Sechs ist Sexy - Raitätenprobe 2026
Das war sie, meine diesjährige Raritätenprobe im wunderbaren Ambiente des Landhaus Mönchenwerth. Thema waren große Weine aus den Jahrgängen mit der „6“ am Schluss, sorgfältig zusammengestellt aus zum Teil jahrzehntelanger Lagerung. Perfekt wurden die Weine ins Glas gebracht von meinem Freund Oliver Speh, der ein auf dieser Welt wohl einmaliges Händchen für selbst älteste Gewächse hat und diese große Probe grandios orchestrierte.
Und, ja, wir hatten wieder alles Flaschenglück dieser Erde. Das ist schon einmalig, wenn ein hundert Jahre alter 1926 Mercier Grand Cru Champagner mit der für die damalige Zeit hohen Dosage mit dem vielleicht besten, gereiften Dom Perignon, dem 1976er, und dem noch geradezu jugendlichen, glockenklaren 1996 Roederer Cristal mithalten kann. Mein persönliches Highlight der Probe war ein absolut perfekter 1906 Chambertin Clos de Bèze mit Pracht und Fülle eines großen Chambertin aus der Anfangszeit der Vandermeulen Abfüllungen (WT100), dem ein zeitlos schöner, großartiger 1906 Chateau Latour gegenüberstand. Stolz war ich, dass ich meinen lieben Freund Dieter, der in diesen Tagen 80 wird, mit einem sensationellen Flight aus seinem Geburtsjahr überraschen konnte. Dieser einmalige 1946 Cheval Blanc nimmt es spielend mit allen großen Chevals des letzten Jahrhunderts auf (WT100). Und auch der kräftige, maskuline 1946 Clos des Lambrays und der betörend elegante, vielleicht best ever 1946 Corton Grancey waren großes Kino. Das galt auch für 1966 Chateau Musar (WT98), der in einem 1966er Flight neben Latour (WT99) und Haut Brion brillierte. Sehr glücklich machte mich in den beiden 1986er Flights der überragende 1986 Mouton Rothschild, für den ich die erste(!) meiner damals erworbenen OHKs aufgemacht hatte. Dieser Mouton war seinerzeit der größte Jungwein meines Lebens und seitdem total verschlossen. Jetzt ist er wieder da und in dieser schier unglaublichen Brillanz locker in einer Liga mit 1945 und 1982. Alle fünf Premier Grand Crus, Mouton, Lafite, Latour, Haut Brion und Margaux, für die ich damals erworbene, perfekt gelagerte OHKs aufgemacht habe, brillierten lange dekantiert auf perfektem WT100 Niveau. Alle dürften mit ihrem perfekten Tanningerüst noch mal weitere 40+ Jahre vor sich haben. Mithalten konnte auch der 1976 Lafleur, der kontinuierlich zugelegt hat, und in seiner noch langen Zukunft die Perfektion erreichen dürfte – WT98+.
Natürlich gab es noch das obligatorische, perfekte Abschlussfeuerwerk mit 1986 Penfolds Grange, 1996 Pingus und 2006 Masseto, alle drei einmalig und WT100, bevor wir dann noch mit einem 1906 Muscat Frontignan und einem 1836 Marsala Riserva von Woodhouse tief in die Weinträume eintauchten.
Die komplette Probe mit zahlreichen, weiteren Raritäten kommt „demnächst“ mit allen Bewertungen auf meine Website und wird jetzt erstmal Flight für Flight täglich mit Einzelfotos auf Instagram (@wineterminator) gepostet.