1949

Gilt in Bordeaux als sehr gutes Jahr und wird in der Literatur oft noch über 1947 angesiedelt. Für St. Emilion, Pessac und Pomerol kann ich das bedingt nachvollziehen, für Medoc nicht. Hier sind mir zu viele Weine einfach zu säurelastig und – sofern nicht aus allerbester Lagerung – bereits auf dem Abstieg.

Sehr schwer getan habe ich mich immer mit Calon Ségur. 1994 aus der Magnum zu eckig und säurelastig – 86/100. Im selben Jahr auf Rodenstock´s Arlbergprobe aus der Imperiale ältlich, säuerlich, ziemlich schwach – 86/100. 1995 auf Rodenstock´s 16. wieder aus der Magnum Säure ohne Ende, was ´ne Plörre! – 78/100. 1997 eine akzeptable 1tel mit etwas staubiger Nase, nicht so dominanter, kompakterer Säure und schöner Länge am Gaumen – 91/100. 2007 in Linz ein so gerade noch ohne große Schmerzen trinkbarer Alt-Säuerling - 82/100. Absolut genial dagegen 2017, sehr mineralisch, elegant und fein, ein sehr stimmiger, perfekt gereifter Wein – WT95. Sehr gut 2006 der schon weiter entwickelte Cos d´Estournel. Zedernholz, Kaffee, auch noch gute Frucht, feine Süße, nicht unangenehm medizinaler Touch, sehr nachhaltig am Gaumen – 93/100. 2007 in Linz hatte Cos eine unappetitliche Kloakennase, die sich leider am Gaumen fortsetzte, eklig. Zuletzt 2009 aus der Magnum wieder sehr weit, noch feine Frucht und war recht schön zu trinken, doch drohte auch hier im Hintergrund die massive Säure das baldige Ende an – 89/100. Hatte 2014 in einer deutschen Erdmann & Köhler Abfüllung eine sehr elegante, feine, fruchtige Nase. Am Gaumen war er reif, weich mit seidiger Eleganz, aber auch noch spürbaren, reifen Resttanninen – WT95. Lafon-Rochet hatte 2013 eine betörend generöse, tabakige Nase und war auch am Gaumen sehr vital mit feiner Süße und guter, balancierender Säure – WT91. Montrose machte 2007 mit einer sehr schönen Nase neugierig, enttäuschte dann aber durch einen eher astringierenden, anstrengenden Gaumen – 81/100. Zuletzt 2010 besser, aber sehr weit, weich und reif, baute schon ab – 87/100.

Schlank und jung mit immer noch so guter Struktur und Säure kam 2013 ein Clerc Milon ins Glas. Dort baute er enorm aus und entwickelte feine Süße und Länge – 93/100. Grand Puy Lacoste hatte 1999 eine schöne Nase, wirkte am Gaumen erst kurz, entwickelte sich im Glas und wurde wunderschön – 93/100. Kein gutes Jahr für Lafite-Rothschild. Zweimal 1995. Bei Drawert aus der 1tel helle Farbe mit wenig Braun. Säuerliche Maggi Nase. Bringt am Gaumen wenig, kurz – 86/100. Im Landhaus Bacher aus der Marie-Jeanne Farbe etwas dichter , wenig generös, etwas brandig, kurz - Kraft ohne Finesse – 87/100. Eine bessere 1tel dann 1999 in meiner Raritätenprobe, enttäuschte erst sehr, entwickelte sich dann aber, wurde am Gaumen immer schöner, feine Süße, finessig – 90/100. Zuletzt 2011 auf René Gabriels großer Lafite-Probe reif die Farbe, reif die malzig-süße Nase, auch der Gaumen sehr malzig und an Guiness erinnernd. Und doch fand ich diesen Wein absolut harmonisch, stimmig und wunderbar zu trinken – 94/100. 2014 aus einer 1983 neu verkorkten Flasche war das ein kompletter, großer, finessiger und stimmiger Lafite mit aristokratischer Struktur, sehr mineralisch mit feiner Süße und endlosem Abgang. Der bekam von der kompletten Runde die Maximalwertung, klare WT100. Latour war 1995 bei Willi Krählings großer Latour-Probe aus der Magnum gefällig, weich, viel Säure - 92/100. 1999 aus einer 1tel hingegen Bordeaux in Perfektion mit immer noch guter Tanninstruktur – 98/100. Gleich dreimal innerhalb weniger Wochen konnte ich den Latour dann 2007 trinken. Die ersten beiden Flaschen auf Chateau Latour. Aus der besseren Flasche bei aller Kraft so seidig mit irrer Länge, mit seiner subtilen Eleganz eine Art Cheval Blanc von Latour, ganz großer Stoff – 97/100. Im anderen Glas der gleiche Wein, aber grün wirkend mit unreifen Tanninen, machte wenig Freude – 88/100. Womit mal wieder bestätigt war, dass es keine großen Weine gibt, sondern nur große Flaschen. Die hatte ich dann noch mal kurz danach aus dem perfekten Keller von Braui-Chef Werner Tobler, Finesse pur und unendlich lang am Gaumen – 97/100. Auch 2010 auf dem Unger-Weihnachtstasting war von den beiden Flaschen eine hin. In der besseren Flasche war das ein reifer, sehr eleganter, eher Latour-untypischer Wein, sehr fein in der Nase und auch am Gaumen mit schöner Süße, sehr gefällig – 94/100. Zuletzt 2013 auf Danis großer Probe kein Hammerteil, sondern einfach ein sehr feiner, schmelziger, süßer, so kompletter, absolut stimmiger, sehr langer, einfach perfekter und immer noch altersfreier Latour – 100/100. Lynch Bages war 1995 auf der Krähling-Probe mit heller Farbe und deutlich Überhand nehmender Säure schon deutlich über den Höhepunkt weg – 82/100. 49 Mouton Rothschild gilt eigentlich als einer der schönsten Moutons überhaupt. Aber da es hier wie überall gute und schlechte Flaschen gibt, hatte ich wohl Pech. Beim ersten Mal, 1999 auf einer großen Mouton-Probe, trübte die deutliche Säure den Gesamteindruck eines sonst feinen Weines – 91/100. Der Lieblingswein von Baron Philippe de Rothschild zeigte sich 2017 aus der Magnum als die elegantere, burgundische Version des legendären 45ers mit Minze und Eukalyptisch, immer noch mit feiner Frucht, so unglaublich stimmig und ewig lang. Auch das ein (in dieser Form wohl unwiederbringbarer) Traum – WT100. Eine Suche wert ist sicher noch Pichon Comtesse. 2010 auf der großen Comtesse-Probe am Attersee waren wir uns nicht sicher, ob die Comtesse Kork hatte. Zumindest die Nase wirkte sehr unsauber. Am Gaumen wirkte dieser Wein, der auch mit einer tollen Farbe glänzte, deutlich besser – 90?/100. Comtesse pur war das 2015 im Kronenschlösschen, so elegant, so schmelzig mit feiner Süße, die immer noch gute Struktur in Seide eingewickelt – WT96. Immer noch sehr gut trinkbar 2016 der Pontet Canet in einer Cruse-Abfüllung, erstaunlich fein, elegant, immer noch mit etwas pikanter, rotbeeriger Frucht, cremig am Gaumen mit schönem Abgang – WT93.

Süß, füllig, einfach sexy und altersfrei 2014 der Beychevelle – WT93. 2015 gefällig, weich und schmelzig, aber auch mit leicht oxidativen Noten – WT90. Ducru Beaucaillou gehörte 2006 auf der großen Ducru-Probe zu den schönsten Weinen, brilliantes Kirschrot, so delikat und noch so frisch wirkend, ein traumhaft balancierter Wein, so präzise und klar definiert, mit feiner Säure - 94/100. 2010 wider Eleganz pur, immer noch mit intakter Farbe und schöner Frucht, pikant, erstaunlich frisch, dezente Süße – 94/100. Zuletzt 2013 sehr schlank mit stahliger Frucht – 87/100. Über Gruaud Larose gibt es in der Literatur viele widersprüchliche Meinungen. Kein Wunder. Ich habe ihn 1993 aus einer Magnum getrunken, aus der er mit brauner Farbe erst ausgezehrt wirkte, kam dann im Glas aber etwas besser – 87/100. 1997 dann eine perfekte 1tel, für´s Alter wunderschöne Farbe, immer noch schöne Frucht, wirkte 20 Jahre jünger, großes Teil - 95/100. 2011 fantastische, füllige Nase, immer noch mit guter Frucht und mit Edelhölzern, am Gaumen sehr ausgewogen, rund und harmonisch, baute enorm im Glas aus und hat in dieser Form noch Reserven für etliche Jahre – 95/100. War 2013 in der gesamten Anmutung inklusive Farbe einmal noch so unglaublich jung war, superbe Nase mit Pferdestall und viel Minze, am Gaumen elegant und sehr druckvoll zugleich, immer noch jede Suche wert – 97/100. Und in einer weiteren Flasche schlank und sehr säurelastig – WT88. Zuletzt 2014 einmal sehr fein und elegant – WT94. Eine weitere Flasche 2014 nicht auf diesem Niveau, noch recht altersfrei, stimmig und sehr schön zu trinken – WT91. Leoville las Cases präsentierte sich 2013 sehr zugänglich, ausladend, süß, schokoladig, aber auch mit guter Säure, wurde im Glas immer trüffeliger – 95/100. Ungewöhnlich 2011 die Nase des Leoville Poyferré, Waldmeister, Banane, Speck vom Iberico-Schwein, viel Säure, entwickelt sich baut aus, ein Charakterstoff – 92/100. Zuletzt 2013 ein Mörderteil, einfach obergeile Nase mit Schmelz ohne Ende, am Gaumen Kraft ohne Ende, Säure und Jugend, legte iommer weiter zu und war nicht weit von der absoluten Perfektion – 98/100. Die sehr brilliante, helle Farbe war auch alles, was 2005 den Talbot noch auszeichnete. Das war sicher vor langen Jahren mal ein feiner Wein auf nicht allzu hohem Niveau. Heute kommt da nichts mehr, die Frucht ist weg, immer noch trinkbar – 82/100.

Immer noch recht jung wirkte 2009 die Farbe Lanessan, der damit eher wie ein Wein aus den 80ern wirkte. Einfach ein perfekt gereifter, sehr aromatischer, komplexer Medoc mit schöner Süße, der sich hinter den anderen Weinen des Abends nicht verstecken musste – 94/100. Erstaunlich schön war 1999 trotz nur hs Poujeaux. Das spricht für das Terroir und natürlich auch dafür, dass man für Trinkgenuss in älteren Jahren gute Weine, aber nicht unbedingt große Namen braucht.

Margaux war 1995 sowohl bei Drawert als auch bei mir in einer englischen Block, Gey and Block Abfüllung mit gesunder, mitteldichter Farbe feinfruchtig, finessig, elegant mit feiner Süße und beachtlicher Länge am Gaumen – 95/100. 1999 dann rauchig, finessig, wunderbar, elegant – 95/100. Ende 99 dann noch eine sehr viel reifere Chateau-Abfüllung mit dunklem, reifem Braun und fast malziger Süße – 93/100. Tour de Mons hatte 2011 eine feinduftige, traumhafte Nase, immer noch mit wunderbarer Frucht, die Johannisbeere eines Grand Puy Lacoste, die Eleganz eines großen Margaux, am Gaumen eher etwas schlanker, aber auch frisch ohne Alterstöne mit guter Säure – 93/100.

Carbonnieux war 2013 ein in Ehren gereifter, kleiner Wein ohne Alterstöne, aber etwas unscheinbar – WT87. Immer noch erstaunlich jung 2017 die Farbe des Domaine de Chevalier, die klassische Pessac-Nase eines großen, gereiften Haut Brions, am Gaumen so fein, so elegant und absolut stimmig – WT96. Haut Brion zeigte sich 2000 trotz noch jünger wirkender Farbe bereits sehr reif mit klassischer Nase, leicht malziger Süße, am Gaumen eher Eleganz als Kraft – 93/100. 2006 in der großen Haut Brion Probe erst Steinpilze, leichter Essigtouch, Altweingout, wurde aber im Glas immer besser und entwickelte sich, in der Nase und am Gaumen kam eine feine, malzige Süße, der Wein wurde deutlich länger und komplexer – 94/100. Zuletzt 2010 wieder schön gereift mit generöser, malziger Süße, aber eben auch störender, flüchtiger Säure – 93/100. Klassen besser ist da in 49 La Mission Haut Brion. Mit viel Glückerwischten wir 1999 im Valentinos in Santa Monica zum Superpreis die letzte Flasche. In der Nase Cigarbox in Perfektion - und das trotz max. "hs", unglaublich druckvoller, langer, toller Stoff, der es sicher noch 10+ Jahre macht, kaufen+saufen!! - 100/100. 2010 immer noch so jung und kraftvoll mit der unnachahmlichen Cigarbox-Aromatik, am Gaumen unglaublich druckvoll, aber auch mit feinem süßen Schmelz und irrer Länge. Besser geht Bordeaux nicht, La Mission schon überhaupt nicht, ein Wein zum Niederknien – 100/100. Auf René Gabriels großer La Mission Probe einfach ein perfekter Wein, noch unglaublich jung und absolut stimmig, mit süßem, schokoladigem Schmelz am Gaumen, irre Länge und trotz enormer, gut verpackter Kraft in seiner tänzerischen Art an 49 Cheval Blanc erinnernd, auch das absolute Perfektion – 100/100. Sehr frisch und noch geradezu jung 2016, nicht nur in der beeindruckenden Farbe, wunderbare Frucht, feine Kräuter, Tabak, teerige Mineralität, so ein unglaublicher, aromatischer Druck, feine Süße, sehr langer Abgang und ein immer noch intaktes Gerüst reifer Tannine – WT99. Nix los 2014 beim Le Pape „Grand Vin de Grave“, der ziemlich alt und etwas stinkig wirkte – WT83. Pape Clement hatte 2013 eine erstaunlich dichte, junge Farbe, eine generöse, karamellige Nase, aus Butter in der Pfanne sebstgemachte Karamellbonbons, sehr schöne Frucht und wiederum hohe Säure. Buaute enorm im Glas aus und war sehr druckvoll am Gaumen – 96/100. Ganz groß in 49 auch La Tour Haut Brion, den ich im Sommer 2006 in einer Schaffermahlzeit-Abfüllung von R&U im Glashatte. Dichte, dunkelrotbraune Farbe, ein Aromenmonster mit frisch geteerter Straße, Tabak, alter Ledertasche, Bitterschokolade und dickem Steak vom Holzkohlengrill. Kraftvoll und im positiven Sinne rustikal, ein sehr eigenständiger Charaktertropfen, der mit heutigen, polierten Hochkarätern soviel gemein hat wie Gérard Depardieu mit einem Tanzmariechen. Entwickelt feine, leicht malzige Süße und bleibt ewig am Gaumen. Voll da und doch kein bisschen müde, einfach ein ganz großes Weinerlebnis – 99/100. 2013 wieder auf diesem Niveau. Auch aus der Halben 2013 Pessac pur, voll auf Augenhöhe mit La Mission und Haut Brion, sehr mineralisch, Teer, Cigarbox, altes Sattelleder, Holzkohle, Bitterschokolade, feine Süße am sehr kräftigen Gaumen und ewige Länge – WT98. 2016 schon sehr reif wirkend, hatte zwar Süße und Fülle, aber auch irritierende Steinpilzaromen und eine leichte Schärfe – WT92.

Deutlich besser als Haut Brion gefiel mir 1999 auf einer Raritätenprobe der weiße Haut Brion Blanc(ist sonst genau umgekehrt), weißer Bordeaux in Perfektion mit klassischer Nase, cremig und lang ohne Zeichen von Alter, leichte Restsüße – 95/100. Laville Haut Brion hatte 2017 kräftiges, brilliantes Goldgelb, erstaunlich frisch, nur ein Hauch von Lanolin, sehr schöne, kräuterige Herbe, hielt sich perfekt im Glas und hatte langen Abgang – WT93.

Angelus in einer belgischen Händlerabfüllung von Pol Mairesse war 2009 einfach ein kompletter, großer, perfekt gereifter, hoch eleganter Wein, bei dem sich Süße, Kraft, Länge und die immer noch vorhandene Frucht in totaler Hamonie vereinigten, sicher in einer Liga mit Cheval Blanc – 99/100. 2012 aus der Magnum, was für ein Traum, so elegant, so finessig mit wunderbarem Schmelz. Und mit diesem gelungenen Spagat aus enorm druckvoller Aromatik am Gaumen und seidiger Eleganz ist er einem großen Cheval nicht unähnlich – 97/100. Eher von vergangenen Zeiten erzählte eineschon sehr reife Chateau-Abfüllung, die schon leicht oxidative Noten zeigte, aber am Gaumen auch mit feiner Süße verwöhnte – WT91. L´Arrosée in einer französischen Händlerabfüllung hatte 1998 eine tolle Aromatik und war sehr lang am Gaumen, ein Riesenteil mit Kraft ohne Ende – 96/100. 2009 wie ein 61er l´Arrosée mit Turbolader – 97/100. 2014 so fein, so elegant, ohne jedes Alter, sehr nachhaltig am Gaumen, einfach ein Traum – WT97. Mit sehr dunkler, junger Farbe, sehr intensiv, süßlich und lang 1993 auf einer Drawert-Probe Ausone - 95/100. Beauséjour war 2017 noch so frisch, sehr kräftig mit leicht portigen Noten und enormer Länge - WT94. Canon-a-Gaffelière hatte 2009 eine sehr dichte Farbe, mit so einer hocharomatischen Nase, mit viel Kaffee und Espressobohnen, so kraftvoll und dicht am Gaumen mit sehr langem Abgang – 96/100. Alle Welt rennt dem 47er Cheval Blanc hinterher, dabei ist 49 der zuverlässigere, stabilere, langlebigere und in guten Flaschen mindestens gleichwertige Wein. Nach einigen nicht so überzeugenden Großflaschen in den 90ern 1999 bei Willi Krähling eine Traum-Magnum. Konnte der wirklich so gut sein? Die Antwort gab wenige Monate danach bei mir eine englische Händlerabfüllung von Dolamore, so hatte ich mir den legendären 49 Cheval immer vorgestellt, schöne Nase, traumhaft und nicht endend am Gaumen, erstmals 100/100! Dem setzte dann Willi Krähling die Krone auf, als er mir im Sommer 2000 zu einem kleinen, privaten Dinner nur Cheval Blancs in der 1/2 präsentierte. Der Höhepunkt wieder 49, das war Cheval Blanc UND Wein in Perfektion – 100/100. Dabei hat dieser Wein noch unglaubliches Potential. Das zeigte sich 2006 auf der großen Cheval Blanc Probe, wo er noch recht jung und noch längst nicht auf dem Höhepunkt wirkte. In guten Flaschen wie dieser geht es da erst in 5 Jahren richtig los – 97/100. Zuletzt 2008 auf René Gabriels großer Cheval Probe allerdings schon sehr gereift mit einer leicht fragilen Nase frischer Waldpilze, am Gaumen generöse Süße, insgesamt trotzdem ein großes Altweinerlebnis – 96/100. 2009 Cheval Blanc in Perfektion mit dieser unnachahmlichen, süchtig machenden Nase, mit dieser unglaublichen seidigen Eleganz bei gleichzeitig extrem druckvoller Aromatik, wunderbarer Süße und ewiger Länge, feinstes Cashmere in Weinform – 100/100. 2010 noch mal eine formidable Flasche, die noch Entwicklungspotential zu haben schien – 98/100. Aber leider 2011 dann auch eine gefälschte Fourcaud-Laussac Händlerabfüllung, ein übles Machwerk. 2012 bei Elke Drescher eine fragile Händlerabfüllung, sicher über den Zenit, ein feiner, eleganter Wein mit etwas Süße und deutlicher Altweinnote – 93/100. Sehr reif nicht nur in der Farbe ein paar Wochen später bei Uwe Bende. Auch am Gaumen spürte man, dass inzwischen der Zahn der Zeit an diesem einstigen Monument nagte. Dabei blieb er aber immer noch so fein, so elegant, so weich und so schmelzig – 96/100. Schwierig 2014 zu Anfang die Nase, am Gaumen frische, rotbeerige Frucht, sehr gute, balancierende Säure, baute enorm im Glas aus und legte weiter zu – WT96. Zuletzt 2016 mit diesem unvergleichlichen Cheval Blanc Charme, einfach ein unsterblicher Riese – WT100.

Clos Fourtet hatte 1997 eine sensationelle Farbe, der Rest war leider nicht entsprechend und deutlich älter – 85/100. Destieux hatte 2010 aus der Magnum eine reife, teerige, ledrige Nase, die gute Säure am Gaumen hielt ihn am Leben – 92/100. Keinerlei Alter zeigte 2012 der La Dominique aus St. Emilion, ein sehr überzeugender Wein mit Fülle, Schmelz, Eleganz und Süße – 93/100. Figeac 1994 aus der Magnum leichter, eleganter als 50, in der Nase schöner als am Gaumen – 91/100. Zuletzt 2011 sehr dichte Farbe, aber leider korkig. Könnte in guten Flaschen immer noch eine Suche wert sein. Ein Riese 1999 La Gaffelière, nur Nuancen hinter Cheval Blanc, in der Nase sogar besser, wirkte irre jung – 99/100. Überzeugte 2012 wieder mit wunderbarer Fülle, Eleganz, generöser Süße, Kaffee-/Schokonote, feinem Schmelz, druckvoller Aromatik und mit guter Länge am Gaumen – 97/100. Absolut überzeugend 2014 ein Gaffelière-Naudes in einer belgischen Thienpoint-Abfüllung, dieser Cheval Blanc für Schlaue. Jung immer noch die Farbe, sehr elegant, aber auch mit Kraft, Struktur und Länge, feine Süße und ein immer noch stabiles Tanningerüst für eine längere Zukunft – WT96. 2016 Thienpoint-Abfüllung mit verschwenderischer, süßer Fülle und großartiger Länge – WT97. 2017 noch so jung mit sehr dichter Farbe. Wirkte enorm kräftig und brauchte viel Luft zur Entfaltung. Aber mit etwas Geduld kam er dann, dieser Cheval Blanc für Schlaue, und zeigte immer mehr Charme, aber auch gewaltige Länge – WT97. Als Risikoflasche öffnete ich 2006 einen Grand Mayne mit miserablem Füllstand, aber sehr guter Farbe. Faszinierende Nase mit Kaffee ohne Ende und etwas Schokolade, wie ein guter Cappucino.Sehr fein am Gaumen – 92/100. Diese Flasche war wieder ein guter Beweis dafür, dass der Füllstand nicht alles ist. Absolut überragend kann auch Pavie sein, 2001 auf einer Best Bottle dunkle, kräftige Farbe ohne Alter, am Gaumen Opulenz, Süße, irre Länge und auch Jugend, Ausnahmestoff - 100/100. 2011 aus französischen Händlerabfüllung von Philippe Raymond klemmte aber nicht nur die leicht seifige Nase. Auch am Gaumen konnte der Pavie, den wir leider nicht lang genug dekantiert hatten, mit seiner deutlichen Säure und den astringierenden Tanninen überhaupt nicht überzeugen. Man spürt das gewaltige Potential, aber es erschließt sich nicht – 90/100. 2014, wiederum aus einer französischen Händlerabfüllung, so unglaublich dicht, kräftig und lang, nimmt es in dieser Form mit allen Pavies inklusive des 2000ers auf – WT100. Eine weitere Flasche 2014 in einer Bordelaiser Händlerabfüllung von Philippe Raymond hatte eine superdichte Farbe, aber auch Oxidation, entwickelte sich aber im Glas und kämpfte sich stückweit aus der Oxidation zurück – WT92. 2015 ein enormes Kraftbündel, das an 28 erinnert mit immer noch deutlichem Tanningerüst, guter Säure und gewaltiger Länge, der zu Anfang versteckte Charme entwickelte sich immer mehr - WT96. 2017 in einer Bordelaiser Händlerabfüllung von Philippe Raymond. Ein maskuliner, sehr druckvoller Wein, der deutlich zeigte, dass die heutigen Boliden von Pavie kein Zufall sind, sondern Pavie seit 1998 eher wieder „back to the roots“ geht – WT97. Ripeau zeigte 2014 eine kräuterig-lakrizige Nase, hohe Säure am Gaumen und etwas Kaffee, erstaunliche Frische mit immer noch spürbaren Resttanninen – WT90. 2015 sehr elegant und fein mit wunderbarer Frucht, einfach zeitlos schön – WT92.

Bon Pasteur wirkte etwas animalisch mit massiver Säure, ein Charakterdarsteller, leider auch etwas stumpf und monolithisch – 89/100. Clinet hatte 2014 eine immer noch fast altersfreier Farbe, sehr fein, elegant und ausgeglichen, aber auch noch mit gutem Tannin- und Säuregerüst für eine längere Zukunft - WT96. Conseillante aus einer Händlerabfüllung war 2012 ein sehr feiner Schmuse-Pomerol auf hohem Niveau, eher auf der eleganten Seite, nicht so ein Hammerteil wie 47, einfach rund mit sehr generöser Süße – 96/100. 2014 Eine Mörderfarbe, dazu eine geile Nase und den passenden Gaumen, verschwenderisch mit enormem aromatischem Druck, auf der einen Seite so kräftig und dicht, auf der anderen so weich, generös und seidig mit unendlicher Länge – WT99. 2014 in einer französischen Händlerabfüllung von Moreau reif mit ersten Magginoten in der Nase, am Gaumen mit guter Säure etwas frischer wirkend – WT91. Domaine de l´Eglise zeigte 2011 Fülle und Charme und seine Großzügigkeit, ein perfekt gereifter, schokoladiger, süßer, schmelziger Pomerol mit genügend Rückrat, um noch lange Jahre Freude zu bereiten – 95/100. L´Evangile war 2014 sehr elegant und fein mit hoher Säure – WT95. Sehr überzeugend 1999 La Fleur Petrus, hielt gut mit Petrus VDM mit – 95/100. Gazin, ebenfalls in einer Händlerabfüllung und für einen Bruchteil des Petrus-Preises zeigte 2017 eindruckvoll, wie großer Pomerol geht. Immer noch wunderbare, rotbeerige Frucht, soviel Frische und gute Struktur und dazu feinster, schokoladiger Schmelz – WT96. Lafleur war 2009 auf der Lafleur Best Bottle ein konzentrierte, zupackender Wein mit deutlich jünger wirkender, sehr dichten, rotbraunen Farbe, viel pflaumige und auch etwas kirschige Frucht, jung und astringierend mit deutlicher Säure und immer noch Tannine, mit der Zeit erst explodierte dieses Hammerteil förmlich im Glas. Immer stärker kam diese unnachahmliche Kräutermischung à la Lafleur hervor. Nach 4 Stunden im Glas war das ein nicht enden wollender Traum, ein Weinriese mit noch langer Zukunft – 98/100. 2012 auf der großen Lafleur-Probe am Attersee irritierte in der Nase und am Gaumen eine diffuse Süße, die mit Lafleur nichts zu tun hatte. 2014 gewaltig in einer Händlerabfüllung mit der typischen, kräuterigen Herbe, sehr mineralisch, kräftig, aber auch mit wunderbarer, generöser Süße. Da stimmte von der Nase bis zum endlosen Abgang einfach alles – WT97. Dichte Farbe, irre jung, für eine Händlerabfüllung Spitze und dazu sehr preiswert, ein 2003 getrunkener Lagrive - 93/100. Latour-à-Pomerol kam 2014 in einer Händlerabfüllung mit Pferdeschweiß und Tabak in der Nase ins Glas, wozu mit der Zeit immer mehr rotbeerige Frucht kam. Am Gaumen war dieser mineralische Wein sehr balanciert mit gutem Säuregerüst – WT94. Gar nicht Pomerol-typisch, aber riesengroß und noch hoffentlich lange ein Geheimtipp Nenin. Selbst eine "ls" Flasche war Anfang 2003 sensationell und ging mit ihrer tollen Tabak-Nase als großer Graves durch. Ende 2003 in einer Best Bottle dann dichte Farbe, fast ohne Alter, rauchig, Leder, traumhaft schön und druckvoll am Gaumen, ganz lang, wurde für einen großen Wein aus den 80ern gehalten! - 97/100. 2009 trübte ganz zu Anfang ein käsiger Ton das Vergnügen. Der verschwand jedoch rasch und machte Platz für einen schokoladigen, reifen, weichen Schmuse-Pomerol – 95/100.Leider 2011 eine deutlich schlechtere Flasche,leicht vegetabile Nase, Spargel, nasses Schaffell, auch am Gaumen etwas dürftig und unsauber, Säure statt Schoko, wird immer gemüsiger. Mit 87/100 liegt diese Flasche gut 10 Punkten unter ihren Möglichkeiten. 2014 üppig mit guter Süße, mit viel Kaffee und Bitterschokolade, mit feinem, generösem Schmelz, aber auch noch mit guter Säurestruktur für ein längeres Leben – WT96. Petit Village verlor 2001 schnell die anfänglich etwas störende Säure und wurde ein wunderbarer, reifer Merlot, der sicher in guten Flaschen noch ein paar Jahre Spaß macht – 88/100. Petrus habe ich als Chateau-Abfüllung nur einmal 1993 auf der Petrus II Probe in Mautern aus der Magnum getrunken. Damals war aber das Aha-Erlebnis bei mir ausgeblieben. Deutlich schöner war da schon Petrus in der Vandermeulen-Abfüllung. Mit viel Glück hatte ich Anfang der 90er mehrer halbe Flaschen aus Belgien zu sehr vertretbaren Konditionen erwerben können. In denen war Petrus nie so opulent wie 47, aber immer sehr kräftig und druckvoll und lag immer bei 95/100. Deutlich besser waren meine Vandermeulen 1tel.. Einmal Anfang 99 mit Franz Josef Schorn Trüffel pur mit unglaublich dichter Farbe, habe sicher noch nie etwas besseres getrunken - 100/100, die Zwillingsflasche dann auf meiner Raritätenprobe ein halbes Jahr später schiere Perfektion – 100/100. Alle Flaschen wohlgemerkt aus einem zuverlässigen, sehr guten Keller, wo sie seit dem damaligen Erwerb lagerten und demgemäß in sehr gutem Zustand. Riesengroß auch 2005 auf René Gabriels Petrus Probe, wie eine perfekte Cuvée aus Cheval Blanc und einem großen Burgunder mit feiner, delikater Würze und unendlicher Länge am Gaumen. Klar kann der von der Kraft her mit 47 nicht mit, aber was für eine spielerische Eleganz und Finesse – 100/100. 2009 schöne, kräuterige Würze, feine, burgundische Fülle und Süße, viel Schokolade, mehr Eleganz und Finesse als Kraft, nicht so üppig wie 47, für sich alleine ein einmaliges Erlebnis – 98/100. Auf gleichem Niveau noch mal Ende 2009. 2012 im direkten Vergleich zu 47 auf sehr hohem Niveau etwas härter, maskuliner, war nicht ganz so üppig, und es fehlte ihm einfach die geile Süße des 47ers. Dafür zeigte er etwas mehr Eleganz und Finesse, war burgundischer mit kräuteriger Würze. Dazu war es ein gewaltiger Wein mit großartiger Struktur und Potential für noch lange Jahre – 97/100. Brauchte 2014 aus einer Händlerabfüllung viel Luft, wirkte zu Anfang etwas eckig und herb mit spitzer Säure am Gaumen, baute aber enorm aus und wurde runder, weicher, eleganter und generöser – WT96. 2017 in einer Händlerabfüllung und in einer Burgunderflasche war das kein schlechter Wein, aber der hohen Erwartungshaltung (und dem hohen Preis) konnte er nicht gerecht werden – WT92. Vieux Certan war 2005 auf der Vieux-Probe ein sehr aromatischer, feinduftiger, etwas leichterer Wein, feine Frucht und nur dezente Teenote – 94/100. Ein einfacher Pomerol in einer Händlerabfüllungvon Jules Dubois hatte 2007 eine hellere Farbe mit deutlichen Reifetönen, etwas verhaltene, rauchige Nase, am Gaumen ein feiner, kleiner Schmeichler mit deutlicher Säure, aber doch recht schön zu trinken – 86/100.

Ein Vray Canon Boyer aus Canon Fronsac in einer Vandermeulen-Abfüllung hatte 2009 immer noch eine intakte, recht dichte Farbe, gute Frucht und tolle Struktur, trat insgesamt recht kraftvoll auf und bot am Gaumen ebenfalls gute Frucht und eine reichhaltige Fülle – 93/100.

Großes, sehr zuverlässiges und langlebiges Jahr auch in Sauternes.

Offen, charming, süß und balanciert war 2016 der Bastor La Montagne – WT92. 2017 mit feiner Orangenbitternote und weitgehend abgebauter Süße eher wie eine gereifte Spätlese – WT91. Climens war 2009ein sehr feiner, eleganter Wein, der den gesamten Gaumen mit wunderbarer Süße überzog, immer noch fruchtig und sehr aromatisch mit geradezu spielerischer Leichtigkeit – 96/100. Etwas ungelenk mit kräuteriger Herbe 2014 der Filhot – WT90. War der untrinkbare Rieussec 2009 mit dieser unangenehmen Mischung aus Lacktönen und Möbelpolitur nur fehlerhaft, oder schon hin? Eine Traumnase mit dem kompletten Sauternes-Programm hatte er in 2014, perfekt am Gaumen, sehr stimmig und elegant mit ewiger Länge – WT97. D´Yquem hatte im November 2004 eine schöne, klare Bernsteinfarbe, betörende, saubere Nase, wirkte sehr frisch und jung, erst ganz am Anfang einer noch langen Entwicklung, am Gaumen unglaubliche Fülle und Kraft, dabei eine fast likörhafte Viskosität, feiner Bitterton, irre Süße, sehr langer Abgang. Ich habe eigentlich fast vor, noch sehr alt zu werden, aber der wird mich schaffen – 99/100.

Ich bin eigentlich bekennender Bordeaux-Trinker, aber an den 49er Burgundern habe ich einen Narren gefressen.. Diese Weine aus einem der größten Burgunderjahre des letzten Jahrhunderts sind einfach so ausgewogen, finessig und elegant, da kann auch ein Bordeaux-Junkie nicht nein sagen. Dazu sind sie meist preiswerter und mit weniger Ausfällen behaftet.

Altersfrei und lecker, ohne Ecken und Kanten 1996 ein Chambolle Musigny Les Charmes von Nicolas Arnaud – 91/100. Nicht ohne Charme war 2012 ein Beaune in einer undefinierbaren, belgischen Händlerabfüllung, zumindest mit etwas Zeit und Luft im Glas. Kräftige Farbe, vor allem zu Anfang alter Balsamico und Essigfass, immer noch gute Statur, baute aus und wurde schmelziger, 90/100 für den letzten Schluck. Ein süßer, reifer, weicher, schmelziger, burgundischer Traum 2013 der sehr elegante Nuits St. Georges von Bouchard, immer noch mit wunderbarer Frucht und beachtlicher Länge – 96/100. La Vigne de l´Enfant Jesus von Bouchard explodierte 2014 förmlich im Glas mit unendlicher Länge, ein absolut stimmiger Traumburgunder - WT99. Ein einfacher Aloxe Corton von Albert Brenot war 2005 ein ganz feiner, delikater, eleganter Top-Burgunder mit irrer Länge am Gaumen. Vielschichtig, feine Süße, einfach ein kompletter, großer Wein – 97/100. Sehr reif aber stabil 2012 ein Corton von Albert Brenot, Kaffeenoten, generöse Süße, viel Schmelz, schöne Länge – 96/100. Der trank sich so gut, dass wir ihm keine Chance gaben, im Glas abzubauen. Ratz Fatz waren die Gläser leer. Immer noch so präsent, jung wirkend, fruchtig, noch etwas bissig 2012 ein Moulin-à-Vent von Nicolas Bretonnières mit guter Säurestruktur – 94/100. Ein sehr gefälliger, perfekt gereifter, weicher, schmelziger, warm-würziger Burgunder war 2012 der Nuits St. Georges von den Caves de la Dame – 95/100. Das soll früher mal die Edel-Linie von Bouchard gewesen sein. der Savigny von Champeval & Boullion erinnerte mich 2014 an große Vandermeulen-Burgunder. Kräftig und dicht die Farbe, aber keinerlei Oxidation, eine einfach geile, süchtig machende Nase mit viel Kaffee, Mokka und dekadenter Süße, was sich nahtlos am Gaumen und im langen Abgang fortsetzte – WT98. Schlichtweg sensationell war 2007 ein Vosne Romanée von Champy. Die üppige, hedonistische Nase eines riesengroßen, reifen Burgunders, Mokka und Kaffee mit 5 Stücken Zucker, sehr dichte Farbe, auch am Gaumen verschwenderisch üppig und süß, würzig und sehr lang, einfach riesengroß, Burgund in Perfektion – konservative(!) 99/100 habe ich für diesen unglaublichen Stoff gegeben. Bei einem Beaune Marconnets von Chanson schoss 2002 der Kaffee nur so aus dem Glas, sehr süß, dekadent-leckerer Traumburgunder – 95/100. Ein Hammerteil 2014 der Richebourg abgefüllt für die Chevaliers du Tastevin, der mich mit der kräuterig-lakritzigen Nase, der enormen Kraft und Länge und der guten Süße eher an die Rhone erinnerte – WT97. Grausam 2005 ein Chambertin von Raoul Clerget. Alte Flasche, neues Etikett, neuer Korken ohne Korkbrand. Der Inhalt mit metallischer Nase, Jod, am Gaumen stark astringierend, wird zunehmend säuerlich. Mit 80/100 noch sehr gut bedient. Ein Chambolle Musigny Les Charmes von Desalle et Mainguet hatte 2007 schon eine sehr reife, bräunliche Farbe. Die tat dem Genuss aber keinen Abbruch. In der Nase feine, karamellige Süße, aber auch medizinale Töne, Hustensaft, auch Kaffeelikör. Pracht und Fülle am Gaumen, ein großer, alter Wein mit sehr gutem Abgang, der einfach Freude macht. Das gute Säuregerüst garantiert noch längeres Leben – 95/100. . Eine gute, voll intakte Farbe hatte 2014 der DRC Grands Echezeaux, dazu eine sehr feine, gefällige, immer noch von schöner Frucht geprägte Nase, am Gaumen enorme Kraft. Ein Pinot der etwas kräftigeren Sorte mit noch viel Zukunft – WT95. Ein Echezeaux von Doudet-Naudin machte 1995 in einer Drawert-Probe im Vergleich Margaux und Lafite platt, sehr gesunde Farbe, wenig Braunrand, feine, leicht parfümierte Nase, wunderschöne Süße, elegant, kräftig, lang – 97/100. 14 Jahre später, 2010, war auch die Zwillingsflasche großartig – 96/100. Nicht viel schlechter war 1998 bei Drawert ein Nuits.St. Georges Prulières von Doudet-Naudin. Dichte, volle Farbe mit leichten Brauntönen, noch voll da, sehr finessig und reif, wunderschön, machte viel Spaß – 95/100. Ein Chambertin Clos de Bèze von Drouhin Laroze aus der Magnum hatte 2012 eine verhalten kräuterige Eleganz mit deutlicher Bitternote im Abgang – 90/100. Sünde pur 2011 der Corton von Dupart-Ainé, das ist Cashmere für den Gaumen, ein erotischer Wein mit generöser Süße, bei dem von vorne bis hinten einfach alles stimmt – 99/100. Eine große Überraschung 2007 auf einer Best Bottle in der Braui in Hochdorf ein Moulin-à-Vent von Faiveley. Diese Paradelage des Beaujolais(!) präsentierte sichals großer, reifer Burgunder mit feiner, karamelliger Süße und war immer noch mit viel Genuss zu trinken – 90/100. Sehr schön im Juni 2004 auch ein Latricières Chambertin in einer Ludwig von Kapf Abfüllung – 91/100. Ein Romanée St. Vivant von A. Gloria hatte 2008 eine sehr helle Farbe, säuerliche Orangennote, eigentlich untrinkbar, doch mit der Zeit wurde er im Glas etwas milder, weicher und süßer, wirkte himbeerig-oxidativ. Immerhin war er jetzt ohne allzu große Schmerzen trinkbar, von Genuss konnte aber keine Rede sein – 79/100. Eine kräftige Farbe mit deutlichen Reifetönen hatte 2014 der Chambolle Musigny 1er Cru von Grivelet, ein in Ehren gereifter, sehr gut trinkbarer Burgunder – WT91. Nur die Nase des Richebourg von Louis Gros wirkte 2012 etwas Verhalten, aber auch hier ging am Gaumen die Post ab. So ein dichtes, fülliges, unendlich langes Konzentrat mit generöser Süße, mit Pracht und Fülle, ja, Glück kann man wirklich trinken – 97/100. Aus der Zwillingsflasche 2016 war das schlichtweg Perfektion – WT100. Ein kräuterig-eleganter, druckvoller Burgunder war 2012 der Charmes Chambertin von André Guy – 93/100. Ein Vosne Romanée von Laporte kam 2012 weich, nett, immer noch fruchtig und süß ins Glas. No big deal, dachte ich mir. Wait and see, dachte sich der Wein. Wir hätten ihn ruhig dekantieren können, denn was da mit Zeit und Luft im Glas abging, das war enorm. Der Vosne baute unglaublich aus, wurde immer dichter, kräftiger druckvoller, lakritziger, aber auch mit feinem, süßem Schmelz und enormer Länge – 96/100. Eine etwas rustikalere, sehr viel kräftigere Struktur und eine deutlich jüngere Farbe hatte 2007 ein Vosne Romanée von Louis Latour. Bei diesem Wein hatte man im direkten Vergleich das Gefühl, dass er noch nicht richtig reif war und noch über ein großes Alterungspotential verfügte. Er brauchte viel Zeit und Luft, entwickelte sich dann im Glas mit wunderbarer Süße – 93/100. Der Hospice de Beaune Cuvée Estienne von Leroy war 2011 ein riesengroßer Burgunder, nahe der absoluten Perfektion mit herrlicher, generöser Süße, burgundischer Pracht und Fülle, sehr komplex und lang am Gaumen, ein Wein aus einem Guss – 99/100. Ein Beaune-Bressandes von Mahler hatte 2009 in der Braui in der Nase eine nicht unangenehme Mischung aus Petrol, Liebstöckel, Vitamalz, Schokolade und Hustensaft, aber auch noch reichlich rotbeerige Frucht. Am Gaumen war er weich, generös, malzig, sogar mollig und einfach wunderbar zu trinken – 93/100. Der Clos Vougeot Chateau de la Tour von Morin war 2012 generöser, reifer, schmelziger Burgunder nahe der Perfektion mit sehr gelungenem Spagat zwischen Kraft und Eleganz mit unendlicher Länge – 97/100. Der Chambertin von Morin war 2017 ein kompletter, großer, sehr druckvoller Wein – WT97. Deutlich gealtert war 2014 der Romanée St. Vivant von Morin mit sehr reifer Farbe, portig-süßer Nase, am Gaumen eher trockener Port, aber auch viel Oxidation, hätte aus diesem großen Burgunderjahr deutlich besser sein müssen – WT88. Kräftig und breitschultrig wirkte 2012 der Volnay Clos des Chènes von Comte de Moucheron, der auch als großer Rhone-Wein durchging, sehr lang am Gaumen – 94/100. Ein kleiner, aber feiner Burgunder 2014 der Nuits von Pierre Nesme – WT86. Deutlich besser hätte 2013 ein schon verdammt reifer Clos Vougeot von Nicolas, allerdings auch aus einer Flasche mit 7 cm Schwund, sein müssen – 86/100. Der Gevrey Chambertin von Piat war 2014 sehr kräftig, dicht mit sehr druckvoller Aromatik und enormem Standvermögen, dabei mit burgundischer Pracht und Fülle und herrlicher Süße, gepaart mit großartiger Struktur und Potential für noch lange Jahre – WT97. Erstaunliche Kraft und Fülle hatte 2012 ein Moulin-à-Vent von Piat, der mit Beaujolais nichts zu tun hatte, das war einfach großer Burgunder – 94/100. Noch beser 2012 eine weitere Flasche, wirkte noch so jung, so kräftig, so fruchtig, so expansiv mit gewaltiger, druckvoller Aromatik, lang am Gaumen mit kräftiger Säure. Da konnte man sich nur vor verbeugen – 97/100. Ein etwas rustikaler Kraftbolzen war 2011 der am Gaumen enorm druckvolle Chambertin von Professeur Marion, hat noch viel Entwicklungspotential, baut enorm im Glas aus und wird mit der Zeit feiner – 95/100. Clos Vougeot von Remoissenet war 2017 aus der Magnum so ein betörendes, elegantes Elixier mit fast schwereloser Leichtigkeit, einfach flüssige Seide pur, mit dieser unnachahmlichen, burgundischen Pracht und Fülle und diesem feinsten, verschwenderischen Schmelz. Blieb ewig am Gaumen und war ganz klare WT100 wert, einfach ein Traum. Ein aus sehr zuverlässiger Quelle erworbener Chambolle Musigny Les Amoureuses von Rigault roch 2012 dermaßen penetrant nach billigem Kunstleder, da wäre ja ein Kork noch spannender gewesen. Eher schlank und rank, aber sehr fein mit schöner Süße und gut geraten ein 1949 Aloxe Corton von Rolland – 93/100. Einfach nur ohne jeden Trinkspaß 2015 der Gevrey Chambertin von Daniel Roland, charmefrei mit viel zu hoher Säure – WT80. Etwas besser 2015 eine zweite Flasche – WT88. Ein Clos de la Roche von Armand Rousseau war wieder großer, reifer Burgunder in Perfektion, so süß, so rund, so lang, mit so viel Schmelz und dabei so unglaublich fein und elegant – 98/100. Ein Latricières Chambertin in einer deutschen R&U Abfüllung hatte 2009 eine reife, leicht portige Nase mit viel Kaffee, am Gaumen war er weich, schokoladig, wiederum mit viel Kaffee und pikanter Säure. Baute nicht ab, sondern aus und wurde immer schöner und vielschichtiger. Mit der Zeit kam sogar noch eine feine rot- und blaubeerige Frucht, blieb sehr lang am Gaumen und zeigte immer neue Facetten – 96/100. Sehr schwer tat sich 2007 zu Anfangein Corton von Leon Violland. Der hatte zwar auch eine sehr junge Farbe, wirkte aber in der Nase etwas gemüsig und medizinal, am Gaumen sehr verhalten mit stahliger, metallischer Frucht, entwickelte aber sich mit der Zeit prächtig im Glas, die störenden Nebentöne verschwanden, da kam mehr Frucht, mehr Komplexität, mehr Länge. Klar, das wurde kein üppig-fülliger Schmuse-Burgunder, dafür aber ein begnadeter Darsteller aus dem Charakterfach, der zum Schluss sicher 94/100 wert war. . Gewaltiges Potential zeigte 2014 noch der Musigny Vielles Vignes von Comte de Vogüe, ein perfekt balancierter, hoch eleganter Wein mit gewaltigem, aromatischem Druck und guter Länge, wirkte zwischen den beiden Richebourgs fast etwas filigran – WT95+.

Ein Chablis 1er Cru von Corcol hatte 2009 zwar eine schon recht dunkle, aber immer noch brilliante Farbe und dazu eine sehr mineralische Nase. Am Gaumen zeigte er eine erstaunliche Präzision – 90/100. Der Corton Charlemagne von Jadot zeigte 2009 eine absolute Faszinationsnase mit Kaffeelikör, Toffee und Karamell und wirkte zunächst wie ein großer, trocken ausgebauter Süßwein. Am Gaumen hoch elegant, sehr mineralisch mit feiner Süße und faszinierender Länge, baute schier unglaublich im Glas aus und entwickelte immer mehr nussigen Schmelz, einfach ein großer, gut gereifter Weißer Burgunder ohne Runzeln – 96/100. Ziemlich daneben 2015 ein Chablis von Lafage. Die fantastische Nase mit karamellisiertem Brioche hatte neugierig gemacht, doch am Gaumen waren nur massig Säure und Möbelpolitur. Bei einem Puligny Montrachet von Ph. Meunier 2014 immer noch recht brilliant die güldene Farbe, karamellig die Nase, aber auch mit deutlich oxidativen Noten, am Gaumen viel Bitterstoffe, immer noch Mineralität, aber eher trockener Sherry als Weißwein. Während der Gaumen immer mehr schwächelte und gezehrter wirkte, legte die die Nase zu und wurde gefälliger und nussiger – WT86. Ein Corton Charlemagne Reine Pedauque hatte 1998 und 2001 eine kräftige, güldene Farbe, war kompakt, kräftig, mit schöner Nase, entwickelt sich sehr vorteilhaft mit Luft, und gewann durch dekantieren - 88/100. Eine wohl bessere Flasche dieses Weines war 2015 rassig mit feinen Küchenkräutern in der Nase, noch so frisch und vital, sehr mineralisch und mit präsenter, aber weicher Säure – WT96.

Excellente und sehr lagerfähige Weine auch an der Rhone, sowohl im Norden als auch im Süden. Tauchen leider nicht sehr häufig auf, wobei ich speziell mit Chateauneufs sehr gute Erfahrung gemacht habe.

Ein leckerer, alter, gut gereifter Rhone, der sicher schon bessere Tage gesehen hat, war 2000 ein Hermitage La Sizeranne von Chapoutier – 88/100. Sehr jung wirkte 2014 der Hermitage-la-Chapelle von Jaboulet Ainé, dicht und kräftig, nicht nur in der Farbe, etwas rustikal, sehr lakritzig im Abgang, baute enorm im Glas aus – WT92. Dicht, auch die Farbe, lakritzig, kräftig, lang 2011 der Hermitage Tête de Cuvée Grande Reserve von Vidal-Fleurie – 93/100.

Hervorragend 2003 ein Chateauneuf-du-Pape Selection von Barrière mit viel Finesse, Süße und burgundischer Fülle – 94/100. Laktisch 2012 die würzige Nase des Chateauneuf-du-Pape in einer Barrière-Abfüllung, schwächelte aber leicht am Gaumen – 86/100. Der Chateauneuf-du-Pape von Chanut Frères war 2007 so würzig, so dicht, das berühmte Pfauenrad an Aromen, unglaublich explosive Aromatik, Kaffee, Kräuter, balsamische Noten, sehr lang, einfach kompletter, großer Wein – 97/100. Perfekt war 2011 die Flasche des Chateauneuf-du-Pape La Bernardine von Chapoutier nicht, aber der Inhalt war vom anderen Stern. So dicht, komplex und kräuterig, enorm druckvoll, kräftig und sehr lang am Gaumen, ein Wahnsinnswein – 97/100. Clos de l´Oratoire war 2009 ein noch so jung wirkender, kerniger, rustikaler Terroir- und Charakterstoff, leicht animalisch, Blut, Eisen, pfeffrige Würze, perfekte Statur, baute unglaublich im Glas aus und hat sicher noch Potential für Jahrzehnte – 97/100. Clos des Papes war 2009 ein Ausnahme-Chateauneuf, der einfach alles hatte, generöse Süße, burgundische Pracht und Fülle, viel Schmelz, aber auch eine enorme Kraft und Dichte – 100/100. 2013 mit einer fantastischen Nase, am Gaumen gelungener Spagat zwischen der Kraft eines Chateauneufs und burgundischer Pracht, Fülle und Eleganz. Voll da, altersfrei und mit toller Länge – 97/100. Der Chateauneuf-du-Pape Mont Redon war 2011 ein faszinierender, sehr dichter, kräftiger, voluminöser Wein mit enormer Länge, der nur in der Nase Reife zeigte – 96/100. Absolut reif und faszinierend war 2006 ein unbekannter Chateauneuf-du-Pape Seleccion de Leopold Rane. Sehr aromatisch mit feiner Süße und verschwenderischer, burgundischer Fülle, druckvoll am Gaumen, kräftige Säure - 92/100. Eine sehr helle, dünne, bräunliche Farbe hatte 2007 ein Chateauneuf-du-Pape aus dem Cave Saint Benoit,stand aber wie eine Eins im Glas mit druckvoller Aromatik, feiner Süße und immer noch Kraft und Länge am Gaumen. Baute sehr schön im Glas aus und entwickelte Noten von Lakritz, Anis und Süßholz – 93/100. Als gut gereifter Burgunder ging 2010 ein Chateauneuf-du-Pape von Charles Vienot durch mit generöser Süße, sehr fein, lang am Gaumen – 93/100.

Auch an der Loire gilt 1949 als Erfolgsjahr.

Ein Vouvray Le Haut Lieu Demi Sec von Huet hatte 1996 auf einer Drawert-Probe eine kräftige reife Farbe, Zahnarztnase, Eukalyptus, auch am Gaumen medizinal, über Höhepunkt weg, entwickelte feine Süße und wurde etwas schöner im Glas – 84/100. Ein

Coteaux du Layon von Moulin Touchais hatte 2009 kräftiges, schon ins Güldene gehendes Goldgelb, dezente Restsüße, cremige Textur mit immer noch guter Frucht, reife Ananas, Honigmelone, Honigtöne, getrocknete Kräuter und etwas Karamell, recht komplex und lang, baute im Glas nicht ab, sondern mit steigender Temperatur noch aus – 93/100.

Großes Jahr im Elsass.

Großer Jahrgang in Deutschland.

Schlichtweg sprachlos machte 2012 die perfekte Wehlener Sonnenuhr feinste Auslese von JJ Prüm. Was für ein zeitloser, immer noch so frischer Wein, immer noch mit schöner Frucht in der frischen, blitzsauberen Nase und etwas Bienenwachs, feine, nicht aufdringliche Süße, enorme aromatische Dichte am Gaumen, Kraft, Länge, ewiger Abgang, aber alles in totaler Harmonie und Balance, Eleganz pur – 100/100. Die Wehlener Sonnenuhr Auslese von JJ Prüm hatte 2014 Bienenwachs ohne Ende, immer noch schöne Frucht und feine Süße, durch gute Säure balanciert, hohe Schiefermineralität, blieb ewig am Gaumen – WT97.

Eine Schloss Johannisberg BA war 1995 meilenweit von der Papierform entfernt und ziemlich ausgezehrt.

Sehr kräftig, aber schon leicht oxidiert 2014 der Barolo Antichi Poderi die Marchesi di Barolo – WT85.

Vina Real Reserva Especial von CVNE wirkte 2010 recht jung mit einer immer noch sehr dichten Farbe, ein Rioja-Klassiker mit ungeheurem, aromatischem Druck am Gaumen, mit verschwenderischer Fülle und wunderbarer, karamelliger Süße – 96/100.

Eine sehr reife, tiefgüldene Farbe hatte der Vina Yago von den Bodegas Rioja Santiago, in der nicht uninteressanten Nase leicht gärender Apfel, am Gaumen schon etwas schwieriger und leicht austrocknend, ging etwas in die Richtung eines gut trinkbaren Madeiras. Mit mehr Luft kam dann eine zunehmende Süße, die ihn eher Richtung Sherry Amontillado schob – 87/100.

Wirklich große Rotweine hat es in Portugal früher nicht gegeben, aber teilweise sehr langlebige, zuverlässige Gewächse mit rustikalem Charme. Als Piraten hatte ich 1999 in eine Probe einen Vino Tinto Garrafeira von Carvalho Ribeiro+Ferreira eingeschmuggelt. Der hielt sich als beachtlich mit erstaunlicher Frische, heller, aber nicht bräunlicher Farbe und dezentem Portton – 87/100.

In der Champagne gab es eine sehr kleine, aber hochwertige Ernte. Was davon noch übrig geblieben ist und aus bester Lagerung stammt, dürfte immer noch immensen Spaß machen. Wer die Faszination älterer Champagner begreifen möchte, der muss einfach mal einen solchen 49er getrunken haben.

Ayala war 2009 zwar schon etwas reifer in der Farbe, zeigte aber eine gewaltige Komplexität und Fülle, eine schöne Süße und war sehr weinig. Ein fleischiger Champagner mit grobperligem Mousseux, der einfach noch unglaublichen Spaß machte – 94/100. Krug war 1993 auf einer Drawert-Probe jung, frisch und sensationell schön – 97/100. Sehr hell 2014 die immer noch junge Farbe des Mercier. Da war noch deutliches Mousseux nicht nur im Glas, sondern auch am Gaumen. Noch so frisch wirkte dieser sehr mineralische Champagner, dazu nussig mit Brioche, einfach große Klasse – WT96. Pommery aus der Magnum war 1999 Traumchampagner mit kräftiger Farbe, noch sehr deutlich spür- und sichtbarem, aber weichem Mousseux, wunderbarer Brotnase, leichter Edelfirne und langem Abgang, so macht Champagner wirklich Spaß – WT96. Sehr gut startete 2014 der Roederer mit zwar reifer Nase und kräftigem Gelb, aber am Gaumen noch erstaunlichem Mousseux, doch leider war das eher ein Strohfeuer. Die deutliche Säure gewann mit der Zeit etwas die Oberhand und auch oxidative Töne stellten sich ein – WT90. Reife selbst muss ja kein Fehler sein. Das zeigte 2014 deutlich der Roualet-Crochet. Reife, ins Güldene gehende Farbe, reife leicht oxidiert wirkende Nase, aber am sehr generösen Gaumen ging die Post ab mit schöner Süße, Kaffeenoten und Toffee – WT94. Perfekt 1994 bei Drawert auch ein Veuve Clicquot, immer noch so jung wirkend mit schöner Fülle und Länge – WT96.

Mehr Kuriosität als Rarität war dann ein 1949 MM Scharzberger Sekt von Matheus Müller aus Eltville. Der hatte in dieser Flasche mit suboptimalem Füllstand zwar kein Mousseux mehr, war aber ein durchaus interessanter, immer noch trinkbarer Stillwein mit deutlicher Bitternote.