2014

Allgemein wird 2014 als gutes, aber nicht großes Bordeaux-Jahr beschrieben.

Hier geht es zu meinem Bericht von der UCB 2014 Verkostung, auf der während der Prowein 2017 die fertig abgefüllten Weine vorgestellt wurden.

Ich habe inzwischen vermehrt gute 2014er getrunken, die zeigen, dass sich der Jahrgang besser entwickelt als ursprünglich gedacht. Da macht auch ein Nachkauf durchaus Sinn.

Cos d´Estournel zeigte sich 2020 kräftig und druckvoll, schon gut trinkbar mit dunkler Beerenfrucht, feinen Kräutern und Graphit Mineralität – WT94. Phélan Ségur zeigte 2018 jugendlich Röstaromatik, schöne Fülle und gute Säure – WT91.

Grand Puy Lacoste zeigte sich 2018 mit druckvolle Aromatik so elegant, stimmig und sinnlich, einfach GPL pur – WT94. Lynch Bages war 2018 kräftig, kompakt, griffig mit deutlichen Tanninen, aber guter Zukunft – WT91+. Zeigte sich 2022 schon etwas offener, aber da kommt noch mehr – WT92+.Nicht sonderlich begeistern konnte ich mich 2017 für die ziemlich kompakt und verschlossen wirkende Pichon Comtesse, die sich hoffentlich in ein paar Jahren öffnet – WT88+. Legte 2022 und zuletzt 2023 deutlich zu, wurde etwas gefälliger und zeigte sogar die typische Eleganz und den Comtesse-Charme - WT93. Kräftig und mit viel Zukunft 2022 der Pontet Canet – WT94+.

Leoville Poyferré war 2022 sehr kräftig in erster Zugänglichkeit mit viel Potential – WT93+. Talbot zeigte 2022 mit guter Struktur noch Zukunft – WT92+.

Kräuter, Wildkirsche, Minze, Lakritz und gute Mineralität zeigte 2016 der feine, schlanke Ausone mit beachtlicher Länge – WT94. Kernig, kräftig mit Potential zeigte sich 2018 der La Tour Figeac – WT90+.

Clinet zeigte sich 2024 als feiner, eleganter Pomerol mit reifen Tanninen – WT92+

Der Nectar des Bertrands aus Côte de Blaye hatte 2015 als Fassprobe eine irre, saftige, pflaumige Frucht, soviel Sex-Appeal, solch ein Druck am Gaumen, selbst nach der kurzen Zeit im Holz schon eine gute Struktur, liegt irgendwo zwischen 2009 und 2010. Mit den weiteren 12 Monaten im Fass wird er noch etwas an Struktur gewinnen, die Charakteristik aber bleibt. Ein früh trinkbarer, großartiger Wein mit immenser Trinkigkeit, der aber sicher auch gut altern kann. Das gibt bei mir WT93+. Und da ich von diesem sehr preiswerten Wein selbst große Mengen gekauft habe, war er bei mir 2016 und 2017 schon sehr häufig im Glas, aus allen Formaten von der Halben bis zur Imperiale, stets mit Begeisterung und locker WT93-94. Und das setzte sich so fort, zuletzt 2022 und auch 2024 aus einer beeindruckenden, wunderbar (an)gereiften Magnum – WT94.

Ein gewaltiges, spannendes Konzentrat mit superber Kirschfrucht und großer Zukunft war 2018 der Fleurie L´Ultime von Yvon Métras, der durchaus mal die Klasse der großen Fleuries früherer Zeiten erreichen könnte – WT92+. Erstaunlich offen und sehr elegant 2019 mehrfach der Vosne Romanée von Emmanuel Rouget mit süßer Frucht – WT95.

Der Chablis 1er Cru La Forêt von Jean-Claude Bessin war 2018 ein großartiger, rassiger Chablis mit glockenklarer Zitrusfrucht und Limette, knackiger Säure und salziger Mineralität auf sicher WT91 Niveau. Ein Pouilly Fuissé Vieilles Vignes Les Deux Roches von Colloray et Terrier war 2021 noch frisch mit guter Frucht und fruchtiger Fülle, mit cremiger Textur und feiner Mineralität – WT90. Der Chablis Montée de Tonnerre von Durup war 2016 mineralisch, knackig mit viel Feuerstein und Zitrusfrüchten – WT91. Der Chablis 1er Cru Vaillons von Fèvre wirkte Ende 2016 etwas kompakt und grasig mit hoher Säure – WT90. Würzig, schlank, präzise mit viel Zitrus 2018 der Meursault Les Gruyaches von Jean-Philippe Fichet – WT92. Weich, aromatisch, holzbetont, aber mit wenig Biss 2018 der Corton Grand Cru Les Grandes Lolières von Lucien Le Moine – WT92. Sehr fein, elegant und ausdrucksstak in allererster Reife 2018 der Meursault Perrières der Domaine de Montille – WT94. Ein hoch eleganter, finessiger Traum 2020 der Chevalier Montrachet der Domaine du Chateau de Puligny Montrachet floral mit feiner, Zitrusfrucht und Feuerstein, noch so jung mit Potential – WT96+. Etwas verhalten 2017 der Chablis Montée de Tonnerre von Raveneau, der sich wieder etwas verschlossen hat, aber gigantisches Potential ausstrahlt. Kalkig die intensive Mineralität, Feuerstein, dazu Zitrusfrucht und eine messerscharfe Präzision. Hier ist jahrelanges Warten angesagt, bis sich dieser vielleicht beste Montée de Tonnerre voll öffnet mit Potential für – WT96+. Der Chablis Les Forêts von Raveneau zeigte 2018 Zitrusfrucht, Kräuter, Lakritz, kalkige Mineralität, präzise Struktur und gute Säure mit viel Spannung, dürfte noch zulegen – WT93+. Sehr fein und elegant 2018 der gut gelungene Chassagne Montrachet Morgeot von Remoissenet – WT92. Blitzsauber, gut gemacht und präzise 2018 der Bourgogne Blanc von Roulot – WT90. Gefiel mir mit seiner präzisen, im positiven Sinne kargen Art 2019 deutlich besser – WT93.

Der Chateau Les Bertrands Cuvée Prestige Blanc war 2016 ein blitzsauberer Wein aus 100% Sauvignon, nicht sonderlich komplex, aber gut zu trinken – WT87.

Jung, schlank und etwas verhalten wirkte 2017 der Beaucastel – WT91+. Erstaunlich schlank war 2016 der ohne Holz in Beton ausgebaute Chateauneuf-du-Pape La Bernardine von Chapoutier mit feiner Würze, Kräutern und Lakritz, der sich schon voll trinkreif zeigte und mit den üblichen Wuchtbrummen der Region wenig gemein hat - WT92. Würzig, zugänglich, elegant und burgundisch 2018 die Cuvée Reservée von Pegau – WT93.

Frisch, aber nicht sonderlich komplex 2016 der La Ciboise Blanc von Chapoutier – WT86. Der Condrieu Invitare von Chapoutier erinnerte 2016 in seiner blumig, floralen Art an eine große, blühende Blumenwiese mit feiner Mineralität, guter Säure und erwas Fruchtsüß -WT90. Der Hermitage Blanc Chante Alouette von Chapoutier war 2016 zu Anfang etwas verhalten und leicht oxidativ mit Trockenfrüchten mir markanter Bitternote im Abgang Baute aber zum Essen im Glas enorm aus und dürfte recht langlebig sein – WT91.

Sehr fein, schlank, mineralisch 2016 der Sancerre Les Caillots von Jean Max Roger – WT89.

Zu Unrecht in Verruf geriet der Jahrgang frühzeitig dank Wetterkapriolen und Kirschessigfliege in Deutschland. Bei Winzern, die es können, sind sehr gute Weine entstanden. Völlig anders als nach den ersten Fassproben präsentierten sich 2016 die fertigen Weine, die mit guter Statur und Säure gut altern können und das Potential für einen neuen 2008er Jahrgang haben. Und was ich 2017 ins Glas bekam, lässt Großes erwarten für alle, die entsprechende Geduld haben.

Der Achkarrer Schlossberg Weissburgunder GG von Heger sehr kräftig mit reichlich Holz, aber durchaus auch burgundisch mit Fülle und Schmelz – WT90. Bestechend 2020 mehrfach der Gras im Ofen Chardonnay von Heger, mineralisch, präzise, ausdrucksstark, eine Art Roulot aus Baden – WT95. Der Bienenberg Chardonnay GG von Huber überzeugte 2019 mit glockenklarer, frischer Frucht, intensiver Mineralität, gut eingebundenem, nicht dominantem Holz und sehr guter Struktur, könnte durchaus noch zulegen – WT94+. Noch sehr jung 2017 der Malterer von Huber, der sicher noch zulegen wird – WT90+. Zeigte sich 2018 mehrfach deutlich offener, kräftig mit burgundischem Charme – WT92. Der Schlossberg Grauburgunder GG vom Weingut Franz Keller überzeugte 2017 mit großartiger Struktur, salziger Mineralität, Eleganz, kühler Frucht und geradezu burgundischer Pracht und Fülle – WT92. Furztrocken, sehr mineralisch, spannend und völlig un-badisch 2015 der Riesling Varnhalt Klosterbergfelsen von Sven Nieger – WT89. Sehr elegant mit feinem Schmelz bei nur 12% der gelungene Henkenberg Weissburgunder GG von Salwey – WT93.

Floral, burgundisch der 2014 Centgrafenberg Weisser Burgunder von Fürst – WT90. Elegant und geschmeidig, saftig, 2016 mehrfach der Rothlauf Silvaner GG von Rudolf May – WT92. Kräftig, gradlinig und zupackend mit viel Potential 2017 der Silvaner Kordon von Six – WT88+.

Ein Top-Kabinett 2015 der Schubertslay von Julian Haart mit hohem Extrakt, rassiger Frucht und knackiger, aber reifer Säure – WT93. Gelbfruchtig, erstaunlich offen das Josephshöfer GG vvon Kesselstatt – WT90. Feinfruchtig, elegant mit Schwarzer Johannisbeere und Hollunder 2016 das Nieschen GG von Kesselstatt – WT91+. Sehr kräftig und druckvoll mit Langstreckenpotential 2016 das Scharzhofberger GG von Kesselstatt – WT93+. Eher etwas verhalten 2017 das mineralische, kompakte Lieser Niederberg Helden GG – WT92+. Blutjung mit rassiger Säure und gewaltiger Struktur 2020 der Erdener Prälat GG Reserve von Loosen mit Potential für Dekaden – WT95+. Blutjung 2016 noch der Ürziger Würzgarten GG Alte Reben von Loosen, die große Schieferparade mit superber Frucht, genialer Struktur und Präzision, lange Zukunft – WT93+. Zeigte 2017 schon deutlich mehr – WT94. Die Bernkasteler Badstube feineherb von Molitor war 2017 auf Sylt durch die rassige Säure seht stimmig mit großartigem Trinkfluss – WT92. Groß und noch so jung war 2017 auf Sylt die Zeltinger Sonnenuhr Auslese trocken*** von Molitor mit kräftigem Goldgelb, satter, reifer, gelber Frucht, intensiver, aber reifer Säure, toller Schiefermineralität, dazu jede Menge Druck und enorme Länge, wird noch zulegen – WT95+. Erstaunlich trinkreif wirkte 2016 auf Sylt mehrfach die Saarburger Auslese*** trocken von Molitor mit gelungenem Spagat aus Finesse und Druck – WT94+. Zeigte mehrfach danach 2016 in der Casa Mattoni noch deutlich mehr, rassig, mineralisch mit der Finesse der Saar – WT96. Der rassig-mineralische Scharzhofberger Kabinett von Egon Müller war 2016 mehrfach ein großartiger Wein mit perfektem Süße-/Säurespiel – WT93. Sehr mineralisch mit feinem Süße-/Säurespiel 2017 auf Sylt zu Pius weltbestem Pflaumenkuchen mehrfach der Graacher Himmelreich Kabinett und der etwas schmelzigere Wehlener Sonnenuhr Kabinett von JJ Prüm, beide WT92. Der Karthäuserhofberg Kabinett von Tyrell war 2015 ein feiner, mineralischer Sauf-Kabinett mit wenig Alkohol – WT88. Dieses geniale, puristische Rieslingkonzentrat namens Gottesfuß Alte Reben von Van Volxem hatte 2018 mehrfach mit glockenklarer Frucht und großartiger Struktur alle Voraussetzungen dafür, mal ein Gigant zu werden - WT93+. Der Weißburgunder von Van Volxem zeigte 2015 die geniale Trinkigkeit des Jahrgangs – WT90. Der Volz von Van Volxem verband 2016 geschickt das Filigrane der Saar mit aromatischer Fülle – WT93. Eine erstaunliche Fülle zeigte 2016 der rassige Saarburger Rausch Kabinett von Zilliken – WT90.

Sehr fein und elegant, burgundisch mit delikater Frucht, sehr balanciert mit guter Säure 2018 der Maximin Grünhäuser Spätburgunder – WT92.

Eine überraschend schöne, alkoholfreie Alternative 2015 der Rivaner Traubensaft von Molitor, sehr balanciert mit wunderbarer Frucht und nur verhaltener Süße.

Das Dellchen GG von Dönnhoff hatte 2016 wieder die nötige Fülle – WT92. Offem, sehr mineralisch, straff und kernig 2016 das Felsentürmchen GG von Dönnhoff – WT93. In bestechender Frühform 2015 und auch 2016 wieder die Hermannshöhle GG von Dönnhoff, vielleicht nicht ganz so kernig wie 2013, dafür saftiger – WT94+. Wirkte 2017 etwas brav und nicht auf dem Niveau von 2013 und 2015 – WT94. 2018 robust, kräftig und stückweit verschlossen, da kommt in 5-10 Jahren deutlich mehr – WT93+. Mit pikanter Frucht, mineralisch, rassig und im besten Sinne fröhlich 2016 das Frühlingsplätzchen GG von Emrich-Schönleber – WT93. Ein formidabler, dichter, derzeit etwas kompakter Langstreckenläufer 2016 und 2018 das Halenberg GG von Emrich-Schönleber – WT94+. Wirkte auch 2020 noch kernig und kräftig – WT94. Großes Potential zeigte 2017 der halbtrockene Halenberg R von Emrich-Schönleber, der 2017 schon fast harmonisch trocken wirkte, aber mit den Jahren noch deutlich an Komplexität zulegen dürfte – WT94+. Mit geradezu urwüchsiger Kraft überzeugte 2015 der Felsenberg GG von Schäfer-Fröhlich, aber auch mit präziser Struktur, intensiver, salziger Mineralität und der Fruchtsüße einer reifen Orange – WT95.Was für genialer 14er in 2015 mehrfach dieses Felseneck GG von Schäfer-Fröhlich. Gut, die junge Sponti-Nase roch eher nach Schäfer als nach Fröhlich, aber auch das gibt sich nach einiger Zeit in der Karaffe(!). Glockenklare Frucht, unglaubliche Brillianz, intensive Mineralität, als ob ein Eck vom Felsen (kommt daher der Name?) reingerieben wäre, kräftige, aber reife Säure und eine unglaubliche Trinkigkeit - WT96. Brillierte auch 2016 mehrfach mit schönerer Nase auf diesem Niveau. Zeigte sich auch 2017 in allererster, sehr schöner, jugendlicher Trinkreife mit pikanter Frucht, salziger Schiefer-Mineralität und laserscharfer Struktur. Hat gewaltiges Potential und wird erst in 5-10 Jahren alles zeigen – WT96+. Hatte 2018 immer noch die typische Spontinase, aber auch superbe, glockenklare Frucht, intensive Mineralität und laserscharfe, präzise Struktur, macht jetzt in erster, jugendlicher Trinkreife schon immensen Spaß und gewaltiges Potential – WT96+. Die Felseneck Spätlese von Schäfer-Fröhlich zeigte sich 2016 sehr frisch, mineralisch und rassig, aber ohne den erwarteten Babyspeck. Perfekte Säure balancierte die nicht übermäßige Süße so, dass der Wein eher harmonisch halbtrocken wirkte. Eine faszinierende Spätlese mit gewaltigem Potential – WT93+. Immer noch so jugendlich frisch und rassig mit guter Zukunft 2024 der Halenberg GG von Schäfer Fröhlich – WT94+. Offen, füllig und sehr trinkig 2016 das Kupfergrube GG von Schäfer-Fröhlich – WT92. Sehr gut gelungen auch der Weißburgunder ‚S’ von Schäfer-Fröhlich, präzise, mineralisch und schlank – WT91.

Sehr gut gefiel mir 2015 mehrfach der Seligmacher von Eva Fricke. Unglaublich, was da mit bescheifdenen 12% an Aromatik ins Glas kommt – WT93. Durchaus GG Qualität hatte 2016 der elegante, mineralische Domdechaney Riesling trocken von Künstler – WT92. Sehr spannend mit enormer Zukunft 2016 der erste Jahrgang Schlossberg GG von Künstler – WT93+. Sehr präzise und elegant mit guter Säure und salziger Mineralität 2016 das Kiedricher Gräfenberg GG von Weil – WT93+.

Eine große Zukunft dürfte der 2016 mehrfach verkostete, sehr kräftige Frauenberg GG von Battenfeld-Spanier haben, der aber noch ein paar Jahre weggelegt gehört – WT92+. Sehr fein mit viel Potential 2016 die Aulerde GG von Groebe – WT93+. Sehr verspielt, finessig mit wunderbarer Aromatik 2016 das Kirchspiel GG von Groebe – WT94. Fein, würzig, schlank 2016 das Rothenberg GG von Gunderloch – WT91. Sehr mineralisch 2015 der Hipping Alte Reben von Huff, ein großartiger Wein mit präziser Struktur und für € 20 ein echter GG Schreck – WT93. Der G-Max von Keller war 2018 absolut blutjung, extrem primärfruchtige Nase, am Gaumen schlank und rassig mit der dazugehörigen Säure, aber auch mit gewaltigem, aromatischem Druck, wie ein junger Rassehengst, der erstmals raus auf die Weide darf. Natürlich sehr beeindruckend, aber für mich heute WT94+, morgen WT96+ und in 15-20 Jahren in der Reife WT98+. Das Hubacker GG von Keller war 2015 einfach Hubacker pur mit der klassischen, barocken Fülle, mit traumhafter, süßer Frucht, kräftiger, aber reifer Säure und einfach unglaublicher, süchtig machender Trinkigkeit. Den in großen Schlucken trinken zu dürfen machte einfach glücklich. Ein großer, kompletter Wein, für den es jetzt geizige WT96 gibt. 2018 sehr fein, elegant, druckvoll, aber noch viel Zeit brauchend – WT94+. Der Morstein GG von Keller, "best Morstein ever" war 2016 mit diesem irren Spagat aus stoffiger Kraft und filiganer Eleganz so eine Art weißer Cheval Blanc - WT96+. Pettenthal Kabinett von Keller hört sich so harmlos an. Aber kaum spürbare 42g Restzucker, bestens abgepuffert durch rassige 11,2%0 Säure ergeben einen so unglaublich stimmigen, druckvollen, enorm trinkigen Wein. Das ist kein Kabinett, das war 2015 mehrfach ein echtes Kabinettstück - WT95. Sehr guter Trinkfluss 2017 beim Morstein Alte Reben von Seehof – WT94. Viel Holz, aber auch reife, gelbe Frucht und feinen Schmelz hatte 2016 der Thörle Chardonnay Reserve – WT90. Der Name war 2016 wieder Programm beim einfach verdammt leckeren Leckerberg GG von Winter – WT93. Schlichtweg genial trank sich 2016 gut ein Dutzend Mal der Morstein GG von Wittmann, jetzt in bestechender Jungweinphase, aber mit großer Zukunft – WT95. 2020 Etwas verschlossen und nichtssagend, durchläuft wohl eine verschlossene, dumpfen Phase - WT91+.

Zu einer spannenden Verkostung hatte Philipp Wittmann in kleinem Kreise ins D´Vine geladen. Im ersten Teil gab es die Guts- und Ortsweine des neuen Jahrgangs 2014. All diese Weine haben wir in einem kurzen Stehkonvent probiert. Deshalb meine knappen Bewertungen, die sicher nicht in Stein gemeißelt sind, nur als Anhaltspunkt nehmen, insbesondere die Punkte. Insgesamt hat mir aber Philipp Wittmanns 2014er Palette ausnehmend gut gefallen. Die Weine zeigten sich insgesamt sehr stimmig mit sehr schöner Frucht, reifer Säurte und bereits wunderbarer Trinkigkeit. Da wächst ein großer Jahrgang heran. Das gilt für Wittmann, aber wohl auch für Rheinhessen insgesamt, wo der Wettergott erst zur Blüte und dann speziell zur Ernte sehr gnädig war und so das Einbringen perfekt gereiften Traubenmaterials ermöglichte. Philipp Wittmann spricht in diesem Zusammenhang von „Glück gehabt“. Wie schön, dass wir dieses „Glück“ in den nächsten Jahren trinken dürfen.

Gleich der erste Wein war ein Volltreffer. Ich war eigentlich noch nie ein großer Scheurebe-Fan, doch inzwischen haben einige Winzer diese jetzt knapp hundert Jahre alte Neuzüchtung im Griff und erzeugen daraus sehr interessante, trockene Weine. Diese sehr aromatische Scheurebe trocken von Wittmann gehört dazu. Mit ihrer wunderbaren, animierenden Frucht und der guten Säure ist dieser Wein eine perfekte Sauvignon Blanc Alternative – WT92.

Floral, schlank, mit erdiger Mineralität der Westhofener Silvaner trocken, der einige in unserer Runde sehr begeisterte, mein Ding war er nicht unbedingt, ich fand ihn recht verhalten – WT87. Sehr fein und elegant der Weiße Burgunder trocken – WT88.

Weich, cremig, aber auch mit guter Säure und nicht überladen oder fett der Westhofener Weiße Burgunder & Chardonnay trocken – Fassprobe – WT89. Die Reserve-Weine von Wittmann ersetzen auf höherem Niveau die bisherigen ‚S’ Weine. Sehr überzeugend der Weiße Burgunder Reserve – Fassprobe –, sehr burgundisch mit toller Struktur und animierender Säure – WT92+. Cremig, kräftig mit guter Fülle, aber wiederum nicht fett oder überladen der Chardonnay Reserve – Fassprobe – WT91+. Beide Reserve-Weine könnten noch deutlich zulegen und sind sicher ein kluger Kauf. Sehr mineralisch mit feiner Frucht und guter Säure der für einen einfachen Gutsriesling sehr gut gelungene Riesling trocken – WT89. Noch eine ganze Ecke darüber der aus den Lagen Brunnenhäuschen und Morstein stammende Westhofener Riesling trocken, ein hochklassiger Riesling, der mit seiner animierenden Trinkigkeit jetzt schon enormen Spaß macht, aber durchaus noch zulegen dürfte – WT92+. Exemplarisch zeigte dieser Wein sehr deutlich Philipp Wittmanns Streben nach einem qualitativ hochwertigen Unterbau mit den Ortsweinen zu seinen großen Gewächsen.

Sehr spannend aus einer neu gepachteten Lage, dem Niersteiner Orbel, der sehr ausdrucksstarke, körperreiche, mineralische Niersteiner Riesling trocken mit sehr präsenter Frucht – WT93+. Den fand ich richtig Klasse, da kommt sicher noch deutlich mehr. Zeigte sich auch 2016 aus inzwischen eigenen Beständen auf diesem Niveau. Und last not least war da noch die Fassprobe von Wittmanns Versteigerungswein, dem La Borne Riesling trocken aus einer kleinen Parzelle am oberen Ende der Lage Morstein, die einen guten Ausblick auf das gab, was von den noch nicht abgefüllten, Großen Gewächsen zu erwarten ist. Mit dem La Borne, von dem es nur etwa 500 Liter geben wird, wächst ein großer Wein heran mit erhabener, aristokratischer Eleganz, kühler Frucht, kalkiger Mineralität, schlank und sehr präzise am Gaumen mit sehr guter, reifer Säure – WT95+.

Der große Finessenmeister, der feinste, eleganteste und wohl bisher burgundischste aller deutschen Pinots war 2018 der Felix Versteigerungswein von Keller mit unendlichem Abgang - WT98+. Der Frauenberg Spätburgunder von Keller war 2020 noch sehr jung und frisch mit präziser, pikanter Frucht, sehr guter Struktur und Säure - WT92+.

Sehr würzig, kräftig mit guter Säure 2016 der Pechstein GG von Acham-Magin, ein Charakterstoff mit großer Zukunft – WT93+. Sehr gut hat mir auf der VDP Tour 2016 die Palette des Gutes Reichsrat von Buhl gefallen, bei dem sich gewaltiges getan hat. Nachverkostet habe ich 2016 noch mal das Pechstein GG. Ein spannender, rassiger, furztrockenener, sehr mineralischer Wein mit viel Zukunft, der eindrucksvoll zeigt, was derzeit bei Buhl abgeht. Wenn jetzt noch die irritierende Gummibärchennase der Reinzuchthefe in den nächsten Jahrgängen durch Spontanvergährung verschwindet, dann wird das richtig großer Wein - WT92+. So unglaublich stimmig und in bestechender Frühform war 2015 der saftige Pechstein GC von Bürklin-Wolf, dem die kalkige Mineralität und die "Agrumes" einen Hauch von Burgund verliehen, gepaart mit der knackigen, aber reifen Säure eines großen Rieslings - WT95. Das Reiterpfad GC von Bürklin-Wolf war 2019 erstaunlich offen und reif wirkend, und füllig, wenig Struktur, aber auch Eleganz und Finesse – WT91. Enormes Potential hat der 2016 mehrfach verkostete, glockenklare Idig GG von Christmann – WT94+. Der Kallstadter Saumagen Kabinett trocken von Koehler-Ruprecht war 2016 so spannend, so packend, so mineralisch mit präziser Frucht – WT90+. Das setzte sich 2016 mit der hochklassigen Kallstadter Saumagen Spätlese trocken fort. Auch das ein hoch spannender Wein mit kräuterig-lakritziger Nase, der straffen, kalkigen Mineralität der Lage und der knackigen 14er Säure – WT93+. Noch mal deutlich drüber 2016 die Kallstadter Saumagen Auslese trocken, ein Riese im Werden – WT94+. Großartig 2016 mehrfach das furztrockene, sehr mineralische, enorm druckvolle Saumagen GG von Kuhn – WT94+. Straff mit guter Frucht 2016 der Nussriegel von Rings – WT90. Das sehr mineralische, etwas karge Kastanienbusch GG von Rebholz begann 2017, sich etwas zu verschließen – WT92+. Das mineralische, kräftige Sonnenschein GG von Rebholz brauchte 2018 viel Zeit und Luft, um sich zu öffnen, da kommt noch mehr – WT93+. Der Steinacker Riesling von Rings hatte 2015 eine etwas polierte, duftige Nase, sehr gute, steinige Mineralität und war schon recht zugänglich – WT90. Mineralisch, rassig und sehr druckvoll mit Langstreckenpotential 2016 der Saumagen von Rings – WT92+. Sehr feinfruchtig, elegant und lang 2016 der Kastanienbusch Köppel GG von Wehrheim – WT92. Unterschätzt hatte ich 2016 auf der VDP Tour die Von Winning Weine, die sich etwas reduktiv und nicht in bester Form zeigten. Ganz anders 2018 das Jesuitengarten GG mit großartiger Struktur, präziser Frucht und straffer Mineralität auf dem Weg zum Riesen – WT95+.

Als durchaus feiner, gut trinkbarer, frischer Landwein ging 2015 auf Sylt der Sylter Sölring durch – WT85.

Jung, kräftig und gut gelungen zeigte sich 2018 im Engadin der Pinot Nero Barthenau San Urbano von Hofstätter – WT92. Ende 2018 edelrustikal mit reifer Kirsche, Kraft und Fülle – WT93.

Ein eher schwieriges, zu kühles und zu nasses Jahr in Piemont.

Erstaunlich schlank und elegant 2017 der Gaja&Rey Langhe Chardonnay mit sehr guter Säure, Zitrusfrucht und guter Mineralität. Noch mit Entwicklungspotential – WT92+.

Im Gegensatz zum wuchtigen 2012er zeigte sich der Mossone Merlot aus Marken 2019 elegant, stimmig und gelungen – WT93.

Eher schwierig der Jahrgang auch in der Toskana mit positiven Ausnahmen.

Sehr kraftvoll mit viel Holz und Tannin 2018 der Il Pino di Biserno – WT89+. Eher etwas leichtfüßig wirkte 2022 der rotfruchtige, frische Guidalberto – WT90. Der schlanke, giftige Tinata von Monteverro zeigte 2017, dass er der neue 2009er werden könnte – WT93+. Im Gegensatz zum wuchtigen 2012er zeigte sich der Mossone Merlot aus Marken 2019 elegant, stimmig und gelungen – WT93. Erstaunlich gut entwickelt zeigte sich 2019 auf 1800m Höhe in bester Bordeaux-Stilistik der Ornellaia – WT94. Schlank, balanciert mit schöner Frucht 2019 der Loto von Villa Santo Stefano – WT90.

Dicht, kräftig und mit enormem Tiefgang 2019 der in 2014 sehr gut gelungene, weiße Batàr von Querciabella- WT94.

Sehr kräftig und würzig, aber auch mit erstem Charme 2018 der Montepulciano d´Abruzzo Marina Cvetic Riserva von Gianni Masciarelli – WT92.

Schwieriger Österreich-Jahrgang mit Regen im September.

Druckvoll, komplex, aber auch sehr balanciert 2018 der Grüne Veltliner Ried Schön von Muthenthaler, für nur 12% Alkohol erstaunlich extraktstark – WT93. Bei Ott landeten alle Lagenweine im Grünen Veltliner Ott, der 2017 mit seiner kernigen Art und guter Statur guten Trinkfluss zeigte – WT91.

Aus kühlerem Jahr schlank, sehr stimmig und bereits gut trinkbar 2017 der Sauvignon Blanc Kranachberg vom Sattlerhof – WT92. Zeigte sich 2018 etwas grün mit fehlender Reife – WT89. Schlank mit präziser, feiner Frucht 2017 der Sauvignon Blanc Zieregg von Tement – WT92.

Nur die Popcornnase irritierte 2016 beim Blaufränkisch von Heinrich, kühle Kirschfrucht, feine Mineralität, gute Säure und ein für bescheidene 12% erstaunlicher Extrakt, könnte noch zulegen – WT88+. Puristisch schön mit enormem Tiefgang und viel Potential 2018 der Neckenmarkt Alte Reben von Moric – WT94+. Viel Potential zeigte 2022 der Ried Weinberg Blaufränkisch von Wachter Wiesler mit fruchtiger Fülle, sehr würzig, pfeffrig und frisch mit burgundischen Konturen – WT94+.

Saftig mit intensiver Fruchtigkeit, aber auch kühler Frische 2017 der 23 Barricas von der Herdade de Grous – WT92. Großartige Struktur, Dichte und Länge zeigte 2017 mit nur 12% Alkohol der Conciso Tinto von Niepoort – WT93. Mit nur 11,5% Alkohol war der Poeirinho Baga von Niepoort 2017 schlank, aber so fruchtig und animierend – WT93.

Traumhaft 2016 über 10mal die verführerische, feinduftige Nase des Gantenbein Pinot Noir mit verschwenderischer Beerenfrucht, der Gaumen so stimmig, so elegant mit enormem Tiefgang und auch gewaltigem, gut verpacktem Druck. Das ist großer Pinot Noir mit enormer Zukunft – WT96+. Zeigte sich auch 2017 wieder zweimal auf diesem Niveau. 2018 enorm kräftig und druckvoll, ein Langstreckenläufer, der sich demnächst vielleicht wieder etwas verschließt – WT95+. Aber noch nicht 2018 im Val Roseg, wo er mit seiner spielerischen Eleganz betörte – WT95+. 2022 wieder ein giGantischer Wein, so elegant und druckvoll mit burgundischer Pracht und Fülle, dazu feinstem Schmelz – WT97. 2024 mehrfach erstaunlich frisch und jugendlich mit viel Potential – WT95+. Der Pinot Noir Unique von Donatsch war 2023 sehr kräftig, füllig, mit toller, dunkler Waldfrucht, viel Spannung, guter Säure und immer noch kräftigen Tanninen – WT94+. Der Eichholz Pinot Noir von Grünenfelder war 2016 kräftig mit feinem Spiel roter und blauer Früchte, dürfte sich über längere Zeit entwickeln – WT93+. Schon zugänglich mit süßem Schmelz, aber noch viel Potential 2016 der Pinot Noir ‚H von Hermann – WT93+. Mit burgundischer Pracht und Fülle überzeugte 2018 der noch so junge, kräftige, druckvolle und dabei so hoch elegante Le Grand von Jost&Ziereisen, der als großer Côte de Nuits durchging, ein Chambertin aus Basel, irre! – WT95+. Etwas verschlossener 2020, aber viel Potential zeigend – WT94+. Offener 2022 – WT95. 2023 und auch 2024 wieder ein immer noch sehr junger, dichter, präziser Pinot Noir, kräftig und druckvoll, aber auch elegant, mit kalkiger Mineralität, burgundischen Konturen, enormem Tiefgang und straffer Textur - WT95. Trotz aller Kraft wirkte der Monolith von Obrecht schon erstaunlich offen mit guter Säure- und Tanninstruktur – WT93+. Sehr gut gefiel mir 2015 in Zermatt der himbeerig-elegante, sehr feine Klettgau Pinot Noir von Markus Ruch aus Schaffhausen -WT90. Genialer, schon erstaunlich zugänglicher Stoff war mehrfach in 2016 und auch 2017 wieder der Studach Pinot Noir, schlank und puristisch mit guter Zukunft – WT94+. 2022 schlanl, puristisch mit pikanter Frucht und guter Säure – WT94.

Sehr geschmeidig mit feiner Beerenfrucht, dezenter Röstaromatik und bitterschokoladiger Fülle zeigte sich 2018 der Sassi Grossi Merlot von Gialdi aus dem Tessin – WT93.

Fruchtig, präzise, kein spürbares Holz der Chardonnay Gräba von Davaz – WT91. Frisch, etwas verhalten und sehr geradlinig 2016 der Chardonnay Passion von Donatsch – WT91. Der Chardonnay Unique von Donatsch war 2016 ein noch viel zu junges, sehr konzentriertes Weinbaby, qualitativ auf ähnlichem Level wie 2013, aber derzeit ist noch Warten angesagt. Was beeindruckte, war auch hier die straffe Mineralität und die Geradlinigkeit. Corton Charlemagne lässt grüßen. Da kommen sicherlich mal WT96 oder sogar etwas mehr ins Glas. Zeigte 2018 auf Sylt und Ende 2018 auf Muottas Muragl schon deutlich mehr – WT95+. Der Gantenbein Chardonnay hatte 2016 mehrfach Kraft und Druck ohne Ende, blieb dabei aber so fein, so elegant in totaler Harmonie. Dazu betörende Frucht, Finesse und erster, feiner Schmelz, dürfte noch zulegen – WT95+. Zeigte 2016 auf dem Gut noch mehr und blieb auch 2017 auf diesem hohen Niveau – WT96+. 2020 sehr würzig, elegant, und mit viel Spannung – WT96. 2022 so elegant, filigran, präzise und würzig mit floralen Noten und voller Finesse – WT97. Der Gantenbein Riesling zeigte sich 2016 sehr jung mit strammer Säure, sehr mineralisch, absolut trocken wirkend, rassig und brilliant mit viel Potential – WT93+. 2019 rassig, brilliant, sehr mineralisch, geschliffen mit guter Säure, absolut trocken mit präziser Struktur – WT95. Legte 2022 weiter zu und hat noch große Zukunft – WT96. In erstaunlicher Frühform zeigte sich 2016 mehrfach der zugängliche, cremige, animierende, röstige Chardonnay von Hermann, der aber mit guter Struktur und Säure gut altern dürfte – WT92+. Jung, präzise und furztrocken 2020 der Riesling von Hermann – WT89. Sehr mineralisch und fruchtig 2015 der Chardonnay Bovel von Marugg – WT90. Der 2014 Studach Chardonnay war 2016 schlank mit wenig Holz, aber gewaltigem, aromatischem Druck. Erst ganz am Anfang, heute WT93+, in 5 Jahren durchaus 2-3 mehr. Blitzsauber und gut gelungen 2016 in 2500m Höhe ein Trimminser Chardonnay von Joos – WT90. Der Frisch und animierend 2015 und 2016 der Brisig von Tscharner – WT90.

Cremige Textur und feine Holznote zeigte 2016 der Merlot Bianco Rovere von Brivio – WT88.

Der Flor de Pingus hatte 2017 viel Brett, viel Alkohol, leicht überbordende, süße Frucht, irgendwie von allem zuviel – WT90+. Der Torres Grans Muralles wirkte 2019 aus der Magnum etwas belanglos, gemacht und langweilig – WT90. Viel Zukunft zeigte 2014 aus der Magnum der sehr gelungene, feine, würzige Vega Sicilia Valbuena 5° mit toller Tanninstruktur – WT94+.

Fruchtig, elegant und burgundisch 2015 der Louro von Rafael Palacios – WT89. Der Remelluri Rioja Reserva wirkte 2022 etwas unsauber und verschlossen – WT87+.

In Kalifornien gilt der Jahrgang als groß.

The Ammonight war 2017 mit der saftigen, reifen Frucht bereits jung sehr gut (an)trinkbar. Frisch mit schöner Minze und einer feinen Kräuternote, jugendliche Röstaromatik mit dezent schokoladiger Fülle, dabei erstaunlich elegant und finessig – WT94. Legte 2018 noch etwas zu – WT95. Üppig und füllig erinnerte der Harlan Estate 2019 an der 97er – WT97. Noch so jung, aber schon ein Hochgenuss war 2021 der Linda Falls Cabernet Sauvignon von Heitz. Schöne Frucht, Rote und Schwarze Johannisbeere, Minze, Schwarzer Pfeffer, Paprika und intensive Salzigkeit. Dürfte mit stabilem Tanningerüst gut altern und auch noch zulegen - WT95+. Heftig, kräftig und üppig mit viel Cassis und Alkohol 2017 der Paul Hobbs Beckstoffer Las Piedras Vineyard – WT94. Superdicht, opulent mit hedonistischer, dunkler Frucht 2023 der Paul Hobbs Beckstoffer Dr. Crane Vineyard – WT97. Sehr fein und schlank 2017 der Phelps Freestone Pinot Noir – WT90. Kräftig und balanciert mit Cassis, Schwarzkirsche, Mokka und dunkler Schokolade trank sich der Chateau Montelena 2022 sehr gut, könnte aber noch zulegen – WT93+. Als sehr eleganter Langstreckenläufer mit schöner, dunkelbeeriger Frucht und grandioser Struktur zeigte sich 2017 der Phelps Insignia – WT96+. Blutjung und sehr kraftvoll 2017 der Ridge Estate, der noch zulegen dürfte – WT91+. Saftig mit satter Beerenfrucht im Schokomantel, aber auch balanciert mit guter Säure und Frische 2017 und mehrfach 2018 wieder der Ridge Estate Merlot – WT92. Als sehr langlebiger, klassisch und mit perfekter Struktur dürfte sich der Ridge Monte Bello erweisen, der sich 2017 mit massiven Tanninen ausgesprochen fein und balanciert zeigte. Zu den WT93+ könnten in 10+ Jahren gut 3-5 dazu kommen. Sehr elegant und präzise 2017 der stimmige Spottwswoode Estate – WT94.

Rauchig 2016 die Nase des De Sante The Old Vines, Zitrusfrüchte, feine Kräuternote, sehr mineralisch und frisch, aber trotz bescheidener 12% Alkohol durchaus auch mit Kraft. Geht als eine hypothetische Mischung aus einem weißen Bordeaux und einem Chablis durch – WT93. Hat 2021 und auch 2023 in erster Reife zugelegt, brilliantes Goldgelb, dazu gute Säure cremige Textur und gute Länge - WT94. Schlank 2017 der Chateau Montelena Chardonnay, sehr frisch, leicht stahlige Frucht, Kiwi, Limette, florale Noten, wenig Körper, gute Säure, bleibt gut am Gaumen haften. Kann, muss und wird gut altern – WT90+. Zeigte sich 2023 etwas offener, aber immer noch knackig, frisch mit guter Säure – WT93. Der Cuvée Indigene von Peter Michael war 2023 sehr dicht und kräftig mit präziser, burgundischer Frucht, Zitrus und reifer Apfel, am Gaumen dann die eher kalifornische Fülle mit fast etwas öliger Textur, dazu gute Mineralität und großartige Länge – WT97. Der kräftige, etwas eckig wirkende Point Rouge Chardonnay von Peter Michael war 2021 vollmundig mit viel tropischer Frucht und (zu)viel neuem Holz geprägt, dass sich wohl noch integrieren muss – WT94+. Der Der Morlaix La Proportion Dorée war 2022 noch so jung und deutlich heller mit mehr Frische und Säure, viel Kräuter und Ricola. Immer mehr kam der Muscadet durch – WT96. Der kräftige Ridge Monte Bello Chardonnay war 2017 noch sehr von neuem Holz geprägt und sollte in 2-3 Jahren deutlich harmonischer sein – WT90+.

Ausgesprochen elegant, fast schon spielerisch und leichtfüßig, aber sehr nachhaltig und lang am Gaumen zeigte sich 2018 der Columella von Sadie Family, eine Syrah-Cuvée als großer Burgunder mit viel Zukunft – WT95+. Großartig 2017, 2021 und 2022 wieder der kräftige Porseleinberg Syrah mit feiner Frucht, Schwarze Johannisbeere, Veilchen, sehr würzig, pfeffrig mit dem Kräuterduft von Fynbos, gute Balance, mineralisch mit noch langer Zukunft – WT95. Kräftig, robust, pfeffrig-würzig und mit viel Druck 2019 mehrfach der Luddite Shiraz – WT91.

Zwei rassige, frische Sommerweine aus Südafrika verschönerten 2015 unseren Terrassenabend, der Reyneke Sauvignon Blanc aus organischem Anbau Nähe Stellenbosch und der Chenin Blanc von Beaumont aus dem Bot River Valley bei Hermanus. Der Reyneke mit etwas mehr Tiefgang und wohl langlebiger(WT89), der Beaumont knackiger und bissiger(WT88). Auf den sehr guten 13er legte der komplexe, geschmeidige Cartology von Alheit 2015 noch eins drauf – WT93. Zeigte sich 2018 und auch 2020 kraftvoll, reifer mit mehr Fülle – WT93. Der Radio Lazarus Single Vineyard Chenin Blanc von Alheit aus einer Parzelle bei Stellenbosch mit über 100jährigen Reben war 2016 bei Olaf im Weinraum ein großartiger Chenin Blanc mit Frische, wunderbarer Frucht, Mineralität, feinem Schmelz, aber auch enormem Tiefgang und Länge. Ein Wahnsinnsstoff, locker WT95. Sehr gut entwickelt zeigte sich 2018 der vielschichtige Badenhorst White Blend mit guter Säure, cremiger Textur und delikater Frucht – WT92.

Der Giles Pinot von Henschke war 2017 weich, elegant und schmelzig, aber ohne burgundische Finesse – WT88. Sehr gut gefiel mir 2017 der frische, komplexe, sehr druckvolle Mount Edelstone Shiraz von Henschke – WT94.

Der Penfolds Bin 311 Chardonnay war 2015 frisch und animierend ohne spürbares Holz mit Zitrusfrüchten und guter Säure – WT91. Der Penfolds Reserve Chardonnay Bin A war 2015 kraftvoller mit tropischen Früchten, Fülle und viel Holz – WT92.

Der Ao Yun aus China zeigte kein 2024 Alter, gute Struktur und ein immer noch stabiles Tanningerüst. Doch mich störte diese sehr aufgesetzt wirkende Süße – WT88.

Der erst im November 2019 nach 52 Monaten Hefelager degorgierte Chardonnay F. Keller Kaiserstuhl Grande Cuvée Brut Nature war Anfang 2020 blutjung natürlich, furztrocken, sehr elegant und finessig mit allererstem, feinem Schmelz zeigte erst ansatzweise, was er drauf hat und dürfte deutlich zulegen – WT93+.

3+.