2016

Geht das 2015er Weinwunder weiter? Nur gutes hört man aus Bordeaux, wo insbesondere die Weine aus Medoc sehr gut geworden sein sollen.

Lanessan war 2019 aus der Magnum, wie so viele 2016er, in schöner Frühform. Dunkle Früchte, etwas Kräuter und sogar Lakritz, Zedernholz und erdige Mineralität, ein kräftiger, rustikaler Wein, der aber durchaus erstaunlichen Charme zeigte - WT90. 

Die Performance des 2016 Nectar des Bertrands kann das nur voll unterstreichen. Stilistisch liegt er in etwa zwischen 2009 und 2010 und ist etwas stoffiger und dichter als der gut gelungene 2014er. Superbe, reife Frucht, gute Säure und reife, weiche Tannine sorgen für frühes Trinkvergnügen, aber auch gutes Alterungspotential. Wenn da jetzt in den knapp 12 weiteren Monaten in 80% neuen Fässern noch eine Portion Röstaromatik dazu kommt, wird das ein toller Stoff, locker in der WT93+ Kategorie und mit bewährt sensationellem Preis- Leistungsverhältnis.

Feinfruchtig, elegant und sehr stimmig 2018 der Gevrey-Chambertin Cuvée de l´Aulne von Laurent Ponsot – WT92+. Sehr präzise und elegant, aber auch mit enormer Kraft und Fülle 2018 der Griotte Chambertin Cuvée du Saule von Laurent Ponsot – WT95+.

Der Meursault 1er Cru Les Genevrières von Bernard-Bonin war 2022 chlank, elegant, puristisch mit eher etwas verhaltener Frucht und floraler Note, feiner Würze und intensiver Mineralität – WT94. Frisch mit Limette und Zitrusfrucht, präziser Struktur, Feuerstein, guter Säure und cremiger Textur 2018 mehrfach der Chablis Vaillons von William Fevre – WT91. Der Meursault 1er Cru Sous le Dos D‘Ane von der Domaine Leflaive war 2019 auf Sylt rassig, würzig, mineralisch und sehr druckvoll mit viel Spannung zeigte der, dass Leflaive wieder „back on track“ ist – WT93+. Präzise, schlank und frisch 2018 und auch 2020 der Bourgogne Blanc Cuvée du Perce-Neige von Laurent Ponsot– WT88. Sehr mineralisch, würzig, elegant mit viel Potential 2018 der Meursault Les Charmes Cuvée de la Centaurée von Laurent Ponsot – WT94+.

Würzig, elegant, die fruchtige Fülle durch gute Säure balanciert 2020 der Chardonnay SJ von Johner – WT92.

Blutjung mit viel Babyspeck, hoher Extraktsüße aber auch toller Struktur und Mineralität und damit grandioser Zukunft 2018 das Abtsberg GG von Grünhaus, das mit ein paar Jahren Geduld viel mehr als WT93+ zeigen dürfte. Der Ohligsberg Kabinett von Julian Haart war 2017 als Fassprobe ein traumhaft verspielter Kabi mit rassiger Säure und Mörderpotential, der sich hinter dem großen 2015er nicht verstecken muss – WT94+. Furztrocken, rassig präzise, schlank und mineralisch 2019 das Scharzhofberger GG von Kesselstatt, das sicher noch zulegen wird, an den großen Vorläufer aus 2015 aber nicht dran kommt – WT90+. Intensive, salzige Mineralität hatte der blutjunge, rassige Erdener Prälat Alte Reben GG von Dr. Loosen 2019 mehrfach mit einer gewaltigen Substanz, dazu eine geniale, puristische Frucht und Struktur, in dieser schlichtweg bestechenden Frühform - locker WT95+. Grandios mit gewaltigem Tiefgang 2022 der Ürziger Würzgarten Alte Reben Reserve von Dr. Loosen, dabei noch blutjung mit viel Potential – WT95+. Sehr elegant und animierend mit weißem Pfirsich und knackiger 16er Säure 2021 die Wehlener Sonnenuhr Alte Reben GG von Dr. Loosen – WT94. Sehr zugänglich und stimmig 2018 die Zeltinger Sonnenuhr Spätlese trocken von Molitor – WT94. Bestechend schön 2019 der rassige, animierende Altenberg Kabinett von Othegraven – WT94. Noch so jung und vibrierend mit animierender Frucht 2021 das Niederberg Helden GG von Schloss Lieser – WT94+. 10 Jahre weggelegt gehört der 2019 noch so junge, heftige Brauneberger Juffer GB von Steinmetz, dessen 12g RZ durch die hoe Säure kaum spürbar sind, gewaltiges Potential – WT92+. Etwas barock mit tropischer Frucht und Fülle, aber auch mit genügend Rückgrat und Säure für längere Entwicklung zeigte sich 2019 der Dhroner Hofberg Riesling von Steinmetz – WT92+. Die immer noch so jugendlich frische 2016 Bernkasteler Badstube Spätlese von Wwe. Dr. H. Thanisch wirkte 2022 in der Kimbi mit einer Tarte Tatin sehr balanciert mit feinem Süße-/Säurespoiel (WT92), solo würde ich diesem Wein noch ein paar Jahre Lagerung gönnen. Spielerische Eleganz und Schiefer pur 2018 und auch 2019 wieder beim animierenden Goldberg GG von Van Volxem, der gut altern dürfte – WT94. Großartig 2020 der Gottesfuss Alte Reben von Van Volxem, der sich jetzt nach ein paar Jahren Reife völlig anders präsentiert als noch 2018 auf der VDP Tour und 2017 in Mainz bei der Baby Verkostung. Das ist jetzt ein Rassewein erster Güte, schlank, rassig, präzise mit sehr guter Säure und intensiver Schiefer-Mineralität, dabei immer noch mit jugendlicher Frische, da könnte noch mehr kommen - WT95.Der Scharzhofberger Pergentsknop von Van Volxem zeigte 2020 Rasse und Klasse mit puristisch schöner Rieslingfrucht und knackiger Säure, dabei lutscht man förmlich am Schiefer. Da ist jede Menge Energie und Spannung - WT97. Auch 2022 mehrfach wieder so jugendlich und rassig mit großartigem Potential, wird sich über 20+ Jahre weiterentwickeln und wohl noch zulegen – WT97

Charmant und kräftig 2020 das Dellchen GG von Dönnhoff, präzise, mineralisch und mit viel Druck, eher schon ein Dell als nur ein Dellchen, dürfte noch zulegen - WT94+. Enorm kräftig mit viel Grip, intensiver Mineralität und großartiger Struktur 2022 aus der Magnum – WT95. Frisch, delikat, sehr mineralisch mit animierender, pikanter Frucht und Säure 2018 das Felsenberg GG von Dönnhoff – WT94. Im besten Sinne fröhlich und trinkfreudig 2017 das feinfruchtige Frühlingsplätzchen GG von Emrich-Schönleber – WT93. Sehr gelungen 2018 mit enormer Kraft und Fülle das Halenberg GG von Emrich-Schönleber – WT95. Immer noch so frisch, sehr elegant und finessig mit traumhafter Frucht 2022 aus der Magnum – WT95. Ein würzig-cremiger Schlossböckelheimer Königsfels von Hexamer ging 2017 im Marli durchaus Richtung GG Qualität zum QbA Preis – WT92. Das Felsenberg GG von Schäfer-Fröhlich zeigte sich 2018 als nicht mal so kleiner Bruder des Felseneck mit puristischer Frucht, präziser Struktur und sehr guter Säure und Mineralität – WT95. Das Felseneck GG war 2017 schlanker und feiner als der 15er, aber nicht weniger nachhaltig – WT95+. Einfach „schweinelecker“ war 2017 der Felseneck Kabinett, ein herrlicher Prüm von der Nahe – WT93. Ein fruchtiges, zugängliches Gedicht war 2017 das sehr charmante Stromberg GG von Schäfer-Fröhlich – WT93.

Sehr fein und elegant 2019 das Doosberg GG von Peter Jacob Kühn – WT95. Puristisch schön in allererster Frühreife mit gewaltigem Potential zeigte sich 2018 das Berg Rottland GG von Künstler – WT93+. 2020 kernig, rassig, straff mit glockenklarer Frucht und steiniger Mineralität, ein eigenständiger Wein aus dem Charakterfach - WT94+. Noch etwas verhalten 2017 das sehr elegante, finessige Gräfenberg GG von Weil, das noch mehr zeigen wird – WT94+. Zeigte 2019 mit Präzision, Mineralität und pikanter Frucht deutlich mehr – WT95.

In atemberaubender Frühform 2018 die vielleicht best ever Abtserde GG von Keller – WT96+. Sehr fein, balancierter und in erster Frühform gelungener wirkend der 2016 Hubacker von Keller – WT95+. Ein großartiges Schnäppchen 2017 der Limestone Kabinett von Keller mit nur 9% Alkohol, feine Frucht und dezente Süße perfekt balanciert durch rassige Säure – WT90. Der Niersteiner Hipping Versteigerungs-Kabinett von Keller war 2017 traumhaft balanciert delikater, pikanter Frucht, rassiger Säure, tiefer, salziger Mineralität und dieser unglaublichen Finesse, dieser herrlichen Frische, diesem feinen Süße-/Säurespiel und der geradezu schwerelosen Leichtigkeit – WT96. Schlichtweg ein Traum 2018 im Concept Riesling der La Borne von Wittmann, vielleicht der „Best ever“ in animierender, jugendlicher Trinkigkeit mit cremiger Textur und intensiver, kalkiger Mineralität – WT97+. 2018 aus der Magnum so betörend, fein, elegant, rassig und sehr feingliedrige 2016 Brunnenhäuschen GG von Wittmann, das eine grandiose Zukunft haben dürfte - WT96+. Sehr fein, elegant und schon wunderbar trinkig 2017 der Morstein GG von Wittmann – WT95. Bestechend schön mehrfach 2018 aus 1tel und Magnum mit grandioser Struktur und großem Potential, da kommt noch mehr – WT95+. In perfekter Frühform 2019 , sehr elegant mit wohl dosierter Fülle, großartiger Struktur und kalkiger Mineralität - WT96. 2020 ein Wein mit gewaltigem Potential, den man jetzt wohl besser ein paar Jahre in Ruhe lässt – WT94+.

Rassig, präzise, sehr mineralisch und mit enormem Druck 2019 der Pechstein GG von Acham Magin – WT96. Der Chardonnay Sky and Sands von Emil Bauer hatte 2017 auf Sylt traumhafte Frucht und ging als Sauvignon Blanc durch – WT90. Das Gaisböhl GC von Bürklin-Wolf war 2019 sehr schlank, absolut trocken mit präzisen Konturen und enormer Kraft dürfte dieser Wein über die nächsten 10 und mehr Jahre noch deutlich zulegen – WT92+. Erstaunlich offen, reif, weich und zugänglich zeigte sich 2017 der Idig GG von Christmann – WT94. Zeigte sich 2018 weiter entwickelt und legte 2020 weiter zu. Ein sehr spannender Idig, heute sicher WT95+ mit viel Potential nach oben, den ich gerne über die nächsten 20-30 Jahre weiter verfolge. Atemberaubend 2018 der Saumagen GG von den Rings-Brüdern, der an beste Bernd Philippi Zeiten erinnert. Das Ding hat Rasse und Klasse, dazu dermaßen viel Dampf und Druck, aber alles mit viel Präzision – WT95. Auch 2019 und 2022 auf Sylt wieder beeindruckend – WT95. Schlank, rassig und sehr präzise mit gut eingebundenem Holz und feiner Zitrusfrucht 2018 der Sauvignon Blanc 500 von Winning – WT92.

Blitzsauber, glockenklar und mineralisch 2019 mehrfach der eher schlanke Löwengang Chardonnay von Lageder – WT90. Sehr frisch mit kompakter, schlanker Struktur und guter Säure 2017 und mehrfach 2018 wieder der Sanct Valentin Sauvignon Blanc von St. Michael-Eppan, in der Nase Stachelbeere und frisch gemähte Wiese – WT91+.

Der Bricco de’ll Uccellone Braida, ein Barbera d‘Asti von Giacomo Bologna, war 2020 so unglaublich würzig mit kleinen Brombeeren aus dem Wald, erinnert mit dieser etwas wilden Cola-Eukalyptus Mischung an einen jungen Heitz Martha‘s Vineyard, einfach geiles Zeugs mit guter Säure und gutem Rückgrat - WT94. Kräftig, druckvoll und noch ganz am Anfang 2022 der Barolo Francia von Conterno, teerig mit feinem Rosenduft und mit großer Zukunft – WT95+. Sehr elegant mit getrocknete Blumen und Rosenblüten 2019 der Barbaresco von Gaja – WT94. Einfach sexy und offen wirkte 2019 der Costa Russi von Gaja, der förmlich aus dem Glas sprang – WT96. Kräftig, sehr stimmig, aber auch elegant mit großer Zukunft 2019 der Sori Tildin von Gaja – WT97+. Einfach atemberaubend und sehr nahe der Perfektion 2019 der Sori San Lorenzo von Gaja – WT99. Erstaunlich zugänglich und elegant 2019 der Nebbilo d´Alba Vigna Valmaggiore von Giacosa mit delikater, rotbeeriger Frucht, Rosenblättern, Lakritz, Kräutern und teeriger Mineralität, dürfte noch zulegen – WT92+.

Der Flaccianello war 2021 ein sehr dichter, konzentrierter superdunkler Wein mit großartiger Schwarzkirsche und Schwarzer Johannisbeere, mit feinen Kräutern und mit einer massiven Ladung von Tanninen. Ein sehr kräftiger Sangiovese mit viel Spannung und sehr guter Struktur, aber nicht überladen und durchaus elegant mit Raffinesse – WT95+. Der Guado al Tasso war 2019 aus der Magnum ein Gigant mit enormer Power und Druck – WT96+. Kräftig, elegant, schlank, pfeffrig und würzig mit schöner Schwarzkirsche 2022 der Scrio Syrah von Le Macchiole – WT96. Sehr elegant, luftig und burgundisch zeigte sich 2021 der Brunello di Montalcino Madona delle Grazie von Il Marroneto mit schwarzer Johannisbeere und ätherischer Frische. Einfach ein sehr stimmiger, perfekt balancierter Wein, der noch zulegen und sehr gut altern dürfte. Gut möglich, dass er in 5-10 Jahren Parkers 100 erreicht – WT97+. Einfach genial und unglaublich trinkig 2020 der Terra di Monteverro – WT94. Zupackend, tiefgründig, mit großartiger Struktur und mit enormem Potential 2020 der Monteverro – WT97+. Anders als der hedonistische 2015er zeigte sich Ornellaia 2019 zweimal von der kräftigen Seite mit sehr guter Struktur als Langstreckenläufer – WT95+. Der Saffredi von Le Pupille hatte 2019 eine traumhafte, hedonistische Frucht mit Kräutern und dem Duft der toskanischen Macchia, Fülle, aber auch Präzision mit wunderbaren Röstaromen. Schmeckte selbst jung mit dieser cremigen Textur schon irre gut, wird aber noch zulegen - WT97+. Zeigte auch 2020 aus der Halben großartiges Potential – WT97+. Ein großer Wein war der 2019 vielfach getrunkene Sassicaia zweifelsohne, aber für mich weder ein WT100 Kandidat noch vergleichbar mit 1985. Eher auf Augenhöhe mit 2015, nicht so offen und fruchtbetont, dafür mit mehr Struktur und Tiefgang - WT97+. Völlig anders als der opulente, hedonistische 2015er war dieser 2016er Solaia 2020 feiner und eleganter. Die dunkle Frucht strahlt trotz aller Reife eine wohltuende, noble Kühle aus, dezent auch die Röstaromatik mit etwas Mocca und Vanille, gute Graphit Mineralität und mächtige, aber reife Tannine in Verbindung mit einer großartigen Struktur. Erstaunlich zugänglich zeigt sich dieser Solaia, der sich aber in 1-2 Jahren durchaus verschließen könnte und noch deutlich zulegen dürfte - WT97+. Mit Schwarzkirsche, intensiver Mineralität und großartiger Textur und Statur überzeugte 2019 der Giusti di Notri von Tua Rita, der eine sehr gute Zukunft hat – WT95+. Auch 2022 aus der Magnum so frisch und faszinierend mit viel Potential – WT95+. Der Redigaffi von Tua Rita war 2020 kräftiger und mit strafferer Struktur als der 2015er, aber schon gut antrinkbar mit viel Potential – WT96+.

Noch sehr jung und dominiert von (zu)viel Holz 2018 der Cervaro della Sala von Antinori – WT89+. Wie verwandelt 2019 im Val Roseg, frisch, elegant mit feiner Frucht und mit niedrigem Alkohol (12,5%) erstaunlich beschwingt – WT95. Großartig 2019 der Monteverro Chardonnay, der mineralische Präzision mit feinstem, burgundischem Schmelz verband und sich noch feiner als in den Vorjahren zeigte – WT96. Sehr holzbetont und kräftig mit kräuteriger Herbe 2019 der Paleo Bianco von Le Macchiole, der noch deutlich zulegen dürfte – WT92+. Frisch und fröhlich mit feiner Frucht 2018 mehrfach der Vermentino di Monteverro – WT87. Der Ornellaia Toscana Bianco zeigte sich 2020 sehr kräftig mit deutlichem, aber gut eingebundenem Holz, floral die Nase, gute Säure und erstaunlich druckvoll am Gaumen – WT92.

Ein eher etwas leichtfüßiger, trinkfreudiger Jahrgang war 2016 in Österreich, speziell auch in der Wachau.

Sehr kräftig 2017 der Grüne Veltliner Schütt Smaragd von Knoll – WT91. Ein feiner Charmeur 2017 der Grüne Veltliner Loibenberg Smaragd von Knoll – WT92. Offen mit viel Bumms und etwas Botrytis, aber auch mit guter Struktur 2017 der Riesling Schütt Smaragd von Knoll – WT94. Etwas verhalten, aber kräftig, sehr mineralisch und druckvoll mit guter Zukunft 2017 die Riesling Vinothekfüllung von Knoll – WT94+. Noch etwas verhalten und verschlossen 2018 der Grüne Veltliner Käferberg von Loimer – WT91+. Der sehr feine Grüne Veltliner Am Berg von Ott überzeugte 2017 mit Frische, pikanter Frucht, dem berühmten Pfefferl und wirkte fast etwas verspielt. Ein wunderbarer Sommerwein – WT88. Straff, mineralisch, kernig, groß 2018 der Sauvignon Blanc Kranachberg GSTK vom Sattlerhof – WT96. Schlank, verhalten, für den Jahrgang etwas brav 2018 der Sauvignon Blanc Grassnitzburg vom Weinberg Dr. Pichetsrieder – WT91.

Nicht klar kam ich 2019 mit dem Saturio von Garagenwinzer Nicolai aus der Thermenregion in Österreich. Dieser reinsortige, sehr kräftige, gut gemachte Merlot mit nicht gerade schlanken 15% Allkohol wirkte auf durchaus hohem Niveau etwas diffus und muss wohl noch zu sich finden – WT92(+?).

Rassig frisch mit Zitrus Früchten und knackiger Säure 2020 der Riesling von Casal Sta. Maria aus Europas westlichstem Anbaugebiet in Portugal am Atlantik - WT88.Der OLO von Niepoort hatte 2020 superbe, frische, puristische Frucht, gute Säure und die intensive, straffe Mineralität der Granitböden, enorm kräftig mit sehr präziser Struktur, furztrocken mit nur 11,5% Alkohol - WT94.

Ein burgundischer, sehr eleganter Traum war 2018 der Chardonnay Unique von Donatsch, verspielte Frucht, dezent nussig, feine Mineralität, schon sehr gut trinkbar, locker auf WT95 Niveau, aber mit deutlichem Entwicklungspotential. Zeigte sich 2019 mehrfach deutlich offener und explodierte förmlich im Glas, auch 2020 mehrfach wieder – WT96. Sehr, sehr elegant und jugendlich frisch zeigt sich 2018 der Gantenbein Chardonnay, bei dem das Holz in der jetzigen Phase nicht spürbar ist. Die Frische erinnert eher an Riesling. Geerntet wurde dieser Wein, so Martha Gantenbein, mit dem klaren Ziel Frische und Säure. Die jetzt eingesetzte, alte Korbpresse, Daniel Gantenbeins ganzer Stolz, ermöglichte viel Trub und verleiht dem Chardonnay im jetzigen Stadium eine feine, reduktive Note. Stilistisch geht auch dieser Gantenbein Chardonnay mit feiner Würze Richtung Meursault – WT95+. Zeigte sich dann gegen Ende 2018 mehrfach in absolut bestechender Frühform mit geradezu explosiver Aromatik – WT97. Und 2019 und 2020 setzte sich das mehrfach aus 1tel und Magnum auf diesem Niveau fort, so elegant, würzig und mit göttlichem Schmelz – WT97. Der trockene Gantenbein Riesling hat in seinem jetzt vierten Jahrgang weiter zugelegt mit mehr Frucht und mehr Körper bei nach wie vor toller Struktur und der straffen Mineralität der Schieferböden. Wirkt in dieser frühen Phase 2018 so animierend saftig und geht als Hybrid aus der Hermannshöhle und einem Kirchenstück durch – WT95+. Auch 2021 immer noch so jugendlich wirkend mit heller Farbe, feiner Frucht, dabei schlank, präzise mit rassiger Säure, straffer Textur und guter Schiefer-Mineralität– WT95+. Jung, frisch, mineralisch mit großem Potential 2018 mehrfach der Chardonnay von Christian Hermann – WT93+. Der Studach Chardonnay war 2018 so unglaublich fein und elegant, geradezu tänzerisch mit nur dezent spürbarem Holz mit sehr feiner, heller Frucht und wiederum dezentem, nussigem Schmelz - WT95.

Sehr fein, schlank und elegant 2018 der Adank Pinot Noir – WT93. Kräftig, dicht mit deutlich mehr Struktur als 2015 war 2019 der Pinoir Noir Unique von Donatsch, der mit viel Potential noch deutlich zulegen wird – WT93+. Der Gantenbein Pinot Noir erinnerte 2018 in der Stilistik an den 2011er. Nach den eher kräftigeren, üppigeren Vorgängerjahren entstand hier wieder ein von wunderbarer Eleganz und Finesse geprägter, sehr feiner, burgundischer Pinot Noir, absolut harmonisch, so seidig, in perfekter Balance, schwebt förmlich am Gaumen. Einfach ein Wein zum träumen – WT95+. Noch etwas offener und betörender 2019 aus der Magnum – WT96. 2020 aus der Magnum sehr elegant mit burgundischer Pracht und Fülle, aber vor allem mit dieser unnachahmlichen, sinnlichen, erotischen Note, einfach ein Traum – WT97. Der Studach Pinot Noir war 2018 so finessig, filigran und präzise mit traumhafter Frucht von Waldbeeren, geradezu erotisch mit ganz feiner Fruchtsüße, und statt druckvoll muss es hier verführerisch heißen, Eleganz pur - WT96.

Einen schönen Trinkfluss zeigte 2018 der balancierte Bianco Rovere di Uve Merlot von Brivio aus dem Tessin – WT90.

Der M von Michael Mondavi war 2021 ein saftiger, großer Wein, der bei aller Üppigkeit und Fülle (15,5%) trotzdem mit großartiger Struktur, Präzision und Mineralität an die fantastischen Mondavis aus den 60ern, 70ern und 80ern erinnert - WT94. Sehr gut gefiel mir 2017 auf der Alpina Auslese die Fassprobe des Ridge Monte Bello. Ein großer Wein mit präziser Frucht und sehr guter Struktur, der durchaus an die großen Monte Bellos aus 1991 und 2001 anschließen dürfte - WT94+. Hat sich prächtig entwickelt und zeigte sich 2019 auf Meiningers Finest als klarer, sehr puristischer Kandidat für WT100 in 10 Jahren. Auch der Ridge Estate Cabernet ist sehr gut gelungen und zeigte sich 2019 und mehrfach in 2020 von seiner besten Seite mit präziser Cassisfrucht, mentholiger Frische, würzig mit guter Mineralität und guter Tanninstrktur – WT94+.

Sehr frisch, erstaunlich schlank und balanciert 2019 der Carneros Chardonnay von Aubert, nussig, mineralisch, mit burgundischem Charme und einem Hauch Vanille – WT94. Der Charles Heintz Chardonnay von Littorai war 2019 mit Frische, Leichtigkeit, Mandarine, guter Säure und salziger Meeresbrise der Riesling unter den Chardonnays – WT94. Der kräftige Mays Canyon Chardonnay von Littorai mit Fülle, Schmelz und guter Struktur brauchte 2019 noch Zeit zur Entwicklung – WT92+. Der Chateau Montelena Potter Valley Riesling war furztrocken, sehr mineralisch und mit toller, präziser Struktur – WT95.

Der Art of Pinot Noir von Creation hatte 2022 traumhafte, saftige Frucht, cremige Textur, aber auch Präzision und gute Säure, Burgund trifft neue Welt - WT95+. Der kraftvolle Luddite Shiraz zeigte 2020 eine immense Fruchtfülle mit Brombeere und Pflaume, dazu Lakritz und pfeffrige Würze, cremige Textur und langer Abgang – WT93. Sehr fein, elegant und nachhaltig 2017 der Skerpioen von Sadie – WT94.

Präzision, puristische Frucht, intensive, steinige Mineralität und knackige Säure 2017 beim Chenin Blanc Radio Lazarus von Südafrikas Hotshot Chris Alheit.. Da wächst völlig ohne Holz ein Gigant heran – WT94+. Zeigte sich auch 2018 mehrfach wieder sehr komplex und in bestechender Form – WT94+. Ein präziser, cremiger Gaumenschmeichler war 2020 der Saskia von Miles Mossop – WT93. Der Chenin Blanc Straw Wine von Mullineux war 2018 schlichtweg ein balancierter Traum mit mal gerade 8% Alkohol und sehr guter, frischer Säure. Da war nichts schweres oder klebriges, einfach diese Leichtigkeit großer Mosel-Rieslinge –WT95.  Großartig 2017 der Skurfberg von Sadie, der sich trotz seiner Jugend so fein, stimmig und nachhaltig präsentierte. Nicht auszudenken, wie der mal in 3-4 Jahren schmeckt – WT94+. Sehr fein, würzig mit blitzsauberer Frucht 2017 der Soldaat von Sadie – WT92. Kernig-kräftig 2017 der Treinspoor, der Tinta Barocca von Sadie mit deutlichem Tanningerüst – WT93+.

Mit viel Kraft und Potential und doch schon so betörend 2018 der Treinta Y Dos von Chacra – WT94+.