2005

Großer Jahrgang in Bordeaux. Langlebige Weine, von denen die besten auf Grund strammer Tannine derzeit zwar immer verschlossen sind und noch eine Weile brauchen. Viele Weine zeigen sich jetzt aber auch schon erstaunlich zugänglich.

Cos d´Estournel schien 2008 mal wieder der erste von den großen Bordeaux zu sein, der in diese einfach geile, jugendliche Fruchtphase einsteigt. Satte, schwarzbeerige, würzige Frucht, machte Vorfreude auf die vielen Brombeeren, die bald überall wieder hängen, faszinierende Röstaromatik, gut maskierte, reife Tannine, seidig wirkende, perfekte Struktur und viel Spannung, in dieser Phase einfach unwiderstehlich – 96/100. Zeigte 2017 eine enorme Kraft, Substanz und Länge – WT95+. Phélan Ségur wirkte 2015 aus der Imperiale erst etwas langweilig und eindimensional, drehte dann aber enorm auf, zeigte immer mehr Frucht, Tiefgang und erdige Mineralität – WT92.

Der 2014 immer noch so blutjunge Clerc Milon entwickelt sich aromatisch immer mehr zu einem Mouton für Schlaue. Geiles Zeugs, jede Suche wert, wird noch zulegen - WT93+. Mit viel Cassis und Schwarzkirsche war 2009 der Gaudin weich und zugänglich am Gaumen, jugendliche Röstaromatik, gutes Tannin- und Säuregerüst – WT89. Grand Puy Lacoste war zuletzt 2011 ein traumhafter GPL in der Tradition von 82,89/90 und 2000, wunderbare Frucht, mächtige, aber reife Tannine, gute Mineralität und die sprichwörtliche GPL-Eleganz, noch ein Baby, doch es fiel jetzt in der unwiderstehlichen Fruchtphase verdammt schwer davon zu bleiben, kann noch zulegen - WT95. In erster Trinkreife zeigte sich 2016 der Haut Batailley – WT91. Lafite Rothschild konnte 2010 vor Kraft kaum Laufen. Kam völlig verschlossen ins Glas und brauchte ewig, mit der Zeit spürte man dann das enorme, süße Fruchtkonzentrat, aber auch das mächtige Tanningerüst. Ein Wein, der sicher 2 Jahrzehnte zur Entfaltung braucht – WT97-100. Schlichtweg rappelzu 2015 der gewaltige, sehr mineralische Latour, dessen perfekte Struktur und Substanz einen großen Wein ankündigen, auf den aber noch länger gewartet werden muss – WT95+. Erstaunlich schlank zeigte sich 2017 der Lynch Bages, der aber eine enorme Kraft und Länge besaß. Da kommt sicher noch mehr – WT94+. Mouton Rothschild präsentierte sich 2015 als zwar noch sehr jung wirkender, sehr druckvoller, mächtiger Mouton, versprühte aber auch jetzt schon diesen Mouton-typischen Jungweincharme, der ihn schon jetzt zu einem Gedicht im Glas macht – WT96+. Der Pichon Baron war 2008 auf dem Prowein Tasting ein fleischiger, dichter Pauillac mit herrlicher Frucht und kräftigen, reifen Tanninen. Wird für einige Jahre verschließen und später locker WT95+. Die Pichon Comtesse war 2008 ein nettes, offenes Weinchen mit wenig Substanz, schlabberig ohne richtiges Tanningerüst - 87/100.

Offen und füllig mit süßer Frucht 2015 die Nase des Beychevelle, am Gaumen war da noch ein strammes Tanningerüst, das auf mehr hoffen lässt – WT88+. Branaire-Ducru zeigte sich 2016 trotz immer noch guter Tanninstruktur erstaunlich weich und zugänglich mit schöner Beerenfrucht und Zedernholz - WT93. Ducru Beaucaillou wirkte 2011 auf den ersten Eindruck für das Jahr erstaunlich zugänglich, doch unter der delikaten, verführerischen Frucht lauern massive Tannine – 93+/100. Gruaud Larose war 2009 noch geprägt von bissiger Säure und astringierenden Tanninen. Doch da war auch eine wunderbare Frucht, die mit zunehmender Luft stärker in Erscheinung trat und viel Substanz. Das ist kein früh trinkbarer Schmusewein. Eher ein Rassetropfen mit Langfristpotential - WT93+. Der Leoville Barton war 2008 mehrfach ein eher schwierig zu verkostendes, gewaltiges, fast brutales Tanninmonster, das am Gaumen richtig zupackt. Doch die Tannine sind reif und präzise. Das wird in 20+ Jahren ein großer Wein, bei dem durch die intensive, reichliche Frucht keine Gefahr des Austrocknens besteht, Potential für WT95+. Saint Pierre präsentierte sich 2008 auf den Arrivageproben erstaunlich zugänglich, fast weich, schmeichlerisch, warm-würzig mit schöner Frucht - WT94. Mehr hatte ich 2015 von Talbot erwartet, der sich zwar für den Jahrgang erstaunlich offen zeigte mit dunklen Früchten, aber wenig Finesse zeigte – WT90.

Zugänglich mit schöner Frucht und bereits voll trinkbar 2015 der Chasse Spleen – WT91. Poujeaux zeigte 2011 gute Struktur, Präzision, Mineralität und Spannung. Jetzt ebenfalls schon gut trinkbar, aber noch mit viel Potential für weitere Entwicklung – 90+/100.

Branaire Ducru zeigte jung Potential ohne Ende, doch bevor da mögliche WT95 ins Glas kamen, waren 2007 noch etliche Jahre Geduld angesagt. Zeigte sich damals verschlossen und tanninig. 2016 und 2017 zeigte er sich trotz immer noch guter Tanninstruktur erstaunlich zugänglich mit schöner, dunkler Beerenfrucht und Zedernholz - WT93. Palmer hatte 2013 mit Palmer, wie wir ihn auf Elke Dreschers Weihnachtsprobe in vollen Zügen genießen durften, absolut nichts zu tun. Palmer, das ist für mich Eleganz, Finesse, burgundische Pracht und Fülle. Dieser 2005er erinnerte eher an Supertuscans als an Burgunder. Als solcher ist auch dieser 2005er ein Riese, der sicher seine Fans finden wird – WT93(?).

Domaine de Chevalier war 2008 ein sehr feiner, schlanker, ungemein eleganter Wein, der sich nicht sofort erschloss. Brauchte sehr viel Luft, entwickelte sich dann aber gut im Glas mit fast zarter, rotbeeriger Frucht und schöner Mineralität. Kein Hammerwein, eher ein zurückhaltender, distinguierter Finessenmeister - WT90. Haut Bailly knüpfte 2008 an glorreiche, alte Zeiten an, sicher der beste seit 1945. Wunderbare Mineralität, süße, reife Tannine, gute Frucht und feiner Schmelz bringt dieser auch jetzt in seiner Jugend schon unwiderstehliche Wein, bei jetzt in der jugendlichen Fruchtphase schon gut WT94 ins Glas kamen. Kompakt und verschlossen wirkend 2015 der Haut Brion, dessen gewaltige Substanz aber auf eine große Zukunft hoffen lässt – WT95+. Olivier zeigte 2012 gute Frucht, Struktur und eine Persönlichkeit, die an alte Zeiten erinnert. Klar sind auch da immer noch deutlich spürbare, aber weitgehend reife Tannine, aber die stehen dem Trinkvergnügen kaum im Wege – 89+/100. Pape Clement zeigte 2008 unbändige Kraft und gewaltiges Potential für WT95. 2017 immer noch ein irres Konzentrat, „Warten auf den neuen 59er“, - WT94++. Smith Haut Lafitte wirkte 2008 auf dem Prowein Tasting sehr konzentriert und druckvoll – WT94+. Auch 2017 war da noch Warten auf einen großen Wein angesagt – WT95+.

Angelus wirkte 2010 noch unfertig und ganz schön fett, da kommt noch deutlich mehr – WT94+. Ausone war 2012 ein irres Konzentrat, das mit seiner unglaublichen Frucht die massiven Tannine gut maskierte – 97+/100. Dürfte am Ende seiner Fruchtphase gewesen sein und sich demnächst für längere Zeit verschließen. Der Grand-Pontet war 2014 für einen St. Emilion ganz schön heftig mit viel Röstaromatik, mit reifer Frucht, Kaffee und Lakritz - WT91. Clos de l´Oratoire war 2015 aus der Magnum zugänglich, saftig und schmelzig, aber auch mit genügend Substanz für noch lange Jahre – WT92. Etwas offensichtlich und süß 2016 auf Sylt der Zweitwein Aromes de Pavie, der eher wie ein Dritterin wirkte – WT85. Ungestüm und wild war 2008 der fast etwas überkonzentriert wirkende Pavie Macquin, dessen offensive, satte und auch süße Frucht fast etwas weh am Gaumen tat. Wirkte auf hohem Niveau etwas gemacht, ein sehr moderner Wein, bei dem die einzelnen Teile noch zueinander finden müssen, hat Potential für WT95. Soutard hatte 2011 Kraft, gute Tanninstruktur und überbordende, reife, süße, fast etwas überreife Frucht. Der knallte richtig am Gaumen, Hedonismus pur. Gut, das war jetzt vielleicht nicht der große Finessenmeister. Aber einfach ein geiler Spaßwein zum jetzt trinken, sicher aber auch noch mit Potential für etliche Jahre – 90/100. Tertre Roteboeuf zeigte sich 2013 erstaunlich offen, fruchtig und einfach sexy, allerdings auch mit mächtigen, reifen Tanninen und excellenter Struktur, wird sicher noch mal 1-2 Punkte zulegen – 96+/100.

Clinet hatte 2008 beim Prowein-Tasting eine sehr dichte Farbe, dazu eine Traumnase mit roten und schwarzen Beeren, mit viel Schokolade, etwas Kaffee und reichlich Schmelz. Würde ich allein schon als Riechfläschchen kaufen. Auch am Gaumen Fülle Schmelz und reife, in Seidenpapier eingewickelte Tannine. Bei diesem ersten, wieder wirklich großen Clinet seit dem Duo 89/90 kommen sicher WT95+ ins Glas. La Conseillante war 2013 geprägt von superber Frucht und ähnlich dem 2000er gewaltigem Potential. Da musste man die sündige Schokolade noch durch die Verpackung riechen – 95+/100. La Fleur Petrus zeigte 2006 als Fassmuster sehr viel Substanz und Struktur, reife Frucht, dabei wieder so frisch und sehr harmonisch. Wird zur vollen Reife sicher länger brauchen und wird mal ein ganz großer Wein - WT94-97. Gazin war 2008 beim Prowein Tasting fleischig, muskulös, aber auch verhalten – WT92+. Hosanna war 2006 als Fassmuster noch eine Spur satter, komplexer, würziger als der La Fleur. Aber auch hier nichts Dickes, Mastiges, Überreifes, einfach nur eine sprachlos machende, frische, fruchtige Dichte - WT95-97. Lafleur war 2011 ein großer Wein mit viel Substanz, Tiefgang und guter, präziser Frucht, aber auch mächtigen Tanninen – 95+/100. Schwierig 2011 der Pensées de Lafleur, wirkte eckig, kantig und rustikal mit wenig Charme und kaum Frucht, mineralisch, animalisch und etwas bissig, die Zeit wird’s richten – 88+/100. Latour-à-Pomerol hat mir schon 2006 als Fassmuster (91-93/100) gut gefallen, sich aber 2011 prächtig entwickelt hat. Dichte, Kraft, Länge, tolle Frucht, Süße, hohen Extrakt, Länge, aber auch eine großartige Balance und eine sehr überzeugende, fast etwas burgundische Eleganz. Dazu kommen dann noch perfekte, reife Tannine für ein langes Leben – WT93. Petrus war 2006 als Fassmuster von der Nase her sehr verschlossen, am Gaumen ein gewaltiges Konzentrat, ein dichter Wein mit viel Substanz und gutem Säuregerüst. Wird sicher lange bis zur Trinkreife brauchen – WT95-98. 2015 ein konzentriertes Mörderteil und der Wein des Abends – WT100. Le Pin war 2010 so ein süßes, üppiges, aber blutjunges Konzentrat, ein 95er mit Turbolader, wirkte ungemein sexy, aber noch mit soviel Reserven - WT96+. Bei Providence hatte ich 2006 als Fassmuster das Gefühl, dass da ein eher kleinerer Wein mit zuviel neuem Holz vergewaltigt wurde. Der Wein wirkte sehr bissig und holzlastig, was die feine Frucht ziemlich überdeckte – WT90-92. Trotanoy war 2006 der absolute Star der Fassmuster Verkostung. Da ließ sich schon dieser gewaltige, aromatische Druck erahnen, der einen ganz großen Pomerol auszeichnet. Reif wirkende, leicht karamellige, süßliche Nase, pflaumige Frucht, Kraft und Substanz ohne Ende und dabei wieder so frisch, so elegant und mit totaler Harmonie der einzelnen Komponenten. Das ist eine Legende im Werden - WT97- 100.

Harte Kost 2013 in Mönchenwerth der d'Aiguilhe mit den bissigen 2005er Tanninen. Entwickelt sich nur zögerlich mit mehr Kirschkernen als Kirschen. Wenn das mal ein zweiter 2000er werden soll, dann erst im nächsten Jahrzehnt - WT89+. Der Domaine de L´A zeigte sich 2017 als gewaltiges Fruchtkonzentrat mit Frische und großer Zukunft – WT94+. Prächtig 2012 der Clarendelle Grand Vin de Bordeaux, ein sehr gelungener, runder, toller Saufwein, saftig mit generöser Süße – 89/00. Der Clarendelle ist so etwas wie der Mouton Cadet aus dem Hause Haut Brion. Der Essence de Dourthe wirkte 2009 kompakt und verschlossen mit mundbeschlagenden Tanninen und dafür zuwenig Frucht, einfach überzogen und zu sehr gemacht - WT87. Nectar des Bertrands war 2014 mehrfach wieder voll da. Süchtig machende, reife, süße dunkle Frucht, Minze, Mineralität, unglaublicher Druck und Länge. Hat fast nix gekostet und bringt enormen Spaß ins Glas, konservative WT94 und noch ein sehr langes Leben.

Weniger überzeugend 2010 der Rieussec. Dick und klebrig wirkte er mit deutlich zuwenig Säure. Natürlich war viel davon Babyspeck, also 20 Jahre weglegen – 88+/100.

Großer Jahrgang im Burgund.

Sehr kräftig, fast etwas wuchtig mit deutlicher Holznote 2012 und 2013 in Pontresina der Volnay 1er Cru La Rougeotte von Henri Boillot - 91/100. Verdammt heftig, holzbetont und mit kräftigen Tanninen 2014 der noch viel zu junge Charmes Chambertin von Chanson – WT91+. Traumhafte, rotbeerige Frucht hatte 2013 aus der Magnum Clos des Lambrays aus der Magnum, reife Walderdbeeren, Himbeeren und Rote Johannisbeeren, etwas Tabak, Milka Trüffelschokolade, feiner, süßer Schmelz, seidige Eleganz. immer noch jung, aber einfach herrlich zu trinken - WT94. Der Nuits-Saint-Georges Les Fleuriés von Jean Jacques Confuron wirkte 2014 in Pontresina noch sehr jung und kräftig mit feinem Spiel roter und blauer Beeren, gutes Rückgrat – WT91+. Zeigte sich 2017 etwas zugänglicher – WT91. Gund, rund und nicht aufregend 2017 der Nuits-Saint-Georges Les Vignes Rondes von Confuron-Contetidot – WT90. Der Vosne-Romanée 1er Cru Les Suchots von Confuron-Cotetidot war 2014 jung, wild, kräftig und immer noch recht verschlossen mit deutlichem Tanningerüst. Gehört für mindestens 5-10 Jahre in die hinterste Ecke des Kellers – WT91+. Jugendlicher, beeriger Traumstoff 2016 der Chambertin von Pierre Damoy mit Kraft und Fülle – WT96+. Hellauf begeistert hat mich 2014 in der Traube Trimbach der schlichtweg perfekte Chambertin Clos de Bèze Vieilles Vignes von Pierre Damois, der einfach geile Frucht und burgundische Pracht und Fülle mit betörender Eleganz und unglaublichem Tiefgang verband – WT100. Jung, dicht mit Kraft und Länge, aber auch sehr balanciert 2013 auf Sylt ein Gevrey Chambertin 1er Cru von Drouhin – WT93. Der Charmes Chambertin von Dujac war zwar 2009 ganz großes Rotwein-Kino, aber sicher 10 Jahre zu jung - WT93+. Absolut charming und zugänglich 2015 der Charmes Chambertin von Geantet-Pansiot mit wunderbarer Frucht und cremiger Textur – WT93. Sehr jung 2014 noch der Latricières Chambertin von Faiveley mit vibrierender Frucht und guter Tanninstruktur – WT93+. Der Clos de Vougeot von Giroud war 2015 ein viel zu junges, bissiges Tanninmonster mit dichter Kirschfrucht - WT92+. Der Hospice de Beaune Beaune 1er Cru Cuvée Guigone de Salins war 2014 ein Prachtburgunder mit satter Beerenfrucht, sehr mineralisch mit Fülle und Länge, zugänglich und einfach herrlich zu trinken – WT95. Ein Bonnes Mares von George Lignier et Fils hatte 2013 eine süße, leicht portige, dichtgewobene Frucht, Kraft und Fülle ohne Ende, deutliches Tanningerüst, grandiose Zukunft – WT94+. Ein sehr fruchtiger, feiner, schmelziger und erstaunlich offener Burgunder war 2011 der Morey-Saint-Denis 1er Cru Clos des Ormes von Lignière&Fils – 90/100. Sehr ausdrucksstark 2013 der Charmes Chambertin von Lucien Le Moine mit Fülle, Kraft, Frucht und Freude satt – 95/100. Beim Echezeaux von Lucien Le Moine war ich 2009 im Fährhaus auf Sylt wohl noch ein paar Jahre zu früh dran, denn der blüht erst richtig auf, wenn er hier nicht mehr auf der Karte steht. Kräftiges Kirschrot, feine Himbeer- und Sauerkirschfrucht, später auch etwas Veilchen, hohe Säure und immer noch bissige Tannine, tolle, vielversprechende Struktur, wurde im Glas mit der Zeit etwas zugänglicher - 92+/100. Der Vosne Romanée Aux Malconsorts von Lucien le Moine war 2013 dicht, enorm kräftig, superbe, reife Frucht und das alles so harmonisch und stimmig, erst ganz am Anfang – 94/100. Schlichtweg ein schmelziger Traum trotz seiner Jugend 2013 auf Sylt der Clos de la Roche von Lucien le Moine, der wohl noch weiter zulegt – WT95+. Deutlich zu früh war es wohl 2009 auf Sylt für einen Echezeaux von Lucien le Moine. Kräftiges Kirschrot, feine Himbeer- und Sauerkirschfrucht, später auch etwas Veilchen, hohe Säure und immer noch bissige Tannine, tolle, vielversprechende Struktur, wurde im Glas mit der Zeit etwas zugänglicher – 92+/100. Noch etwas verhalten 2017 der Corton Grancey von Louis Latour, der sich aber noch entwicken dürfte – WT91+. Der Chambolle Musigny Vielles Vignes von Fréderic Magnien zeigte 2009 reife, dunkle Früchte, Schwarzkirsche, viel Tabak, kräftige Säure und viel Tannin, schafft den Spagat zwischen vordergründiger Reife und Struktur für längere Lagerung, baut sehr gut und schnell im Glas aus und wurde weicher und zugänglicher – 90/100. Der Clos de Vougeot von Méo-Camuzet war 2013 aus der Halben sehr kräftig mit druckvoller Aromatik und beeriger Frucht, erst ganz am Anfang – 94+/100. Der Nuits-Saint-Georges 1er Cru Les Chaignots von Georges Mugneret war 2009 ein Prachtburgunder in erster Zugänglichkeit! Vollreife dunkle Beeren in getrüffelter Bitterschokolade, kraftvoll und mit samtiger, nachhaltiger Eleganz zugleich. Ein hochspannender Wein mit toller Struktur und schöner Länge am Gaumen – 93/100. Erst ganz am Anfang 2016 der Vosne Romanée Aux Brulées von Potel, kräftig mit schöner Beerenfrucht, guter Struktur und Säure – WT93+. Zeigte sich 2017 etwas offner, dabei sehr elegant und finessig – WT93. In erster Reife, sehr elegant mit feiner Frucht 2015 der Vosne Romanée Les Petits Monts von Potel – WT92. Jung, sehr spannend, mineralisch und lang am Gaumen der Bonnes Mares von Hervé Roumier – WT95. Der Gevrey-Chambertin 1er Cru Craipillot von Gérard Seguin war 2013 ein hedonistisches Wein, kandierte Erdbeeren, explodiert in der Nase und am Gaumen mit dekandenter Süße, balanciert durch gute Säure und stramme Tannine. Einfach Freude im Glas – WT94. Der Chambertin von der Domaine Tortochot zeigte 2013 verhaltene Frucht, deutliche Tannine, Kraft, aber auch eine herbe Bitternote. Da bleibt nur Hoffnung - WT90+. Ein Hammer 2013 der Chambertin von Jean & Jean-Louis Trapet, der mit seiner samtigen, druckvollen Aromatik und der enormen Kraft an die Eisenfaust im Samthandschuh von Chateau Margaux erinnerte, ein großer, in der Jugend sicher schwieriger Wein, der jetzt eine erste Trinkreife erreicht – 95/100. Noch sehr jung mit Mörderpotential 2016 der Chapelle Chambertin von Trapet. Ein derzeit sehr maskulin wirkender Burgunder mit Kraft ohne Ende, aber auch burgundischer Pracht und Fülle und wunderbarer Frucht – WT95. Noch so jugendlich 2017 der Bonnes Mares von Comte de Vogüe mit superber Frucht und guter Struktur – WT94+.

Corton Charlemagne von Bonneau du Martray hatte 2013 in der kräuterigen, sehr frischen Nase feinen Thymian-Honig, am Gaumen sehr mineralisch, Feuerstein ohne Ende, noch so blutjung mit gewaltigem, aromatischem Druck, kann und wird noch zulegen – WT94+. Der Meursault Genevrières von Coche-Dury zeigte 2010 messerscharfe Konturen, so eine unglaublich präzise Struktur, blutjung mit gigantischem Potential, in der Nase dezente Rauchnoten, geröstete Haselnüsse, reife Zitrusfrüchte, am Gaumen mit sehr druckvoller Aromatik und hoher Mineralität – 95+/100. Ähnlich 2015 der immer noch so junge, sehr päzise focussierte, sehr mineralische Meursault Les Perrières von Coche Dury – WT95+. Ein Chassagne Montrachet Tête du Clos von Vincent Dancer war 2011 noch recht jung, viel Holz, viel Vanille, füllig, ausladend, aber auch gute Säure und hohe Mineralität – 91/100. Der Chablis Les Preuses von Vincent Dauvissat wirkte 2013 sehr verschlossen mit vegorenem Apfel, baute nur sehr zögerlich im Glas aus – WT88+. 2015 wie verwandelt. Immer noch so taufrisch, nicht mal ein Hauch von Oxidation, perfekte Kombination aus kalkiger Mineralität, präziser Struktur und Säure eines großen Chablis mit reifer Zitrusfrucht und feinem, burgundischem Schmelz – WT95. Clos des Mouches von Drouhin war 2011 ein gefälliger, unkomplizierter Spaßburgunder mit reifen, gelben Früchten, feinem Schmelz und guter Säure, bleibt lang am Gaumen, ist aber längst nicht so gut wie er teuer ist – 90/100. Rassig und mit perfekter Struktur 2015 der Chablis les Clos von William Fevre mit frischer, süßer Frucht und viel Feuerstein – WT95. Der Meursault Charmes von Comte Lafon war 2013 reif, würzig mit sanfter, fruchtiger Fülle und viel Tiefgang, Charme war bei diesem großen Meursault Programm – 94/100. Eine zweite Flasche Ende 2013 zeigte oxidative Noten und schien sich im Glas verabschieden zu wollen – WT89? Der Meursault Clos de la Barre von Comte Lafon zeigte 2014 keine Spur der Premox-Seuche, war frisch, mineralisch mit floralen Noten in der Nase, mit Zitrusfrüchten und guter Säure – WT92. Eine weitere Flasche 2014 schien leicht abzubauen. Nervig, fruchtig, frisch mit Zitrusfrüchten, gerösteten Haselnüssen und cremiger Textur 2012 der Meursault Les Narvaux von Vincent Girardin - 91/100. Der Meursault Seigneurs de Blagny von den Caves de Hautes Côtes de Beaune war 2009 sehr frisch mit präziser, würziger Frucht, guter Säure und klaren Konturen – 90/100. Ein Meursault von Jaffelin war 2010 eher leichtgewichtig, fein und elegant – WT89. Der Meursault Charmes 1er Cru von Jobard-Morey war 2010 und 2011 mehrfach sehr würzig und mineralisch mit reifer Frucht und nussigem Schmelz, hoch elegant und sehr lang am Gaumen - WT94. Der Puligny Montrachte Les Pucelles von der Domaine Leflaive war 2017 aus der Magnum traumhaft balanciert mit verschwenderischer, nussiger Fülle, aber auch mit Präzision und intensiver Mineralität, hat noch so viel Potential - WT95+. Vanillig, cremig mit viel Holz, eher Kalifornien als Burgund 2013 der Meursault Genevrières von Lucien Le Moine – WT92. Der Puligny Montrachet Les Combettes von Sauzet war 2016 ein sehr kräftiger , immer noch holzbetonter Wein – WT93. Der Puligny Montachet Les Folatières von Sauzet war sehr dicht, kraftvoll, komplex mit Potential für WT93 fünf Jahre später.

Der Hermitage von Chave zeigte sich 2010 in einer erstaunlichen Frühform, allerdings mit spürbaren Tanninen und einer sehr präzisen, geradlinigen Struktur. Ein sehr komplexer, großer Wein, der perfekt über Jahrzehnte altern wird – 95+/100. Der einst so kräftige, tanninige Côte Rotie Brune et Blonde von Guigal zeigte sich 2014 so weich, so schmelzig mit süßer, rotbeeriger Frucht, Finesse und Eleganz pur. Gut, wenn man tief genug rein riecht kommt da der gebratene Schinkenspeck, die Mineralität des Holzkohlengrills, das blutige Steak. Aber alles sehr verhalten und auch nur mit etwas Fantasie. Wer nicht weiß, dass dieser Wein von der Rhone stammt, freut sich über ein großes, burgundisches Gewächs - WT92. Der La Mouline brachte 2012 eine enorme Fülle ins Glas, wirkte süß, üppig und täuschte Reife vor. Aber das ist ein Monster auf dem Wege zur Perfektion mit massivem Tannin- und Säuregerüst, hätte ich gerne in 15 Jahren als 100/100 Star zum Trüffeldinner – 96+/100. Der l´Ebrascade von der Domaine Richaud war 2008 ein sehr fleischiger, würziger, sehr balancierter Wein, der lang am Gaumen blieb. Faszinierende Nase mit großem Beerencocktail und provencalischen Kräutergarten – 92/100.

Beaucastel zeigte sich 2014 erstaunlich weich und zugänglich, mit Kirsche, Schoko und irritierendem Brausepulver, unkompliziert und ohne den nötigen Tiefgang – WT90. Von Bosquet des Papes waren 2009 der A la Gloire de mon Grand Père und der Chante de Merle Vieilles Vignes in der 91-92/100 Liga, wobei der würzige, audrucksstarke A la gloire damals der zugänglichere von beiden war.. Gut antrinkbar auf vielleicht WT94+ Niveau war der mächtige, alkoholische Domaine de la Janasse Cuvee Vieilles Vignes auch 2007 schon, aber eigentlich gehörte dieser Wein nicht auf unseren Tisch, sondern noch für etliche Jahre in den Keller. Von allem zuviel hatte 2007 in diesem frühen Stadium der Chateauneuf-du-Pape La Reine des Bois von der Domaine de la Mordorée. Da hatten einfach die einzelnen Teile noch nicht zueinander gefunden. Wirkte bei aller Mineralität und würziger Frucht nur dick, überladen, üppig, alkoholisch(15%) und etwas diffus, 10 Jahre liegenlassen – WT85+. Der Chateau St. Jean Deus ex Machina war 2010 ein komplexer, druckvoller Traum-Chateauneuf mit herrlicher Kirschfrucht, die mit der Zeit immer süßer mit Marzipan-Anklängen wurde. Klar war da jede Menge Kraft, Alkohol und auch Tannin, aber der Deus ex Machina brachte das alles in unglaublicher Frische und in totaler Harmonie rüber, ein Ausnahmewein mit gewaltigem Potential – 97+/100.

Der Chateauneuf-du-Pape Blanc vom Chateau de la Nerthe war 2010 ein frischer, vielschichtiger Wein mit erstaunlich guter Säure – 90/100.

Der Engelgarten von Marcel Deiss war 2009 ein sehr feinduftiger, eleganter, aber am Gaumen auch sehr komplexer, vielschichtiger Wein mit schöner Länge am Gaumen. Reife Zitrusfrüchte, Orangenschalen und ein markanter Muskatton, dazu eine deutliche Restsüße – WT90. Oxidiert und auf dem Weg ins Jenseits 2015 der Kastelberg le Chateau Grand Cru von Marc Kreydenweiss. Ziemlich ungestüm kam 2008 der viel zu junge Riesling Brand von Zind Humbrecht ins Glas. Sehr kräuterig, leichte Petrolnote, fast etwas ölig wirkend, dabei furztrocken, ein Kraftpaket, das förmlich nach weiterer Lagerung schrie. Unglaublich, wie sich dieser Wein im Glas entwickelte, er wurde komplexer, immer kräuteriger, dazu kamen in der Nase plötzlich feine Honigtöne - WT92+. Wirkte 2013Diffus und reif wirkte 2013 der Riesling Brand von Zind Humbrecht. Füllig, barocke Dimensionen, zuviel Süße, am Gaumen etwas austrocknend. Nein, der steht derzeit neben der Spur und braucht wohl noch 5+ Jahre, hat aber sicher Potential für deutlich mehr als die heutigen 87+/100.

Reif, weich, generös, geradezu schmusig am Gaumen 2010 der Coulée de Serrant, aber irgendwo fehlten auch das Kernige und der Biss der klassischen Coulées – 92/100. Der Sancerre Cuvée Lucien von Raimbault-Pineau mit dem ich 2007 überhaut nichts anfangen konnte, hatte sich 2009 gut entwickelt. Florale Nase mit feinem Muskatton, für einen Sancerre erstaunlich vielschichtig und komplex, auch am Gaumen – 88/100.

Die Cuvée Théodore von der Domaine Avela aus dem Languedoc hatte 2009 eine süße Nase, Weihnachtsgewürz, Zimt, Anis, auch am Gaumen recht süß und etwas bonbonhaft und strukturlos – WT90.

Der Marius vom Vignoble sous le Vent an den Côtes Catalanes war 2009 ein spannender Wein mit viel dunkler, straff gewirkter Frucht, Blaubeere, sehr lakritzig, Teer, geprägt von massiven Tanninen. Ein gewaltiger, fordernder Stoff mit einer Super-Struktur und erstaunlicher Frische, entwickelt sich nur im Schneckentempo –93+/100.

Großer Jahrgang in Deutschland nicht nur für Weißweine. Großer Jahrgang auch für deutsche Rotweine aus praktisch allen Anbaugebieten. Die meisten Weine, insbesondere die Weißen, waren mit ihrer betörenden, saftigen Opulenz bereits früh sehr gut trinkbar.

Sehr spannend mehrfach 2011 bei Stappen die Walporzheimer Gärkammer Spätburgunder 1. Gewächs von Adeneuer. Heiß war der Sommer 2005, und in der Lage Gärkammer, bei der der Name Programm ist, ohnehin. Man spürt die Hitze, die reife Frucht, schon eher in Rumtopf eingelegte Beeren, aber auch die Mineralität der Schieferböden, die gute Struktur, die Länge und die cremige Dichte. Dieser aromatische Druck macht wett, was an Komplexität und Finesse gegenüber einem großen Pinot fehlt. Ein Klassewein mit genug Tannin für eine längere Entwicklung – 94/100. 2012 legte dieser Wein weiter zu, da war ich mehrfach bei WT95.

Der Malterer von Huber war 2012 aus mehreren Flaschen in Bestform, großer Burgunder mit süßem Schmelz, exotischer Frucht, feiner, nussiger Barriquenote und endlosem Abgang – 95/100. Der Weißburgunder SJ von Johner war 2007 sehr füllig, weich, mit cremiger Struktur, reintöniger Frucht und reifer, harmonischer Säure, wirkte zugänglich und voll trinkbar – 89/100.

Die Bombacher Sommerhalde von Huber brachte 2011, 2012 und 2013 bei Jörg Müller aus der Magnum badische Fülle mit burgundischer Struktur, herrliche Frucht, feiner, süßer Schmelz, ein absolut stimmiger Wein – 93/100. Sehr fein, sehr burgundisch, Eleganz pur 2014 das Wildenstein GG von Huber – WT95. Auch 2015 aus der Magnum war das Burgund vom Allerfeinsten, so finessig, mineralisch und elegant – WT95. Kurz darauf aus der Magnum 2014 elegant, zurückhaltend, noch etwas verschlossen – WT93+. Der Spätburgunder Selektion A vom Weingut Franz Keller war 2011 ein molliger, warm-würziger, gut gereifter Spätburgunder, dem aber der letzte (und auch der vorletzte) Kick zur Größe fehlte – 87/100. Beim Kanzel Pinot Noir von Henrik Möbitz war 2013 Eleganz pur im Glas, feine Beerenfrucht, filigran und tänzerisch in der Anmutung, mit der knackigen Säure eine Art roter Riesling, angenehm verhaltene 12% Alkohol - WT90. Der Rhini Spätburgunder von Ziereisen aus der Magnum hatte 2013 traumhaft präzise Frucht, reife Schwarzkirsche, ein Hauch Maulbeere, dazu eine unglaubliche, kalkige Mineralität, schlank im positiven Sinne mit perfekter Struktur, noch so unglaublich jung mit Potential für lange Jahre - WT94. 

Der Sylvaner Myophorium von Johannes Ruck erinnerte 2008 spontan an einen Spaziergang am Meer, Algen, Jod, Nordseeluft, Muschelkalk. Dazu kamen eine deutliche Holznote und reichlich Vanille, sowie mit der Zeit eine immer stärkere, kräuterige Aromatik. Ein spannender, eigenständiger Wein mit Potential - WT89+. Der Iphöfer Kronsberg Riesling GG von Wirsching war 2008 voll da, spontan anmachend und animierend mit saftiger Frucht und guter Fruchtsüße, sehr mineralisch, fränkisch-erdig, ein Wein mit viel Biss, der unglaublich viel Spaß machte – 92/100.

Gut 2011 ein Centgrafenberg Spätburgunder R von Fürst, filigran mit feiner Frucht und verhaltener Süße – 90/100. Der Hundsrück Spätburgunder GG von Fürst wirkte 2016 immer noch frisch und trank sich sehr schön mit guter, stützender Säure – WT95.

Eine Entdeckung war 2007 im Monkeys bei Billy Wagner die Dhron Hofberg Reserve von Adam aus einer mühsam rekultivierten, verwilderten Steillage, von der es gerade mal 700 Flaschen gab. 9mal hatte ich diesen Wein, der sich über die Jahre kontinuierlich steigerte, im Glas. 2013 war die 10. Flasche (#65/700) ein perfekt gereifter Moseltraum. Fruchtsüße, sensationelle Schiefernase, süßer, mineralischer Schmelz auch am Gaumen, so stimmig, so harmonisch, eher filigran als Hammerteil, jetzt und wohl noch für etliche Jahre voll auf dem Punkt - 96/100. 2016 war das immer noch ein sehr faszinierender Wein, sehr mineralisch, traumhaft balanciert mit toller Extraktsüße und guter Säure, der aber etwas in die Breite ging – WT94. Reif, superb, sehr mineralisch, Petrolnote, schlank, gute Säure, feine Süsse 2012 die Eitelsbacher Karthäuserhofberg Auslese trocken „S“ - 93/100. Die Brauneberger Juffer Sonnenuhr Spätlese von Fritz Haag war 2009 die frisch-fruchtige, sehr extraktreiche, den Gaumenfluss animierende Leichtigkeit(nur 7.5%) des Seins – 92/100. Die Spätlese trocken von Haag wirkte 2009 bei Jörg Müller petrolisch-mineralisch und etwas freudlos – 87/100.

Einen Dreier-Tastingflight Ürziger Würzgarten von Loosen habe ich 2007 im Troquet in Boston gewählt. gewählt. Am besten von den drei Rieslingen gefiel mir der Kabinett. Glasklare, apfelige Frucht, kackige Säure, frisch, sehr mineralisch, hoher Extrakt, einfach lecker und schon sehr gut zu trinken, ein Bilderbuch-Kabinett – 91/100. Da tat sich die deutlich fülligere Spätlese sehr schwer gegen. Sie wirkte etwas diffus und war wie die Auslese sicher nicht im besten Trinkstadium. An diesem Abend waren da nicht mehr als 87/100 im Glas, aber das kann sich in den nächsten Jahren geben. Gleiches gilt für die Auslese, sehr süß wirkend, etwas zuwenig Säure, reife Birne, fast schon so etwas wie Birnendicksaft – 90/100.

2007 konnte ich die komplette Palette der Heymann Löwenstein Wein probieren. Schon recht gut zu trinken war der Schieferterrassen. Ein dichter Wein mit faszinierender Nase, reifer Säure, feiner Mineralität, klarer, schmelziger Frucht, am Gaumen eher etwas einfacher und rustikaler. Ein wunderbarer Zechwein – 87/100. Im Vergleich dazu deutlich besser Vom Blauen Schiefer. Ein sehr feiner, eleganter, dezenter, weicher Wein, deutlich mineralischer als Schieferterrassen, spielerisch tänzelnd, wird am Gaumen immer schöner – 91/100. Erstaunlich säurearm der Kirchberg. Satte, pralle Frucht, ein üppiges, fast etwas korpulentes Teil, das sicher noch 1-2 Jahre braucht, um runder zu werden – 90/100. Sehr frisch mit guter Säure dann Stolzenberg. Animierend, macht am Gaumen viel Spaß, in der Stilistik dem Blauen Schiefer nicht unähnlich – 92/100. Ein Pfirsich-Turbo dann der Röttgen. Die reife, konzentrierte Frucht des Kirchberg kombiniert mit der Finesse des Stolzenberg, baute toll im Glas aus und war bereits mit viel Genuss zu trinken. Wir waren uns einig, da fing jetzt großer Wein an – 94/100. Der Röttgen Alte Reben hätte da noch mal einen draufsetzen müssen, aber der hatte einen dermaßen üblen Kork.

Bei den Uhlens begann jetzt die Jungwein-Kaffeesatzleserei. Die waren alle drei eindeutig noch zu jung. Sehr fein und zurückhaltend Uhlen B, ein konzentrierter Stolzenberg mit doppeltem Turbolader, braucht sicher noch 3-4 Jahre um dann als Eleganzmonster zu überzeugen – 91++/100. Ein sehr zugeknöpftes, irres Konzentrat, das sich nur ganz zögerlich im Glas entwickelte, dann der Uhlen L. braucht ebenfalls noch etliche Jahre und hat das Potential zum 95/100 Wein, vielleicht sogar noch mehr. Der sicher größte der drei Uhlens dann der Uhlen R. Da war sie wieder, die flüssige Gesteinsprobe. Ein sehr delikater Wein mit guter Säure und gewaltigem Potential. Natürlich kann man so etwas heute schon trinken – das haben wir ja auch gemacht – doch dann entgehen einem etliche der 97/100, die hier in 5 Jahren mal im Glas sein könnten.

Schlichtweg genial mit guter Mineralität, herrlicher Frucht und reifer Fülle 2016 auf Sylt das sehr komplexe, großartige Kaseler Nieschen GG von Kesselstadt - WT95. Sehr mineralisch 2015 das Erdener Treppchen Auslese trocken** von Molitor, das sich aber im jetzigen Stadium einen Tick zu süß und zu mollig präsentierte – WT92. Um Längen drüber 2016 das Erdener Treppchen Auslese***, reifer Weinbergpfirsich in frisches Heu gerieben, tiefe Schiefermineralität, Kraft, Finesse und irre Länge – WT97. Die Graacher Himmelreich Auslese** feinherb von Molitor hatte 2014 eine unglaubliche Kraft und Fülle und war mit cremiger Frucht und guter Mineralität auf dem Weg zum Riesen – WT93+. Ein Monument im Werden 2010 die trockene Niedermenninger Herrenberg Auslese*** von Molitor, sehr jung, aber schon faszinierend mit viel Schiefer, cremiger Textur, Kraft, Fülle und gewaltiger Struktur, noch irgendwie etwas unfertig, aber schon so lang am Gaumen – WT92+ mit Potential für WT96+. 2014 immer noch nicht in der besten Phase, wirkt auf extrem hohem Niveau etwas zu süß und diffus trotz gewaltiger Struktur und Mineralität, in 10 Jahren kommt da aber ein Riese ins Glas - WT94+. Öffnete sich 2015 aber nur in ganz kleinen Schritten. Man spürt die gewaltige Substanz dieses Weines und hofft, dass davon noch etwas da ist, wenn er in 10 Jahren richtig aufblüht – WT95. Die Scharzhofberger Spätlese von Egon Müller war 2010 sehr mineralisch, hoch elegant und finessig mit knackiger Säure und hohem, aromatischem Druck am Gaumen – WT93. Erstaunlich gut trinkbare 2009 schon die Wehlener Sonnenuhr Auslese von JJ Prüm mit ihrem faszinierenden Süße-/Säurespiel, der hohen Extraktdichte und dieser faszinierenden Leichtigkeit - WT93. Zeigte auch 2015 jugendliche Süße, Säure und Rasse – WT93. Die Wehlener Sonnenuhr Auslese GK von JJ Prüm war 2013 auf Sylt aus der Magnum ein schmelziger Traum – WT95. Die Wehlener Sonnenuhr Spätlese von JJ Prüm war zuletzt 2014 süß, weich, sehr füllig mit erstaunlich wenig Säure – WT92. Voll auf BA Niveau 2012 eine absolut großartige Scharzhofberger Auslese von Van Volxem – WT94. Der Bernkasteler Doctor Erstes Gewächs von Wegeler Deinhard hatte 2007 sehr schöne, reife Frucht, hohe Mineralität, cremige Textur, präsente, aber reife Säure, für einen trockenen Moselwein erstaunlich füllig, dabei erfrischend und animierend am Gaumen – 92/100.

Der Brauneberger Klostergarten Pinot Noir trocken*** von Molitor war 2005 ein netter, gefälliger, molliger Wein, mineralisch mit feiner Himbeernote – WT89.

Die Bacharacher Hahn Riesling Auslese von Toni Jost war 2006 saftig, füllig, frisch und finessig mit feiner Boytritis– 91/100.

Immer noch so jung zuletzt 2013 und 2014 mehrfach die Hermannshöhle GG von Dönnhoff mit unerhörter Mineralität, messerscharfer Präzision, knackiger Säure und feiner Frucht, kann und wird noch zulegen – WT95+. 2015 in einer Probe eine irritierend weite Flasche – WT93. 2016 trotz aller Fülle ein sehr spannender Wein – WT95. Sehr mineralisch mit feinem Süße-/Säurespiel und mit faszinierender Leichtigkeit, kann sicher gut mit den Besten von der Mosel mit, 2013 die Hermannshöhle Spätlese von Dönnhoff – WT94. Gleichfalls mehrfach 2013 und 2014 immer noch jugendlich-fruchtig, sehr mineralisch und mit knackiger Säure das betörende, sicher noch langlebige Dellchen GG von Dönnhoff - WT93. Wirkte 2015 in einer Probe erstaunlich weich und reif – WT91. Die Monzinger Frühlingsplätzchen Spätlese trocken von Schäfer Fröhlich war 2008 ein sehr mineralischer Wein mit reifer, zitroniger Frucht, kräuteriger Würze, kräftiger Säure und sehr präziser Struktur. Entwickelte sich wunderbar im Glas und entwickelte mehr und mehr Fülle – 92/100. Ein Prachtstück 2008 im Villino das Halenberg GG von Schäfer-Fröhlich. Rainer Hörmann hatte diesen Wein rechtzeitig dekantiert und große Gläser bereitgestellt. Unglaublich, was da abging und wie dieser Riesling von Weltformat weiter zulegte. Bei diesem straff gewirkten Musterbeispiel von Mineralität stimmte einfach alles, satte, wohldefinierte Frucht, reife, intensive Säure, unglaubliche Komplexität und Länge – 95/100.

Der Oestricher Doosberg Riesling Drei Trauben von Peter Jacob Kühn zeigte 2008 auch der eine gute Mineralität, aber es war vor allem die verschwenderische Aromatik, die fast etwas barocke, grandiose Fülle dieses fantastischen Weines, die begeisterte – 95/100. Die Hochheimer Hölle Goldkapsel trocken von Künstler wirkte schon 2007 im Villino mit ihrer satten Frucht irre zugänglich und voll da, zumindest nach dem Dekantieren. So aber saßen wir staunend und fast vor Freude glucksend vor einem sehr extraktreichen Prachtriesling mit unerhörter Mineralität, der bei aller stoffiger Fülle so unglaublich elegant, finessig und fast filigran war. Ein riesengroßer Wein, der sich trotz aller Frühreife über lange Jahre entwickeln und durchaus noch etwas zulegen dürfte- 95/100. 2012 im Rüen Thai ein schlichtweg genialer Prachtriesling, der vor Mineralität nur so strotzte, voll stoffiger Fülle, sehr würzig und dabei doch so unerhört elegant und finessig – 96/100. Zuletzt 2013 bei Stappen und 2014 wieder noch so jung wirkend, kräftiges Goldgelb, sehr kraftvoller Auftritt mit hoher Mineralität und schon fast burgundischen Konturen, feine Extraktsüße, sehr spannend mit enormem Tiefgang, sehr langer Abgang und Gläser, die viel zu schnell leer sind – 96/100. 2014 bei Jörg Müller meine beste Flasche – WT97. 2015 in einer Probe etwas zu reif und gefällig – WT93. 2016 baute die Hölle enorm aus, wurde komplexer und entwickelte durchaus burgundische Konturen mit hoher Mineralität und guter Säure – WT96.

Der Hochheimer Stielweg Alte Reben Riesling QbA von Künstler wirkte 2006 noch sehr jung mit primären Apfelaromen und reifer Birne, noch leicht moussierend - WT88. Das Kirchenstück 1.G aus der Doppelmagnum von Künstler war 2009 in echtes Monument, ein großartiger Wein, der jetzt und hier alles zeigte, was er drauf hatte. So komplex und extrem vielschichtig, sehr mineralisch und mit druckvoller Aromatik, so eine Art Montrachet aus dem Rheingau – 95/100. Die Rüdesheimer Magdalenenkreuz Spätlese von Leitz war 2007 so fein und spielerisch elegant tänzelte dieser Wein auf der Zunge – 90/100. Schlossberg Alte Reben von Leitz war 2010 hoch spannend, sehr komplex und machte auf hohem Niveau einfach hemmungslosen Trinkspaß – 94/100. Der Sauvigvon Blanc Von der Insel Mariannenaue von Schloß Reinhardshausen war 2006 mit seiner pikanten Frucht, seiner Frische und der guten Säure ein unkomplizierter, erfrischender Sommerwein – 87/100. Der Hattenheimer Nussbrunnen 1.G von Balthasar Ress war 2007 wie fast alle 2005er voll da und sehr gut trinkbar mit satter Frucht und guter Säure – 90/100. Die Oestricher Lenchen Spätlese 303 von Spreitzer war 2007 in jugendlicher Frühform mit reifer, offener Frucht, toller Säure und Schmelz bis zum Horizont – 93/100. Immer noch recht jung und bissig 2008 mit Zitrusaromen und frischem Apfel der Rüdesheimer Berg Schlossberg Erstes Gewächs von Wegeler. Brauchte viel Luft und kam dann besser – 88/100. Das Kiedricher Gräfenberg GG von Weil war 2007 mineralisch, kraftvoll mit schöner Frucht und cremiger Textur, ein frühreifer, sehr gut balancierter Riesling 93/100.

Der Hasensprung von Dreissigacker hatte 2010 eine cremige Textur, aber auch Spannung und Komplexität, knackige Säure – 91/100. Das Nackenheimer Rothenberg GG von Gunderloch war 2008 ein Wein mit immenser Strahlkraft, bei dem nicht nur Frucht und Mineralität stimmten, sondern auch die Struktur – 93/100. Der schlichtweg atemberaubende, sprachlos machende G Max von Keller sprengte 2012 auf Sylt mit seiner explosiven Aromatik, seiner Dichte und Komplexität, aber auch seiner süchtig machenden, offenen Art alle Dimensionen. Keine Ahnung, warum mich an diesem Nachmittag der Geiz ritt, und ich für dieses singuläre Weißweinerlebnis „nur“ 98/100 gegeben habe. Zuletzt 2014 etwas verschlossener und verhaltener, dabei sehr elegant und absolut stimmig. Er hätte sicher gut 2 Stunden in der Karaffe gebraucht – WT94+. Der barocke, füllige und trotzdem rassige Hubacker, der schon seit 2007 häufig immensen Spaß gemacht hatte, zeigte sich 2014 im Berens am Kai in Bestform und explodierte förmlich in der Nase und am Gaumen. In seiner Fülle und überbordenden Aromatik walzte dieser Hubacker den armen G-Max förmlich platt – WT97. Danach noch zweimal in 2014, auch auf Sylt, und 2015 wieder mit konstant WT95-96. Brillierte 2016 mit der leicht barocken Hubacker-Struktur, gepaart mit Eleganz, gewaltigem Druck und enormem Tiefgang. Viele 2005er sind inzwischen breit und süß geworden. Nicht der hier, der hat seine Klasse behalten. Irre, wie dieses Zeugs im Glas ausbaute - WT97. Das Kirchspiel GG von Keller kam zwar 2007 bei Winkler in Aschau zu Anfang ganz schön stramm ins Glas, entwickelte sich aber rasch und wurde zugänglicher. Perfekte Frucht, reifer Pfirsich, Mirabelle, an Kalkstein erinnernde, intensive Mineralität, für 2005 erstaunlich knackige Säure, perfekte Balance und Struktur, vielschichtig, fantastischer Spagat zwischen aromatischer Dichte und subtiler Eleganz, großes Entwicklungspotential – 95+/100. 2014 war das wieder ein sehr feiner Wein mit exotischer Frucht, wunderbarer Fruchtsüße und schönem Spiel am Gaumen, sehr frisch wirkend mit guter Säure – WT94. Auch 2016 aus der DM auf diesem Niveau. Die Monsheimer Silberberg Rieslaner Auslese von Keller hatte 2008 mit ihrer wunderschönen, traubigen Süße und der cremigen Frucht schon hohen Suchtfaktor und ging eher als BA durch, denn als Auslese – 93/100. Reif, weich und zugänglich mit süßer, reifer Frucht, aber wenig Säure war 2015 der Morstein GG von Keller, da fehlten Struktur und Biss, die Klaus Peter Kellers hochklassige, heutige Morsteins auszeichnen – WT90. Dramatisch besser 2017, deutlich komplexer und mit mehr Tiefgang, in der großartigen, molligen Fülle an einen Batard Montrachet erinnernd – WT96. Die Morstein Riesling Auslese*** von Keller war 2007 in der Sansibar ein üppiger Aprikosen-Turbo im BA-Bereich, recht süß mit guter Säure, dem vielleicht etwas die Struktur fehlte, um ihn solo zu genießen, zum Kaiserschmarrn passte er jedoch perfekt – 93/100. Viel Fülle, aber wenig Rasse zeigte 2013 ein Rothenberg Wurzelecht von Kühling-Guillot - WT89. Eher maskulin, sehr kräuterig und leicht lakritzig, sehr druckvoll, lang und groß 2016 der Hipping von St. Antony - WT95. Sehr mineralisch, aber auch offen mit süßer, schmelziger Frucht und guter Struktur 2016 der Pettenthal von St. Antony - WT94. Zu süß und dadurch unbalanciert wirkend 2015 der Siefersheimer Heerkretz von Wagner-Stempel – WT86.

Herb und männlich 2013 der in der Nase schwierige FR Spätburgunder von Keller. Der trocknet entweder aus, oder wird in 5-10 Jahren mal ein Riese - 87/100. Der Dalsheimer Bürgel Spätburgunder trocken „Felix“ von Keller wirkte zwar 2008 noch etwas jung war aber ein gelungener Spätburgunder aus einem Guss, bei dem von der Nase bis zum Abgang alles stimmte – WT89+.

Die Deidesheimer Hohenmorgen Spätlese trocken von Bassermann-Jordan war 2008 aus der Doppelmagnum erstaunlich schlank, sehr mineralisch und mit strammer Säure - 89/100. Der Ruppertsberger Reiterpfad 1. G des Reichsrat von Buhl war 2007 erstaunlich zugänglich und offen, mineralisch, fruchtig, saftig und sehr frühreif wirkend - WT93. Eine weitere Flasche 2007 zeigte störende, leicht blecherne Töne und wirkte unausgewogen – WT89. Sehr saftig mit fruchtiger Fülle und feiner Fruchtsüße 2011 bei Jörg Müller ein Deidesheimer Hohenmorgen GC von Bürklin-Wolf, sehr mineralisch und edel-rustikal im langen Nachhall – 92/100. Zuletzt 2013 mit reifen, gelben Früchten, cremiger Textur und burgundischer Pracht und Fülle, sehr mineralisch und nachhaltig im Abgang, baut unglaublich im Glas aus mit sehr langem Abgang - WT95 . Burgundische Pracht und Fülle brachte 2013 bei Jörg Müller der weiche, schmelzige Jesuitengarten GC von Bürklin-Wolf mit intensiver, kalkiger Mineralität - WT95. Eine weitere Flasche Ende 2013 deutlich jünger – WT94+. Ein Traum 2014 bei Jörg Müller, rassig, sehr mineralisch, kalkig, noch so jung und vibrierend – WT95. Das Kalkofen GC von Bürklin-Wolf war 2014 auf Sylt im positiven Sinne schlank, sehr gute Säure, kalkige Mineralität, sehr rassig mit puristischer Frucht und guter Zukunft – WT93. Mit burgundischer Fülle brillierte 2014 das Kirchenstück GC von Bürklin-Wolf, noch so blutjung, feiner Schmelz, kräftige, aber reife Säure, enorme Kraft und Länge, erst ganz am Anfang, da kommt noch deutlich mehr – WT95+. Perfektion 2017, süchtig machend die Traumnase, am Gaumen eine einfach göttliche Kombination aus Schmelz und Struktur, so lang, so mineralisch mit unglaublichem Tiefgang – WT99. Pechstein GG von Bürklin-Wolf war 2013 im Rüen-Thai üppiger, fülliger und extraktsüßer als der 2002er, aber auch mit weniger Struktur und Säure – 91/100. Hatte 2016 auf Sylt deutlich zugelegt, zeigte sich erstaunlich schlank und präzise mit immer noch guter Säure – WT94. Der Ruppertsburger Hoheburg Riesling Faß #57 von Bürklin-Wolf aus der Magnum hatte 2012 und 2013 eine spannende, vielschichtige Nase mit reifer Frucht, Kräutern und Minze, am Gaumen sehr mineralisch mit fantastischer Struktur, immer noch so jung mit gewaltiger Länge – 95/100. Unverändert 2015 aus der Doppelmagnum und 2017 aus der Magnum – WT95. 2017 bei den Cellar Devils sehr würzig, kraftvoll, mit viel Druck und Länge, großem Trinkspaß, aber absolut trocken mit großartiger Struktur – WT96. Ungeheuer gut war 2015 das Ungeheuer GC von Bürklin-Wolf, sehr mineralisch mit großartiger Fülle – WT94. Auch 2015 auf Sylt sehr mineralisch mit feiner Kräuternote, cremiger Textur, viel Druck und schöner Länge -WT94. Fülliger, saftig, offen und zugänglich überzeugte schon 2007 und später wieder 2011 und 2012 aus der Magnum und 2014 mehrfach aus der 1tel der grandiose, füllige Idig GG von Christmann – 95/100. Bei der Essinger Sonnenberg Riesling TBA von Frey wurde 2006 am Gaumen der große Samtteppich ausgelegt, mit feiner Frucht und guter Säure – 96/100. Die Kallstadter Saumagen Auslese trocken R von Koehler-Ruprecht wirkte 2016 auf hohem Niveau etwas korpulent mit deutlich weniger Struktur – WT92. Sehr komplex und über Stunden ausbauend 2014 der Philippi Chardonnay, der mit seiner messerscharfen Präzision und der mineralischen Herbe an große Raveneaus erinnert – WT93+. Burgundisch im besten Sinne 2016 der sehr feine Pinot Blanc von Phlippi mit generösem Schmelz – WT91. Mit mineralischer Dichte, cremiger Textur und gewaltiger Länge überzeugte 2013 und 2014 das Kastanienbusch GG von Rebholz - 95/100. Beim Siebeldinger Im Sonnenschein Riesling GC von Rebholz war 2012 der Name Programm war. Sonnenschein pur, aber nicht brüllend heiß mediterran, sondern nordisch, kühl, elegant und doch so intensiv mit ewiger Länge, cremig und pikant zugleich, ein sehr komplexer, vielschichtiger Riesling – 94/100.

Der zu Anfang leicht animalisch wirkende HE Pinot Noir Tafelwein Rhein, Abfüller Friedrich Becker startete 2011 trotz der deutlich spürbaren, hervorragenden Anlagen recht verhalten. Doch mit viel Zeit und Luft im Glas drehte dieser Wein enorm auf, wurde immer vielschichtiger und länger, ein großer, komplexer Pinot – 94/100. Viel Holz, viel Vanille, viel Süße zeigte 2011 der Pinot Noir von Friedrich Becker, hat gutes Rückrat und sicher Potential, entwickelte sich im Glas, sollte das aber lieber noch ein paar Jahre im Keller tun – 93+/100. Der Kammerberg Spätburgunder 1.G von Friedrich Becker hatte 2010 in Patricks Seafood eine geile, druckvolle Nase mit frischen Kräutern, Rosmarin, am Gaumen kräftig, zupackend mit noch deutlichem Tanningerüst - 92+/100. Der Pinot Noir vom Hirschhornerhof war 2010 mehrfach ein sehr feiner, sehr eleganter, nobler Wein mit wunderbarer, feiner Beerenfrucht, am Gaumen trotz der eher leisen Töne sehr nachhaltig und lang – 92/100. Sehr feinduftig und elegant 2014 der Philippi Pinot Noir – WT91. 2015 aus der ½ auf Sylt noch offener und druckvoller – WT93. Der Black Print Cuvée von Markus Schneider hatte 2005 auf Sylt explosive Frucht, Kirsche, Cassis, Brombeere, schmelzige Röstaromatik von klug eingesetztem Holz, am Gaumen modern, gefällig, aber eben auch mit einem Schuss Hedonismus und Lebensfreude – 90/100. Mit ziemlich heller, blasser Farbe und deutlichen Alterstönen floss 2008 der zunächst doch sehr harmlos wirkende Gräfenhausener Spätburgunder der Südpfalz Connexion ins Glas, entwickelte sich, bekam mehr Tiefgang und auch etwas Biss, blieb dabei aber elegant, seidig und feinwürzig – 86/100.

2007 in der Wiin Kööv gabs den Grauen Burgunder „R“ von Klaus Zimmerling aus Sachsen-Pillnitz. Nur in halben Flaschen wurde dieses mächtige Teil mit 14,5% Alkohol abgefüllt, das auch vom Kaiserstuhl kommen könnte. Reife Frucht, eine große Obstwiese und kräftige Struktur. Voll und kräftig am Gaumen mit langem Abgang – 89/100.

Eine reife Honignase hatte 2008 eine Untertürkheimer Gips Auslese von Aldinger, dazu eine an Muschelkalk erinnernde Mineralität – 87/100.

Lange hat er dafür gebraucht. Aber exotisch, üppig und animierend war dann mehrfach in 2013 der Trilogia von Kokkalis, der sich langsam aus seinem strammen Tanningerüst rausschält und noch zulegen dürfte - 93+/100. Ging zuletzt 2013 auf Sylt in der bisher besten Flasche als so eine Art griechischer Mouton auf WT95 Niveau durch.

Gilt nicht als ein großer Jahrgang im Piemont, aber sehr zugängliche Weine, die schon früh gut trinkbar sind. Ich habe bisher hauptsächlich gute Erfahrungen gemacht.

Der Barolo Romirasco von Aldo Conterno hatte zwar 2010 die typische Barolo-Säure und ein mächtiges Gerüst reifer Tannine, wirkte aber erstaunlich reif, weich und mit deutlicher Bordeaux-Affinität, Edelhölzer, Leder, Kaffee, Schoko und ein wunderbarer Schmelz - 92/100. Ein Traum 2013 der Barolo Gran Bussia von Aldo Conterno, der betörende Duft einer Baccara Freilandrose, Teer, Lakritz, altes Sattelledrr, süßer Schmelz, gewaltiges Rückrat, heute 96/100, morgen vielleicht noch mehr. Der Barolo Cascina Francia von Giacomo Conterno wirkte 2016 voll da mit wunderbarer Fruchtsüße und mit dem Duft wunderbarer Rosen auf frisch geteerter Straße. Die weich wirkenden Tannine täuschten aber darüber weg, dass dieser Wein noch eine lange Zukunft hat, und das Beste vielleicht erst noch kommt – WT95. Ein offener, süßer, sehr vielschichtiger Traum 2015 der sehr balancierte Barbaresco Asili von Giacosa aus der Magnum – WT95. Auch aus der 1tel 2015 so stimmig, so elegant, so verführerisch mit durchaus präsenten, aber reifen Tanninen, locker WT95. Gleiches Niveau 2015, aber völlig andere Stilistik der wuchtige 2005 Barbaresco Santo Stefano di Nieve von Giacosa mit massig dunkler Frucht, wunderbarer Mentholfrische, deutlichem Rückgrat und massiveren Tanninen, so unglaublich druckvoll am Gaumen, Potential für lange Jahre - WT95. Erstaunlich weich, offen und elegant 2013 zu Anfang der Barbaresco Falletto Rabaja von Bruno Giacosa mit kräuterig-lakritziger Nase und Veilchen, auch am Gaumen erst offen, doch mit der Zeit schleichen sich immer mehr die mächtigen Tannine an – 92/100. 2014 wie ein großes Rosenbeet auf der frisch geteerten Autobahn wirkte offen - WT94. Zupackend, kernig aber auch offen, süß und würzig 2013 mehrfach der Barolo Campé von La Spinetta - 92/100. Würzig, offen mit süßer Frucht 2012 der Starderi von La Spinetta – WT93. Auch 2016 wieder – WT92.

Were Dreams von Jermann war 2008 auf hohem Niveau Chardonnay-klassische Langeweile. In fruchtigen Nase etwas Gummibärchen, am Gaumen Bittermandeln, füllig, stoffig, aber eben nicht spannend, gutwillige WT90.

Der Brunello Pian del Vigne von Antinori lag 2011 um Welten unter seinem Gegenstück aus 2004. Mehr Säure, weniger Kraft, erstaunlich reife Farbe, feine Süße, kräuterige Note, vielleicht nicht die beste Flasche – 87+(?)/100. Sehr charmant, füllig, mineralisch und rauchig, aber nicht sonderlich komplex 2014 der Il Caberlot – WT92. Der Ombro von Cupano war 2008 ein feiner, toskanischer Charmeur mit viel reifer, pflaumiger Frucht, samtiger Textur, reifen Tanninen und bemerkenswerter Frische – 90/100. Der Brunello von Poggio di Sotto war für mich 2014 sehr häufig der Cheval Blanc der Toskana mit unnachahmlicher Eleganz, aber auch gewaltigem, aromatischem Druck. Ein Traum in Seide, der im Glas zunehmend die Pracht und Fülle eines großen Burgunders von der Côte de Nuits entwickelte – WT95. Frisch und fruchtig, dabei trotz der Tannine sehr gefällig und lecker 2009 der nicht sonderlich komplexe Luce – 88/100. Den Marziacanale aus Kampanien empfand ich 2008 einfach nur als pappsüß, überfruchtet, offensichtlich und aufdringlich – 83/100. Masseto war 2009 viel zu jung natürlich mit tiefdunkler, undurchsichtiger Farbe, aber trotzdem schon mit unglaublicher Faszination. Satter Kirschlikör mit Bitterschokolade. Ein gewaltiges, dichtes, komplexes, hocharomatisches Teil, das vor Kraft kaum laufen konnte – 96+/100. Ornellaia war 2012 aus der Magnum ein sehr zugänglicher, feiner Wein für den frühen Genuss – WT93. Der Morellino di Scansone von der Le Pupille war 2007 Unkomplizierter und bezahlbarer Genuss mit Frucht, Fülle, samtigen Tanninen - WT86. Solaia wirkte 2009 offen, sehr süß, fruchtig, aber auch etwas diffus, ließ die klassische Struktur und Größe guter Solaias vermissen – 86?/100. Von Tolaini wirkte 2009 auf Sylt der in modernem Stil gemachte Picconero üppig, süß und ausladend – WT88. Der Valdisanti des Gutes war kräftiger, dichter und authentischer – WT90.

Ein Greiveldenger Hütte Grand Premier Cru von Beck-Frank aus Luxemburg war 2017 frisch, schlank, im besten Sinne harmlos, aber gut trinkbar – WT86.

Sehr schön zu trinken mit würziger Frucht, aber nicht in der üblichen Knoll-Klasse 2008 ein Grüner Veltliner Loibenberg Smaragd von Knoll – 91/100. Der Grüne Veltliner Vinothek von Knoll war 2007 ein würziger, fülliger, kräftiger Wein, der aber auch etwas gewöhnungsbedürftig war, hatte nicht nur Extraktsüße und die bei Wachauer Smaragden gar nicht so seltene Boytritis, sondern wohl auch echte Restsüße und erinnerte etwas an Vendanges Tardives aus dem Elsass – 92/100. Eher so eine Art Winterriesling war 2015 der sehr reif und schon etwas über den Punkt wirkende Loibner Riesling Smaragd Vinothekfüllung von Knoll mit Bratapfel statt Frucht – WT89. Der Dürnsteiner Schütt Riesling Smaragd von Knoll schien 2007 ein völlig neuer Stil zu sein, beliebig, gewöhnlich, banal – 89/100. Der Grüne Veltliner von Loimer war 2007 ein Spaßwein par Excellence. Der Grüne Veltliner Käferberg von Loimer war 2017 noch so frisch, so stimmig, einfach groß – WT94. Der Riesling Steinmassl von Loimer war 2008 auf Sylt ein saftiger, eleganter, sehr mineralischer Riesling mit reifem Pfirsich, noch sehr jung, aber wir gaben ihm nicht viel Zeit, länger zu altern. Schmeckte einfach verdammt gut – 91/100. Schlank, frisch mit reifer Stachelbeere und guter Säure 2009 ein Neumeister Klausen Sauvignon Blanc – 87/100. Der Grüne Veltliner Faß Nr. 4 von Ott war 2206 einfach ein animierender, pfeffriger, frischer und trotzdem sehr nachhaltiger Charakterwein – 91/100. Der Kellerberg Riesling Smaragd von F.X. Pichler war 2007 ein bereits sehr gut zu trinkender Wein mit satter Marille und Weißem Pfeffer, aber auch etwas vordergründig und korpulent wirkend – 91/100. Der Riesling Smaragd Wachstum Bodenstein vom Prager hatte 2008 unerhörte Mineralität, reife, aber feine Steinobstfrucht, geschmeidig, rassig, kein Hammer, sondern Eleganz pur, sehr tiefgründig und lang, gute Säure – 94/100. Eine Welschriesling TBA von Paul Rittsteuer aus Rust hatte 2011 eine sehr reif wirkende, dunkle Farbe wie ein alter Cognac, war sehr süß und karamellig mit wenig Säure, war weich, unkompliziert und wirkte etwas breit – 87/100. Ein Gelber Muskateller Kaiseregg vom Weingut Strablegg-Leitner war 2006 ein sehr aromatischer, frischer, furztrockener Holunder-Cocktail, der sich sehr gut als Aperitif eignete – 90/100. Der Eiswein vom Grünen Veltliner vom Weingut Türk hatte 2009 Ananas, reife Zitrusfrüchte, Honig, am Gaumen sehr cremig mit animierender, etwas verhaltener Säure, sehr lang, wirkt immer noch etwas jung mit viel Babyspeck – 91/100.

Wild-exotischen 2012 der Battonage der Wild Boys of Battonage. Klar ist der überdreht, provoziert und macht an, aber er hat auch was mit seiner fruchtig-explosiven Fülle. Der Pannobile von Heinrich war 2012 ganz nett und gefällig – WT88. Ein fleischig-saftiges Aromenbündel mit reifer Brombeere und Kirsche war 2009 der sehr zugängliche, füllige Cuvée Impressario von Kerschbaum – 90/100. Der ET Marienthal von Triebaumer war 2010 ein gewaltiges Fruchtkonzentrat mit unerhörter Präzision, noch ganz am Anfang – 92+/100.

Chryseia hatte 2009 intensive, aber sehr feine Frucht, rote Johannisbeere, Schwarzkirsche und Blaubeere, sehr mineralisch, präzise, elegante Konturen, fast schlank – WT92. Die Grous Reserva von Herdade Dos Grous aus dem Alentejo in Portugal war 2007 und 2008 in der Sansibar voll da mit satter, reifer Brombeere und tiefer, undurchdringlicher Farbe. Erdig, mineralisch, aber auch mit etwas Schokolade. Am Gaumen Kraft und Fülle mit reifen Gerbstoffen – 92/100.

Großer Jahrgang für die Schweizer Rotweine aus der Bündner Herrschaft.

Immer noch frisch mit guter Struktur 2015 der Pinot Noir ‚R’ von Baumann – WT91. Der Harmonie von der WG Birmenstorf war 2014 mit 14,3% kein Kind von Traurigkeit, hatte aber eine sehr feine Nase und wunderbaren Schmelz am fülligen Gaumen – WT92. Der Pinot Noir Grand Cru von Bohner war Ende 2007 ein sehr stoffiger, extraktreicher, kräftiger Pinot mit Waldbeeren und schwarzen Kirschen, deutlich vom Barrique geprägt – 91/100. Der Pinot Noir Pur Sang der Caves de Chambleau war 2015 sehr spannend und vielschichtig mit lakritzig-kräuteriger Aromatik – WT94. Großes Rotwein-Kino 2015 der Grain Noir von Chappaz aus dem Wallis, komplex, lang und hoch aromatisch, so frisch mit guter Säure - WT94. Der Gantenbein Pinot Noir. hatte Ende 2011 und mehrfach in 2012, 2013 und 2014 eine brilliante, rubinrote Farbe, herrliches, verschwenderisches Nasenbild mit Kaffee, Mokka, reifen Blaubeeren, Amarenakirschen im Bitterschoggimantel, schöne Würze, am Gaumen Eleganz, Finesse, absolut stimmig wie aus einem Guss, wirkt sehr geschmeidig, aber auch mit guter Struktur und Säure, immer noch so jung, könnte sogar noch zulegen – WT95. 2014 mehrfach aus 1tel und Magnum seidig-animierend mit betörender Frucht – WT95. 2015 mehrfach aus 1tekl und Magnum mit betörender Frucht, seidig-elegant, ein Wein, der immer wieder sprachlos und glücklich macht -WT95. Und auch 2016 mit Franz Josef Schorn wieder so eine wunderbar burgundisch-schmelzige Traummagnum – WT95. Wirkte 2016 auf dem Gut noch einen Tick frischer und besser, ein feiner Schmuse-Ganti mit burgundischer Pracht und Fülle – WT96. Meine bisher beste Flasche 2016 auf Jörg Müllers Weihnachtsmarkt eine schlichtweg göttliche Doppelmagnum – WT97. Der mehrfach getrunkene Pinot Noir Eichholz von Irène Grünenfelder war zuletzt 2013 aus der Magnum voll auf dem Punkt mit perfekter, reifer Kirschfrucht und enormem Tiefgang. So eine Art hypothetische Mischung aus einem Huber Schlossberg und einem großen Chambertin, konservative, geizige WT95. Suchtstoff pur 2011 der faszinierende H von Hermann, ein herrlich zu trinkender Wein mit feiner Pinot-Süße, toller Struktur und elegantem Schmelz ohne Ende – 95/100. Unspannend und wohl auf dem Abstieg 2015 der Montana Magica von Huber – WT88. Mit intensiver Erdbeer- und Himbeernase kam 2007 der Pinot von Mattmann ins Glas. Sehr fein, elegant und vielschichtig. Ein finessiger, eigenständiger Pinot – 92/100. Würzig, lakritzig mit toller Struktur und Frische 2015 der Syrah Chamoson Vieilles Vignes von Maye – WT93. Grandios, perfekt gereift, aber immer noch frisch und jung wirkend Ende 2012 in St. Moritz der Monolith von Obrecht, cremig mit süßer Frucht, sehr guter Struktur, Säure und großartiger Länge, auf gleichem Niveau gleich zweimal 2013 aus der Magnum - 95/100. Der Sassigrossi zeigte 2015 immer noch Frische und eine gute Struktur – WT93. Der Gian-Battista von Tscharner war 2015 groß, füllig, leicht barock in der Statur und noch so jung – WT94.

Castello Luigi Bianco hatte 2009 in der Nase Backwaren ohne Ende, Biskuitrolle, Hefeteilchen, frischen Blätterteig, aber auch weiße Schokolade, am Gaumen weich und füllig, ohne gewöhnlich zu wirken und dabei sehr fein und nachhaltig – 93/100. Der Chardonnay Selvenem von Donatsch war Ende 2006 in Pontresina noch verdammt jung, kräftig, sehr gut strukturiert mit guter, exotischer Frucht, steckte das viele Holz des Barrique-Ausbaus gut weg und dürfte sich über etliche Jahre gut entwickeln – 92/100. Aus der spektakulären Weinkarte des El Paradiso haben wir 2014 eine Unique Chardonnay Magnum von Donatsch gewählt. Tiefes Goldgelb, reife, gelbe Früchte, Mandeln, bretonische Salzkaramellen und ewige Länge, schlichtweg der perfekt gereifte Wahnsinn - WT96. Der seit Jahren häufig mit Begeisterung getrunkene Gantenbein Chardonnay war 2014 auf Sylt mehrfach immer noch so frisch mit betörendem Schmelz ohne Ende – WT95. Guldistückli von Obrecht war 2010 ein halbtrockener, sehr würziger, spannender Gewürztraminer, der auch aus dem Elsass kommen könnte - WT93.Der Chardonnay Velabona von Christian Zündel aus dem Tessin war 2008 vVon der Anmutung her eher burgundisch als Neue Welt, sehr mineralisch mit sympathisch moderaten 12,5% Alkohol. Ein sehr gelungener Spagat zwischen Kraft und Holz auf der einen Seite und frischer, reifer Frucht auf der anderen – 90/100.

Aalto PS war 2011 so süß, so generös mit fantastischer Frucht, hoher Mineralität, perfekter Struktur, reichlich süßem Schmelz am Gaumen, eine Art Zwilling des 2004 Flor de Pingus – 97/100. Im Vergleich mit 2004 blieb er aber im Sommer 2011 auf sehr hohem Niveau nur zweiter Sieger. 2012 und 2013 sehr mineralisch, generös mit seiner fantastischer Frucht, süßem Schmelz und guter Mineralität und Struktur – 95/100. Vina Bosconia von Lopez de Heredia hatte 2017 eine wunderbare, saubere Frucht, Würze, Fülle, gute Säure und viel Zukunft – WT93+. Noch etwas jünger und druckvoller wirkte 2017 der Vina Tondonia – WT94+. Nit de Nin war 2015 sehr würzig, mineralisch, ausdrucksstrk mit süßer Frucht und großartiker Struktur, immer noch sehr frisch und jugendlich - WT96. Offen, füllig, mit satter, reifer Frucht, viel süßem Holz, aber auch guter Mineralität, sehr würzig mit Kraft und dekadenter Fülle 2015 der Numanthia Termanthia, der voll da ist und alles zeigt, das aber sicher noch ein weiteres Jahrzehnt tun wird – WT95. Pesquera Reserva war 2009 in der Nase etwas dumpf und breit, gewöhnlich, auch am Gaumen breit, üppig und alkoholisch – 87/100. Flor de Pingus kam 2008 an den grandiosen 2004er aus eigenem Hause auch nicht ansatzweise ran, eher ein fast etwas korpulent wirkendes, schokoladiges, alkoholisches Geschmacksmonster – 92/100. 2010 dann hedonistisch süß und üppig mit wunderbarer Frucht, einfach ein Spaßwein auf hohem Niveau – WT94. Zeigte sich auch 2015 von seiner besten Seite – WT94. Sehr würzig und noch von jugendlicher Röstaromatik dominiert 2011 ein San Vicente aus Rioja – WT92. Einfach zu dick, zu mächtig und zu alkoholisch war mir 2008 der La Nieta aus dem Sierra Cantabria Stall. Der erste Schluck dieses Weines mag ja noch spannend und ein Probensprenger sein. Aber schon beim zweiten Schluck fragte ich mich, ob der es wirklich sein musste, und nach dem dritten Schluck stellte ich das Glas weg - WT88. Val Llach hatte 2009 intensive Kirschfrucht, Fülle, Kraft und Länge, ein ganzer Espresso und dazu eben auch ein strammes Tanningerüst und wenig Trinkgenuss - WT91+.

Der Navareal Rueda verdeja der Bodegas Aldial war 2007 sehr frisch mit Sauvignon/Semillion Typizität, mit Zitrusaromen, Grapefruit und Stachelbeere und mit feinem Schmelz – 90/100.

Sehr guter Kalifornien-Jahrgang, aber die verhängnisvolle Allianz von wärmerem Klima und nach immer reiferer Frucht strebenden Winemakern führt halt zu Weinen, die wie hier sehr üppig, süß, füllig und geradezu mächtig sind.

Ganz schön heftig 2011 und 2012 der alkoholisch wirkende John Arns mit seiner süßen, saftigen Frucht, eingehüllt in Bitterschokolade mit einem Schuß Espresso - 94/100. Bond St. Eden legte 2009 trotz satter, konzentrierter Frucht eine erstaunliche Frische an den Tag – WT95. Sehr tief, schon fast schwarz 2016 die Farbe des mächtigen Bond Melbury, der kalifornische Dekadenz und Üppigkeit an die Spitze treibt. Satte Frucht, Blaubeere, Brombeere, dazu Schwarze Oliven, gute Mineralität und ein doppelter Espresso. So dicht, so füllig, so üppig und süß, das ist fast schon etwas zu viel, aber Faszination hat so ein geiles Teil schon – WT96. Genial entwickelt zeigte sich 2014 auf Sylt der Bryant Family Vineyard – WT96. Hedonismus pur 2015 der Caymus mit süßer Frucht und üppiger Fülle, aber wenig Struktur – WT92. Bei Dominus wirkten 2010 weich und reif die durchaus mächtigen Tannine, süß und reif die üppige Frucht, ein erotischer, sehr schön zu trinkender Dominus – 94/100. Mir 2008 viel zu dick der Foley Claret, der sich stilistisch von den ersten Jahrgängen entfernt – WT90. Harlan aus einem endlich wieder etwas kühleren Napa-Jahr erinnerte 2014 an das Trio 94/95/96, ein Riesenwein, sehr mineralisch, frisch, leicht jodig und wieder mit dieser perfekten Struktur – WT99. War 2015 ein moderner Zwilling des genialen 95ers, sehr mineralisch, frisch mit präziser Frucht und perfekter Struktur, dabei erstaunlich fein – WT98. Der TOR Mast-Cimarossa von den Kenward Family Vineyards kam 2008 erst süß und offensichtlich als Himbeermarmelade ins Glas, mit der Zeit kam da eine wunderbare, burgundische Fülle und auch mehr Struktur. Durch seine weichen Tannine war dieser Wein bereits voll trinkreif – 93/100. Paradise Hills Vineyard Blankiet Estate war 2011 sehr schön zu trinken mit reifer Frucht, jugendlicher Röstaromatik, guter Struktur und Säure – 93/100. Der Heitz Cabernet Sauvignon hatte 2011 wunderbare Frucht, feine Süße, bei aller Kraft erstaunlich balanciert und elegant – 92/100. Heitz Martha´s Vineyard mit traumhaft präziser Frucht, enormer Kraft, gewaltiger Statur und deutlichem Tanningerüst zeigte 2011 so enormes Potential, das ist für mich die logische Fortsetzung von 74 und 85. 95/100 waren da schon im Glas, 3-5 könnten da über die Jahre locker noch hinzukommen. Auch 2017 war das wieder ein minziger Traum mit gewaltigem Potential – WT95+. Chateau Montelena machte 2012 schon riesigen Trinkspaß und war ein großer, moderner Montelena auf dem Wege zur Perfektion. Da passten einfach Frucht, Süße, Struktur und Schmelz – 97/100. 2017 mehrfach ein großer, sehr stimmiger Cocktail von roten Beeren, bei aller Nachhaltigkeit sehr elegant und dank seidenweicher Tannine voll trinkbar – WT95. Maybach Materium war 2010 ein bei aller Dichte und Kraft betörender Wein mit süßer, dekadent leckerer Frucht, Cassis pur, viel jugendlicher Babyspeck mit Holz und Vanille, aber auch herrlicher Schmelz, springt förmlich aus dem Glas – 96/100. Auch 2016 wieder Hedonismus pur, im Vergleich zu 2006 der frischere, betörendere – WT96. Der Napa Valley Reserve in der privaten Abfüllung von Monteverro-Winzer Georg Weber war 2017 ein großer, kompletter Napa-Riese – WT97. Phelps Insignia überzeugte 2010 auf der American Beauty mit süßem Schmelz, kann sicher noch zulegen und gehört für ein paar Jahre in den Keller – WT95+. Zeigte 2015 bei allem süßem Schmelz eine erstaunliche Frische und einen feinen Minzton – WT96. Der Ridge Monte Bello war 2016 erstaunlich kräftig und konzentriert für Monte Bello mit traumhafter Cassisfrucht und herrlicher Fruchtsüße, aber auch elegant und wohldefinert, ein Klassiker mit grandioser Zukunft – WT97. Der Schrader Beckstoffer To-Kalon Vineyard war 2010 einfach zu erschlagend in seiner üppigen Fülle, dem explosiven Bouquet und der süßen, konzentrierten Frucht – 92+/100. Screaming Eagle hatte 2010 in der Nase betörende Frucht, auch am Gaumen fruchtige Fülle, süßee Frucht, einfach ein gewaltiger, erotischer Wein, die Kali-Cabernet Version eines großen Chambertin – WT97. Auch 2015 dicht, üppig und dramatisch – WT97. Zeigte sich 2016 auf der großen Screaming Eagle Probe sehr schwierig und schien fast im Glas zu zerfallen. Aber vielleicht war es auch nur nicht die beste Flasche. Shafer Hillside Select war 2010 in einem traumhaften, jugendlichen Trinkstadium, Hedonismus pur mit süßer, saftiger, fruchtiger Fülle, dabei so unglaublich balanciert und harmonisch, groß! – 97/100. Schwierig 2017 der Sine Qua Non Atlantis mit seiner seltsamen Mischung aus Opulenz und Strenge, für den ich mich trotz sicherlich vorhander, hoher Qualität niemand so richtig erwärmen konnte - WT95. Der Lindenhurst von Spottswoode war 2010 ein reifer, süßer, schmelziger Beerencocktail mit viel Vanille, nicht sonderlich komplex, aber ein echter Crowd-Pleaser – 90/100.

Offen von mit dekadent leckerer, süßer, schmelziger Frucht, dabei weich und richtiggehend schmusig am Gaumen 2010 der Aubert Ritchie Vineyard - 94/100. Zu fett, holzlastig und vanillig war mir 2009 der Mer & Soleil von Caymus - WT87. Der Heitz Chardonnay war 2011 generös, fein und schmelzig mit präziser Frucht und feiner Süße, zeigte, dass die Heitz Chardonnays gut altern können – 90/100. Der Marcassin Three Sisters Vineyard Chardonnay war 2013 bei aller Kraft sehr finessig, mineralisch und hatte durchaus burgundische Anklänge - 94/100. Legte 2014 weiter zu und dürfte eine gute Zukunft haben – WT94. Burgundisch im besten Sinne war 2014 in der Wiin Kööv der Peter Michael la Carrière, so elegant, mineralisch und finessig mit guter Säure – WT96. Der Fumé Blanc von Mondavi hatte 2009 eine sehr schöne, frische, fruchtige Nase mit Zitrusfrüchten, Hollunder und knackiger, apfeliger Säure. Am Gaumen eher etwas breit, alkoholisch und kratzig – 87/100. Ein Treana Mer et Soleil hatte 2010 Vanille ohne Ende, Kraft und Fülle, cremige Textur - 90/100.

Klassisch heftig(15%), australisch2008 in der Wiin Kööv der Mitolo Shiraz G.A.M mit dunkler, pfeffriger Frucht, teerigen Aromen und etwas Bitterschokolade. Allerdings nicht ganz so erschlagend wie viele der modernen, australischen Shiraz und sogar mit etwas Eleganz – 90/100. Cassis pur 2013 beim sehr offenen, üppigen, zugänglichen Penfolds Grange, unter dessen süßer Frucht sich durchaus stramme Tannine verbergen, ein Grange mit hohem Spaßfaktor - WT97.

Wally White The Islander Estate Vineyard aus Kangoroo Island in Südaustralien war 2010 mineralisch, geröstete Haselnüsse, aber auch deutliche Barrique- und Vanillenote, kräftig, nachhaltig, aber nicht überladen mit erstaunlicher Frische – 92/100.

Der Clos de los Siete aus Argentinien war 2007 an der Buhne 16 ein prächtiger Wein mit üppiger Frucht und sehr reifen Tanninen. Nicht sehr komplex - WT88. Der Nicolas Catena Zapata von der Bodega Catena Zapata war 2015 ein üppiger, moderner, etwas konstruiert wirkender Wein mit saftiger Frucht – WT94.

Eine erstaunliche Frische zeigte 2010 der Encierra, eine Cuvée aus 5 Rebsorten, die im Vergleich zu den anderen, modernen Fruchtbomben aus Chile sehr balanciertwirkte – WT92.

Der de Trafford Perspective war 2015 ein auch aromatisch großer "Bordeaux", als Cuvée aus Merlot Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, in der Cape Wine Guild Edition – WT95. Der Paul Sauer von Kanonkop zeigte 2015 herrliche Beerenfrucht, gute Struktur und Säure, geiler Trinkfluss – WT93. War der Laborie Jean Taillefert 2008 schon zu alt? Üppige Nase, Fruchtkompott, Vanille, am Gaumen auch erst eine fruchtig-würzige, schokoladige Attacke, Opulenz, doch mitten am Gaumen brach dieser Wein total ab, von Abgang kaum eine Spur – WT87. Auf dem Punkt mit warm-würziger Frucht und dunkler Schokolade der schmelzige Columella von Sadie – WT95. Wunderschön gereift mit guter Substanz und Druck, mineralisch mit guter Frucht 2015 auf Sylt der Vergelegen V – WT92.

Der Dragon Seal Cabernet Sauvignon Capital Reserve aus China landete zwar 2012 auf der American Beauty als Pirat auf dem allerletzten Platz hinter allen Kalis, schlug sich aber mit einem Punktschnitt von 92,67 sehr beachtlich. Ein immer noch recht jung wirkender Wein mit pikanter Frucht und guter Säurestruktur, schlank, spannend und durchaus Richtung Bordeaux gehend – 92/100.

Der Tasya Chardonnay vom Weingut Grace Vineyard aus der Provinz Shanxi war 2006 ein sehr gefälliger, fruchtiger Wein mit schönem Aromenspiel, Zitrusfrüchte, Ananas, reife Birne, feine Mineralität, gute Säure – 87/100.

Kein großes, aber ein ordentliches Champagnerjahr mit früh trinkreifen Weinen.

Offen, reif mit feiner, süßer Frucht und Fülle, aber auch guter Säure zeigte sich 2017 der Bollinger Grande Année Rosé – WT92. Der Egly Ouriet Grand Brut war 2017 nicht nur in der Farbe deutlich reifer und fülliger als der 2004er des Gutes. Mit wunderbarer Aromatik, aber ohne großen Tiefgang, zeigte er sich jetzt auf dem Punkt mit viel Trinkspaß, der aber schon in wenigen Jahren aufhören dürfte – WT93. Fasziniert hat mich 2015 und auch 2016 wieder im El Paradiso der hedonistische Champagne Grand Cru Cuvée de Crayères von Eric Rodez, der auf hohem Niveau mit Tiefgang und Komplexität enormen Trinkspaß machte – WT95. Frühreif, zugänglich mit viel Charme 2016 auf Sylt der Roederer Cristal – WT94. Der Taittinger Comtes de Champagne zeigt sich mehrfach 2015 und dann auch 2016 wieder bereits erstaunlich zugänglich, elegant mit weißen Früchten, salziger Mineralität, gerösteten Haselnüssen und einem Hauch Süße - WT94.

Annamaria Clementi von Ca’ del Bosco war 2014 und 2015 mehrfach noch sehr frisch mit Zitrusfrüchten und Mandarine, Brotkruste und guter Säure, jugendlich kräftig, baut enorm aus, eine großartige Champagner Alternative mit italienischer Lebenslust - WT93+. Hatte 2016 weiter zugelegt mit mehr Tiefgang – WT94.

Easy Drinking 2013 an der Algarve der aus Portugal stammende, rotbeerige Murganheira Rosé Grand Cuvée – WT88.

Großartig zeigte sich 2017 der Cava Turo d´en Mota von Recaredo, sehr nervig mit intensiver, kalkiger Mineralität. Gehört 5+ Jahre weggelegt und könnte dann an den 99er herankommen – WT93+.