2004

Ein solider Bordeaux-Jahrgang mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis. Viele Weine werden jetzt trinkreif, aber es besteht keine Eile.

Latour präsentierte sich 2007 auf dem Chateau als sehr gelungener, klassischer Latour auf 95/100 Niveau mit großartiger Zukunft. Großartig zeigte sich 2007 in der Arrivage Les Forts de Latour, geschmeidig mit guter Struktur und Länge – WT92. Zuletzt 2014 aus der ½ schier unglaublich, ein großer Pauillac mit superber, süßer Frucht, konservative WT94. Mouton Rothschild zeigte sich 2013 in bestechender Form, vielleicht nicht so sexy wie 2003, aber mit mehr Struktur und besserem Tanningerüst für eine längere Entwicklung – WT95. Etwas grün und freudlos wirkte 2017 der Pichon Baron, aber das sollte sich in ein paar Jahren wieder geben – WT88+. Die Pichon Comtesse war 2012 ein harter, ungeneröser Knochen, sehnig, viel Tannin, wenig Frucht, absolut charmefrei -87/100. 

Der Branaire Ducru war 2007 in der Arrivage ein etwas monolithischer Langstreckenläufer mit gutem Tanningerüst - WT88. Klassisch, zurückhaltend, dabei sehr balanciert und harmonisch wirkte 2009 der Ducru Beaucaillou, der gut altern kann und sicher noch zulegt – 89+/100. Noch viel zu jung war 2014 der Gruaud Larose, ein klassischer, kerniger Gruaud, der bei entsprechender Geduld noch für so manche Überraschung gut sein könnte – WT88+. Sehr gut trank sich 2012 in St. Tropes der offen wirkende, aber recht nachhaltige Talbot – WT92.

Der Angelus war 2007 in der Arrivage ein geiler Saft mit viel Fett und natürlich auch Babyspeck, der jetzt in der Fruchtphase einfach Klasse zu trinken ist. Das gute Tanningerüst garantiert eine längere Zukunft - 94/100. Etwas schwierig zu verkosten war Ausone 2012, ein kräftiger, dichter Wein mit deutlichen Tanninen und viel Säure, dürfte sich aber in den nächsten Jahren glätten und noch zulegen – 92+/100. Cheval Blanc erinnerte mich 2007 in der Arrivage etwas an 1988. Ein Langstreckenläufer, zwar mit der für Cheval Blanc typischen, seidigen Eleganz, aber weit davon entfernt, jemals ein großer Cheval Blanc zu werden - WT92+. Verhalten wirkte 2011 die Nase des Figeac, der wohl durch eine verschlossene Phase ging, gute Frucht, am Gaumen kräftige Tannine, wirkt im jetzigen Stadium etwas monolithisch und braucht sicher noch Zeit – 88+/100. Wenig anfangen konnte ich 2007 mit Grand Destieu. Wirkte auf mich so ein bisschen gewollt, aber nicht gekonnt. Ein sehr kräftiger, tintiger Wein mit hohem Extrakt. Eisenhaltige Böden soll das Gut haben, aber muss ich dann gleich an einem alten Brückengeländer lutschen? Etwas bitter im Abgang, weniger wäre bei diesem Wein sicher mehr gewesen – 87/100. Pavie war 2010 kräftig, kernig, am Beginn einer langen Trinkreife – WT93. Troplong Mondot zeigte 2008 sich total verschlossen mit massivem Holz und ging allenfalls als Werbewein eines Sägewerkes durch – WT86.

Gut trinkbar zwar 2011, aber etwas burschikos, rustikal, mit wenig aromatischem Druck am Gaumen und kurzem Abgang der Latour-à-Pomerol – 87/100. Probleme hatte ich 2010 mit Le Pin. Wo war da die Freude? Der präsentierte sich so zurückhaltend und verschlossen. Aber nach den Erfahrungen mit 1994 und auch 84 würde ich diesen Wein nicht abschreiben. Da kommt wohl in 10 Jahren noch mal was.

Smith Haut Lafitte Blanc hatte 2007 eine wunderbare, Sauvignon Blanc betonte Nase, wirkte aber am Gaumen sehr holzlastig und etwas eckig – 90/100.

Ganz nett aber harmlos 2011 ein glasweise ausgeschenkter Lamothe Violet aus Sauternes – 85/100. Sehr zugänglich 2007 Les Carmes de Rieussec. Feine Frucht, offen, dezente Bittenote, nicht sehr süß – 85/100.

Ein Chambertin-Clos-de-Bèze von Bouchard zeigte 2014 bereits einen wunderbaren, burgundischen Schmelz und eine betörende Eleganz, besaß aber auch eine gute Struktur und viel Substanz für eine längere Entwicklung – WT94. Ein sehr schöner, kräftiger Wein, dem es aber etwas an Finesse fehlte, war 2010 der Clos de Tart von Mommessin – 90/100. Mehr hatte ich mir 2014 vom feinfruchtigen, sehr zarten Gevrey Chambertin Clos de l´Abeille von Ponsot versprochen – WT89. Rustikal, kalkig 2017 der Volnay Clos de la Bousse d´Or von La Pousse d´Or - WT88. Eine Ecke drüber 2017 der Volnay Clos des 60 Ouvres – WT92. Der Gevrey Chambertin 1er Cru Clos St. Jacques von Armand Rousseau war 2007 ein frischer, fruchtiger, finessiger und eleganter, ein sehr gelungener, Burgunder in bestechender Frühform mit großem Potential – WT92+. 2013 setzte er dann in seiner Komplexität und seinem aromatischen Druck für den Jahrgang Maßstäbe - WT96. Erstaunlich offen und schon gut zu trinken, aber nicht sonderlich aufregend 2015 ein Corton von Tollot – WT91.

2007 im Lavinia in Paris habe ich den von DRC abgefüllten Haut Côtes de Nuits Blanc verkostet Sicher ein sauberer Wein, aber mit viel Säure, Zitrusaromen, ohne jeden Höhepunkt. Einfach völlig belangloser, ziemlich uncharmanter Durchschnitt – 81/100. Würzig, nussig, schmelzig 2010 der Meursault vom Chateau de Meursault – 91/100. Der Meursault Poruzot von Mizgulski hatte 2014 eine reife Farbe, reife Nase, (Über)reifer Gaumen,alter Apfel, macht nachdenklich, gnädige WT87. Sehr fein, sehr elegant 2013 der Meursault Perrières von Pierre Morey, der aber trotz leiserer Töne eine unglaubliche Länge am Gaumen zeigt – 93/100. Noch sehr jung wirkte 2012 der Puligny Montrachet 1er Cru Champ Canet von Ramonet mit exotischer Frucht, viel Holz, Vanille, Dichte und Länge, mehr Kraft als Charme, kann sich vielleicht noch entwickeln – 92/100. Der Chablis Les Clos von Raveneau war 2014 rassig mit intensiver, kalkiger Mineralität, knackiger Säure, noch so jung und frisch – WT92. Der Chablis 1er Cru Montée de Tonnère von Ravenneau machte zwar 2007 von der ersten Anmutung her spontan etwas mehr an als 2001, wirkte voller, fruchtiger, doch beim zweiten und dritten Schluck auch etwas langweiliger und irgendwie weichgespült – 90/100. Gut gereift 2011 ein Chablis 1er Cru Mont Mains von Raveneau mit floraler Nase, frischem Gras, reifen Zitrusfrüchten und viel Mineralität, druckvoll und mit feiner Süße am Gaumen – 92/100. Hell 2012 die Farbe des Corton Charlemagne von Roumier, in der floralen Nase Heu und frisch gemähte Wiese, am Gaumen frisch, schlank, mineralisch mit sehr guter Säure, dabei sehr trocken mit herbem Abgang – 89/100. Der Der Corton Charlemagne von Tollot-Beaut war 2012 noch sehr jung und sehr mineralisch mit lakritziger Kräuternote in der Nase, messerscharfe Konturen am Gaumen, könnte noch zulegen – 94/100.

Der Cornas Chaillot von Thierry Allemand war 2010 erst dekadent süß, beerig, würig und exotisch..Entwickelt sich im Glas, wird komplexer, zunehmend kommen Veilchen dazu, Teernoten, Kräuter, ein spannender Wein - 94/100. Der 2015 auf der großen Vertikale noch ziemlich strenge, rustikale, kräftige Hermitage von Chave zeigte sich 2016 etwas offener mit schöner Frucht und dürfte eine lange Zukunft haben – WT94+. Kernig, rustikal, kräftig 2012 der Côte Rotie von Gangloff – 91/100. La Landonne von Guigal startete 2008 mit Trüffeln, Unterholz und etwas Wildgeruch, glättete sich erstaunlich rasch und die frische Frucht trat in den Vordergrund, störend aber auch hier die hohe Säure - 91/100. La Mouline La Mouline war 2008 beste der drei LaLas mit weniger aggressiver Säure und dem harmonischeren Gesamteindruck - 93/100. Wirkte 2012 schlank, muskulös, mit gewaltiger Struktur, sehr kräftig mit puristisch schöner Frucht und mit einer gehörigen Ladung gebratenem Speck – 96/100. La Turque erinnerte mich mit seiner süßen Frucht und der hohen Mineralität 2008 an Aalto, dem er aber das Wasser auch nicht entfernt reichen kann, zumal hier doch etwas sehr die hohe Säure stört - 92/100.Sehr unsanft geweckt schien er Ende 2012. Gemüsige Sellerienase mit etwas Räucherspeck, gemüsig auch am Gaumen, entwickelte sich nur im Schneckentempo. Mit der Zeit wurde er etwas weicher, offener und mit mehr Gewürzen als Gemüse, aber es blieb nur ein entfernter Schatten dessen, was man sich unter einem La Turque vorstellt. Gut, 2004 ist nicht Guigals stärkster Jahrgang, aber deutlich mehr als die heutigen 87/100 kommt da in ein paar Jahren schon wieder ins Glas.

Noch sehr jung, aber bereits gut trinkbar war 2010 der Beaucastel. Perfekt der Spagat zwischen animalischer, rustikaler Kraft und erdigen Aromen auf der einen Seide und seidiger Eleganz mit feiner Frucht, Himbeere und Erdbeere, und einem großen provencalischen Kräutergarten auf der anderen Seite. Da kommt sicher mit den Jahren noch etwas mehr, aber es fällt derzeit schon schwer, die Flasche ungeöffnet zu lassen – 92+/100. 2013 auf Sylt wirkte er aber bei aller Würze etwas schlank und dürftig – WT90. Sehr dicht, kompakt und jung 2011 ein Chateauneuf-du-Pape Cuvée de la Reine des Bois der Domaine de la Mordorée, aber auch würzig mit deutlichen, laktischen Tönen, ein dicker Joghurt mit viel dunklen Früchten – 93/100. Sehr würzigen, kräuterig, fruchtig 2010 ein Clos Monirius – 90/100.

Der Beaucastel Chateauneuf-du-Pape Blanc präsentierte sich 2010 in Bestform und als sehr hochwertiger Speisebegleiter. Frisch mit guter Säure, mit exotischen Früchten, reifer Birne, leicht gerösteten Haselnüssen, einer cremigen Textur und schöner Länge war er jetzt genau auf dem Punkt und wirkte bei aller Fülle sehr elegant – 92/100. Erdig-mineralisch, erstaunlich fein und bei aller Rustikalität fast elegant, sehr nachhaltig am Gaumen2008 der Bosquet des Papes Blanc – WT87.

Erst ganz am Anfang stand 2013 der schlichtweg grandiose Clos St. Hune von Trimbach. Reife Limette und Aprikose in der Nase, dazu dezent petrolige Schiefermineralik, am Gaumen von kräftiger Säure unterlegte, cremige Textur, unendliche Länge, so komplex und tiefgründig, gemacht für 30 weitere Jahre - WT96. Auf gleichem Niveau 2015. Der Trimbach Riesling Cuvée Frederique Emile war 2011 schlank, rassig mit stahliger Frucht, aber auch mit erster Reife und feinem Petrolton, leicht austrocknend am Gaumen – 90/100. Der süchtig machende, im positiven Sinne üppige, noch viel zu junge Rangen de Thann Clos St. Urbain von Zind-Humbrecht wirkte 2015 mit reifer, satter Frucht, enormer Fülle und leicht barocker Eleganz eher vollschlank – WT96.

Mit der Aromatik von Wald, Unterholz und Waldboden begann 2010 der Grange des Pères, leicht animalische Note, wurde immer fruchtiger, feiner, luftiger und eleganter, immer mehr kam reife Himbeere und dann mit der Zeit stärker die Erdbeere eines guten Chateauneuf, ein sehr harmonischer, schöner Wein, der sich auch an der Rhone gut machen würde – 92/100.

Der Nordlund Dansk Bordvin aus Dänemark hatte 2006 eine fantastische Farbe, aber eine etwas eigenartige Nase, leicht angesengt, Gummi, Wildgeruch. Am Gaumen wirkte er etwas artifiziell, gewöhnungsbedürftig und anstrengend, im Abgang zeigte er Waldmeister. Da scheint bei der Weinbereitung auch heftiger Konzentrator-Einsatz mit im Spel gewesen zu sein – 78/100.

Großer Jahrgang in Deutschland, insbesondere für deutsche Weißweine mit hohem Alterungspotential.

Der Chardonnay von Huber hatte 2007 Kraft und Finesse, klare, frische Frucht, gute Struktur und Länge - WT91. Gut gelungen der Malterer von Huber, wenn auch 2006 noch etwas zu jung – WT91+.

Ein Spätburgunder Jannin von Duijn war 2011 ein gut gemachter, fruchtiger, mineralischer und durch den Barriqueausbau leicht rauchiger Spätburgunder mit feinem Schmelz – 88/100.

Ganz ok 2011 ein gut gemachter, weicher Klingenberger Spätburgunder von Paul Fürst – 88/100.

Ein Gedicht 2013 bei Jörg Müller die Eitelsbacher Karthäuserhofberg Auslese trocken – WT93. Noch zu jung, süß mit viel Babyspeck 2015 die Brauneberger Juffer Auslese Lange Goldkapsel #5 von Haag, ein Riese im werden – WT93+. Der Quasar vom Weingut Herrenberg war 2006 im Villino ein perfekt balancierter Riesling mit toller Frucht und Säure, gut eingebundener, als Einzelkomponente kaum spürbarer Restsüße und unerhörter Mineralität – 93/100. Die Lieser Niederberg Helden Spätlese zeigte 2017, warum große Spätlesen reifen dürfen und müssen. Fast harmonisch trocken, traumhafte, leicht exotische Frucht, so balanciert mit großartiger Mineralität, Säure und Frische – WT94. Mineralisches Honig-Schiefergemisch mit etwas irritierender Boytritis 2013 beim Uhlen L von Heymann Löwenstein - 91/100. Die Juffer Sonnenuhr Auslese von Lieser war 2016 schlank, filigran mit betörender Frucht und tollem Trinkfluss – WT94. Die Ürziger Würzgarten Riesling Auslese von Loosen war 2006 eine knackige, rassige Auslese mit sehr guter Säure, hoher Mineralität und feinem Süße/Säure Spiel - 91/100. Der Riesling Alte Reben von Molitor war 2008 ein mineralisches Prachtstück mit gewaltiger Struktur, nur leider 5 Jahre zu jung – WT88+. Die klassische, unverkennbare Molitor-Nase zeigte 2015 die Bernkasteler Lay Spätlese trocken von Molitor. Ein furztrockener, schlanker, sehr eleganter Wein mit feiner Mineralität, noch so frisch, der im Glas immer mehr zulegte und einen enormen Druck am Gaumen entwickelte – WT92. 2016 sehr fein und elegant in der Nase, unglaublich stoffig und druckvoll am Gaumen mit feinem, hellem Toffee im Abgang, Potential ohne Ende – WT94+. Noch so jung 2015 auf Sylt die Zeltinger Sonnenuhr Auslese** trocken von Molitor mit intensiver Schieferwürze, weißen Früchten und viel Tiefgang – WT92+. Rassig, schlank, kompakt mit viel Säure 2015 die tiefgründige, trockene Wehlener Sonnenuhr Auslese** von Molitor, ein Riese im Werden mit Langstrecken Potential - WT94+. Der Scharzhofberger Kabinett von Egon Müller wirkte 2016 sehr frisch und fein, geradezu leichtfüßig – WT92. Die Graacher Himmelreich Spätlese von JJ Prüm hatte 2011 erstaunlich viel Kraft und Fülle, viiel Süße und eine intensivere Mineralität – 92/100. Sehr mineralisch 2011 die Graacher Himmelreich Auslese von JJ Prüm, knackige Säure, aber auch gute Süße, cremige Textur, wird sich über lange Jahre weiterentwickeln – 92/100. Mehrfach habe ich im Taillevent die Wehlener Sonnenuhr Kabinett von JJ Prüm als Apero perfekten Apero gewählt, 2011 war sie als Absacker dran, frisch, fruchtig, animierend, besser als jeder Espresso, passt perfekt vor und hinter jedes Menü, natürlich auch zum Menü – 92/100. Wunderschöner Apero 2011 Wehlener Sonnenuhr Spätlese von JJ Prüm, mineralisch, fruchtig, frisch mit spielerischer Eleganz – 92/100. Im selben Jahr auf der großen Prüm Probe in Lehrbach elegant, geschliffen mit perfekter Säurestruktur, mineralisch, zupackend und spannend, sehr lang am Gaumen, herrlicher Trinkfluss und im besten Sinne süffig – 94/100. 2014 wieder auf WT92 Niveau. Besser 2015, sehr fein und mit tänzerischer Eleganz – WT93. Und 2016 auf Sylt so frisch, so grazil mit toller Säure, wie frisch abgefült – WT94. Noch sehr jugendlich 2011 die Wehlener Sonnenuhr Auslese von JJ Prüm mit etwas hefiger Nase, aber am Gaumen klar wie Bergkristall mit faszinierendem Süße-/Säurespiel – WT93. 2013 ein immer noch sehr junger, absolut stimmiger, sehr mineralischer Traum, die Leichtigkeit des Seins mit betörendem Süße-/Säurespiel – WT94. Die Zeltinger Sonnenuhr Auslese von JJ Prüm war 2011 immer noch erstaunlich jung mit hefiger Aromatik, dabei sehr elegant mit feiner Säure, schon sehr zugänglich und wunderbar zu trinken – 93/100. Die Zeltinger Sonnenuhr Auslese halbtrocken von JJ Prüm war 2014 beileibe kein schlechter Wein, schlank, knackige Säure, viel Schiefer, harmonisch trocken, guter Trinkfluss, aber vom Niveau her lag er sicher nicht über einem Wehlener Sonnenuhr Kabinett – WT90. Der Gottesfuß Alte Reben von Van Volxem zeigte sich 2017 sich in bestechender Form ohne jedes Alter, so irre stimmig mit betörender Frucht, fast schwereloser Eleganz und feiner Mineralität – WT95. Der Scharzhofberger Pergentsknop aus der Magnum von Van Volxem war 2012 ein im positiven Sinne schlanker, sehr feiner, eleganter, fruchtiger Wein, gute Mineralität, die in der Jugend etwas aufdringliche Restsüße inzwischen perfekt eingebunden – WT93. 2013 in der Vogelkoje aus der Magnum, herrliche, frische Frucht, feine Mineralität, betörender Schmelz, tänzelt am Gaumen und hat trotz für einen solchen Wein geradezu lächerlichen 11,5 % Allohol gewaltigen Extrakt, harmonisch trocken mit gut eingebundener, knackiger Säure, dabei noch sehr jugendlich mit Potential für lange Jahre. Konservative, begeisterte WT94 mit für die Zukunft Luft nach oben. Deutlich präsenter 2013 an gleicher Stelle Altenberg Alte Reben aus der Magnum, mehr Frucht, mehr Säure, mehr Süße, aber weniger Finesse – WT93.

Der Bacharacher Hahn GG von Toni Jost war 2006 ein sehr stoffiger, extraktreicher Riesling mit reifen, gelben Früchten, Ananas, Zitrusfrüchte. Feiner Schieferton, bei aller Kraft sehr elegant, tolle Länge am Gaumen – 93/100.

In Bestzustand zeigte sich 2015 das Dorsheimer Burgberg GG vom Schlossgut Diel, immer noch so jung, sehr mineralisch mit herrlicher Frucht, kräftiger Säure, aber auch schöner Fülle und gewaltigem, aromatischem Druck – WT95. Die Felsenberg Auslese von Dönnhoff war 2008 und 2009 ein sehr extraktreicher, mineralischer, animierender Riesling mit knackiger Säure und gut balancierter Süße – 92/100. Der Felsenberg Riesling Spätlese trocken von Dönnhoff, einem sehr mineralischen, frischen Riesling mit klarer Frucht, kein Hammerwein, einfach nur schön – 91/100. Sehr mineralisch, brilliant, mit präziser Struktur 2014 mehrfach wieder die Hermannshöhle GG von Dönnhoff – WT95. Auch 2015 und auch 2016 wieder mehrfach auf diesem Niveau, immer noch so frisch, zeigt zusätzlich etwas mehr fruchtige Fülle und cremige Textur, noch lange Zukunft – WT95. Legte 2017 zweimal mit enormem Druck und mineralischer Brillianz noch zu – WT96. Die Norheimer Dellchen Spätlese von Dönnhoff war 2006 sehr fein und einfach lecker, offen, deutlich zugänglicher als derzeit die Hermannshöhle des gleichen Erzeugers, mit sehr guter, reintöniger Frucht, prägnantem Schieferton und guter Säure – 93/100. Absolut stimmig 2013 mehrfach das Monzinger Frühlingsplätzchen GG von Emrich-Schönleber mit reifer, süßer, gelber Frucht, feinem Schmelz, aber immer noch guter Säure und oerfekter Struktur, absolut stimmig - WT94. Auf gleichem Niveau 2013 ebenfalls mehrfach das etwas mineralischere, strukturiertere Halenberg GG von Emrich Schönleber - WT94. 2014 meine bisher beste Flasche, immer noch so jung mit grandioser Zukunft – WT95. 2015 die einfach geile Nase deutlich mehr, als der etwas dropsige Gaumen halten konnte. Mit der Zeit glättete sich der Wein im Glas und wurde kompletter und stimmiger – WT93. 2016 traumhaft balanciert – WT95. Sensationell 2013 und noch so blutjung, auch in der helleren, sehr brillianten Farbe, Halenberg Lay Versteigerungswein mit irrsinnige Struktur, großer Wein mit toller Länge - WT96. Ungewöhnlich hell 2015 die Farbe des Monzinger Halenberg GG von Schäfer –Fröhlich. Wirkte am Gaumen etwas gewöhnlich und unsauber mit spitzer Säure – WT88.

Beim Wallufer Walkenberg Alte Reben von J.B. Becker notierte ich 2011 „blutjung, messerscharfe Präzision, komplex, sehr lang, ein Riesling Riese im werden für 20+ Jahre, bekommt mit viel Luft im Glas cremigere Textur – 93+/100.“ Ein Jahr später, 2012, präsentierte er sich deutlich druckvoller, offener mit enormer Strahlkraft und perfekter Statur, ein gewaltiges Riesling-Monument – 95/100. Eine wunderbare Honignase zeigte die Riesling BA von August Kesseler mit feiner, schmelziger Süße und guter Säure – 93/100. Seit Jahren verfolge ich die Entwicklung der faszinierenden Hochheimer Hölle Auslese trocken von Künstler. Erinnerte z.B. 2010 in seiner präzisen Struktur und der intensiven Mineralität etwas an den Coche-Dury vom Vortag, sehr prägnante, rassige Säure, feine Kräuternoten, brauchte viel Luft und dürfte erst in 5 Jahren voll auf dem Trinkhöhepunkt sein – 92+/100. 2013 war das ein Riese mit irrer Mineralität, man lutscht förmlich am Felsen, noch so frisch und jugendlich mit toller Säure, ein Wein für 20 weitere Jahre, der an den großen 92er des Gutes erinnert - 95+/100. Ein absoluter Gigant mehrfach 2015, blutjung, rassig, sehr mineralisch, läuft mit ihrer Brillianz gerade erst zur Hochform auf und deutlich zeigt, wie groß auch dieser Jahrgang 2004 ist, dürfte sehr langlebig sein, diese Hölle – WT96. Auch 2016 auf Sylt mehrfach und dann auch 2017 wieder auf diesem Niveau mit Potential für lange Jahre. Immer noch so kraftstrotzend 2013 der sehr mineralische und jugendliche Berg Rottland von Schloss Schönborn – 93/100. Mehrfach 2014 auf konstant WT92 Niveau. Zeigte sich 2016 perfekt gereift mit cremiger Textur – WT94. Der Kiedricher Gräfenberg Erstes Gewächs von Robert Weil war 2006 ein sehr frischer, mineralischer, sehr eleganter, erstaunlich schlanker Wein mit knackiger Säure - WT89+. Das Gräfenberg GG von Weil war 2016 mit sehr heller Farbe absolut stimmig mit genialer Struktur, wunderbarer Mineralik und großartiger Länge – WT97. Eine feine Honignase hatte 2016 die Kiedricher Gräfenberg Auslese von Weil, so elegant, so jung, so finessig mit perfektem Süße-/Säurespiel – WT95+.

Schwierig 2007 ein Rüdesheimer Berg Schlossberg Spätburgunder QbA von August Kesseler. In der Nase verbranntes Gummi, deutlich spürbarer Alkohol(14,5%), ein üppiges, aber auch etwas eindimensionales Geschoß – 88/100.

Rassig, mineralisch, schlank und noch so taufrisch war 2015 der Hipping von St. Antony – WT94. Schlank, mineralisch, etwas karg mit kräuteriger Herbe in der Nase 2017 der immer noch so frische Niersteiner Orbel Riesling GG von St. Antony – WT93. Der G-Max von Keller hatte 2009 was von einem durchtrainierten Spitzensportler, kein Gramm überflüssiges Fett zuviel, einfach perfekte, präzise Struktur, ein Ausnahmewein, bei dem von der Nase über den Gaumen bis hin zum endlosen Abgang einfach alles stimmte, sehr mineralisch mit einer ungeheuren Brillianz und druckvoller Aromatik – 97/100. Blutjung 2014 noch mit strahlender Brillianz und perfekter Struktur – WT96+. Das Kirchspiel GG von Keller war schon 2007 ein faszinierender Wein mit reifer Frucht und schon fast burgundischer Fülle, der aber erst ansatzweise zeigte, was da mal draus werden könnte - WT92+. 2014 hatte ich das Kirchspiel einmal im Juni aus einer herrlichen Magnum gehabt, ein schlanker, hoch eleganter Wein, sehr finessig mit feiner Frucht, mineralisch, aber auch minzig, noch absolut taufrisch. Damals habe ich WT95 für die Magnum gegeben. Bei einer 1tel im Herbst 2014 war ich hin und weg, da waren WT96 fällig. Der Morstein GG von Keller wirkte 2009 füllig, kräftig mit reifern, gelben Früchten und etwas rustikal, zeigte längst nicht alles – WT91.

Glockenklare Frucht, unendliche Frische und gute Säure 2017 beim Hohenmorgen GC von Bürklin-Wolf – WT94+. Das Ungeheuer GC von Bürklin-Wolf war 2014 mehrfach immer noch frisch mit guter Säure, reifen, gelben Früchten, cremiger Textur und tiefer Würze, einfach ungeheuer gut – WT93+. Immer noch so taufrisch 2013 aus der Doppelmagnum das Kirchenstück GC von Bürklin-Wolf, so vibrierend, Eleganz und Finesse pur, eher die leisen Töne, aber mit so einer irren Nachhaltigkeit, verändert sich stets im Glas, baut so enorm aus, die präzise 2004er Struktur und Säure, dazu feiner, süßer Schmelz und burgundische Pracht und Fülle. Man nennt dieses Kirchenstück zurecht auch den Montrachet der Pfalz - WT97. In 2014 mehrfach aus Magnum und 1tel, reife gelbe Früchte, feine Cremigkeit am Gaumen, tolle Struktur, sehr gute Mineralität, burgundische Fülle – WT95. In 2015 zeigte es sich mehrfach in Bestform, immer noch so taufrisch, könnte durchaus noch zulegen – WT97+. Auch 2016 als Montrachet der Pfalz mit burgundischer Pracht und Fülle, noch so jung – WT97+. 2017 mit leicht oxidativen Noten (Flaschenfehler?) nicht ganz auf diesem Niveau – WT96. Der Idig GG von Christmann war 2013 und 2014 ein kraftvoller Edel-Pfälzer mit Druck und Fülle, mit feiner Süße, toller Struktur und guter Säure, sicher noch mit längerer Zukunft – WT94. Groß und erst ganz am Anfang 2012 zweimal, und wieder 2013 und 2014 die schlanke, konzentrierte, sehr mineralische Kallstädter Saumagen Auslese trocken ‚R’ von Koehler-Ruprecht, startete verhalten mit dezenter Petrolnase, explodierte dann aber förmlich. Ein blutjunger Gigant mit Zukunft ohne Ende, burgundisch im besten Sinne, extrem präzise Frucht, weißer Weinbergpfirsich, sehr mineralisch, Muschelkalk, enorm tiefgründig und lang – 95+/100. In bestechender Form zweimal 2016, irre Nase, sehr komplex, burgundisch, straffe, kalkige Mineralität und einfach geniale Struktur mit grandioser Länge – WT97+. Reichlich Holz hatte 2012 der Chardonnay**** von Knipser, cremig, fast ölig, aber auch erstaunlich präsente, frische Frucht, wirkte etwas korpulent und unausgewogen – 88/100. Das Kastanienbusch GG von Rebholz war 2013 und 2015 wieder sehr balanciert mit cremiger Textur und guter, reifer Säure, dürfte langlebig sein – WT94.

Das Fassmuster des Trilogia wirkte 2005 etwas kompakter als 2003. Sicher wieder ein großer Trilogia mit gutem Alterungspotential, Maulbeere ohne Ende, Kakao, etwas Bitterschokolade. Entwickelt sich im Glas, wird zugänglicher, schmeichlerischer, die Süße der amerikanischen Eiche, auf der man fast kauen kann, kommt durch. Sicher mindestens auf 2002-Niveau, aber langlebiger, gute Säurestruktur, spürbares Holz. Potential für 93+/100.

Der Merlot Nussleiten vom Castel Sallegg hatte 2009 Bitterschokolade mit dicker, fruchtiger Beerenfüllung, frisch, elegant und mit guter Säure – 91/100. Heftig und kräftig vor allem in der Nase mit frisch geteerten, schwarzen Oliven und dunklen Früchten 2012 der Granato von Foradori , wird am Gaumen nach hinten immer schlanker, sehr dichte, tiefdunkle Farbe, immer noch sehr jung und kompakt wirkend, würde ich gerne in 5 Jahren noch mal probieren - 90+/100.

Ein Barolo Cannubi Boschis von Borgogno hatte 2010 eine wunderbare Nase mit reifen Waldbeeren, Veilchen Trüffen und Lakritz, am Gaumen kräftig mit feinem Schmelz und langem Abgang – 92/100. Eine heftige, alkoholische Kirschwassernase hatte Ende 2012 der Barolo Sperss von Gaja. Blutjunge, intensive Frucht, Kräuter, Lakritz, dafür fehlte der Abgang. Baute im Glas etwas aus, aber in 5-10 Jahren kommen zu den 90+/100 noch mindestens 5 mehr. Würzig, dicht, lakritzig und lang, aber auch stückweit verschlossen zeigte sich 2014 der Barbaresco Aisili Riserva von Bruno Giacosa. Da kommt in ein paar Jahren noch deutlich mehr – WT94+. Ebenfalls 2014 aus einer am Vortag geöffneten Magnum war das ein genialer Wein, erstaunlich offen, sehr elegant und fast grazil trotz des enormen, aromatischen Drucks, feine, süße Frucht, sehr minzig, ewige Länge – WT97. Absolutes Highlight 2013 im Saittavini Barbaresco Rabaja von Giacosa, großes Rosenbeet, ätherische, mentholische Frische, teerige Mineralität, what a treat - WT96+. Auch 2015 zu ersten Trüffeln wieder in bestechender, eigentlich Riserva-Qualität – WT96. Schon recht offen 2014 der Barbaresco Santo Stefano von Giacosa mit süßer Frucht und guter Struktur – WT93. Eine zweite Flasche 2016 hatte deutlich mehr Substanz – WT94. Seltsam 2014 der leichtgewichtige, feinfruchtige Barolo Monprivato von Mascarello – WT88. Zeigte sich auch 2016 zwar elegant und harmonisch mit der klassischen Mischung aus Rosen und Teer, wirkte aber auf hohem Niveau sehr verhalten – WT92. Legte 2017 deutlich zu, wird aber in ein paar Jahren noch mehr zeigen – WT93+. Der Barbaresco Marcarini von Pertinace trank sich 2010 sehr gut, wirkte aber auch etwas eindimensional – WT87. Der Barbaresco Gallina von La Spinetta hatte 2011 reichlich Süße, Fülle, Kraft, Frucht, Komplexität, Länge am Gaumen – 95/100. Auch 2013 aus der Magnum auf diesem Niveau. Immer noch so jung 2013 und 2014 der Valeirano von La Spinetta mit würzig-kräuteriger-lakritziger Süße - 93/100. Der Barolo Riserva Rocche del Annunziata Torriglione von Voerzio war 2013 großes, modernes Barolo Kino, Rosenblätter, Minze, Teer, Süßholz, Lakritz und generöse Süße, trotz scheinbarer Reife und cremiger Textur mit großer Zukunft - WT95+.

Amarone dal Forno Romano war 2012 ein faszinierender, fordernder Wein, der sich ständig veränderte und locker 10 Jahre zu jung war. Eine Bewertung zum jetzigen Zeitpunkt? Schwierig, vielleicht 93+/100 und je einen Punkt mehr pro hypothetischen, weiteren halben Tag Dekantierzeit.

Solo wäre der von deutlichem Holzeinsatz geprägte Terre Alte von Felluga 2007 nicht mein Ding gewesen, doch zu einigen der frech gewürzten Vorspeisen passte er sehr gut – 89/100.

Großartiges Jahr in der Toskana.

Anstrengend und sperrig mit hoher Säure 2009 der 50&50 von Avignonesi und Capannelle – WT87+(?). 2017 zeigte er zugänglicher mit reifen Tanninen und schöner Würze – WT94. Ca Marcanda war 2010 dicker, ausladender, internationaler Stil mit satter, dunkler Frucht, könnte von überall herkommen, klar, der ist sehr gut zu trinken, macht mit seinen 14% schnell genug blau und hat keine störenden Ecken und Kanten, ein prima bekömmliches Betäubungsmittel also, aber kein spannender, großer Wein, Fans geben 92/100, mir reicht ein Glas. Wohl zum (hoffentlich!) falschen Zeitpunkt habe ich 2011 den Pian del Vigne Vigna Ferrovia Riserva von Antinori getrunken. Die Farbe wirkte schon verdammt reif mit deutlichem Orangenrand. Auf der anderen Seite war der Wein verschlossen, geradezu bissig und astringierend, die Frucht erinnerte eher an Trockenobst und Dörrfrüchte. Heißt der etwa Ferrovia, weil er nach alten, verrosteten Eisenbahnschienen schmeckt? Wirkte auch 2016 zu Anfang etwas kompakt, verschlossen und rustikal, aber mit gewaltiger Struktur. Und mit viel Luft in der Karaffe ging dann da richtig was ab. Zeigt immer mehr Frucht und Finesse, blieb aber im positiven Sinne kernig - WT93. Schwierig zumindest zu Anfang 2014 der Flaccianello mit seiner animalisch-stinkigen Nase, wurde im Glas zögerlich besser mit reifer Beerenfrucht, Zedernholz und erdiger Mineralität, da könnte mit den Jahren noch deutlich mehr kommen – WT93+. Der Fontissiomo von der Fattoria Le Fonti hatte 2010 intensive Kirschfrucht, sehr konzentriert, aber auch geradlinig, dicht, mit guter Säure- und Tanninstruktur – 91/100. Reichlich Holz vor der Hütte hatte 2012 der etwas künstlich aufgeblasen wirkende Lamaione von Frescobaldi, ein muskulöser, kräftiger, etwas überzogener Merlot, mehr Kraft als Finesse, reichlich dunkle Frucht und Bitterschokolade – 88/100. Luce präsentierte sich 2010 recht reif, weich, generös, schokoladig mit feinem Schmelz, aber wenig Tiefgang – 89/100. Masseto war 2009 ein unglaubliches, sehr mineralisches Konzentrat, druckvoll und fordernd am Gaumen mit geradezu explosiver Aromatik, und doch eine deutliche Frische, ja geradezu Leichtigeit zeigend – WT97. Zuletzt 2013 immer noch sehr jung, aber mit einer schokoladigen Wahnsinnsaromatik – WT97. Ein immer noch blutjunger, gewaltiger Traum 2014 der Madonna del Piano Riserva, der sich nur sehr zögerlich öffnet. Tiefe, dunkle Frucht, eine komplette Leder-Manufaktur, Kraft ohne Ende - WT94+. Der Scrio von Le Macchiole hatte 2014 viel dunkle Früchte und Lakritz, am Gaumen enormen Druck mit feinem, süßem Schmelz, gute Struktur und länge – WT94. Meine erste Begegnung mit dem gewaltigen Masseto war 2006 im Saittavini. Jugendliches, sehr dichtes Schwarzpurpur, ein unglaubliches, sehr mineralisches Konzentrat, druckvoll und fordernd am Gaumen mit geradezu explosiver Aromatik, und doch trotz bestechender Struktur und massiver, aber sehr reifer Tannine mit einer faszinierenden Frische, war einfach in dem Stadium, in dem Massetos einfach den meisen Spaß machen – WT97. 2008 an gleicher Stelle und 2009 im Doctorhaus bei Zürich war er wieder auf diesem Niveau. Und auch zuletzt 2013 auf Sylt präsentierte er sich Traumstoff mit einer Wahnsinnsaromatik, dabei nicht überladen, sondern elegant – WT97. Ein gewaltiger, druckvoller Wein war 2015 der Messorio von Le Macchiole – WT96. Der Miani Merlot Buri aus dem Friaul war 2012 ein enorm ausbauender, schmelziger, süßer Merlot mit viel Potential- WT96. Der Montepeloso Gabbro war 2007 warm-würzig, fruchtige Fülle, balsamische Noten, gute Länge am Gaumen, aber auch erstaunlich zugänglich, fein, samtig und seidig, wird sich über lange Jahre weiterentwickeln – WT94+. Großes Kino 2010 der Brunello di Montalcino von Siro Pacenti, erst ganz am Anfang, noch lange nicht alles zeigend, aber was für ein gewaltiger Druck am Gaumen, gute Frucht, viel Biss und Spannung, perfekte Tannin- und Säurestruktur, tolle Länge am Gaumen – 94/100. Eine moderne Stilistik zeigte 2007 ein Podere Sapaio. Jugendliches Purpur, süße, konzentrierte Kirschfrucht, animierende Säure, aber für einen großen Wein fehlte der Tiefgang – 92/100. Kräftig, rustikal, sehr nachhaltig, aber auch etwas verschlossen präsentierte sich 2010 der Brunello di Montalcino von Il Poggione – WT89. Seidig, elegant mit feiner Süße, aber auch gewaltigem, aromatischem Druck am Gaumen kam 2013 und 2014 aus der Magnum der Brunello di Montalcino Riserva von Poggio di Sotto ins Glas, so eine Art Cheval Blanc aus der Toskana – WT96. Auch 2017 Brunello vom Feinsten mit seidiger Eleganz, trotz druckvoller Aromatik so stimmig und harmonisch – WT96. Etwas verhalten startete 2013 der kräftige, breitschultrige Redigaffi im Glas, baute dann aber in gewaltigem Tempo immer mehr aus und wurde offener und süßer. Reife dunkle Früchte, Minze, Schokolade, mineralisch und würzig mit genügend Kraft und Struktur für eine längere Entwicklung – 95/100. Noch sehr jung 2013 bei Schorn der Brunello di Montalcino Riserva von Vasco Sassetti. Ein enorm druckvoller, jugendlich-kräftiger Brunello mit dunkler Frucht, Leder und etwas Brett in der Nase, sehr vielschichtig und mineralisch mit toller Struktur, braucht unbedingt etwas Zeit in der Karaffe, um sich zu entfalten – 94/100. Ornellaia war 2011 aus der Magnum ein geiles, pralles Tel, das an Aalto PS erinnerte, ein konzentrierter Superstoff mit immensem Sexappeal, dazu mit irrer Frucht und Fruchtsüße, trinkt sich einfach gut und ist durch die gute Struktur nicht überladen oder sättigend – 96/100. Auch 2014 präsentierte er sich zweimal als Sünde pur in dieser Superform. Ebenso wieder 2016 aus einer perfekten, jugendlichen Magnum – WT96. Der Petrolo Galatrona war 2008 ein erstaunlich offener, weicher, schokoladiger, zugänglicher Wein, der aber die druckvolle Aromatik früherer Petrolos auch nicht ansatzweise zeigt – 91/100. Der Saffredi von Le Pupille war 2008 ein sehr feiner, aromatischer, eleganter Wein, aber er riss uns nicht unbedingt vom Hocker - WT92.Sassicaia war 2008 am Ende seiner Fruchtphase ein sehr feiner, eleganter finessiger Wein mit generöser, süßer Nase - 94/100. 2013 zeigte er sich etwas verhaltener mit klassischer Bordeaux-Stilistik - 93+/100. 2017 zeigte er sich deutlich offener – WT95. Solaia war schon 2008 einfach ein kompletter, großer Wein, der trotz seiner Jugend schon immensen Spaß machte - 96/100. Seitdem habe ich ihn mehr als ein Dutzend mal im Glas gehabt, zuletzt 2014 und immer auf diesem Niveau. Machte 2015 einen sehr verschlossenen Eindruck und brauchte mehrere Stunden in der Karaffe, um sich halbwegs zu entfalten – WT93+. Ende 2004 in Pontresina in erster Reife wieder voll da, groß und absolut stimmig – WT96. Der Brunello Riserva von Sassetti war 2012 aus der Jeroboam jugendlich, kräftig und enorm druckvoll – WT95. Der Siepi wirkte trotz tiefer Farbe 2013 sehr reif mit leicht amaronigen Tönen, war dabei etwas breit – WT88. Ein würziger, einfach leckerer Sauerkirschsaft mit gutem Säuregerüst und Rückrat war 2011 der Tassinaia – 91/100. Ein kerniger, zupackender Wein mit viel Tannin war 2011 der Terra di Lavoro, mineralisch bis zum Abwinken, Vulkanböden pur, großer, sehr komplexer Stoff, der sich über sehr lange Zeit entwickeln wird – 94+/100. Der 2008 und 2009 häufig so offene Tignanello wirkte 2013 wirkte noch sehr jung mit Röstaromatik und schöner Kirschfrucht, aber auch noch zupackenden, leicht bissigen Tanninen - WT92+. Auf dem Punkt 2012 der Brunello von Valdicava mit reifem, süßem Schmelz – WT94.

Der Palari Faro von Salvatore Geraci aus Sizilien war 2009 nett, fruchtig und gefällig, aber auch etwas eindimensional – 84/100. Der Tasca d´Almerita Cabernet Sauvignon war 2016 reif und auf dem Punkt – WT90.

Noch viel zu jung 2007 der Grüne Veltliner Ried Lamm von Bründlmayer, zeigte erst 2 Stunden nach Dekantieren reife, gelbe Früchte, durch den hohen Alkohol verstärkte Fruchtsüße, pfeffrige Würze, Kraft und Länge bei guter Säure – WT90+. Der Chardonnay vom Leithagebirge von Kollwentz war 2007 würzig-fruchtiger, kräftig, sehr mineralisch, aber auch etwas metallisch wirkend mit kühler Frucht – 88/100. Der Tatschler Chardonnay von Kollwentz aus dem österreichischen Burgenland war 2006 ein sehr vielschichtiger, gut strukturierter, mineralischer Chardonnay mit gut eingebundenem Holz, gelben Früchten, viel Quittte, der erst ganz am Anfang stand – 90+/100. Der Wachstum Bodenstein Riesling Smaragd von Prager war 2011 filigran, sehr fein, pfeffrig mit kräftige Säure WT91. Der Sauvignon Blanc Zieregg von Tement war 2006 frisch mit den typischen Aromen, aber nicht in der gewohnten Klasse und wirkte auch noch etwas verschlossen – 90/100.

Der Salzberg von Heinrich war 2010 ein immer noch sehr dichter, aber gut trinkbarer Traumstoff mit satter Schwarzkirsche und langem Abgang - 93/100. 2012 hatte er noch mal deutlich zugelegt – 95/100. Der Perwolff von Krutzler war 2008 ein verdammt gut gelungener Wein, der durch seine gute Struktur und die Harmonie zwischen den einzelnen Komponenten überzeugte. Also nicht nur satte Frucht, viel Cassis und reife Brombeere, dazu florale Noten und ein Hauch Minze. Ach Säure und Tannine stimmten, der Perwolff wirkte einfach klassisch, puristisch schön und entwickelte sich sehr gut im Glas – 94/100. Der Mystique von Pöckl war 2008 ein schlichtweg gewaltiger Wein mit enormer Struktur und tollem Tanningerüst, irrer Länge und Dichte, den man durchaus mit großen Pauillacs vergleichen kann und der noch einige Jahre zur Reife brauchte - WT92+. Der Rêve de Jeunesse von Pöckl hatte 2008 eine absolut geile, beerige Nase mit schwarzer Johannisbeere und etwas Vanille. Unglaublicher Trinkspaß bei gutem Tanningerüst und einem sicher nicht zu unterschätzenden Alterungspotential – WT93.

Der Momentos von Duarte erinnerte 2010 mit seiner cremigen, aber nicht aufgesetzten, puristischen Frucht an einen guten Toro, trinkt sich jetzt wunderbar mit guter Länge am Gaumen und bei aller Kraft doch bemerkenswerter Frische - WT93.Der Charme von Niepoort zeigte 2010 und 2011 burgundisch anmutende Frucht und Fülle, wunderbare Fruchtsüße, unendliche Eleganz, der Name Charme ist bei diesem großartigen Wein Programm – 94/100. Auch 2017 reife, von der portugiesischen Sonne verwöhnte Frucht, Eleganz, burgundische Konturen und unvergleichlicher Charme – WT94. Der Chryseia von Prats & Symington war 2008 mehrfach ein hochspannender Wein mit vom Barrique geprägter, rauchiger Kirschnase, am Gaumen schwarze Kirsche mit toller Fruchtsüße und Amaretti, sehr konzentriert und lang - WT94. – WT94. Der Vinha do Ponte von Quinta do Crasto war 2010 großartiger, perfekt balancierter Kirschsaft mit beachtlichem Tiefgang und toller Länge, erst ganz am Anfang - WT94+. Der Quinta do Vale Meao war 2010 ein modern gemachter, üppiger Wein mit satter, süßer, dunkler Frucht, aber auch mit Spannung, bringt die geballte Kraft erstaunlich leichtfüßig rüber – 92/100.

Ein Redoma Branco Reserva von Niepoort kam 2011 ziemlich oxidativ ins Glas, blühte dann mit der Zeit auf, wurde cremiger mit Orangennoten und schöner Fülle, und als ich gerade dachte, jetzt kommt er, baute er schon wieder ab und wurde bitter, ein Achterbahnwein, der seine wahre Klasse erst zum göttlichen Sauerbraten vom Nordseeseeteufel zeigte. Da entpuppte er sich als perfekter, nachhaltiger Essensbegleiter. Von 88-93/100 ist bei diesem Wein alles drin, solo am unteren Ende, zu kräftigen, gut gewürzten Speisen am oberen Ende.

Der Pinot Noir von Boner bot Ende 2006 in Pontresina viel Kraft und Fülle, aber wenig Finesse – 90/100. Der Pinot Noir Unique von Donatsch war 2016 ein wunderbarer Pinot, der mit Süße, Fülle, Kraft und Struktur überzeugte – WT95. Kräftig, füllig und noch sehr jung mit feinem, burgundischem Schmelz 2013 mehrfach der Gantenbein Pinot Noir, den ich seinerzeit unterschätzt habe - WT92+. Zeigte sich 2016 aus der Halben in bester burgundischer Art mit seidiger Eleganz, feinem, generösem Schmelz und unendlicher Länge – WT96. Auch aus der Magnum kurz darauf auf diesem Niveau und dabei noch so jugendlich. Da spielt die Musik sicher noch 10-15 Jahre – WT96. Auch 2017 aus der Magnum noch so blutjung und druckvoll – WT96. Der Pinot Noir Eichholz von Irene Grünenfelder war 2007 in Weggis ein sehr feiner, distinguierter, komplexer Pinot mit rotbeeriger Frucht und guter Länge am Gaumen. Feminin wirkend und jahrgangstypisch eher etwas schlank – 91/100.

Ein echter Show-Stopper war Ende 2006 in Pontresina der Pinot Gris von Boner aus Malans, ein Klassewein mit fülliger, fruchtiger Aromatik – 93/100. Herrlich saftig und frisch 2006 ein im Barrique ausgebauter Fläscher Chardonnay von Andrea Davaz mit reifer Birne, floralen Aromen, viel Struktur und Finesse – 91/100. Den Gantenbein Chardonnay habe ich 2012 deutlich höher bewertet als 2011. Natürlich machen die Gantenbein-Chardonnays auch jung Spaß. Aber auch die legen mit ein paar Jahren zu und gewinnen deutlich an Komplexität. Das hier war jetzt ganz großes Chardonnay-Kino. Reif, auf dem Punkt, die Nase rauchig, mineralisch mit kandierten Kräutern und einer intensiven Himbeernote, wurde mit der Zeit immer minziger und wirkte bei aller Opulenz niemals breit, baute im Glas mächtig aus mit massig Schmelz und Fülle. Ja, wir hatten da unstrittige 96/100 im Glas gegenüber 93/100 im Vorjahr. Eine Gantenbein Riesling Auslese war 2011 ein hochklassiger, brillianter, fast halbtrockener Wein mit irrer Säure, die dessen Frucht(an reifen Birnensaft erinnernd) in bester – nein, keine Mosel! – Nahe Art balanciert, sehr mineralisch – 93/100. Der Castello Luigi Bianco hatte 2010 viel Holz, Vanille, Kraft und Wucht, blieb aber schlank am Gaumen – 91/100.

Chateau Bela aus der Slowakei zeigte 2007 satte Frucht, reife Äpfel, Steinobst, Limetten, hohe Mineralität, gute Säure, hoher Extrakt und das alles mit fast spielerischer Eleganz und Finesse. Die 24 Gramm Restzucker lassen diesen Wein nicht süß wirken, sondern verleihen ihm nur saftige Geschmeidigkeit – WT92.

Sehr guter Jahrgang in Spanien.

Aalto war 2007 voll auf dem Level des überragenden 2001ers. Rabenschwarze Farbe, explosive Nase mit Blaubeeren, Brombeeren, Cassis, rauchigen Tönen, Graphit, am Gaumen Fruchtsüße, sehr mineralisch und bei aller Kraft und Konzentration wieder erstaunlich leichtfüßig und elegant – 95/100. Sehr druckvoll und groß 2011 der häufig getrunkene Aalto PS – WT98. Auch 2016 aus der Magnum und 2017 noch einmal aus der Doppelmagnum voll da mit geradezu explosiver Aromatik, tiefgründiger Mineralität und irrer Würze. Bleibt ewig am Gaumen und viel zu kurz im Glas, große Zukunft - WT97. Sehr wuchtig, kräftig, mächtig mehrfach in 2014 der Avan Cepas Centenarias – WT94. Der Bernabe Beryna Seleccion war 2010 ein Lustgesöff mit rauchiger, barrique-geprägter fruchtiger Nase, Brombeere, Cassis, auch am Gaumen süße Frucht, dazu die Süße des deutlich getoasteten Holzes, würzig, etwas Lakritz und Vanille - WT91. El Contador war 2007 ein irre konzentrierter Wein, sehr dicht, sehr süß, komplex, lang, massig Holz und Vanille, in seiner explosiven Aromatik an Aalto PS erinnernd, für mich aber nicht in der selben Liga, aber auch sehr modern und etwas monolithisch wirkend - WT96. Pingus war 2007 beim Unger Housewarming ein schwarzpupurner Riese mit Mörderpotential, der in die Nähe der Perfektion steuerte. Gut 10 mal habe ich zwischen 2008 und 2011 den überragenden Flor de Pingus getrunken. Das war stets ein hedonistischer Overkill mit reifer, cremiger Frucht, intensiver Fruchtsüße, jugendlicher Röstaromatik und erstaunlicher Komplexität - WT97. Zuletzt 2013 zeigte er sich aber etwas verschlossen und ohne den jugendlichen Schmelz - WT94+. Superdicht und jung die Farbe des Vina El Pison von Artadi, floral und mit extremer Minzfrische die Nase, trotz aller Kraft sehr balanciert und elegant am Gaumen – 96/100. 2012 würzig, süß, mineralisch, aber auch mit toller Struktur – 95/100. 2015 erinnerte die florale Nase an frischen Flieder. Dazu kamen reichlich süße Beerenfrucht, Minzfrische, Würze und seidige, weiche Tannine – WT96. Der Pago de los Capellanes war 2012 süß, fruchtig, würzig, mineralisch mit Krafft und Schmelz – WT94. La Creu Alta von Mas Romani war 2012 großartig mit süßer Frucht und perfekter Struktur – WT96. Der Mauro Terreus hatte 2009 Struktur, Rasse und Klasse, traumhaft die Nase mit konzentrierten, dunklen Beeren, mit Tabak, Graphit und getrockneten Kräutern, am Gaumen noch sehr jung und fordernd mit druckvoller Aromatik – 96+/100. Der Clio von El Nido aus Jumilla hatte 2009 eine Australisch anmutende Nase, üppige, süße Frucht, überreif wirkend, viel Holz und Vanille, beim ersten Schluck noch hedonistisch-üppig, beim zweiten schon eher etwas breit und gewöhnlich wirkend – WT91. Der der La Nieta mit seiner feinen, rotbeerigen Frucht wirkte 2013 überhaupt nicht dick, zeigt sogar dezent burgundische Anklänge – WT93. Dichte, dunkle Frucht mit erster, sehr würziger Süße, tiefe Mineralität, unglaubliche Kraft, die aber gut verpackt und geradezu stimmig rüberkommt, reif sind 2015 die mächtigen Tannine des Numanthia. Immer mehr kommen Lakritz und kandierte Kräuter. Sehr lang am Gaumen - WT97. Quinta Sardonia wirkte 2006 und 2008 im Vergleich süßer, alkoholischer, kräftiger als 2003, war sehr lang am Gaumen, aber es fehlte im dessen großartige Struktur und Finesse – 92/100. La Vina de Andres Romeo war 2012 eine herbe Enttäuschung, um Lichtjahre von der Klasse des 2001er entfernt - WT90. Der Finca El Bosque von Sierra Cantabria hatte 2007 in Barcelona massiv etwas dagegen, getrunken zu werden. Total verschlossen und sehr tanninlastig, sollte aber großes Potential haben - WT90+.

Der Chivite 125 Anniversario Chardonnay mit (zu)viel Holz entwickelte sich 2009 gut im Glas mit sehr schöner, frischer Frucht, die das Holz etwas in den Hintergrund drängte – 90/100. Der Nelin von Clos Mogador hatte 2007 in Barcelona eine ntensive, blumige Nase, auch mit gerösteten Mandeln und getoastetem Brot und mit Veilchen. Am Gaumen kräftig und sehr mineralisch mit langem Abgang – 91/100. Der Vindemia von Xavier Clua aus Terra Alta in Katalonien hatte 2007 in Barcelona eine gewöhnungsbedürftige, etwas stechende Nase, medizinal, viel Jod, aber auch etwas Lakritz und gärende, überreife Ananas. Am Gaumen deutlich oxidative Noten - WT86. Beim Albarinho Pazo de Senorans Seleccion de Anada erinnerte 2009 die mineralische Nase mit etwas Gummi an einen reifen Grünen Veltliner, am Gaumen war dieser hochspannende Wein taufrisch mit knackiger Säure und viel Zitrusfrüchten, dazu mit schöner Länge – 90/100. Erstaunlich gut gehalten zeigte sich 2015 der Emilio Rojo, der von seiner frischen, jugendlichen Fruchtigkeit der Anfangsjahre noch nicht viel eingebüßt hatte – WT90.

Sehr burgundisch mit feinem, fruchtigem Schmelz und guter Kirschfrucht wirkte 2016 der Chateau Musar aus dem Libanon der sicher noch zulegen dürfte – WT93+.

Abreu Madrona Ranch präsentierte sich 2015 erstaunlich weich und reif, dabei sehr aromatisch mit wunderbarem, süßem Schmelz – WT98. Weich, gefällig und reif 2014 der L´Aventure Optimus aus Paso Robles – WT91. Bond St. Eden hatte 2009 eine sehr kühle Frucht, Minze, aber auch mächtige Tannine, im damaligen Stadium etwas alkoholisch und brandig wirkend, geradezu offensiv am Gaumen. Der musste noch zu sich finden – 92+/100. Aus einer weiteren Flasche 2009 sehr üppig, süß, füllig und geradezu mächtig mit konzentrierter, dichter, satter Brombeere, wobei man Harlan das Kompliment machen muss, dass dieser St. Eden für ein Monstrum eine erstaunliche Frische an den Tag legte – 95/100. Bond Pluribus hatte 2012 Kraft, Fülle, Süße und Extrakt ohne Ende, reife Frucht, Cassis, Blaubeere, hohe Mineralität und den Bleistift von Mouton, jugendliche Röstaromatik, gute Struktur, Säure und erstaunliche Frische. Da war nichts Schweres, nichts Überladenes, einfach nur schiere Lust im Glas – 98/100. Ein giftiger, tintiger, konzentrierter Wein war 2009 der Bond Vecina. Unter der satten Frucht lauerten da massive Tannine und eine kräftige Säure – 93+/100. Caymus Special Selection war 2012 üppig, hedonistisch mit überreifer, satter Frucht, kräftiger. Caymus ist endgültig im neuen Kalifornien angekommen – 93/100. Etwas simpel gestrickt und poliert wirkte 2010 der erstaunlich weiche, zugängliche, fruchtige Dominus, gut möglich, dass das nur so eine Art Zwischenstadium ist und der Wein noch zu sich finden muss – 92/100. Harlan war 2012 beim Rosenfest in Weggis in weiteres Meisterwerk aus der Harlan-Schmiede, erstaunlich schlank und sehr elegant im Vergleich zu den anderen Boliden aus diesem heißen Kalifornien-Jahrgang. Tiefe, undurchdringliche Farbe. Reife Brombeeren, Schwarze Johannisbeeren, Veilchen, Lakritz, Schwarze Trüffel und frisch augebrühter Kaffee in der spannenden Nase, am Gaumen ein großer Wein aus einem Guss mit mächtigen, aber weich wirkenden Tanninen. Zeigt deutlich mehr als vor drei Jahren an gleicher Stelle, aber da kommt noch mehr – 97+/100. Heitz Martha´s Vineyard hatte 2011 dunkle, etwas gekocht wirkende Frucht, gut zu trinken, aber es fehlte etwas die Rasse und Exotik großer Marthas – 93/100. An Jelly Beans erinnerte mich 2009 tatsächlich der Jelly Roll, ein Syrah aus dem Santa Ynez Valley. parfümierte, etwas aufdringliche Nase, massig pfeffrig-würzige Schwarzkirsche, Schokolade, etwas spitze, Säure, am Gaumen sehr alkoholisch und brandig, einfach zuviel des Guten – WT89. Bei Chateau Montelena fühlte ich mich 2012 an 96 erinnert, ein rassiger Klassewein mit Eleganz und toller Struktur, gewaltiges Potential – 94+/100. Opus One war 2011 ein klassisch strukturierter Opus, dicht und kräftig mit stabilem Tanningerüst und ausgelegt auf längere Entwicklung, mehr Eleganz als Opulenz – 93/100. Gut hatte mir Ridge Monte Bello mit seiner eher schlanken, klassischen Struktur schon 2009 gefallen. 2012 hatte er deutlich zugelegt mit saftiger Frucht und enormem Druck – WT95. Auch 2015 aus der Magnum war das eine eher etwas schlankere, elegantere Monte Bello Variante mit betörender Frucht, so balanciert, so stimmig und erst ganz am Anfang einer langen Entwicklung – WT95. Screaming Eagle war 2010 offen, fruchtig mit feinem Schmelz, erstaunlich schlank und sehr elegant am Gaumen, sehr harmonisch und ausgewogen wirkend – 96/100. War 2016 mit präziser Struktur, mit Kraft, Druck und Länge, mit generöser Cassis-Nase und wieder dieser Eleganz ein großer kompletter Wein, der sich auch gut in einer Probe großer Pauillacs machen würde – WT97. Der Shafer Cabernet Sauvignon One Point Five war 2007 bei aller reifer, schmelziger Frucht so unglaublich lakritzig, voll trinkbar, mit heftigen 14.9% - 92/100. Deutlich zu jung noch 2010 und 2011 der Shafer Hillside Select, dicht, kräftig, fett, lakritzig, da müssen die einzelnen Komponenten noch zueinander finden, sicher in ein paar Jahren besser – 94-95+/100. Mit dem mächtigen, sättigenden Sine Qua Non Poker Face tat ich mich 2007 verdammt schwer. Erschlagend wirken solche Weine für mich, nahe am Betäubungsmittel - WT92. Deutlich besser klar kam ich 2007 mit dem Sine Qua Non Into the Dark, einer Cuvée mit 84% Grenache, sowie etwas Mouvèdre, Syrah und Viognier. Der wirkte deutlich distinguierter und vielschichtiger, dabei erstaunlich fein, komplex und nachhaltig. Klar ist auch hier reife kalifornische Frucht, aber auch jede Menge Spannung, die dem Syrah Monster zumindest in diesem Stadium abging – 95/100. Etwas jung und verschlossen wirkte 2010 der Spottswoode, Cassis, reife Brombeere, Minze, aber auch etwas ungelenk und einfach gestrickt, öffnete sich dann zögerlich im Glas – 90/100.

Voll da 2011 der Hildegarde von Au Bon Climat. Diese amerikanische Version eines Corton Charlemagne mit der originalen Rebsortenmischung ist ein hoch spannender Wein, der gleichzeitig Trinkfreude pur bringt, nussig, mandelig, mineralsch, Pracht und Fülle – 94/100. Der Aubert Lauren Vineyard Chardonnay war 2013 ein heftiges, kräftiges Teil, das übermäßig eingesetzte Holz überdeckt die durchaus vorhandene Mineralität, versteckt die tropische Frucht und erschlägt den Gaumen – 91/100. Der sehr opulenten Chardonnay The Quarrey von Aubert hatte 2012 eine üppige, ausladende Nase, reichlich Schmelz, der sich am Gaumen fortsetzt, heftig, kräftig, aber nicht ohne Charme – 93/100. Schlichtweg spektakulär war 2014 der Aubert Ritchie Vineyard, tropische Früchte, karamellisierte Ananas, geröstete Haselnüsse, aber nicht breit sondern mit erstaunlicher Finesse, Struktur und guter Säure - WT96. Der Beringer Chardonnay Private Reserve war 2007 pralle Lebensfreude, üppig mit schmelziger Frucht, reife, exotische Früchte, geröstete Haselnüsse, sehr füllig und trotzdem elegant und finessig, schlichtweg ein Traum-Chardonnay – 95/100. Der Levy and McClellan Proprietary Blend war 2011 mehr Sloan als Harlan, zu dick, zu konzentrieert, zu sehr gewollt, nicht mein Fall – 93/100. Erstaunlich elegant 2013 trotz üppiger, exotischer Frucht der Peter Michael Belle Côte Chardonnay, die gute Säure verlieh Frische und die nötige Balance - 94/100. Der Newton Chardonnay Unfiltered hatte 2007 prächtige Fülle, buttrigen Schmelz, vanilliges Holz und exotische Frucht, aber auch fast luftige Eleganz und Frische trotz 15.5% - WT94. 2010 mit präziser, klarer, gelber Frucht, Vanille, nussigem Schmelz, am Gaumen opulent und gefällig, aber nicht buttrig-dick, sondern durchaus mit burgundischen Anklängen – 93/100. Auf gleichem Niveau, schon recht reif, 2014 der Peter Michael Ma Belle Fille – WT94. Auch der Peter Michael Mon Plaisir zeigte sich 2014 und 2015 schon recht reif und gehört bei aller Klasse bald getrunken – WT92. Kräftiges Goldgelb zuletzt 2012 die Farbe des Ridge Monte Bello Chardonnay, reif die üppige Nase mit Butterscotch und reichlich Holz vor der Hütte, am Gaumen frischer mit exotischen Früchten, Lychees, guter Säure und cremiger Textur, jetzt voll da und einfach lecker mit süßem Schmelz – 93/100.

Satte Frucht, schwarzer Pfeffer, aber auch etwas üppig und alkoholreich 2007 der Bremerton Elderkirk Shiraz – 88/100. Der Penfolds Block 42 Kalimna Cabernet Sauvignon war 2012 ein echtes „Monster in the Making“ mit schon fast ins Schwarze gehender, extrem dichter Farbe, purer, reife, aber auch roher Frucht, Teer, Holzkohle, altes Leder, erdig-mineralische Noten, massive Tannine und Säure ohne Ende. Fährt eine brutale Attacke am Gaumen und wäre ohne die Süße und die reife Frucht derzeit untrinkbar. Die jugendliche Fruchtphase dieses potentiellen Giganten ist definitiv vorbei. Klar ist da gewaltiges Potential, aber bis dieser zur Zeit verschlossene Wein sich wieder öffnet, sind sicher 10 Jahre Geduld angesagt. Danach kommen da sicher für lange Jahre 95/100 und mehr ins Glas. Penfolds Grange war 2009 ein gewaltiges, süchtig machendes Teil, mit geradezu explosiver Aromatik und dekadenter Opulenz – WT98+. Faszinierend auch 2013 in der großen Grange Probe, herrliche Nase, tolle Frucht, superbe Struktur mit strammen Tanninen, sehr mineralisch, dunkelbeerig mit tiefdunkler Farbe und etwas Jod, unglaubliche Länge, so eine Art Harlan Australiens - WT97-99. Yakka Jack a mit seiner bereits erstaunlich reifen Farbe wurde 2010 mit der Zeit immer üppiger, langweiliger, süßer, vanilliger und irgendwo auch etwas nuttig und aufdringlich – 86/100.

Der Penfolds Yattarna wirkte mir 2013 etwas zu heftig und alkoholisch mit wenig Finesse - WT90.

Kein einfaches Jahr in Südafrika weil zu warm und zu feucht. Doch habe ich durchweg sehr gute Erfahrungen mit den Weinen der besseren Winzer gemacht.

Beeindruckend 2016 mehrfach der ausdrucksstarke, offene Carthology von Alheit mit cremiger Fülle, genialer Struktur und intensiver Mineralität – WT95.

Ein mächtiger, dichter, tintiger Stoff mit mundbeschlagenen Tanninen und üppiger, bitterschokoladiger Fülle war der ultrare MR aus Stellenbosch in Südafrika. Ein fettes, dickes, aber nicht überladenes Teil mit bemerkenswerter Struktur und 14,5% Alkohol. Sehr lang und nachhaltig – WT94.

Der feinperlige Billecart Salmon Blanc de Blancs war 2016 Eleganz pur mit Zitrus und apfeliger Frucht, kalkiger Mineralität und frischem Brioche – WT93. Sehr gut trank sich 2013 bereits der Dom Perignon, der endlich mal wieder genügend Substanz und Struktur für eine lange Entwicklung besaß, dürfte über 10-15 Jahre zulegen – WT92+. Etwas offener 2014 - WT93. Sehr fein und elegant mit kalkiger Mineralität 2015 der nachhaltige Egly-Ouriet Brut Grand Cru – WT95. Sehr fein, weich und cremig 2011 ein Champagne Fluteau Cuvée Symbiose – 90/100. Noch ein Weinbaby, aber mit prächtigen Anlagen, war 2017 der Krug Vintage, schlank, präzise, sehr mineralisch, dürfte in 5+ Jahren mal WT95+ ins Glas bringen. Der Roederer Cristal war 2015 immer noch blutjung und so kräftig, sehr weinig, ein großer Champagner für Rotweintrinker mit enormer Zukunft - WT95+. Der Dom Ruinart war 2015 gigantisch gut, Eleganz und Finesse pur – WT95. Der Taittinger Comtes de Champagne wirkte 2013 bei King in Keitum erstaunlich rund und zugänglich, mineralisch mit Zitrusfrucht und frischem Brioche, sehr vielschichtig und mit hohem Suchtfaktor, einer der schönsten Comtes seit langem. Die Zugänglichkeit sollte nicht über langes Leben hinwegtäuschen -WT96. Sehr elegant, aber erst ganz am Anfang mit großem Potential Weihnachten 2014 im El Paradiso – WT94+. Und dann wieder offener 2015 auf Sylt – WT96.

Anna Maria Clementi war 2014 im Saittavini eine hoch spannende, italienische Champagner-Alternative – WT94. Der Pinot Rosé Brut aus der Magnum von Martin Waßmer kam 2008 trotz einer leichten Rustikalität mit seiner delikaten Frucht zumindest einfacheren Rosé Champagnern schon sehr nahe – 87/100.

Der Port LBV von Niepoort kam 2010 in seiner Qualität schon verdammt nah an einen Jahrgangsport ran. Süßer Schmelz und Fülle, pflaumige Frucht, Amarena-Kirschen, Marzipan und eine, für einen Port erstaunliche Frische – 92/100.