immer noch straffe Säure, nicht so wuchtig wie heutige Hubackers, entwickelte feine, schmelzige Extraktsüße – 93/100. Die Aulerde von Wittmann wirkte 2010 mit reifer Säure immer noch frisch – WT91. Der Chardonnay S von Wittmann zeigte 2015 eindrucksvoll, was Chardonnay aus Rheinhessen kann und warum es lohnt, auch diesen Weinen ein paar Jahre Reife zu gönnen. Der war perfekt gereift, wirkte aber noch so frisch mit cremiger Fülle, aber auch großartiger Struktur, einfach einsame Klasse und jede Suche wert – WT95. Spektakulär war 2016 der Morstein von Wittmann. Tiefe, schon fast etwas ins güldene gehende, aber brilliante Farbe, verschwenderische, karamellige Nase mit Storcks Hellen Riesen und der Kruste einer Creme Brulée, wurde immer fruchtiger mit viel Quitte, am Gaumen absolut trocken mit sehr guter, animierender Säure. Da war nichts Breites, keine Reifetöne, einfach fit und frisch - WT97.

Schwierig 2015 zu Anfang die Nase des Kirchenstück GC von Bürklin-Wolf mit einem deutlichen Touch Altöl, besser der fruchtige Gaumen mit Quitte pur. Gewann dramatisch im Glas mit Luft und entwickelte eine geradezu aristokratische Fülle – WT93. Enorm kraftvoll der Auftritt dieses Weines 2017 mit großer Dichte, guter Säure und cremiger Textur, aber da scheint das Beste noch zu kommen – WT95+. Sehr hell 2015 die Farbe des Forster Pechstein GC von Bürklin-Wolf, leicht laktisch die Nase, blieb auch am Gaumen bei aller traubiger Frische und recht guter Struktur leicht laktisch – WT91. Sehr reif wirkte 2015 zu Anfang das schon leicht oxidative Forster Jesuitengarten GC von Bürklin-Wolf mit spitze Säure und wenig Komplexität. Auch hier wirkten ein paar Minuten im Glas Wunder, der Wein baute enorm aus, immer mehr kam tropische Frucht – WT91. 2016 aus einer wohl deutlich besser gelagerten Flasche noch so jung, so straff und präzise in der Struktur mit weißen und gelben Früchten, kalkiger Mineralität und gewaltiger Länge. Baut unglaublich im Glas aus. Das ist ganz großes Riesling-Kino. Wenn das Kirchenstück von Bürklin-Wolf der Montrachet unter den Rieslingen ist, dann ist das hier der Corton Charlemagne – WT97. Immer noch sehr schön ohne Alter 2012 Reiterpfad GC von Bürklin-Wolf – WT92. Reif, aber sehr fein und elegant mit leicht petroliger Mineralität und reifem Apfel wirkte 2014 der Wachenheimer Gerümpel PC von Bürklin-Wolf – WT91. Ein altersfreier Idig GG von Christmann hatte 2013 nicht mehr ganz mit der Dramatik der jugendlichen Fruchtphase, in der ich mich 2003 schon mal zu 97/100 hinreißen ließ, aber mit wunderbarer, cremiger Fülle, toller Struktur und langem Abgang – 94/100. 2015 dann eine perfekte Magnum (WT96) und aus der Doppelmagnum ist mit seiner irren Trinkigkeit, dieser burgundischen Fülle und Eleganz, diesem unglaublichen, aromatischem Druck, gepaart mit perfekter Riesling-Säure und Eleganz einer der besten Rieslinge, die ich je im Glas hatte - WT97. Die Kallstädter Saumagen Riesling Spätlese trocken von Koehler Rupprecht war 2008 erst sehr kräftig, rustikal, brauchte sehr viel Luft, sehr mineralisch, baute mit der Zeit unglaublich im Glas aus und wurde deutlich komplexer, druckvoller und länger, entwickelte immer mehr burgundische Konturen. Zum Schluss hatten wir gut 94/100 im Glas. Noch sehr jung, rassig, mineralisch, mit Zitrusfrüchten, Grapefruit und sicher noch grandioser Zukunft 2016 die Kallstadter Saumagen Spätlese trocken R, die noch zulegen kann – WT95+. Noch so blutjung war 2016 zweimal in unterschiedlichen Proben die Kallstadter Saumagen Auslese trocken R, glockenklare, puristische Frucht, messerscharfe Präzision, intensive, kalkige Mineralität, einfach stimmig von der Nase bis zum sehr langen Abgang, ein Wein auf dem Weg zur Legende – WT98+. Natürlich sind da die WT100 in Sicht.

Nicht anfreunden konnte ich mich 2007 in der Braui mit einem der Lieblingsweine des Chefs, dem Knipser XR. Der wirkte schon etwas über den Höhepunkt hinaus, zu dicht und konzentriert. Da hatte wohl jemand mit der Brechstange versucht, einen großen Wein zu machen – 86/100. Der Pinot Noir Philippi wirkte 2008 immer noch recht jung mit schöner rot- und bleeriger Frucht und gutem Tanningerüst, entwickelte sich sehr gut im Glas und dürfte noch Potential für etliche Jahre haben – WT90+.

Trilogia von Kokkalis aus Griechenland war 2004 ein leckerer, weicher, schlabberiger Wein mit schöner Frucht, aber ohne Tiefgang. Ginge sicher wunderbar als Zweitwein durch. Als Trilogia hätte er deklassiert werden müssen - WT88.

Dieser irrwitzigen, explosiven, dekadent süßen Lamarein von Josephus Mayr aus Südtirol muss man unbedingt einmal im Leben im Glas gehabt haben. Das ist der schiere Wahnsinn, aber Vorsicht, ein Glas reicht völlig. Ein gewaltiges Konzentrat, Hedonismus pur, aber auch mit hohem Alkoholgrad – 97/100. Der Moscato Rosa vom Chateau Salegg aus Südtirol war 2008 ein tiefdunkler Wein von alten Reben mit unglaublichem Tiefgang. Faszinierend die Nase, die an ein großes Rosenbeet erinnerte, am Gaumen würzig mit schöner Süße, die durch eine gute Säure balanciert wurde – 92/100. Noch so jung mehrfach in 2015 und 2016 der aristokratische San Leonardo mit enormer Substanz, da kommt noch mehr – WT93+.

Sehr guter Jahrgang im Piemont mit langlebigen Weinen.

Immer noch sehr jung und mit großartiger Struktur 2017 der Barolo La Morra von Elio Altare mit teeriger Mineralität und dezent kandierten Rosenblättern – WT95. Sehr fein, zugänglich, fruchtig und sehr elegant 2009 der Barolo Granbussia von Aldo Conterno, ein konzentrierter, dichter, mineralischer Wein mit gewaltigem Potential, der schon viel Spaß machte – 94/100. Dicht und zupackend 2010 der Barolo Sperss von Gaja, der noch ganz am Anfang einer langen Entwicklung stand – WT94+. Der Falletto Barbaresco von Giacosa hatte 2009 viel Biß und kräftige Säure, fordernd am Gaumen, aber auch groß, füllig, komplex und lang – 94/100.War erstaunlich gut trinkbar und fast etwas zahm wirkte 2011 ein Barolo von Giacosa – 92/100. Atemberaubend 2013 der Barolo Riserva Le Rocche del Falletto von Bruno Giacosa, blutjung und in seiner enorm druckvollen, minzig-mentholigen Aromatik so eine Art Heitz Marthas Vineyard aus Piemont – WT97+. Selbst der normale Barolo Falletto von Giacosa war 2014 ein Riese mit immenser Kraft und Länge – WT96. Sehr gut gelungen 2013 der noch so junge, kernig-kräftige Barolo Monprivato von Mascarello mit großem Rosenbeet, Teer, Lakritz, Kräutern und dunkler Frucht - 95+/100. Voll trinkbar und auf dem Höhepunkt 2012 der Quorum Barbera de Asti, erdig, mineralisch, Teer, Leder, reife Kirschfrucht. Barbera ist eigentlich nicht mein Wein, aber in der Form könnte ich mich daran gewöhnen – 94/100. Der Barolo Cannubi Boschis von Sandrone, war 2012 in erster Trinkreife. Rauchig die Nase mit dunklen Früchten und floralen Noten, am Gaumen immer noch mächtige, zupackende Tannine – 92+/100. Der Barolo Bric del Fiasc von Scavino hatte 2015 eine traumhaft elegante, klassische Barolo-Nase, am Gaumen noch enorme Kraft und deutliche Tannine - WT94+. Den Barbaresco Gallina von La Spinetta hatte ich zuletzt 2009 tanninbetont und etwas monolithisch im Glas. Aber das konnte nicht alles gewesen sein, denn 2001 war ein sehr gutes Weinjahr. Also 2013 rein in die Karaffe und dann ins Glas. Wow, hatte der sich gewandelt und geöffnet, betörende Nase mit Rosen, Trüffeln und Kräutern, wunderbare Süße am druckvollen Gaumen, einfach auf dem Punkt und richtig gut zu trinken – 93/100. 2014 weicher, eleganter, nachhaltiger – WT94. Der Barbaresco Starderi von La Spinetta war 2011 ein sehr robuster, rustikaler Brocken, aber nicht ohne Charme – 93/100. Ähnlich 2014 – WT93. Der Barbaresco Valeirano von La Spinetta war 2014 kräftig, Bärendreck in der Nase, sehr würzig, tolle Länge – WT94. Sehr modern 2013 der Barolo Yürsú Campé von La Spinetta, reife, dunkle Früchte, Teer, Lakritz, Leder und sehr ätherisch mit viel Menthol, mehr La Mission als Barolo - 92/100. 2016 wirkte er trotz sehr dichter Farbe mehrfach schon sehr reif und die Rosen fingen an zu welken – WT89. Beim Barolo Rocche dell´Annunziata Torriglione von Voerzio 2012 üppig die minzige, kalifornisch wirkende, würzige Nase, am sonst gut strukturierten Gaumen störten die grünen Geranientöne – 94/100.

Der Merlot La Prendina aus der Lombardei war 2009 in gewaltiges Teil mit prägnanter Cassis und Holundernase, kräuterig, Schokolade gleich in der Familienpackung, auch am Gaumen üppig, schokoladig, portig, dazu Rumtopf und Amarone-Anklänge. Mit 15,5% eignet der sich hervorragend zum Koma-Saufen für Erwachsene. Mir reicht ein Glas, für das ich gerne 92/100 rausrücke.

l´Apparita war 2006 erstaunlich trinkreif. Dichtes Schwarzpurpur, herrliche Frucht, Brombeere, Schwarzkirsche, Cassis, etwas Minze, immer noch jugendliche Röstaromen, Bitterschokolade. Sehr elegant mit guter Länge, dabei feines, reifes Tannin und eine gute, stützende Säure. Sicher mit guter Zukunft – 96/100. 2007 in der Sansibar ganz schön stramm mit deutlichen Tanninen – WT94+. Der Brunello di Montalcino Cerretalto Casanova di Neri war 2012 ein gewaltiges Konzentrat mit einer puristischen, geradlinigen, dicht gewobenen Frucht, der Minze und immer mehr Veilchenm, eine hypothetische Mischung aus Latour und Hermitage la Chapelle. Bleibt ewig am Gaumen, aber nur kurz im Glas. So gut, dass ich ihn wenige Tage danach im Saittavini noch mal getrunken habe, beide WT97. Ich wollte es genau wissen und habe diesen Wein ein paar Tage später im Saittavini noch mal probiert, allerdings rechtzeitig dekantiert. Da ging dann richtig die Post ab, aus Ahnen wurde Gewissheit. 100 bei Suckling, 95 bei Galloni und 97 bei mir. Sicher über 10mal habe ich bisher, zuletzt 2013, den dekadent leckeren, schokoladigen Guado al Tasso von Antinori auf konstant 94-95/100 Niveau getrunken. Für mich der wohl bisher beste Guado al Tasso und nach wie vor jede Suche wert. Wunderbar gereift 2013 von Ca del Bosco der Maurizio Zanella mit betörender Beerenfrucht und viel Schokolade – 91/100. Der Il Caberlot war 2014 auf Sylt ein noch so junges, absolut stimmiges Bordeaux-Cuvée mit Tabak, Leder, Bitterschokolade und guter Mineralität – WT95. War dann Ende 2014 in der Caberlot-Vertikale mit WT96 der Wein des Abends. Und dieser Traum setzte sich 2017 aus einer perfekten Doppelmagnum fort – WT96. Der Luce war 2007 der mit Abstand beste, den ich bisher aus diesem ehemaligen Frescobaldi-Mondavi Joint Venture getrunken habe. Muskulös, aber sehr aromatisch und weich, trotz dichter, gut verpackter Tannine – 92/100. Wirkte 2009 im Saittavini aber bereits recht alt – WT84. Enttäuschend 2005 der Ca´Marcanda Magari, ein nettes, fruchtiges Weinchen, mehr nicht – WT87. Gleich dreimal konnte ich 2005 den Masseto trinken. Zweimal rechtzeitig dekantiert und aus dem Riedel Sommelier Burgunderglas mit fleischiger Brombeerfrucht eine Valrhona-Orgie ohne gleichen mit Schokolade ohne Ende - WT96. Nur die dritte Flasche, kurz dekantiert und aus einem normalen Bordeauxglas, konnte nicht überzeugen. Der in seiner Jugend so wunderbare Montepeloso Eneo wirkte 2010 etwas ernster – WT90. Der Montepeloso Gabbro hatte 2010 eine wunderbare, süße Frucht, reife Brombeere, Blaubeere und Cassis, auch am Gaumen fruchtige Extraktsüße und hohe Mineralität - 95/100. Der Le Pergole Torte von Montevertine war 2017 ein eleganter, ederrustikaler Wein, der sicher noch zulegt - WT90+. Ornellaia war 2012 einfach sexy und dekadent lecker mit süßer Frucht, wunderbarem Schmelz und reifer Fülle – 95/100. 2015 Hedonismus pur mit reifer, süßer Frucht, mit reichlich Schmelz und Fülle, aber durchaus auch Tiefgang und Struktur – WT95. Petrolo Galatrona war 2013 Merlot vom Feinsten, nicht mehr mit der brutalen Kraft, die dieser Wein in der Jugend oft zeigt, weich, fruchtig, mit süßem (Bitter-)schokoladigem Schmelz, Espresso, aber auch mit guter tragender Säure, dürfte sich auf diesem Niveau noch etliche Jahre halten – 94/100. Der Saffredi von Le Pupille wirkte 2009 süß, üppig und strukturlos – WT88. Sassicaia habe ich 2006 und 2009 als eleganten, feinen Wein mit 91/100 im Glas gehabt und durfte heute wieder dazu lernen. Sassicaia braucht einfach Zeit, Gewaltig war das, was hier aus dieser Magnum kam, reife Schwarzkirsche, Leder, Tabak, Lakritz, feine Kräuter, rauchige Mineralität, einfach eine immens druckvolle Aromatik, gestützt und balanciert durch eine gute Säure und ein intaktes Tanningerüst, da war reichlich Kraft, Fülle und Länge, aber auch eine überzeugende Harmonie und natürlich massig Zukunft – 94+/100. Die Flasche 2013 musste aus zu warmer Lagerung stammen, denn so offen und süß habe ich diesen Langstreckenläufer noch nie erlebt – WT96. Auch 2014 wieder auf diesem Niveau. 2016 war das Pauillac pur, so fein, so elegant und mineralisc h – WT95+. Zeigte sich 2017 mehrfach als kräftiger, enorm druckvoller Sassicaia – WT96. Solaia war 2011, 2012 und 2014 mehrfach in einem perfekten Trinkstadium, hat aber auch noch reichlich Zukunft, jugendliche Röstaromatik, Leder, Tabak, hohe Mineralität, feine Süße, gewaltige Länge – 97/100. Wirkte 2015 reifer und hat etwas von der jugendlichen Dramatik verloren – WT95. Weich trotz gutem Rückrat mit viel dunklen Früchten und in moderner, internationaler Machart 2013 der Solengo – WT92. Tignanello war 2006 in einer unwiderstehlichen, hedonistisch-offenen Jungweinphase mit dichter, reifer, süßer Frucht, mit Marzipan und Espresso, explosiv am Gaumen, dabei aber nicht plump, sondern mit einer unglaublichen, seidigen Länge – 94/100. 2009 deutlich weiter und weicher – WT93. Der Tua Rita Redigaffi ist mit gut 15% Alkohol kein filigranes Leichtgewicht. Aber dieser 100%ige Merlot war 2006 einfach ein unglaublich vielschichtiger, spannender Wein, dessen Aromatik von Zotter stammen könnte, Brombeere mit Pfeffer in Bitterschokolade, perfekt balanciert mit guter Säure und toller Länge am Gaumen – 97/100. Giusto di Notri von Tua Rita war 2008 ein sehr nachhaltiger Wein mit viel dunkler Frucht - WT91. 2011 deutlich offener, immer noch mit kräftiger Säure und spürbaren Tanninen, aber auch mit saftiger, pflaumiger Frucht - 93/100 Dichtes, undurchdringliches Schwarzpurpur, in der Nase pralle, reife Frucht, süße Schwarzkirsche, Kaffee, aber auch etwas Lakritz und Teer. Gewaltig der erste Schluck, was für ein Monster! Reife Tannine zwar, aber Massen davon. Kraft ohne Ende, viel Struktur und gewaltige Länge. Nein, das war mir 2006 beim Brunello von Vadicava zuviel des Guten – WT92.

Ein wunderbar würziger, vielschichtiger, kräftiger Wein war 2011 der Mille et una Notte von Donnafugata aus Sizilien – 91/100.

Sehr gutes Jahr für die Weißen aus der Wachau. Die Besten davon haben noch ein langes Leben und zeigen sich jetzt in bestechender Form.

Die Albatros Gumboldskirchner Cuvée von Bayer war 2008 in der Nase etwas parfümiert wirkend und exotisch, füllig mit hoher Extraktsüße und einer ganzen Palette exotischer Früchte. Am Gaumen auch Röstaromen, Vanille, nussig und nuttig, lang am Gaumen – WT90. Unharmonisch wirkte 2015 der Hochrain Riesling Smaragd von Hirtzberger. In der Nase Spargelpisse, am Gaumen zwar gute Fülle, aber auch eine zu spitze Säure – WT87. Sehr mineralisch, pfeffrig-würzig 2013 der Riesling Singerriedel Smaragd von Hirtzberger, den ich deutlich offener und ausdrucksstärker kenne – 93/100. 2014 dann kräftige, goldgelbe Farbe, rauchige Nase, würzig, spürbare Boytritis, enorme Krafr und Füllle, gewaltige Länge, Potential für lange Jahre – WT96+. Schlichtweg atemberaubend 2012 der Grüne Veltliner Honivogl von Hirtzberger, ein mächtiger, druckvoller Wein mit geradezu explosiver Aromatik, mineralisch, dicht, kräftig, sehr lang, hatte ich noch nie so gut im Glas – 97/100. Der Riesling Schütt Smaragd von Knoll war 2008 sehr fein und elegant, bei aller durchaus vorhandenen Kraft fast filigran, ein Meisterwerk – 95/100. Die Vinothekfüllung Grüner Veltliner von Knoll habe ich seit 2002 häufig getrunken und kontinuierlich höher bewertet. Zuletzt 2013 und 2014 mehrfach tiefes Goldgelb, würzig-mineralische Kraft und Fülle, süße Kräuter, gewaltige Länge und dazu die Knollsche Finesse - WT97. Die Scheurebe TBA Zwischen den Seen von Alois Kracher hatte 2008 satte, reife Aprikose und ein paar exotische Früchte, üppige Fülle, knackige Säure, sehr gute Länge am Gaumen und wirkte trotzdem nicht überladen, sondern sogar elegant und finessig – 94/100. Wirkte 2009 deutlich fetter und süßer – WT92. 2013 hatte der Nigl Riesling Privat aus der Magnum süße, reife, gelbe Früchte, sehr mineralisch, cremige Textur, gewaltige Länge - WT93. Sehr mineralisch 2013 die komplexe Nase des Grünen Veltliners Kellerberg Smaragd von F.X. Pichler, der jetzt gerade in die zweite, Wachauer Genussphase kommt, am Gaumen Würze, Fülle, Kraft und Länge, dazu burgundische Pracht, hat reichlich Zukunft und kann noch zulegen – 96/100. Auch 2015 auf diesem Niveau. Der Kellerberg Riesling Smaragd von FX Pichler war 2017 kräftig, füllig, absolut trocken ohne Boytritis, sehr druckvoll – WT96. Traumstoff 2015 der Boytritis-freie Loibner Berg Riesling Smaragd von F.X. Pichler mit perfekter, nobler, kühler Frucht, Röstnoten, enormem Druck und sehr guter Länge – WT96. Zu jung war mir zuletzt 2013 immer noch der Loibner Steinertal Riesling halbtrocken von FX Pichler. Der Riesling M Reserve von FX Pichler war 2009 ein gewaltiges, geiles Geschoß, das am Gaumen richtig knallte. Reife, würzige, gelbe Früchte, sehr kräuterig, unerhörte Mineralität und hohe Extraktsüße, ein spannender, sehr vielschichtiger Wein, der den Gaumen voll auskleidete. Da war eine cremige Textur und gleichzeitig eine perfekte Struktur und eine unglaubliche Länge am Gaumen – 97/100. Wirkte kurz darauf 2009 in der Wachau aus der Magnum dramatisch jünger. Hier war die Restsüße noch nicht so gut eingebunden und deutlich spürbar, baute zwar unglaublich im Glas aus und wurde komplexer und länger, blieb aber zu jung und noch etwas unharmonisch – 92+/100. Der Chardonnay Eiswein von Weinrieder war 2005 füllig, süß, mit viel Boytritis und Honigtönen, ein fettes Teil, aber auch etwas eindimensional – WT91.

Der Rêve de Jeunesse von Pöckl war 2008 ein großer rot- und schwarzbeeriger Fruchtcocktail, gute Mineralität, viel Biss und Länge, brauchte gut 2 Stunden in der Karaffe und wurde dann generöser und runder, kann sicher gut altern - 91/100.

Immer noch kräftig 2013 an der Algarve der reife, sehr balancierte Vinha do Fojo – WT91. Leo d´Honor war 2009 sehr stoffig, kräftig, rauchig mit reifer Frucht, Minze und viel Alkohol - WT90. Der Batuta von Niepoort wirkte 2008 etwas zurückhaltend, mehr Frankreich als Neue Welt, in seiner kräuterigen Art mit dem deutlichen Tanningerüst und der guten Struktur enfernt an einen Lafite erinnernd, schien durch eine schwierigere, verschlossene Phase zu gehen – 90/100.

Sehr fein war 2009 auf der großen Vertikale der 2001 Gantenbein Pinot Noir mit delikater Frucht mit guter Säure, die am Gaumen immer noch präsent war und diesen Wein zu einem der bisher langlebigsten Gantenbeins machen dürfte – 91/100. 2016 hatte er eine traumhafte, waldbeerige Nase mit diesem wunderbaren Spiel von roten und blauen Beeren, das war Burgund vom Feinsten. Am Gaumen zeigte er sich sehr elegant und finessig , dazu burgundischer Schmelz und gute Säure. Hat ewig gebraucht und zeigt sich jetzt von seiner allerbesten Seite – WT95. Reif, schokoladig und schmelzig zuletzt 2013 wieder in der Chesa Salis der Castello Luigi – WT94.

Ein St. Pierre Grande Année, ein Petite Arvine aus dem Barrique von John & Mike Favre war 2014 ein sehr mineralischer, frischer, im positiven Sinne schlanker Wein, weiße Trüffel, frische Mandarinen, absolut stimmig und erstaunlich groß – WT94.

Großer Jahrgang für spanische Weine.

Absolut genial war bis 2010 gut 10mal der Aalto PS. Satte, dekadent süße Frucht, auch am Gaumen intensive Fruchtsüße, aber dazu viel Mineralität und eine unglaubliche Leichtfüßigkeit. Soviel Kraft, soviel lustvolle Dekadenz so elegant rüberzubringen, das war stets Weltklasse - 98/100. Allerdings ließ der PS 2014 auf hohem Niveau etwas die Flügel hängen – WT94. Alion war 2005 ein üppiger, voll trinkbarer Spaßwein der neuen, spanischen Machart mit gutem Preis-/Genußverhältnis – 91/100. Der Aurus von Finca Allende war 2007 so speckig, mit der klassische Côte Rotie Aromatik, das hätte auch ein La Landonne sein können. Kräftige, Säure, gutes Tanningerüst, um Längen besser als der vor kurzem getrunkene 99er und mit noch gewaltigem Potential – 95/100. Der Artadi Grandes Anadas hatte 2007 eine süchtig machende Nase, einfach geile Frucht, hohen Extrakt, Mineralität, Kraft, reichlich gut eingebundenes Holz, nur eben war das nicht so eine überextrahierte Bombe, sondern ein fast burgundischer Wein, der dieses riesige Füllhorn an Aromen, diese schier unglaubliche, aromatische Dichte mit einer derartigen Leichtigkeit und Eleganz rüberbrachte, enormes Potential – WT97+. Der ampo Eliseo war 2005 ein würzig-dichter Powerwein, tintig, dickflüssig mit rauchiger Nase, üppiger dunkelbeeriger Frucht, Lakritz, etwas Bitterschokolade, getoastetem Holz.Enttäuschend 2006 in der Sansibar der Pago de Carraovejas Cuesta de las Libras Vendemia Seleccionada. Ein ganz netter, charmanter Schlabberwein mit unpassend kräftigen Tanninen. Da hat man einen feinen, kleinen Wein mit zuviel Holz vergewaltigt – 86/100. Erstaunlich zugänglich zeigte sich 2005 der Finca Dofi, dichtes Schwarzpupur, dunkle, sehr reife schwarzbeerige Frucht, Cassis, deutlicher Graphit-Ton. Sehr dicht und konzentriert mit massiven, aber reifen Tanninen - WT92+. Begeistert hat mich immer der Finca El Bosque, ein gewaltiges, dichtes, seit 2006 mehrfach getrunkenes Aromenbündel, von dem ich die beste Flasche 2009 in der Wiin Kööv mit WT98 hatte. 2013 in der Wiin Kööv war er explosiv, groß, mineralisch, machte aber auch satt – WT93. Der Finca Villacreces Nebro war 2005 ein sehr fruchtbetonter, kräftiger Wein, dunkles Purpur, würziges Tannin, reichlich Cassis, dunkle Beerenfrüchte, rauchige Töne, Graphit, Leder und ein Schuß Tabak. Ein sehr komplexer, dichter Wein mit toller Länge am Gaumen, aber bei aller Power und Konzentration sehr zugänglich, fast weich und voll trinkbar. Erstaunlich dabei die Frische, die dieser Wein zeigt – 97/100. Auch 2008 und 2012 wieder ein gewaltiges Konzentrat mit würzig-mineralischer Dichte, Cassis, rauchige Töne, Graphit, Leder und ein Schuß Tabak. Nahm den gesamten Gaumen in Beschlag nahm, gewaltige Länge, großer Stoff – 97/100. Clos Erasmus hatte 2009 eine sehr dichte, aber kühle Frucht, Lakritz, sehr kraftvoll, aber doch mit erstaunlicher Frische, für Priorat unerhört geschmeidig und die satten 15% Alkohol gut verbergend, ein komplexer Wein, der ich im Glas sehr gut entwickelte – 96/100. Zuletzt 2012 erstaunlich frisch und geschmeidig mit süßer Frucht, der hohe Alkohol nicht spürbar - WT95. Der in seiner Jugend sehr üppig-würzige, fruchtige Gran Elias Mora von Dos Victorias war 2012 reifer, weicher, mehr Tabak und Leder als Frucht, schmelzige Länge – WT93. Ein richtiger, reif wirkender Schmuse-Rioja war 2009 ein Vina Lanciano Reserva LAN von Fuenmayor, feine, würzige Frucht, weich und zugänglich am Gaumen – 90/100. Leda Vinas Viejas war 2010 ein würziger, fruchtiger Traumstoff – WT94. Der Clos Fonta von Mas d´en Gil zeigte 2005 wunderbare Frucht, cremige Textur, Finesse und Rasse – WT93. Der Mas Doix Costers de Vinyes Velles hatte 2015 reife, süße, dunkle Frucht, sehr mineralisch, lakritzig, enorm druckvoll, aber mit guter Struktur und nicht "overdone" - WT96. Jugendlich 2011 der Clos Mogador mit süßer Frucht, aber auch rauchig, sehr mineralisch, viel Kraft und dabei gleichzeitig erstaunlicher Finesse – 96/100. Muga Aro war 2006 ein großer, konzentrierter Klassiker, der nichts zu tun hat mit der neuen spanischen Spaßwelle. Superdichte Farbe, Mokka pur, baut irre im Glas aus und öffnet sich zögerlich, ein ganz großer Stoff mit massiven Tanninen und großartiger Zukunft 96+/100. Torre Muga hatte 2007 in der Wiin Kööv würzige, süße Frucht, Leder, Tabak, Zedernholz, gute Struktur und Länge – 94/100. Ähnlich 2009. Numanthia war 2005 ein unglaublich dichter, würziger, großer Wein, der erst ganz am Anfang einer langen Entwicklung steht - WT93. Beim Numanthia Termanthia maskierte 2016 die intensive, cremige Frucht die massiven Tannine dieses konzentrierten, dichten Brockens und führte mit schöner Würze zu einem faszinierenden Trinkerlebnis auf hohem Niveau - WT96. Hedonismus pur 2011 der Pingus, schokoladig, üppig, rauchig, kräuterig mit süßer Frucht und geradezu explosiver Aromatik, aber auch immer noch gewaltigen Tanninen, wird sich über längere Zeit weiterentwickeln – 97/100. Auch der Flor de Pingus zeigte sich zuletzt 2014 wieder mit jugendlicher Röstaromatik in Bestform – WT94. Pintia war 2004 bereits voll trinkbar mit einer wunderbaren Würze - WT94. Auch 2009 auf diesem Niveau – WT94. Ohne Alter 2016 immer noch ein kraftvoller, würziger Auftritt – WT93. Der El Puntido, ein Rioja aus 100% Tempranillo hatte 2006 üppige, cremige Frucht, Kirsche, reife dunkle Früchte, Cassis ohne Ende, schöne Mineralität, Röstaromen, etwas Schokolade und viel Espresso, reifes, süßes Tannin, wirkt insgesamt etwas glatt, gemacht und poliert, reichlich dick, das erste Glas ist noch ganz schön, doch mit der Zeit wird der Wein langweilig, da fehlt einfach die Spannung - 91/100. Mächtig, kräftig, körperreich 2009 der Pago de la Jara von Remelluri – 93/100. Roda I Reserva hatte 2009 dichtes Schwarzpurpur, kräftig, alkoholisch, sehr süße, konzentrierte, dunkle Frucht, mineralisch, Bittermandeln, Kaffee, aber auch etwas eindimensional mit wenig Finesse, ein moderner, etwas gemacht wirkender Wein - WT92. Sot Lefriec hatte 2006 dichtes Schwarzrot mit Purpurrand, satte, reife Frucht, rauchige und mineralische Noten, präzise Struktur, feiner Schmelz, irre Kraft, in feine Seide verpackt. Sicher ein moderner, aber sehr spannender Wein, der voll trinkreif war – 93/100. Der Amancio von Sierra Cantabria hatte 2007 und praktisch unverändert 2013 in der Wiin Kööv von allem alles, fantastische, süße Frucht, reife Brombeeren, Schwarzkirschen und Blaubeeren, unerhörte Mineralität mit viel Graphit, trotz aller hedonistischen Offenheit eine Super Struktur und Länge, Röstaromen ohne Ende, Kakao, Schokolade, Kaffee, Tabak, viel reifes und süßes Tannin, cremige Holznoten. Könnte perfekt altern, aber der macht jetzt schon soviel Spaß, dass er in kaum einem Keller überleben dürfte – WT97. Sehr gut gefiel mir 2017 auf der Alpina Auslese der Toro Pago La Jara von Telmo Rodriguez, der sicher noch genügend Substanz für einige Jahre hat – WT92. Der Termanthia explodierte 2004 förmlich im Glas mit dekadenter, geiler Frucht, wird sicher 10+ Jahre zur vollen Trinkreife brauchen und 50+ Jahre altern - 99/100. Nach einigen weiteren Flaschen auf diesem Niveau schien er 2008 eine etwas verschlossene Phase zu durchlaufen, die Frucht völlig unter den massiven Tanninen versteckt – WT93+. Wild 2012 der im besten Sinne kalifornische Terreus von den Bodegas Mauro, minzig mit satter Frucht, sehr mineralisch, präzise struktur, enorme Länge – 97/100. Der Vega Sicilia Valbuena hatte 2006 reife, dunkle Früchte, vanillig, karamellig, süßes Holz, aber auch kräftige Säure. Wird sich sicher über die nächsten 10-15 Jahre gut entwickeln – 92+/100. Ein würziger Traum 2012 der Vina de Andres Romeo, eine Art spanischer Cheval Blanc aus bestem Jahr, perfekter Spagat aus Kraft und Eleganz, ewige, seidige Länge - 97/100. Zueltzt 2014 2mal etwas reifer – WT95.

Riesengroß und doch einen Hauch hinter dem 2002er 2013 auf der American Beauty der kräftige Abreu Madrona Ranch – WT99. 2015 schlichtweg perfekt mit herrlicher, aber nicht überladener Napa Frucht und Bordeaux Stilistik. Einfach das Beste aus zwei Welten, wunderbar balanciert mit schöner Süße und am Gaumen kaum endend – WT100. Der breitschultrige Araujo Eisele Vineyard hatte 2012 und 2013 eine sehr dichte Farbe, üppig, in der Nase massig Schoko, wenig dunkle Frucht, Lakritz, mineralisch, alkoholisch wirkend, am Gaumen enorme Fülle und etwas Überreife, trotzdem 96/100. Der Bond Matriarch war 2008 einfach Hedonismus pur. In der Machart dem Melbury ziemlich ähnlich mit vielleicht nicht ganz der Dichte. Aber was für ein üppiger, konzentrierter Wein mit satter, reifer Frucht, intensiver Fruchtsüße und faszinierendem Schmelz, reife, weiche Tannine, dabei klare Konturen - WT95. Schlichtweg perfekt 2012 in der Wiin Kööv der schon häufiger auf extrem hohem Niveau getrunkene Bond Melbury – WT100. Der Bond St. Eden zeigte 2006 mit kühler Frucht, perfekter Tanninstruktur eine unglaubliche Länge und Komplexität. Gewaltiges Potential – WT97+. Was für ein irres Zeugs mit intensiver Mineralität, perfekter Struktur, einer genialen Cassis/Brombeermischung, unglaublicher Komplexität und Länge war das dann 2015. Das waren jetzt WT100 ohne wenn und aber. Und das war er auch 2017 wieder, voll auf Augenhöhe mit 94 Harlan – WT100. Auch der Bond Vecchina war 2012 in der Wiin Kööv wie vom anderen Stern, besser als noch vor Jahren, und bekam nicht nur von mir die Traumnote WT100. Caymus Special Selection war 2013 offen mit jugendlicher, süßer Cassisfrucht – WT95. 2016 Hedonismus pur mit seiner süßen Frucht sehr sexy wirkend, gefällig – WT94. Colgin Carriad war 2007 ein sehr zugänglicher, eigentlich bereits voll trinkbarer Wein, riesengroß, komplett und mit irrer Komplexität und Länge. Sehr reife, kaum spürbare Tannine. An diesem hocharomatischen Wein stimmte einfach alles - 97/100. Legte immer mehr zu und zeigte sich 2016 als Monument mit unglaublichem Druck in völliger Harmonie, einfach perfekt – WT100. Fein, elegant 2013 der Colgin Herb Lamb Vineyard, aber auch ein kerniger, charakterstarker Cabernet mit Cassis, Minze, Eukalyptus und kräuteriger Würze, am Gaumen mit superber Struktur – 98/100. Zupackender, kräftiger, offener, aber ohne diese Finesse 2013 der Colgin Tychson Vineyard – WT96. Diamond Creek Gravelly Meadow war 2008 ein sehr mineralischer, schlanker Kalifornier „von früher“, der sich aber mit schöner, blaubeeriger Frucht gut im Glas entwickelte und deutlich zulegte – 91/100. Dominus hatte zwar 2010 in unserer Vertikale Kork, zeigte sich aber als Wein mit viel Substanz, sicher ein WT95 Kandidat. 2016 ein dichter, sehr kräftiger Wein, der erst ganz am Anfang einer längeren Entwicklung steht und noch deutlich zulegen dürfte – WT96+. Erstaunlich offen, ja sogar elegant zeigte sich 2013 der Dunn Howell Mountain. Dahinter verbirgt sich natürlich ein gewaltiger Wein mit präziser Struktur, mächtigen Tanninen und sehr langem Abgang. Aber es ist für mich das erste Mal, dass ein junger Dunn schon soviel Trinkspaß bereitet – 95/100. Foley Claret war 2011 eine rabenschwarze, süße, opulente, extreme dichte und konzentrierte Kalifornien-Sau, aber auch ein Wein , der enorm viel Spannung rüberbrachte – 98/100. 2014 dichter, kräftiger, aber nicht überladen. Satte Brombeere in Bitterschokolade, Bleistift-Mineralität, frisch aufgebrühter Espresso, viel Minze, nur die Frische, die dieser gewaltige Stoff bei aller Dichte immer zeigte, die war weg - WT96. Der Foxen Cabernet Sauvignon war 2007 deutlich reifer als im Vorjahr, aber immer noch ein feiner, nicht überladener Fruchtcocktail mit viel Sex-Appeal – 89/100. Harlan wirkte 2014 wie ein zweiter 94er. Ein gewaltiges Konzentrat zwar und ein geradezu explosives Aromenbündel, aber dabei so unglaublich stimmig, so perfekt balanciert, einfach puristisch schön und das perfekte Beispiel für die Harlan´sche Quadratur des Kreises – WT100. Balanciert, harmonisch und erstaunlich reif 2011 der Heitz Trailside – 92/100. Sehr fein, fast klassisch präsentierte sich 2011 auf der großen Heitz-Probe bei den Ungers Heitz Martha´s Vineyard. Mehrfach hatte ich diesen Giganten mit 98-99/100 im Glas. In dieser Probe hier jetzt wieder ein großer wein mit gewaltigem Potential, der sich aber derzeit stückweit verschließt – 95+/100. Offen, schmeichelnd, beerig-fruchtig 2006 aus Gregors Rucksack der Isosceles - WT95. 2008 die große Cassis Operette, aber mit der fröhlichen Leichtigkeit der amerikanischen Westküste. Wunderbare, delikate Frucht und für 15% Alkohol erstaunlich leichtfüßig, einfach animierend lecker – 94/100. Der Merus hatte 2005 trotz des gewaltigen Alkohols eher feine, noch etwas verschlossene, verhaltene Nase, aber am Gaumen geht es dann richtig ab, gewaltiges Fruchtkonzentrat nach dem Strickmuster kalifornischer Spitzenweingüter, Kraft ohne Ende, irgendwo müssen die 15,1% ja hin - 95/100. Chateau Montelena hatte 2012 immer noch ein mächtiges Gerüst bissiger Tannine, ist sehr komplex mit gewaltiger Struktur, aber hat eben auch diese irre, fruchtige Nase mit hedonistischer Süße des Jahrgangs, die diesen Wein wie viele andere auch jetzt schon so unwiderstehlich macht, aber da kommt noch mehr – 95+/100. Zeigte sich 2016 auf Sylt deutlich offener, einfach ein Traum-Montelena – WT96. Auf Sylt haben wir uns 2012 über vier Rote von Nickel&Nickel hergemacht . Der Dragonfly noch etwas dichter als der Tench, beides aber große, sehr elegante Kalifornier in der besten Machart der 80er, superbe Frucht, Minze, Leder, feiner Schmelz, Länge und Eleganz, Tench WT93, Dragonfly WT94. Wir tranken danach noch Branding Iron(WT91) und Carpenter Vineyard(WT92). Alle vier Nickel&Nickel Weine waren noch erstaunlich frisch mit schöner Frucht und sehr balanciert. Da ist keine Eile angesagt, im Gegenteil, sie blühen jetzt erst richtig auf. Pahlmeyer war 2006 üppig, süß mit praller Frucht, Cassis ohne Ende, ritt auch am Gaumen eine heftige Attacke und konnte genauso gut auch aus Australien kommen – 92/100. Paloma Merlot war 2014 eine noch rabenschwarze, opulente Fruchtbombe mit Kirschlikör, portiger Süße und Massen an süßer Bitterschokolade, die problemlos das Dessert ersetzte – WT94. In bestechender Form zeigte sich 2015 der sehr gut gereifte, absolut stimmige Peter Michael Les Pavots, inzwischen mehr Eleganz als Kraft, einfach Finesse pur, sehr mineralisch, Cassis, weiche, reife Tannine, sehr lang am Gaumen – WT97. Ein Traum 2013 der Phelps Insignia mit immer noch junger, ins purpurne gehender Farbe, Cassis pur, hohe Mineralität, Zedernholz, herrliche Fruchtsüße, aber auch sehe elegante, seidige Textur, immense Länge - WT97. Der Pride Mountain Cabernet war 2009 in Top-Form – WT95. Der Pride Mountain Cabernet Sauvignon Reserve war 2012 ein dichter, konzentrierter, kräftiger, lakritziger Stoff mit viel dunkler Frucht, aber auch mit einer erstaunlichen Eleganz und Frische – 97/100. 2013 störte ein Hauch flüchtiger Säure den sonst so positiven Eindruck dieses enorm kraftvollen, komplexen, am Gaumen sehr langen Weines, der von der endgültigen Reife ohnehin noch etwas entfernt scheint – 96+/100. Ridge Monte Bello war 2013 so dicht, so üppig wie ich Monte Bello eigentlich nicht kenne. Dabei noch so jung mit Potential für Jahrzehnte - WT98. 2015 etwas verschlossener, aber mit gewaltigem Potential – WT96+. Sicher 10 Jahre zu früh kam 2013 auf der American Beauty der Philip Togni Cabernet Sauvignon ins Glas, ein gewaltiger Wein mit Jugend, Größe, Struktur und Kraft, gemacht für Jahrzehnte – 94+/100. Erstaunlich frisch 2014 noch der Ravenswood Teldeschi Zinfandel mit würziger Frucht und guter Säure – WT91. Die 14,2% Alkohol des Ridge Monte Bello mögen derzeit bei Kaliforniern normal sein, für einen Monte Bello sind sie aber ziemlich heftig und liegen einen guten Punkt über dem, was dieser Wein sonst auf die Uhr bringt. Und so war dieser jugendliche, dichte Wein denn auch 2011 für Monte Bello extrem füllig, saftig und konzentriert, um nicht zu sagen dick mit herrlicher Frucht, aber auch noch massivem Tanningerüst – 93+/100. Deutlich offener kurz darauf aus der Doppelmagnum und einer weiteren Magnum – WT96. Und es ging 2013 noch besser. So dicht, so üppig kenne ich Monte Bello eigentlich nicht. Dabei noch so jung mit Potential für Jahrzehnte - WT98. Wie schön, dass das 2014 mehrfach so weiter ging. Auch 2015 mehrfach überbordende Frucht und perfekte Struktur – WT96. 2016 mehrfach "Grosser Bordeaux, von Kalifornischer Sonne verwöhnt." Macht jetzt schon sehr viel Spaß, braucht aber sicher noch fünf weitere Jahre, um alles zu zeigen - WT97+. Einfach eine geile 100 Punkte Nase mit Cassis satt hatte 2010 der Screaming Eagle, am Gaumen seidig, elegant, Kalifornien-Hedonismus pur mit süßer, rotbeeriger Frucht, dabei etwas schlanker und nicht so druckvoll wie 2002 – 97/100. 2016 ein gewaltiges, kraftvolles Konzentrat mit superber, reifer Cassis und Brombeerfrucht, sehr mineralisch, enormer Druck und Länge am Gaumen, aber trotzdem auch wieder diese Eleganz, die eine Art Markenzeichen von Screaming Eagle ist – WT98. Shafer Hillside Select hatte 2010 eine dekadent süße Frucht, Opulenz, süßer Schmelz, aber auch ein gutes Rückrat und eine, für solch ein dickes Ding, erstaunliche Eleganz und Frische – 99/100. Shafer Sunpoint war 2015aus der Magnum ziemlich üppig und schokoladig mit Kraft und Länge – WT96. Sloan war 2006 ein gewaltiges, viel zu junges Konzentrat knapp an der Schmerzgrenze und völlig zugenagelt – WT92+. 2009 ein Monster von Wein. Rabenschwarz in der Farbe, schwarze Magie auch in der Nase und am Gaumen, wurde in der Nase mit der Zeit etwas offener mit Veilchen, Lakritz und dunklen Früchten, blieb am Gaumen aber ein massives Konzentrat – WT95. Der Peterson Vineyard Cabernet von Switchback Ridge hatte 2004 Cassis-Likör, Schokolade, etwas Eukalyptus. Irre Länge am Gaumen, aber insgesamt auch etwas mastig – WT95. Der Merlot von Switchback war 2004 Valrhona pur, dazu reife, schwarze Johannisbeere und ein Schuß Espresso, Merlot wie er schöner kaum sein kann, ein großer, üppiger, aber nicht überladen wirkender Wein, der den Alkohol deutlich besser wecksteckte als der Cabernet aus gleichem Hause 96/100. Der Philip Togni war 2001 ein gewaltiges, blutjunges Konzentrat mit dem für Togni astronomisch hohen Alkoholgehalt von 13,5%. Bitterschokolade, Schwarze Oliven, Cassis und Lakritz in der Nase, am Gaumen noch sehr kompakt mit fordernden Tannine. Sicher ein Wein, der in 10 Jahren erst richtig aufdreht – 94+/100. 2008 bei der American Beauty immer noch unverändert – WT94+. Laktisch und säuerlich 2013 die etwas grasige Nase des Vérité La Muse mit etwas rotbeeriger Frucht, am Gaumen erstaunlich schlank, sehr fein und elegant wirkend, zeigt nur einen kleinen Teil dessen, was er drauf hat – 94+/100. Der Verité Le Desir war 2014 ein ziemlich üppiges Teil mit enormer Kraft, das mich stark an die Weine von Sine Qua Non erinnert. Fans dieser Stilrichtung werden jubeln, denen sei der Wein auch von Herzen gegönnt, bei mir waren nicht mehr als WT92 drin.

Sehr vielschichtig und komplex mit betörender Fruchtigkeit 2014 der Au Bon Climat Hildegard, mit Veilchen, einem Hauch Vanille, feiner Kräuternote, Weihnachtsgewürz, am Gaumen noch frisch und in positivem Sinne schlank und wohl definiert, einfach stimmig mit großartigem Trinkfluss – WT95. Der Caymus Conundrum war 2004 eine sehr erfrischende Cuvée aus Chardonnay, Muscat, Sauvignon Blanc, Sémillon, und Viognier. Da sind rechlich tropische Früchte drin, aber auch frische Melone und das alles mit knackiger Säure – 91/100. Der Kistler Les Noisetiers machte 2008 einen toller Spagat zwischen Kraft und Frische mit animierender Frucht und Säure, sehr mineralisch, nussig, unkomplizierter Genuss auf sehr hohem Niveau – 93/100. Moraga war 2007 sehr elegant, feinduftig mit schöner Frucht und guter Säure, noch lange nicht am Ende – 90/100. Wirkte 2008 auf der American Beauty schon deutlich reifer – WT89. Der Peter Michael Chardonnay Mon Plaisir kam 2006 sehr vanillig mit cremiger, exotischer Frucht und beachtlicher Länge ins Glas und wirkte durch die gute Säure recht frisch und harmonisch wurde aber beim zweiten Glas dick und sättigend – 91/100. Ganz anders der Peter Michael Chardonnay Belle Côte, 2006 ein sehr würziger, kräftiger, nachhaltiger Wein, der in Richtung eines großen Meursault ging und auch beim zweiten Glas noch viel „Plaisir“ erzeugte – 94/100.

Der Accent Shiraz Journey´s End aus dem australischen Mc Laren Vale war 2006 in der Sansibar Australien pur, üppig, beerig, dicht, aber auch etwas breit – 93/100. Der Penfolds Grange ließ 2013 das sehr warme Jahr deutlich spüren und wirkte mit der überreifen Frucht etwas verbrannt. Sehr gute Struktur und mächtige, reife Tannine, aber kein typischer Grange - WT93+(?).

Cassis en Masse 2005 und 2006 beim Almaviva, ein warm-würziger Spaßwein, offen, sexy, anmachend mit massig Röstaromen, dem Rauchigen des neuen Holzes, üppiger Frucht, massiven, aber seidig-weichen Tanninen, einfach gut gemacht – 92/100.

Der Vinedo Chatwick, die Top-Cuvée des chilenischen Weingutes Errazuriz, hatte 2006 eine undurchdringliche Farbe, üppige, dichte und süße Frucht, Cassis und schwarze Johannisbeere ohne Ende, fast etwas marmeladig wirkend, etwas Tabak, gute Tanninstruktur, wirkt aber trotzdem etwas glatt und poliert, mir fehlt da einfach die Spannung - 92/100.

Was der Luddite Shiraz aus Südafrika da 2007 ins Glas brachte, war alles andere als ein überbordender, verholzter Neue Welt Klopper. Das war Shiraz vom Feinsten mit traumhafter, pfeffriger Frucht, das war der große Ausflug durch den Gewürzladen, wie ich ihn von Guigals berühmtem La Mouline kenne, das war Eleganz und Finesse, perfekt verpackte, nicht spürbare 14% Alkohol. Endlos lang am Gaumen mit sehr guter Struktur und kräftigen, aber reifen Tanninen – 95/100. Schlichtweg sensationell und süchtig machend 2009 die Nase des Vergelegen V, saftige, pflaumige Frucht und Cassis, Eukalyptus, Vanille, Kräuter, Minze, Schokolade – einfach hocharomatisch. Pracht und Fülle auch am Gaumen, der aber mit der Nase nicht ganz mit kommt, insgesamt schon reif wirkend und sehr süß – 93/100.

Eine schönen Champagner-Alternative 2013 in der Casa Mattoni der Franciacorta Brut Anna Maria Clemente von Ca del Bosco. Ein wunderbarer, animierender Gaumenschmeichler, sehr weich mit wenig Säure aber sehr gutem Mousseux, floral und mineralisch, Brioche und feiner Schmelz, sehr lang am Gaumen – 93/100. Sehr interessant 2005 der S von Pasler & Strohmeier aus Österreich. Diese versektete TBA war süß und spritzig zugleich, ein tolles Experiment mit faszinierender Nase, wirkte am Gaumen wie eine TBA-Schorle – WT92. Sehr überzeugend auch 2010 der Riesling Sekt brut von Stefan Winter aus Rheinhessen. Traumhaft die Nase, in der sich verspielte Rieslingfrucht und das Brioche eines dezent gereiften Champagners verbinden, am Gaumen sehr komplex und immer noch frisch mit guter Säure, einfach spannend und herrlich zu trinken – 91/100.

Gaumenschmeichler, sehr weich mit wenig Säure aber sehr gutem Mousseux, floral und mineralisch, Brioche und feiner Schmelz, sehr lang am Gaumen – 93/100. Sehr interessant 2005 der S von Pasler & Strohmeier aus Österreich. Diese versektete TBA war süß und spritzig zugleich, ein tolles Experiment mit faszinierender Nase, wirkte am Gaumen wie eine TBA-Schorle – WT92. Sehr überzeugend auch 2010 der Riesling Sekt brut von Stefan Winter aus Rheinhessen. Traumhaft die Nase, in der sich verspielte Rieslingfrucht und das Brioche eines dezent gereiften Champagners verbinden, am Gaumen sehr komplex und immer noch frisch mit guter Säure, einfach spannend und herrlich zu trinken – 91/100.